Blutwerte und ratlos

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Hallo zusammen,
Ich war letzte Woche mit meinem Sohn (14)beim Kinderarzt Blut abnehmen. Er ernährt sich seit einem Jahr vegetarisch. Er ist schlank und groß. Autist und Asthmatiker. Er geht kaum raus und sportlich somit auch nicht aktiv. Er hat depressive Phasen. Schilddrüsenwerte wurden wohl vergessen.
Ich habe heute von der Schwester die Aussage bekommen, dass alles super ist, könntet ihr euch das vielleicht mal anschauen.
Was mich irritiert, ist der Kommentar : Kälteagglutinine.
Vielen Dank für das drüber schauen
Viele Grüße
Ende
 

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12.05.11
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Hallo Ende Lul, hier: http://www.laborlexikon.de/Lexikon/Infoframe/k/Kaelteagglutinine.htm
findet sich die Auskunft, daß Kälteagglutinie bestimmte Blutbilddiagnostik im Labor stören kann. Ich würde davon ausgehen, daß das nicht auf dem Laborzettel steht, weil dahinter irgendein Krankheitswert zu vermuten wäre, sondern weil die Werte des Differentialblutbilds dadurch verfälscht sein könnten.

Du könntest im Labor anrufen und fragen. Die geben meistens gute und solide Auskünfte.
 

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20.09.14
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Hallo,

auffällig finde ich
- relativ niedrige Leukozyten
- MCHC leicht erhöht
- relativ niedriges Ferritin

Manche Menschen fühlen sich mit höheren Ferritin-Werten, als die, die dein Sohn hat, besser. Da würde versuchen ich die Ernährung eisenreicher zu gestalten.

Bei einem erhöhten MCHC dachte ich zuerst an B12-Mangel, doch der ist bei dem guten B-12-Wert eher unwahrscheinlich. Bekommt er genug Folsäure?

Wenn er wenig draußen ist, würde ich auf Vitamin D achten und ggf supplementieren und ihn dazu zu bringen sich mehr draußen aufzuhalten.

Wenn er keinen Fisch isst, würde ich auf ausreichen Jod achten.

Regelmäßige sportliche Aktivität ist für einen guten Stoffwechsel auch wichtig. Vielleicht kann man da mehr in den Alltag einbauen - etwa indem er mit dem Fahrrad zur Schule fährt?

Gruß
Hans
 
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05.10.17
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Hallo ENDE LUL

Autismus wird als genetisch bedingte Erkrankung aufgefasst. Es sei eine unheilbare Störung der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung. Dabei ist sie schnell erfolgreich zu behandeln, wenn vom Mt-Standpunkt ausgegangen wird. Die Mt-Funktionsstörungen wurden inzwischen belegt [4.80– 4.84]. Bei 100 autistischen Kindern fanden sich erniedrigte Werte an Pyruvat und Carnitin, erhöhte Konzentrationen an Laktat, Alanin und Ammoniak [4.85]. Laktat entsteht aus Pyruvat und wird auch über Alanin metabolisiert. Damit besteht der typische Hinweis auf eine Hemmung des MtStoffwechsels.

Es fanden sich gestörte Komplexe I, II, III und Laktazidosen. Von 120 Kindern hatten 19 eine Epilepsie
[4.84], was wieder auf metabolische Gemeinsamkeiten hinweist. Andere Autoren wiesen niedrige Glutathion- und Cysteinkonzentrationen und erhöhte Werte an gesättigten langkettigen Fettsäuren nach [4.86].
Junge, geb. 2004, Autismus Der Junge war in sich gekehrt, mied Blickkontakte und sprach nicht. Er zeigte aber auch Symptome eines Energiemangels, die für eine mt-Zytopathie sprachen: Er war ein Schreikind gewesen sieben Monate lang nach Geburt, schläft unruhig mit Nachtschweiß, hat Neurodermitis, rezidivierende Oti- und Rhinitiden, Photo-,Phonophobie, Gähnzwänge nach Belastungen, morgendliche Müdigkeit und Inappetenz, bei Ermüdung Strabismus convergens, schnelle geistig-, körperliche Ermüdung und eine Glutenintoleranz (klinisch) mit Meteorismus. Wir bestimmten nur die Methylmalonsäure im Urin. Sie war mit 2,2 mg/ g Crea. erhöht. Die Therapie bestand in Methylcobalamin-Tropfen (B12), flankiert durch Biotin, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren, Zink, Benfotiamin (B1) und Vitamin B6. Die Kost war gluten- und fruktosefrei sowie ohne hochglykämische Kohlenhydrate.

