Gebet aus dem Jahr 1883 - immer noch aktuell

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Es gab einen Pfarrer Hermann Joseph Kappen von St. Lamberti in Münster. Er verkündete von der Kanzel im Jahre 1883:

Herr, setze dem Überfluß Grenzen
und laß die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches
Geld machen, aber auch das Geld keine
falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen
das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner
an ihr erstes.
Schenke unsren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamte,
Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein
besseres Deutsch
Und den deutschen eine
bessere Regierung.
Herr, sorge dafür,
daß wir alle
in den Himmel kommen
- aber nicht sofort!
 
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Hallo Uta!

Recht herzlichen Dank dafür, dass Du uns auf dieses erfrischende und doch zugleich sehr tiefsinnige Neujahrsgebet von Pfarrer Hermann Joseph Kappen aufmerksam gemacht hast. Nach meinem persönlichen Empfinden ist da sehr viel Wahres - eben echte Lebenshilfe! - drin enthalten, auch wenn das heute viele etwas anders sehen werden... eine gewisse Frau S. hätte bestimmt wenig Freude damit.
Dieser Blick zurück in vergangene Zeiten ist auch deshalb immer wieder schön, weil das an Zeiten erinnern lässt, wo die Predigten in den Kirchen noch einen tiefen Inhalt hatten im Vergleich zum heutigen Süßholzgeraspel. Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang auf eine Aussage eines italienischen Bischofs hinzuweisen, der kürzlich davon gesprochen hat, dass sich die Ansprachen in Gottesdiensten häufig als 'süßlicher und bedeutungsloser Brei' erweisen würden.
KATH.NET - Katholischer Nachrichtendienst
Wenn man das alles mit früher vergleicht, kann man nicht umhin, einen gewissen Niedergang zu beklagen. Deutschland, ehemals das Land der Dichter und Denker... ich denke da insbesondere an das Dreigestirn der deutschen Mystik: Meister Eckhart, Heinrich Seuse, Johannes Tauler... welche Geistesgrößen! Und heute?

Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünscht Energielos
 
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