Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

16.09.10 19:33 #1
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Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

Shorty ist offline
Beiträge: 507
Seit: 12.09.10
Die Frage ist dann, wie bringt man es dann der Mutter bei dass ihr Denken und Handeln nicht so in Ordnung ist? Sie schaltet ja anscheinend chronisch auf stur wenn Schulle ihr sagt dass er auch ein eigenes Leben hat. Das Leben seiner Schwester wird ja anstandslos respektiert und es wird auch Rücksicht darauf genommen dass die Schwester ja nicht so springen kann. Nur wie soll Schulle das bewerkstelligen? Soll er jetzt auch über 100 km wegziehen damit er einen Grund hat nicht sofort zu erscheinen?

Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

Schulle1973 ist offline
Themenstarter Beiträge: 82
Seit: 16.09.10
@shorty
Du hast die Sachlage echt verstanden,dafür danke ich dir.
Genauso wie du es schreibst ist es auch....
Das mit dem unselbstständig sein genauso ist es,meine Mutter hat es nie gelernt,da mein Vater immer alles gemacht hat....sogar das mit dem Schriftkram was zur zeit ansteht,macht alles meine Cousine ihr Mann.....er hilft ihr damit.Alleine hätte sie das nie geschafft.
Auch er hilft meine Mutter,aber auch das reicht ihr nicht....er hat seine Grenze gezogen,denn er hat auch eine Frau und sein Leben.
Ich kümmer mich ja auch schon um vieles...mehr kann ich auch nicht tun.
Jeden Morgen kommt eine Krankenschwester zu meiner Mutter wegen Tabletten usw.Wie meine Mutter mir erzählte,sagte angeblich die Krankenschwester meine Mutter sollte nicht alleine in der Wohnung bleiben,es sollte wohl jemand für sie rundum da sein.Ich sagte zu meiner Mutter wer sollte das denn sein? Sie haute trocken raus "Na Du"...ich sagte ihr das ist nicht dein ernst oder?
Sie sagte ich hab es ja nicht gesagt,die Krankenschwester meinte es wohl.
Auch sollte ich schon vor einiger zeit bei ihr schlafen...ich habe ihr gesagt auch das ginge nicht....ich bin verheiratet und habe mein Bett zu Hause neben meiner Frau....ich bin 38 jahre sagte ich ihr und langsam reisst es ja wohl ein.....

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joosch ist offline
Beiträge: 99
Seit: 22.07.10
das Denken und Handeln der Mutter bekommst du nicht geändert, keine Chance. Hier geht es um Abgrenzung, die nicht praktiziert wird, warum auch immer. Es ist an Schulle sich klar zu positionieren. Die Schwester scheint das besser zu beherrschen. Wenn die Mutter klar fragt, wann kommst du oder in den Raum stellt, du kommst dann und dann, bedarf es einer klaren Antwort, ob er kann oder nicht. Wenn er nicht kann, oder auch nicht möchte bedarf es keiner Rechtfertigung, dann ist das eben so. Wenn die Mutter es dann schafft, ihm ein schlechtes Gewissen zu machen, ist das Schulles Problem und nicht das der Mutter. Er muss damit leben, dass er sie nicht zufrieden stellen kann und will. Das ist auch ganz in Ordnung, der Mensch muss nicht immer "lieb" sein!!!!!

Wenn Deine Mutter Rundumbetreuung braucht, habt ihr euch da schonmal Gedanken gemacht, ist das finanziell zu stemmen?? Man kann auch eine Kraft einstellen, die bezahlt wird und diesen "Job" übernimmt, hier in Deutschland übernehmen die Krankenkassen einen großen Teil der Kosten. Deine Mutter hat doch bestimmt eine Pflegestufe, gibt es das bei Euch??
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wenn du weisst was du willst, kannst du machen was du willst Moshe

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Schulle1973 ist offline
Themenstarter Beiträge: 82
Seit: 16.09.10
Meine Mutter hat keine Pflegestufe.....soweit ich weiss.Das mit der rundum und so.....
das was die Krankenschwester gesagt haben soll entspricht nicht der wahrheit.....meine Cousine ihr mann war an diesem Tag da,ich habe mit ihm über Telefon darüber gesprochen und er meinte sowas hat die Krankenschwester nicht geäußert,sondern sie hat gesagt:meine Mutter sollte meinem Vater nicht im Krankenhaus zu oft alleine lassen,sondern zu ihm hinfahren damit er vielleicht merkt das er nicht alleine ist.
So war das gewesen,sie wollte mir nur ein schlechtes Gewissen machen und bezog dieses auf sich,darauf bin ich nicht eingegangen,sie hat sich das so gedreht wie sie es wollte.
Wenn ich mal sowas äussere,wie das wir vielleicht jemanden einstellen sollten der für sie dann einkäufe macht usw.....das will sie alles nicht...sie will keine fremden in ihrer wohnung haben.Naja man sieht ja sie will das nicht sie will nur das ich funktioniere alles andere wird abgelehnt.

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Kayen ist offline
Beiträge: 5.066
Seit: 14.03.07
Zitat von Schulle1973 Beitrag anzeigen

Wenn ich mal sowas äussere,wie das wir vielleicht jemanden einstellen sollten der für sie dann einkäufe macht usw.....das will sie alles nicht...sie will keine fremden in ihrer wohnung haben.Naja man sieht ja sie will das nicht sie will nur das ich funktioniere alles andere wird abgelehnt.



Das ist leider die typische Klassiker Aussage bei älteren Leuten. Vielleicht so eine Art Altersstarrsinn.

