Stressfaktor Geduld

24.04.04 13:49 #1
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whitney ist offline
Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Wer kennt das nicht, immer wieder heisst es Geduld haben. Für mich ein sehr grosser Stressfaktor. Am 4.4. Nachts um 10 wurde ich mit perforiertem Appendix operiert. Dann auf dem Zimmer gleich nach der Narkose begann schon der erste Stress. Konnte kein Auge mehr zu machen, da die drei ältlichen Damen ein ganzes Sägewerk zerlegten. Zwei Stunden später stand ich auf und ging zur Toilette nur um einfach mal für ein paar Minuten Ruhe zu haben. Müde wär ich ja gewesen, aber schlafen nö, das war unmöglich. Tagsüber ging es dann so weiter. Gegacker, dann viel mal wieder eine vom Stuhl und dann machte noch eine in die Hosen und der Duft war so was von schlaffördernd... Um 11 an der Visite habe ich mich dann entschlossen. Ich sagte, ich gehe nach Hause. Die wollten mich aber noch mind. eine Woche dort behalten. Es sei ja schliesslich der ganze Bauchraum entzündet gewesen. Ich brauche Infusionen. Na aber die kann ich mir ja auch selber ersetzen und es gibt ja Ärzte die täglich mal kommen können. Also unterschrieb ich und ging. Da noch zu bleiben hat mich so in Stress gebracht. Meine Tiere, die unerledigten Arbeiten, wie z.B. Zahlungen usw. Ich konnte keine Minute mehr ruhig sitzen, trotz grosser Schmerzen und Müdigkeit war ich total gestresst. Nun sind es bald drei Wochen her. Schmerzen sind halt immer noch da. Geduld meinerseits wäre gefragt. Ich geniesse das Nixtun einerseits schon. Aber ich versetze mich nun selber wieder in einen Stress. Was sagen die an der Arbeitsstelle? Haben die nicht langsam das Gefühl ich simuliere? Aber nebst den Schmerzen mag ich einfach nicht. Nach der kleinsten Anstrengung bin ich wieder total kaputt, das nervt und stresst.

Stressfaktor Geduld

Oregano ist offline
Beiträge: 62.955
Seit: 10.01.04
mh Whitney. Natürlich gibt es wesentlich entspanntere Situationen als ein durchgebrochener Blinddarm und die ERholungszeit danach. Aber sie steht Dir zu; schließlich ist das kein Pappenstiel gewesen, und Du wärst wahrscheinlich fast gestorben...
Also hast Du doch alles Recht auf Erholung, Ruhe, Kraftschöpfen. Du mußt es Dir nur selbst auch zugestehen... Oder wie in der KOsmetik-WErbung immer so schön gesagt wird "weil ich es mir wert bin ...." ;) .

Es gibt sicher Gründe dafür, daß Du Dich selbst so stresst. Aber das ist auch wieder positiv zu sehen: Verhaltens- und Denkmuster kann man ändern...
Gruß,
Uta

Stressfaktor Geduld

whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Hallo Uta

Es ist halt einfach so, dass ich ein schlechtes Gewissen habe, der Arbeit gegenüber und natürlich auch meinen Hunden. Auch sieht es bei mir chaotisch aus. Der Rasen wächst mir ja schon bald in die Fenster ~0 . Ich kann das einfach nicht, so auf Krank machen.

Stressfaktor Geduld

Oregano ist offline
Beiträge: 62.955
Seit: 10.01.04
Wenn Du das ganze als "auf krank machen " ansiehst, ist das ja auch ziemlich abwertend formuliert. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer, daß Du Dir wirklich nicht viel zugestehst, anderen aber schon??
*nur mal so nachgedacht* :)
Gruß,
Uta

Stressfaktor Geduld

whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dies so lange gehen soll. Gewöhne mich auch an das Nixtun. Ist ja schon viel schöner nix müssen und für alles eine Ausrede zu haben.

Stressfaktor Geduld

aqua ist offline
Beiträge: 465
Seit: 27.01.04
Hi whitney!

ich denke auch, dass man da sicher noch etwas an der psyche arbeiten kann (bzgl. schuldgefühle, sich selber ernst nehmen). ich selbst neige auch zu ungeduld. mir hilft dann u.a. auch die nr. 18 der bachblüten, die impatiens gegen ungeduld.
mir hilft da außerdem die kinesiologie. die klopfakupressur ist in solchen situationen sicher auch gut geeignet.
ich überlege gerade, was du hättest machen können. einerseits gibt es z.B. bachblüten, die entspannend wirken. wäre es möglich gewesen, mit den damen zu sprechen (bzgl. des "gegackers", wenn es so schlimm war) oder um ein anderes zimmer zu bitten?
wegen dem arbeitsplatz.. besteht denn die gefahr, dass du ihn aufgrund deiner krankheit verlierst? ist dieses "was denken die auf der arbeit über mich" jetzt angemessen oder meinst du, ein bisschen weniger derartige gedanken würden dir gut tun? (bei mir waren diese gedanken "was denken die anderen" teilweise extrem).

