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Ernährungstipps – 10 besonders häufige Patienten-Irrtümer aus
der Sicht der Ärzte

Auf einen Blick!

▪ Im Praxisalltag stellen sich Ihnen immer wieder Patienten vor, die aufgrund von Informationen aus dem Internet oder anderen Quellen ihre Ernährungsgewohnheiten verändert haben.
▪ Manchmal sind diese Ernährungsumstellungen aus medizinischer Sicht angebracht, oftmals liegen Ihnen aber Irrtümer oder veraltete Informationen zugrunde.
▪ Die wichtigsten Fakten zu den 10 häufigsten Patientenirrtümern haben wir für Sie zusammengefasst.

(1)
„Ich esse kein Salz, davon geht der Blutdruck hoch.“
Bei normotensiven Personen zeigt eine Reduktion der Salzaufnahme keinen klinisch relevanten Effekt auf den Blutdruck. Zusalzen macht zudem nur einen geringen Anteil des insgesamt aufgenommenen Salzes aus.

(2)
Das Risiko für eine Hypertonie ist bei Kaffeetrinkern verglichen mit Nicht-Kaffeetrinkern geringfügig geringer. Auch das Risiko eines kardiovaskulär bedingten Todes ist bei moderatem Kaffeekonsum niedriger.
„Keinen Kaffee trinken bei zu hohem Blutdruck.“

(3)
„Da ich einen VKA nehme, darf ich keinen Kohl essen“
Die in China-, Weiß- oder Rotkohl enthaltenen Vitamin-K-Mengen beeinflussen die Antikoagulation nicht. Vitamin-K-reiche Lebensmittel wie Grünkohl sollten nicht in täglichen Mengen von über 200 - 250 g verzehrt werden.

(4)
Nicht die Aufnahme von Zucker per se, sondern die aus übermäßigem Verzehr infolge fehlender kalorischer Kompensation resultierende Adipositas beeinflusst maßgeblich das Risiko für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes.
„Vom Zucker kriegt man Zucker.“

(5)
„Häufige Blähungen = Nahrungsmittelallergie“
Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU) sind ein häufiger Grund u. a. für Meteorismus nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel. Weitaus seltener treten immunologisch vermittelte Reaktionen, sog. Nahrungsmittelallergien (NMA), auf.

(6)
Rotwein enthält mehr Polyphenole und Resveratrol als Weißwein und hat eine höhere antioxidative Kapazität. Wirkunterschiede zwischen Rot- und Weißwein.hinsichtlich protektiver kardiovaskulärer Effekte wurden nicht beobachtet.
„Rotwein ist gesund, Weißwein nicht.“

(7)
„Ich trinke keinen Alkohol, nur Bier.“
Bier ist kein Grundnahrungsmittel: In 500 ml Bier sind je nach Sorte und Alkoholgehalt etwa 20 bis 25 g Ethanol enthalten. Das entspricht der Menge an Alkohol in einem Glas Wein (200 ml).

(8)
Bei ca. 75 % der Menschen hat die Aufnahme von Nahrungscholesterin keine oder nur eine moderate Auswirkung auf die Cholsterin-Plasmawerte.10
„Auf Eier verzichte ich wegen des Cholesterins.“

(9)
„Nur Übergewichtige haben Diabetes.“
Etwa 18 % der Normalgewichtigen können als „metabolisch krank“ eingestuft werden und weisen u. a. viszerale Adipositas (~ 20 %), Insulinresistenz (~ 40 %) und eine verminderte Insulinsekretion (~ 80 %) auf.

(10)
Ernährungsberatung kann für Patienten bei einer Vielzahl an Erkrankungen hilfreich sein, wie z. B. Bluthochdruck, Diabetes, Lebensmittelunverträglichkeiten, Magen-Darm-Erkrankungen, u. v. m.
„Ernährungsberatung ist nur was für Dicke.“
10
https://www.mediakademie.de/sendung...irrtuemer?lgn_mthd=login_by_uic&lgn_msg=login

Grüsse,
Oregano
 
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