Das große NICHTS nach den Drogen

03.09.13 17:57 #1
Neues Thema erstellen

chs ist offline
chs
Beiträge: 3
Seit: 28.04.13
...ich find diese plattform super toll - hallo ihr lieben.
mein name ist chrissy (w, 34). ich möchte euch gern von der kriese berichten, in der ich mich befinde. vielleicht liest das jemand, der sich in einer ähnlichen situation befand. wie hast "DU" es geschafft wieder in die Spur zu kommen und vorallem, wie lange hat es gedauert?
seit dem verlust meines arbeitsplatzes vor einem jahr ist mein sehnlichster wunsch, beruflich wieder durch zu starten. allerdings musste ich einsehen, dass dieses vorhaben einiger vorbereitungen bedarf, explizit: back to the rules - keine drogen und suchtmittel mehr! ich habe meine Probleme mit Tabletten und Amphetaminen. um genau zu sein über 10 Jahre aller zwei tage 40 abführtabletten sowie täglich 1 g speed die letzten 4 jahre.
6 monate sind es jetzt, die ich geschafft habe: keine einzige pille, keine einzige line dafür im gegenzug das ganze programm an unerträglichen depressionen und soziale isolation. ich hock ganz tief drin in meinem mikrokosmos....
ich bin von natur aus ein mensch, der nicht um hilfe bittet und für den es schwierig ist, hilfe anzunehmen. aber allein weiß ich nicht weiter drum suche ich hilfe, aber selbst das gestaltet sich schwierig :[
was habe ich überhaupt für ein problem bzw. wo muss ich ansetzen??
als erstes habe ich mich an einen psychoterapeuten gewannt, in der hoffnung die depressionen gezielt zu bekämpfen. der psychologe meinte, er könne mir nicht helfen. die depressionen seien nicht mein problem sondern die drogen (die ich nicht mehr nehme *haha*)
da ich mich mitunter wie ein mensch mit ADHS im endstadium fühle hatte ich gehofft, dass ein neurologe eventuell ausschliessen kann, dass mein gehirnstoffwechsel von den amphetaminen schaden genommen hat. ...naja :[ ich bekomme keinen termin beim neurologen.
In meiner Verzweifelung habe ich mich an die städtische Suchtambulanz gewendet. Die bieten mir einen Platz in der tagesklinik, sagen aber auch, dass diese Form der Therapie wohlmöglich nichts bringt, denn ich nehme ja bereits seit 6 Monaten keine Drogen mehr.
ICH WEISS NICHT WEITER!
was denkt ihr??

das große NICHTS nach den drogen

Winnie Pooh 01 ist offline
Beiträge: 106
Seit: 31.08.13
Hallo Crissy

als erstes habe ich mich an einen psychoterapeuten gewannt, in der hoffnung die depressionen gezielt zu bekämpfen. der psychologe meinte, er könne mir nicht helfen. die depressionen seien nicht mein problem sondern die drogen (die ich nicht mehr nehme *haha*)
ich bin fassungslos. Aber es bestätigt leider auch wieder einmal meine Meinung über Psychotherapeuten.
Aber du darfst auf keinen Fall aufgeben. Du gehörst zu einem Psychiater. Bitte unbedingt.
Ich weis das viele Menschen Berührungsängste haben wenn sie das Wort Psychiater hören, wird dieser doch sehr oft gleichgesetzt mit Menschen die der Meinung sind sie seien Jesus.
Aber glaube mir; ein Psychiater kann dir sehr helfen.
Ich spreche da - leider- aus Erfahrung. Nicht was die Drogen betrifft, aber die schweren Depressionen. Dein Konsum von Abführmitteln lässt mich stark vermuten, das du auch ein Problem mit der Ernährung resp. mit deinem Gewicht hast. (kenne ich von früher, auch wenn ich an deinen Konsum nicht rangekommen bin) auch da brauchst du Hilfe.
Ich wollte es sehr lange nicht wahrhaben aber es ist wirklich so: alleine kommt man da nicht raus. - Zumindest nicht gesund....
Ich wünsche dir alles Gute und das du die Kraft hast dir Hilfe zu holen.
Liebe Grüsse
Winnie Pooh
__________________
"Es ist schwieriger,eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
das große NICHTS nach den drogen

bestnews ist offline
Beiträge: 6.387
Seit: 21.05.11
Hallo Crissy,
raus aus der Wohnung, laufen, Fahrrad fahren, stundenlang spazieren, wandern, Sonne tanken!
Sinn finden erst mal im Leben vielleicht durch eine ehrenamtliche Tätigkeit?