und, was ich dich noch fragen wollte: warum hast du die blinddarmprobleme? was sind die ursachen? bruker meint z.B. dass die ernährung bei blinddarmprobs oft eine ursache ist. andererseits kann ich mir auch andere ursachen vorstellen (psychosomatik?? keine ahnung..). habe im grunde keine ahnung von blinddärmen ;) , es gibt halt ursachen für das problem und könne mir vorstellen, dass es wichtig wäre, nach diesen zu suchen, um dort anzusetzen (auch als prohylaxe).

Stressfaktor Geduld

Oregano ist offline
Beiträge: 62.955
Seit: 10.01.04
da der Blinddarm ein großes lymphatisches Gebiet ist, können chronische Belastungen ihn entzünden. Oft verlieren Leute mit chronischen Vergiftungen z.B. erst die Mandeln, und dann den Blinddarm...

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whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Hallo Uta
Also die Mandeln hab ich noch :D

Und hallo Aqua
Also von Bachblüten halte ich überhaupt nichts. Ich habe diese bei meiner Tieren und bei mir ausprobiert. Erfolg gleich null. Der Erfolg lag nur bei der, die das zusammenstellte. Ihr füllte es die Geldbörse. Und auch an Kinesiologie, Akupressur und Akupunktur glaube ich überhaupt nicht. Ich hab da meine Erfahrungen gemacht, ausser dass es mich nervte war da nix. Und das Gegacker war das eine, aber das Schnarchen, das kann ich ihnen ja schlecht verbieten... Und die waren ja nur einen Teil der Gründe. Nö ich bin froh ging ich nach Hause. Und nein, den Job verlier ich deswegen ganz sicher nicht. Weshalb sich der Appendix entzündete das weiss ich nicht. Und jetzt hab ich ja keine Probleme mehr mit, er ist ja raus :D . Das Problem lag ja daran, dass er platzte und Eiter in den ganzen Bauchraum lief und ich deswegen eine Bauchfellentzündung bekam. Mein Stress liegt darin, dass ich die Arbeit sehe die auf mich wartet. Und ich bin halt nicht der Typ der sich hinter einer Krankheit versteckt denn dann geht es massiv Bergab.

Stressfaktor Geduld

himmelsengel ist offline
Beiträge: 912
Seit: 25.03.04
Hallo whitney,

ich denke, dein Körper gibt dir Signale, dass du zur Ruhe kommen sollst! Und wenn du das dann doch nicht machst und wieder stresst, sucht dein Körper sich wiederrum Symptome, die dich zur Ruhe lassen kommen müssen.
Du machst dir auch viele Gedanken darüber, was andere sagen und wie es z.B. bei dir aussieht.
Versuche es zu akzeptieren wie es ist und mache das, was im Moment für dich machbar ist und du dich mit dem Ergebnis für dich dann einverstanden fühlst.
Was interessieren dich die anderen? Haben die deine Schmerzen und fühlen sich matt und antriebslos?
Jeder muss das doch für sich entscheiden können, zu was er in der Lage ist, ohne ein schlechtes Gewissen anderen und sich selbst gegenüber zu haben, denn das brauchst du nicht.
Vielleicht gehts dir ja bald besser, wenn du wirklich mal auf deinen Körper hörst und manchmal passieren Dingen, die müssen passieren, damit man andere Wege einschlägt.
Und du machst nicht auf krank, du bist im moment krank! Akzeptiere das. ;)
Gruß
himmelsengel

Stressfaktor Geduld

whitney ist offline
Themenstarter Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Hallo Himmelsengel

Ich hatte vor ziemlich genau einem Jahr so eine Phase. Da hab ich mich einfach allem hingegeben. Ich habe Schmerzen, ich bin ja so müde, ich mag einfach nicht. Je mehr ich mir das einredete, desto schlechter ging es mir. Es hat lange gedauert bis ich mir endlich mal einen Tritt in meinen faulen Hintern gab und sagte SO NICHT. Das hat mir sehr viel geholfen. Weg mit dem Selbstmitleid. Ich begann Geschichten und med. Berichte zu schreiben. Nahm wieder einen Teilzeitjob an. Der war am Anfang der blanke Horror. Sehr viel körperliche Arbeit. Ich hatte unheimliche Schmerzen. Aber mit der Zeit wurde es besser. Viel besser sogar. Ich hab immer noch starke Depressionen, auch bin ich Borderliner. Aber ich hab mit der Zeit einfach gelernt damit zu leben. Mein bester Freund sagte Ende November oder Anfangs Dezember mal zu mir: " Dich muss man beschäftigen, dann geht es Dir besser!"


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