Du solltest berücksichtigen und Dir ganz klar machen, dass Du in erster Linie für Deine Gesundheit verantwortlich bist und Dich vielleicht mal in aller Ruhe fragst, wo kannst Du evtl. helfen bzw. was kannst Du nicht mehr und dieses in aller Deutlichkeit Deiner Mutter mitteilen, manchmal ist es sogar besser, wenn es ihr eine andere Person sagt, damit es auch in ihrem Kopf ankommt.

Ich denke es liegt noch nicht mal daran, dass die Mutter keine "Eigenverantwortlichkeit" gelernt hat, sondern es ist eher so eine Art Egoismus und sie macht Dir ganz klar Schuldgefühle.

Diese Schuldgefühle allein lassen Dich ja schon erschöpfen und brauchen schon 3/4 der Kraft die Du sowieso zur Verfügung hast.

Deiner Gesundheit zu liebe, solltest Du Dich ernsthaft fragen, so hart und überspitzt es jetzt auch klingt, entweder überlebt Deine Mutter oder Du überlebst.

Ich wünsche Dir viel, viel Kraft und auch den Mut, den richtigen Weg für Dich zu finden.

Liebe Grüsse
Kayen
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Schulle1973 ist offline
Themenstarter Beiträge: 82
Seit: 16.09.10
Ja das haben viele gesagt das das der Klassiker bei älteren Leuten ist.
Eine gute Freundin von mir hat es ihr auch schon mal gesagt,das es so nicht geht,aber es will in ihrem Kopf nicht ankommen.Klar will sie mir schuld gefühle einreden,wir sind uns nur noch am streiten....sie lässt alles an mir aus ob es ihre Trauer ihre Wut usw ist.Klar denkt sie nur an sich,sie ist ja auch die Frau von dem in Sterben liegenden.
Ich bin ja nur das Kind, aber das ich genauso Trauere und Traurig bin kommt ihr nicht in den Sinn....nein ich soll funktionieren.
Ich bin Körperlich sehr angegriffen klar hat es mich schon Krank gemacht,ich bin ja dabei an mich zu denken....ziehe mich ja schon ein wenig da raus.....aber das erstmal umsetzen.....

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Shorty ist offline
Beiträge: 507
Seit: 12.09.10
Eigentlich ist das Umsetzen gar nicht so schwer. Was hast Du zu verlieren, wenn Du dich einfach nicht mehr meldest und einen auf "Unsichtbar" machst? Ich denke mal nix. Deine Mutter ist so oder so auf Dich wütend. Mach es so wie vorher, Stöpsel ziehen, nicht mehr ans Telefon gehen, nicht mehr anrufen und gut ist. Wenn jemand so engstirnig ist dass diese Person mit beiden Augen gleichzeitig durch´s Schlüsselloch gucken kann, dann kann man mit dieser Person reden wie mit nem lahmen Gaul. Eher hängen die eigenen Lippen in Fransen herunter als diese Person auch nur einen Funken Einsicht zeigt. Mach es wie Deine Mutter und denk an Dich selbst.

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Schulle1973 ist offline
Themenstarter Beiträge: 82
Seit: 16.09.10
Einen guten Abend an alle, die mit Schulle schreiben.

Ich bin die ´beste´Freundin von Schulle, erlebe alles, aber auch wirklich alles hautnah mit. Und deshalb schreibe ich mal einfach im Namen von Schulle, ohne dass Schulle davon weiss.Schulle wird es mir nicht übel nehmen.: Der Papa ist heute um 17: 30 verstorben. Schulle und ich waren dabei, als der Anruf kam. Wir sind nachmittags zur Mama gefahren. Sie war vorher noch im Krankenhaus, weil sie einen Anruf von dort bekam. Man teilte ihr mit, dass, wenn sie ihn noch einmal sehen möchte, sie bitte sofort kommen möge. Er ist frühmorgens wieder ins Koma gefallen. Es war sehr heftig, die Mama weinte sehr, ich hoffe für sie, jetzt ist es angekommen. Ich hatte sehr oft den Eindruck, dass sie dachte, ihr Mann kommt morgen wieder nach Hause und es ist alles wie früher, sie wollte es wohl nicht wirklich wahr haben, egal was gesagt oder getan wurde. Schulle war, solange die Mama dabei war, so ziemlich stark. Aber als wir abends nach Hause fuhren, da war es vorbei. Ich für meine Person kann nur sagen, ich leide mit, gebe Schulle trotzdem Halt und Kraft, bin einfach da.

Entschuldigt bitte, dass ich das Euch so einfach schreibe.

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mondvogel ist offline
Beiträge: 5.133
Seit: 07.04.10
Guten Tag Schulle,

Als "Unbekannte" auf diese Nachricht mit den richtigen Worten zu antworten, fällt mir schwer.
Ich wünsche Dir, dass Du Dich gut verabschiedet hast; aber das hattest Du glaube ich mal geschrieben.
Ich freue mich, dass eine gute Freundin gestern bei Dir sein konnte.

Ich wünsche Dir Kraft und Unterstützung in Deiner Trauer.

Du darfst Dich um dich selber kümmern.

Mein Mitgefühl, mb
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

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Shorty ist offline
Beiträge: 507
Seit: 12.09.10
Ich wünsche Dir auch viel Kraft und Energie für die Trauer, und dass Du auch die Trauer erleben und leben darfst / kannst.

Dein Vater hat´s geschafft und geht seinen Weg in die nächste Welt. Mögen viele Kerzen seinen Weg erleuchten dass er den Pfad auch sicher betritt.


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