Depressionen können durch Nahrung entstehen, die wir nicht vertragen. Häufig wird dieses vertragen nicht bemerkt und die Ärzte kennen sich nicht aus. Fructose.
Ich werde von zuviel Fructose lebensmüde, ne Freundin hatte ein Leben lang Depris durch Milcheiweiss und bei meinem Onkel lag das Problem am Gluten.
Ich würde das mal bei einem guten MagenDarmArzt untersuchen lassen:
Also alle Nahrungsmittelunverträglichkeiten und dann hier bitte danach noch mal melden. Ausserdem schon im Vorwege kein Junkfood mehr! VitaminD Status muss angeschaut werden. Schilddrüse kann auch das Leben schwer machen, hier muss ein Spezialist ran. Dann wäre noch die Leber sicher ein Thema.

Alles Gute.

Das große NICHTS nach den Drogen

Winnie Pooh 01 ist offline
Beiträge: 106
Seit: 31.08.13
Hallo bestnews

raus aus der Wohnung, laufen, Fahrrad fahren, stundenlang spazieren, wandern, Sonne tanken!
Sinn finden erst mal im Leben vielleicht durch eine ehrenamtliche Tätigkeit?
finde ich super: man sollte alles versuchen um die eigenen Kräfte wieder zu mobilisieren.

...leider vergessen Menschen die solche Ratschläge geben aber sehr oft diesen wichtigen Aspekt:

hier muss ein Spezialist ran.
..du nicht, das spricht meiner Meinung nach 100% für dich

Lieben Gruss
Winnie Pooh
__________________
"Es ist schwieriger,eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."

Das große NICHTS nach den Drogen

flower4O ist offline
Beiträge: 3.930
Seit: 18.09.07
Zitat von chs Beitrag anzeigen
als erstes habe ich mich an einen psychoterapeuten gewannt, in der hoffnung die depressionen gezielt zu bekämpfen. der psychologe meinte, er könne mir nicht helfen. die depressionen seien nicht mein problem sondern die drogen (die ich nicht mehr nehme *haha*)
ICH WEISS NICHT WEITER!
was denkt ihr??
Liebe chrissy,
herzlich willkommen hier.

Würd mich an eine weitere Psychotherapeutin/einen Psychotherapeuten
wenden. Die Meinung, die der hatte, den Du aufsuchtest, muß ja nun nicht auf alle zutreffen. Den Grund, Dir nicht helfen zu können, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Und beim Lesen dachte ich so bei mir: wie ist er denn drauf... er scheint wohl über seinen Dingen zu schweben... und ich finds ganz direkt formuliert: einfach nur recht überheblich..... laufen seine Einnahmen so gut, daß er nur "seine Fälle will, die ihm behagen"... und alles andere schickt er weg... Solch eine Reaktion von ihm macht mich .

Das mit der Tagesklinik find ich eine Superidee. Vielleicht gibt es Tageskliniken, die andere Schwerpunkte haben. Würd einfach mal auf Googlesuche gehen. Leider kenn ich mich mit den unterschiedlichen Schwerpunkten nicht aus. Evtl. ein Anruf bei dem Bürgerservice der Ärztekammer oder bei einer Patientenberatungsstelle.
Vielleicht kann Dir hier Psychologieforum.de weitergeholfen werden.

Und bleib dran: Wer suchet, der findet.

alles Liebe
flower4O

Das große NICHTS nach den Drogen
kopf
hallo ,
ich glaube ,die veränderung des umfeldes ist wichtig . fort von dort .ich stell mir grad vor ,ich wäre schankwirt und soll mir das saufen abgewöhnen . fast aussichtslos ! das ist das hauptproblem ! alte freunde ,kontakte -nix gut !
ich würde eine tagesklinik empfehlen .nicht unbedingt die suchtspezifische ! strukturgebende dinge .z.b. ehrenamtliche arbeit ,etwas ,was dir liegt !
vielleicht kannst du im tierheim arbeiten oder mit behinderten kindern !
suche dir leute ,die etwas vorzuweisen haben ,an erfolgen ! konstruktive menschen ! leidensgenossen sind mitunter gift .sie halten fest an der destruktivität !
LG kopf.

Das große NICHTS nach den Drogen

Winnie Pooh 01 ist offline
Beiträge: 106
Seit: 31.08.13
Lieber Kopf

leidensgenossen sind mitunter gift .sie halten fest an der destruktivität !

genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Zwar nicht in Bezug auf Drogen, aber auf Essstörungen bezogen. Und wenn Leidensgenossen um sich, bitte nur im Rahmen einer begleiteten Therapie.

Liebe Grüsse

W.P
__________________
"Es ist schwieriger,eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."

