Bierpanscherei mit Mikroplastik - ist das noch nach deutschem Reinheitsgebot?

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Gestern hat mich diese Sendung doch etwas entsetzt.
Ich trinke zwar höchstens mal im Sommer ein Alsterwasser – jedoch dachte ich immer, dass jedenfalls Bier noch ein sauberes Produkt sei. Von wegen . . .

Zugegeben wird dieses Gepansche im Video etwas reißerisch dargestellt, jedenfalls nehme ich es so wahr, aber gut, dass man das weiß, dass zur Filterung PVPP (Seit 1993 erlaubt das „Vorläufige Biergesetz“ zusätzliche technische Zusatzstoffe, Farbstoffe und Filterhilfsmittel. Zu diesen zählt Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) – ein Polymer und Stabilisierungsmittel, das dafür sorgt, dass das Bier möglichst lange klar und haltbar bleibt.) zugesetzt wird und man sich, wenn möglich, mit den tatsächlichen Inhaltsstoffen auseinandersetzt; die Firmen vielleicht anmailt um auf der sicheren Seite zu sein. Denn diese Zusatzstoffe werden wohl teilweise "nicht" aufgeführt.
Unterstützen will ich das jedenfalls nicht - dann lieber ein trübes Bier als ein klares unter Mikroplastikvoraussetzungen.

 
Generell ist es so, daß Stoffe deklariert werden müssen, die im Produkt verbleiben, aber nicht die, die in der Produktion eingesetzt und dann wieder entfernt werden. Für dieses PVPP gilt wohl letzteres:

Als Lebensmittelzusatzstoff (E 1202) wird PVPP als technischer Hilfsstoff in der Getränkeindustrie verwendet. Als Stabilisierungsmittel bindet es unerwünschte Gerbstoffe und Polyphenole in Wein, Bier und Säften, welche anschließend mit ihm abgefiltert werden.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Polyvinylpyrrolidon

Ob man es als "Plastik" bezeichnen sollte, bezweifle ich eher:
In Lebensmitteln wird es vor allem als Binde- und Verdickungsmittel, Stabilisator und Überzugsmittel verwendet. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Bezeichnung E 1201 ohne Höchstmengenbeschränkung ausschließlich für Nahrungsergänzungsmittel in Tabletten- oder Drageeform zugelassen.
 
Ob man es als "Plastik" bezeichnen sollte, bezweifle ich eher:
So kann Mikroplastik in das Bier kommen

Heute, ein paar Jahr später, ist das Thema noch immer bzw. wieder in der Diskussion. Nicht, weil das Mikroplastik zufällig ins Bier gelangt, sondern: Weil große Brauereien dem Bier ganz bewusst Plastik, genauer gesagt Kunststoffgranulat Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP), hinzufügen.

Nach dem Deutschen Reinheitsgebot dürfen in ein Bier eigentlich nur vier Zutaten: Hopfen, Malz, Wasser und Hefe. Seit 1993 erlaubt das „Vorläufige Biergesetz“ zusätzliche technische Zusatzstoffe, Farbstoffe und Filterhilfsmittel. Zu diesen zählt Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) – ein Polymer und Stabilisierungsmittel, das dafür sorgt, dass das Bier möglichst lange klar und haltbar bleibt. PVPP wird während des Brauprozesses zugefügt, hat auf den Geschmack keinen Einfluss, bindet Gerbstoffe sowie Polyphenole und wird zusammen mit diesen wieder herausgefiltert. Deshalb muss PVPP auch nicht auf dem Flaschenetikett angegeben werden. Dass trotz Filtration Mikroplastik-Rückstände im Bier bleiben können – irgendwie vorstellbar.

Ob nun Kunststoffgranulat oder Plastik - für mich Beides ein nogo.
 
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