Beethovens Bleivergiftung

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Aus der heutigen Südd. Zeitung:

Zwar war seit einigen Jahren bekannt, dass Beethoven Bleikonzentrationen im Haar aufwies, die achtzigfach über dem normalen Wert lagen.

Bislang jedoch hatte man dies auf seine ausgeprägte Vorliebe für süßen Wein zurückgeführt: Der wurde nämlich damals von Winzern oft mit Bleizucker versetzt.

Die neuen Untersuchungen, die Reiter im Mitteilungsblatt der Wiener Beethoven-Gesellschaft vorstellt, zeichnen nun ein viel genaueres Bild vom Blei-Eintrag in Beethovens Körper. Dazu wurde jedes Haar mit einem Laserstrahl beschossen. Das Material, das dabei verdampft, wird aufgefangen und in einem Massenspektrographen auf seine Bestandteile hin analysiert.

Nur einen fünfzigstel Millimeter misst das Loch, das der Laser ins Haar brennt. Menschliche Haare wachsen täglich um etwa 0,3 bis 0,4 Millimeter und bauen dabei auch die Gifte ein, die zu dieser Zeit im Körper zirkulieren. So werden sie, Abschnitt für Abschnitt, zum chemischen Archiv des Körpers, das mittels Laserstrahl abgefragt werden kann.

Der jüngste Eintrag liegt jeweils unmittelbar über der Kopfhaut. Im Falle Beethovens zeigte sich nicht etwa ein kontinuierlicher Bleikonsum, wie eine schleichende Vergiftung durch gepanschten Wein erwarten ließe - vielmehr gab es einzelne Tage mit hohen Bleimengen, gefolgt von längeren Phasen ohne nennenswerte Bleizufuhr.

Ein Abgleich mit Beethovens handschriftlichen Aufzeichnungen lieferte eine Erklärung. In seinen letzten Jahren bis zu seinem Tod 1827 verständigte sich der taub gewordene Komponist mit seiner Umwelt mithilfe von "Konversationsheften": Was er zu sagen hatte, schrieb er dort hinein.

Aus diesen Heften und aus Aufzeichnungen seines Arztes Andreas Wawruch lässt sich die Krankengeschichte des Komponisten rekonstruieren.....

Tödliche Pflaster Beethoven von seinem Arzt vergiftet? - Gesundheit - sueddeutsche.de

Uta
 
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