Stichwortverzeichnis

Immunsystem

Aus Symptome, Ursachen von Krankheiten

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Unter Immunsystem versteht man das biologische Abwehrsystem höherer Lebewesen, das vor Schädigungen schützt.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Immun, vom lateinischen immunis, bedeutet so viel wie unberührt, frei, rein. Das Immunsystem ist das über Millionen Jahre entstandene biologische Abwehrsystem ('körpereigene Gesundheitspolizei') höherer Lebewesen, das bestimmte Schutz- und Regulierungsfunktionen übernimmt, und solange es selbst dazu in der Lage ist

  • Bakterien, Viren 1), Pilze und Parasitenbefall kontrolliert,
  • Gewebeschädigungen durch Krankheitserreger verhindert,
  • eingedrungene Mikroorganismen,
  • körperfremde Stoffe (Xenobiotika) bekämpft oder soweit möglich beseitigt und
  • fehlerhafte eigene Zellen zerstört.



1) Info zu Viren: Noch nie hat jedoch die Wissenschaft eines der krankmachenden Viren wissenschaftlich korrekt nachgewiesen! Quelle: [1], andere Quelle: [2],

Es existiert ein angeborenes und ein erworbenes Immunsystem. Das 'erworbene System' baut sich im Baby- und Kindesalter erst langsam auf. Deshalb sind Babies und Kleinkinder mehr gefährdet als Erwachsene. Säuglinge produzieren erst ab dem ca. 6.-8. Lebensmonat wirkungsvolle T-Zellen.

Immunsystem

Bestandteile

Die Immabwehr unseres Körpers ist eine Gemeinschaftsleistung von Organen (Thymus und Milz), Immunzellen und Gewebe (Knochenmark, Lymphknoten, Mandeln und dem lymphatischen Gewebe des Darms). Immunzellen werden im Knochenmark produziert und reifen in der Thymusdrüse heran, daher kommt auch der Name T-Zelle.


Barrieren

Der Körper ist durch sogenannte mechanische und physiologische Barrieren in forderster Front gegen Eindringlinge bereits recht gut geschützt:

  • Haut (eine saure Schicht mit pH-Wert=5,7 als Barriere, mit Schutz durch Talg, Schweiß und Hautflora bremst Mikroorganismen)
  • Schleimhäute (Bindet Eindringlinge und führt sie ab)
  • Augen (über die Tränenflüssigkeit erfolgt eine kontinuierliche antimikrobielle Beeinflussung und Beseitigung)
  • Atemwege (Fremdpartikel werden im Schleim gebunden und über die Flimmerhärchen herausbefördert.
  • Mundhöhle (unser Speichel besitzt bereits antimikrobielle Enzyme um Mikroorganismen zu bekämpfen)
  • Magen (Magensäure und Enzyme können Bakterien und Mikroorganismen zerstören)
  • Darm (nützliche Bakterien in der Darmflora, regelmässige Entleerung und das Darm-Immunsystem[GALT] verhindern Infekte)
  • Harntrakt (regelmässige Entleerung und osmotische Funktionen sorgen für die Ausspülung schädlicher Stoffe)

Zellen

Die Zellen des Immunsystems kreisen in den Blutgefäßen und Lymphbahnen der Weichteile und Muskulatur und gelangen so in alle Gewebe des Körpers.

Granulozyten Granulozyten (lat.: Körnchen) sind Bestandteil der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie können die Blutbahn verlassen und ins Gewebe einwandern und Krankheitserreger unschädlich machen

Makrophagen Makrophagen (Riesenfresszellen) sind erkennen und fressen in Blutgefässen und im Gewebe eingedrungene Erreger. Makrophage nehmen Antigene auf, nutzen dabei sogenannte T-Helferzelle , die dann eine Reaktion(adaptive Immunantwort) auslösen können um weitere Aktionen einzuleiten.

