Störungen im Histamin-Stoffwechsel

Kategorien: Uncategorized

Abweichende Histamin-Blutspiegel können eine große Anzahl sehr unterschiedlicher Symptome verursachen. Eine der möglichen Folgen ist eine Histamin-Intoleranz. Während hohe Histaminspiegel auch von der offiziellen Medizin als problematisch angesehen werden, ist es eine neuere Entdeckung von Kamsteeg, dass auch niedrige Histaminspiegel Beschwerden verursachen können.

Inhaltsverzeichnis

Histapenie

Der von Pfeiffer in den 1960er Jahren im Rahmen seines orthomolekularen Behandlungskonzeptes für psychiatrische Erkrankungen geprägte Begriff Histapenie bezeichnet einen verringerten Vollblut-Histaminspiegel. Eine Histapenie tritt häufig im Zusammenhang mit einem Kupferüberschuss auf, da dieser die histaminabbauenden Enzyme Diaminoxidase (DAO) und Monoaminoxidase (MAO) aktivieren kann. Der Kupferüberschuss kann Folge eines Zinkmangels, z.B. aufgrund einer Kryptopyrrolurie, sein. Nach Kamsteeg ist ein großer Anteil der weiblichen Pyrroliker von Histapenie betroffen, während bei Jungen häufiger ein erhöhter Histamin-Spiegel zu finden ist. Die im Zusammenhang mit einer Histapenie auftretenden Beschwerden führt Kamsteeg zurück auf die durch den Histaminmangel verringerte Durchlässigkeit der Blutgefäße, die den Transport von Sauerstoff und anderen Stoffen in das Gewebe erschwert, sowie auf eine im Verhältnis stärkere Auswirkung von vorübergehenden Erhöhungen des Histaminspiegels (z.B. durch histaminreiche Nahrung oder Allergene).

 

Symptome:

  • Müdigkeit
  • Allergische Reaktionen
  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Durchblutungsstörungen mit kalten Händen und Füßen
  • Hautprobleme, „Winterhände“
  • Schlechter Zahnschmelz
  • Psychische Beschwerden wie Depressionen
  • Gewichtszunahme an Oberschenkel und Hüfte

Das auf Pfeiffer zurückgehende und von Kamsteeg ähnlich beschriebene orthomolekulare Behandlungskonzept basiert zum einen auf einer schrittweisen Erhöhung des Histaminspiegels, zum anderen auf einer Reduktion des Abbaus durch Senkung des Kupferspiegels. Dazu werden folgende Nährstoffe eingesetzt:

  • Vitamin B12
  • Folsäure
  • L-Tryptophan
  • Niacin
  • Zink
  • Mangan

Von Pfeiffer werden Dosierungen angegeben, Kamsteeg warnt jedoch vor Selbstbehandlung wegen der möglichen allergischen Reaktionen durch zu schnell steigende Histaminspiegel und bezeichnet professionelle Beratung und individuelle Einstellung als „ein Muss, wenn die Behandlung zum Erfolg führen soll“.

Histadelie

Ebenfalls von Pfeiffer geprägt wurde der Begriff Histadelie, der einen erhöhten Vollblut-Histaminspiegel bezeichnet. Auch zu einem erhöhten Histaminspiegel kann es im Zusammenhang mit einer Kryptopyrrolurie kommen. Nach Kuklinski hängt dies mit einer gesteigerten Histaminfreisetzung einerseits und einem gestörten Histaminabbau andererseits zusammen. Er geht davon aus, dass das chronische Energiedefizit im Nervensystem zu zusätzlichen Aktivierungen der netzartig die Mastzellen umgebenden C-Nervenfasern führt und es bei Reizungen zur verstärkten Histaminfreisetzung aus den Mastzellen kommt. Ein gestörter Histaminabbau könne durch Mangel an Vitamin B6, B12, Folsäure und Methionin verursacht werden. Dies betrifft sowohl das Gewebe, da das histaminabbauende Enzym Diaminoxidase (DAO) Vitamin B6-abhängig ist, als auch das Gehirn, wo die genannten Stoffe im Rahmen des Histaminabbaus für Methylierungsreaktionen benötigt werden, die unter Mitwirkung von S-Adenosylmethionin (S-AM) ablaufen.