Das große NICHTS nach den Drogen

chs ist offline
chs
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 28.04.13
Hallo zusammen und vielen Lieben Dank für Eure Ansichten.
Ich bin da ganz bei Winnie - ich denke ohne profesionelle Hilfe komm ich da nicht raus.
Da ich bereits seit ca. 6 Monaten in totaler Abstinenz von Amphetaminen und Tabletten
vor mich hin vegetiere. Kann es sein das Ihr das, was Depressionen mit einem anstellen, unterschätzt??
So "sozialphobisch" (?) ich gerad unterwegs bin kann ich nicht mal eben zum Sport oder zum Ehrenamt.
Und die Krux ist ja die, der Psychologe sieht keinen Therapieansatz sobald meine jahrelange Abhängigkeit zur Sprache kommt. Beim Neurologen werde ich nach Problemschilderung abgewiesen und die Suchtberatung fragt sich natürlich wie sie helfen können, wenn ich doch bereits schon Monate keine Drogen mehr konsumiere...
Aber ich kümmer mich weiter und erreiche hoffentlich etwas, bevor ich zu schwach werde... nur eine Nase und es wieder vorbei :[

Viele Grüße,
Chrissy

Das große NICHTS nach den Drogen

chs ist offline
chs
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 28.04.13
aber hey ... es tut gut "Mut" gemacht zu bekommen :]

Vielen Dank dafür!

Das große NICHTS nach den Drogen

Winnie Pooh 01 ist offline
Beiträge: 106
Seit: 31.08.13
Zitat von chs Beitrag anzeigen
Hallo zusammen und vielen Lieben Dank für Eure Ansichten.
Ich bin da ganz bei Winnie - ich denke ohne profesionelle Hilfe komm ich da nicht raus.
Da ich bereits seit ca. 6 Monaten in totaler Abstinenz von Amphetaminen und Tabletten
vor mich hin vegetiere. Kann es sein das Ihr das, was Depressionen mit einem anstellen, unterschätzt??
So "sozialphobisch" (?) ich gerad unterwegs bin kann ich nicht mal eben zum Sport oder zum Ehrenamt.
Und die Krux ist ja die, der Psychologe sieht keinen Therapieansatz sobald meine jahrelange Abhängigkeit zur Sprache kommt. Beim Neurologen werde ich nach Problemschilderung abgewiesen und die Suchtberatung fragt sich natürlich wie sie helfen können, wenn ich doch bereits schon Monate keine Drogen mehr konsumiere...
Aber ich kümmer mich weiter und erreiche hoffentlich etwas, bevor ich zu schwach werde... nur eine Nase und es wieder vorbei :[

Viele Grüße,
Chrissy
Hallo Chrissy

Ich gebe dir insofern Recht das auch ich mir während meiner schlimmsten Depressiven Phase eher vorstellen konnte Amok zulaufen oder aus dem Fenster zu jucken als ehrenamtlich die Welt zu retten....

Und sogar jetzt noch wo es mir doch schon wieder viel besser geht als in den schlimmsten Momenten, fallen mir manchmal die einfachsten Alltags Aufgaben richtig schwer.
Möchte jetzt aber doch auch diejenigen die diese (für uns zwei und für alle Deprie betroffenen nicht nachvollziehbaren) Vorschläge machen etwas " in Schutz nehmen" : als ich noch gesund war hatte ich wohl auch eine ganz falsche Vorstellung von Depressionen. Ich hätte mir zumindest NIEMALS im Leben vorstellen können WIE SEHR einem diese Krankheit blockiert, verändert, ja richtig lahmlegt. Sehr viele Menschen unterschätzen ein wenig das Menschen mit Depressionen krank sind. Das ist nicht nur ein bisschen traurig sein, eine ach mich sch.. alles an Phase.
Depressionen sind eine sehr ernste Krankheit !
Aber Chrissy , ich glaube echt das es alle die schreiben wir sollen an die Luft, in den Wald oder mit sozialer Arbeit die Weld retten es 100% gut meinen. Sie waren nur noch nie in unserer Situation.
Und mir hat gerade kürzlich meine Psychiaterin bestätigt das Depressionen auch heute noch eine sehr oft unterschätzte Krankheit ist, ihrer Meinung nach ist dies auch der Grund warum sich immer wieder Menschen mit schweren Depressionen umbringen.
Deshalb kann ich dich nicht genug bitten:
Bitte Chrissy, wende dich an einen Psychiater, hole dir Hilfe! Bitte.

Liebe Grüsse
Winnie (gefällt mir wie du mich nanntest )
__________________
"Es ist schwieriger,eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom."

Weiterlesen
Ausgewähltes aus Verschiedene Drogen
Psychedelika / Halluzinogene
 
Magersucht
 
Vieles, Amphetamine, Speed


Optionen Suchen


Themenübersicht