Natürliche Killerzellen Sie sind Teil der angeborenen Immunabwehr und stehen in forderster Linie bei der Abwehr von Infekten und unkontrolliertem Gewebewachstum.

T-Lymphozyten T-Zellen werden im Knochenmark produziert und wandern in den Thymus zum ausreifen (daher das T im Namen). T-Zellen tragen spezielle Rezeptoren an ihrer Oberfläche(TCR), diese Antigene besitzen eine Wiedererkennungsstruktur ähnlich wie bei Schlüssel und Schloss. Dadurch ist eine spezifische Merkfähigkeit gegen Erreger gegeben.

Hilfreich für die T-Zellen sind auch die

  • T-Helferzellen (sie koordinieren die Immunreaktion)
  • Regulatorische T-Zellen (sie modulieren Immunreaktion, verhindern Überreaktion und regeln die Toleranz gegenüber eigenen Strukturen
  • Zytotoxische T-Zellen (sie erkennen Antigene, dadurch können körpereigene Zellen ihren Grad der Schädigung über Rezeptoren melden. Dadurch werden dann die Angriffe des Immunsystems gegen körperfeindliche Stoffe gesteuert.

B-Lymphozyten(B-Zelle) B-Zellen gehören auch zu den weissen Blutkörperchen(Leukozyten). Sie sind in der Lage Antikörper(Immunglobulin) zu produzieren oder sich als Gedächtniszelle zu entwickeln.

Humorale Bestandteile

Dies sind Bestandteile(Proteine) die im Blut, bzw. der Lymph- und Gewebsflüssigkeit passiv mitzirkulieren.

Antikörper

Sie haben die Fähigkeiten schädliche Mikroorganismen zu erkennen und durch ihr selektives Auftreten zu markieren.

Antikörper besitzen 3 wichtige Funktionen:

  1. sie machen die Fremdstoffe für Fresszellen(Phagozyten) 'sichtbar' (Opsonierung).
  2. sie aktivieren ein Komplementsystem, das für die Erkennung und auch für Angriffstrategien bedeutung hat
  3. sie können Eindringlinge verkleben und einschliessen um sie zu inaktivieren

Komplementsystem

Das Komplementsystem gehört zu den angeborenen Immunfunktion. Es besteht aus einer Vielzahl von Plasmaproteinen, die sich direkt an fremde Organismen heften können um sie zu schädigen, zu markieren oder gar Fresszellen zu aktivieren.

Interleukine

Interleukine sind Botenstoffe des Körpers, die von Zellen des Immunsystems erzeugt werden um den weissen Blutkörperchen(Leukozyten) bei ihren Aufgaben behilflich zu sein.

Reaktionsabläufe

Folge von Immunreaktionen bei einer Erstinfektion:

  1. Erreger kommen in Kontakt mit Fresszellen(Makrophagen)
  2. werden so alle Keime vernichtet, kommt es nicht zum Ausbruch einer Krankheit
  3. verbreiten sich die Erreger so schnell, das die Fresszellen die Vermehrung nicht verhindern, so präsentieren die Antigene der verdauten Erreger an ihrer Oberfläche den T-Lymphozyten und T-Helferzellen.
  4. die T-Helferzellen bilden jetzt Botenstoffe
  5. das stimuliert die T-Lymphozyten und B-Lymphozyten sich gezielt umzuwandeln
  6. die T-Lymphozyten bilden sich um zu Killerzellen, die nur Erreger mit der gleichen Antigenmarkierung fressen
  7. gleichzeitig bilden sie T-Gedächtniszellen, die sich die Antigenstruktur für Folgeinfektionen merken.
  8. B-Lymphozyten wandeln sich zu Plasmazellen, bilden Antikörper(Immunglobuline) und binden diese an die Erreger
  9. Dadurch werden die Erreger miteinander verklebt, werden unbeweglich und können sich auch nicht mehr vermehren
  10. die Killerzellen können jetzt ihre Arbeit zu Ende führen
  11. die B-Lymphozyten bilden jetzt B-Gedächtniszellen, die sich die Antigenstruktur für Folgeangriffe merken.