Nach vier Wochen meldeten sich die Eltern hocherfreut: Der Junge war sprachfreudig, aufgeweckt, blickte aufmerksam auf andere Menschen, las wieder, spielte Fußball mit Freunden.
Quelle: Kuklinski, Dr. med. Bodo; Schemionek, Dr. Anja. Mitochondrien: Symptome, Diagnose und Therapie (German
Edition) (Kindle-Positionen6384-6392). Aurum Verlag. Kindle-Version.

LG
 
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02.01.05
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Hallo Ende LuL,

die Blutwerte sind eigentlich gut. Man muss sich schon die grenzwertigen Werte ansehen, um vielleicht sagen zu können, wieso diese Werte eher grenzwertig sind.
Es wurden aber auch nicht viele Werte gemacht.

Das Speichereisen (Ferritin) liegt erwartungsgemäß eher im unteren Bereich. Bei Fleischessern wäre der Wert sicher höher. Allerdings sollte das Ferritin nicht viel höher auch sein.
Mir hat ein Arzt, der sich mit dem Eisenstoffwechsel auskennt, gesagt, dass ein Ferritin von 50 ausreichend ist. Höheres Ferritin belastet nämlich die Leber.
Ich würde einen Wert von unter 100 beim Ferritin also für o.k. halten.

Der noch in der Norm liegende, aber relativ niedrige MCV-Wert kann auf einen latenten Eisenmangel hinweisen, so dass das Ferritin vielleicht doch auch deshalb relativ niedrig ist.
Etwas mehr eisenhaltige Nahrung wäre sicher nicht falsch. Man kann dies durch die Gabe von Vitamin C noch unterstützen, weil Vitamin C die Eisenaufnahme steigert.


Dieser Hinweis auf Kälteagglutinine könnte vielleicht heißen, dass das Blut hämolytisch war?
Wenn ja, wäre es sicher sinnvoll, die Untersuchung zu wiederholen.
Hämolytisch wird das Blut, wenn es nach der Entnahme evtl. nicht korrekt behandelt wurde. Das kann dann die Werte etwas verändern.

Aber das Blut kann bei Patienten, die zu einer Hämolyse neigen, auch aus diesem Grund heraus hämolytisch werden.

Der niedrige MCV-Wert könnte auch ein Hinweis sein, dass Dein Sohn zu einer Hämolyse neigt. Aber das sage ich mit aller Vorsicht, da ich nicht weiß, ob das Blut korrekt verarbeitet wurde.
MCV ist das mittlere Zell-Volumen der roten Blutkörperchen. Wenn der Wert niedrig ist, heißt das, dass man viele junge roten Blutkörperchen hat und wenig ältere.
Bei einer Hämolyse sterben die roten Blutkörperchen vorzeitig ab und erreichen nicht das normale Alter.
D. h. bei einer Hämolyse hat man daher wenig ältere und mehr jüngere rote Blutkörperchen.
Aber auch beim Eisenmangel ist das so.

Es gibt einige Blutwerte, die man, wenn man eine latente Hämolyse prüfen will, bestimmen kann.
Ein sehr aussagefähiger Wert ist das Haptoglobin, um das zu prüfen. Niedriges Haptoglobin bedeutet eine evtl. latente Hämolyse.

Es gibt noch einige andere Hämolyseparameter, die auffällig sein können:
Retikulozyten, LDH, Kalium, GOT

Wenn man dazu also mehr wissen will, müsste man dies ggf. nochmals untersuchen.

Hämolysen treten bei diversen Krankheiten auf.

Ich selbst habe eine latente Hämolyse und einen latenten Eisenmangel und habe mich daher mit diesen Werten schon beschäftigt.



Gruß
margie
 
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24.02.18
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Was gibts denn für eine Veranlassung das Blut abgenommen wurde?
Bei depressiven Verstimmung würde ich auf Serotonin, Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin testen.
Ein Cortisoltagesprofil kann auch hilfreich sein.

Asthmatika könnte Pregnenolon/Progesteron hilfreich sein.
Authismus: Schwermetalltest
 
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12.05.11
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Dieser Hinweis auf Kälteagglutinine könnte vielleicht heißen, dass das Blut hämolytisch war?
Wenn ja, wäre es sicher sinnvoll, die Untersuchung zu wiederholen.
Agglutinie bedeutet "Verklumpen", "lyse" bedeutet "auflösen". Kälteagglutinie ist also etwas ganz anderes als Hämolyse. Das einzige, was die beiden Dinge gemeinsam haben: sie bringen die Werte durcheinander.
 

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