Symptome:

  • Allergische Reaktionen, atopische Erkrankungen
  • überschüssige Magensäure
  • Übererregbarkeit
  • Öffnung/Schädigung der Bluthirnschranke, Störungen von Nervenzellen

Das auf Pfeiffer zurückgehende orthomolekulare Behandlungskonzept basiert auf folgenden Nährstoffen:

  • Calcium
  • Methionin
  • Vitamin C
  • eventuell Vitamin B12

Vitamin C und Methionin binden überschüssiges Histamin, Vitamin B12 wird ggf. als Folsäure-Antagonist eingesetzt. Bei Einnahme von Folsäure ist nach Pfeiffer und Thome häufig eine auffällige Verschlechterung des Befindens zu beobachten, sie raten daher dazu, Folsäure-haltige Nahrungsergänzungen zu meiden. Nach Aussage von Pecelj (Labor Orthomedis) hängt dies damit zusammen, dass Folsäure den Histaminspiegel erhöht.

(Enterale) Histaminose

Der Begriff Histaminose oder enterale (auf den Darm bezogene) Histaminose wird in der Schulmedizin synonym zum Begriff Histaminintoleranz verwendet und bezeichnet eine allergieähnliche Reaktion („Pseudoallergie“) nach Genuss von Nahrungsmitteln mit einem relativ hohen Gehalt an Histamin. Kuklinski verwendet den Begriff abweichend davon im Sinne einer Histadelie. Ein Zusammenhang besteht insofern als ein erhöhter Plasma- oder Gewebehistaminspiegel üblicherweise als Ursache der Histaminintoleranz angesehen wird.

Diagnose

Nach Pfeiffer und Kamsteeg ist der Labormarker Histamin im Vollblut zu untersuchen. Es werden engere Referenzbereiche angesetzt als in der Schulmedizin üblich:

  • Referenzbereich nach Pfeiffer: 30,0 – 60,0 µg/l
  • Referenzbereich nach Kamsteeg / KEAC: 28,0 – 51,0 µg/l

Siehe auch: Adressliste PyrrolurieLaboruntersuchungen Pyrrolurie

Quellen

  1. Gebührenordnung der Ärzte GOÄ (Deutschland)
  2. KEAC: HPU-Information (deutsch), August 2002
  3. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Internistische Auswirkungen der HWS-Instabilität – Ein Vortrag für alle Therapeuten, die mit Ihren Händen die Gesundheit des Menschen fördern (der verwendete Artikel stand auf www.kfs-medizin.at und ist wohl nicht mehr online verfügbar)
  4. Kuklinski, Doz. Dr. sc. med. Bodo: Kryptopyrrolurie, nitrosativer Stress und Mitochondropathie – Übersicht über neuere Erkenntnisse hinsichtlich der KPU (der verwendete Artikel stand auf www.lebe-dich-gesund.com und ist wohl nicht mehr online verfügbar)
  5. Pecelj, Dipl.-Biochem. Jelena: Biogene Amine – Ihre Rolle in Gesundheit und Krankheit und orthomolekulare Behandlungsmöglichkeiten
  6. Pfeiffer, Dr. rer. nat. Dr. med. Carl C.: Nährstoff-Therapie bei psychischen Störungen, Karl F. Haug Verlag-Heidelberg, 1986, ISBN 3-7760-1343-5
  7. Pschyrembel Klinisches Wörterbuch (CD-ROM), 258. Auflage, Version 2, Verlag de Gruyter
  8. PsoriSol Fachklinik: Enterale Histaminose (Januar 2001)
  9. Thome, Konrad: Nährstoffe zum Überleben, Optimal-Verlag, 2006, ISBN 3-921271-44-4

Siehe auch

Weblinks

Autor: Kate

Oben