Entwicklung

Das Immunsystem beginnt etwa ab der Mitte der Schwangerschaft sich langsam aufzubauen, wie Untersuchungen an Nabelschnurblut gezeigt haben. Der Fötus und auch Kleinkinder sind deshalb anfangs stark von mütterlichen Antikörpern abhängig. Bestimmte Antikörper sind nicht Plazentagängig, aber sie können über die Muttermilch(Kolostrum=Erstmilch) übertragen werden. Nach der Geburt nehmen die Antikörper des Babys mit einer Halbwertszeit von ca. 4 Wochen ab. D.h. die Erstimmunisierung schützt lediglich ungefähr 3-4 Monate. Stillen kann die Immunisationswirkung verbessern. Kinder, die auf natürlichem Weg ohne Kaiserschnitt geboren wurden entwickeln in der Regel ihr Immunsystem schneller weil auch während der Geburt notwendige Keime übertragen werden können.

Nach der Geburt beginnt das Immunsystem sich selbst ein Schutzsystem durch negative Selektion anzueigenen. Durch Bildung sehr vieler zufällig generierter Abwehrzellen, die jeweils nur ein Antigen erkennen können. Danach werden sämtliche Zellen wieder zerstört, die eine Immunreaktion auf körpereigenen Zellen zulassen würden. Dieser Vorgang findet für T-Zellen in der Thymusdrüse statt. Das Immunsystem ist so in der Lage eigene und fremde Zellen zu unterscheiden.

Mit dem Alter reduziert sich die Anzahl der Neubildungen bei T- und B-Lympozyten. Ach die Aktivität dieser Zellen ist i.d.R. reduziert. Daraus resultiert eine geschwächte Immunabwehr.

Störung

Erkrankungen oder Störungen sind auch beim Immunsystem möglich. Das System kann sogar die Fähigkeit verlieren auf Erreger oder körpereigenen Zellen korrekt zu reagieren. Auch das Gegenteil, Überreaktion sind bei einer Störung des Immunsystems möglich.

Man spricht von Immundefekten, wenn einzelne Komponenten einer Immunantwort gestört sind. Dann können Erreger nicht mehr angemessen bekämpft werden und selbst sonst simple Krankheiten können dann sehr kritisch werden. Es gibt angeborene Immundefekte(SCID), erworbene(z.B. AIDS), aber auch durch Medikamente verursachte.

Überschiessende Immunantwort

Das sind sogenannte Autoimmunerkrankungen. Dabei kann der Körper eigenen Strukturen angreifen, weil die Fähigkeit der Erkennung der eigenen Struktur gestört ist. Folgende Erkrankungen werden von der Schulmedizin als Autoimmunerkrankung eingestuft: Diabetes Typ 1, Rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose, u.v.m. (insgesamt an mehr als ca. 70 Krankheiten).

Von Allergie spricht man, wenn das Immunsystem die Fähikeit verliert auf fremde Eiweisse korrekt zu reagieren. Das kann Heuschnupfen, aber auch einen schweren anaphylaktischen Schock auslösen.

Beeinträchtigung des Immunsystems

Bestimmte andauernde (chronische) Einflüsse stehen im Verdacht das Immunsystem zu beeinträchtigen, z.B.:

Zusammenhänge

Stärkung

  • Ernährung...
  • Lebensweise...
  • Umfeld...
  • Therapeutisch...

Schädigung

  • Natürliche Alterung...
  • chronische Erkrankungen...
  • Vergiftungen...
  • Medikamente (Nebenwirkungen und Folgen)
  • Lebensweise...
    • Bewegungsarmut...
    • Fehlernährung...
    • Drogen...

Allgemein

Siehe auch

Forumdiskussionen

Wiki-Themen

Weblinks


Literatur


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