Mittel gegen Polyneuropathie (PNP)

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14.07.07
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HALLO zusammen,

ich bin neu hier und habe seit ca. 1½ Jahren taube Zehen (alle 10, manchmal bis zu den Fußballen). Neurologe hat die Durchblutung geprüft – ist ok. Mehrere Untersuchungen ohne Ergebnis. Aussage: „Kann man nichts machen.“
Mein Gang hat sich schon verändert. Ich wiege 85 kg. Der Hausarzt meinte, es könne an der „Statik“ liegen (Rücken?).

Fragen an euch:
– Klingt das nach Polyneuropathie (PNP) – oder eher nach etwas von der Lendenwirbelsäule/Nervenwurzel?
– Welche Untersuchungen waren bei euch hilfreich (Labor/EMG/NLG/Bildgebung)?
– Was hat euch spürbar geholfen (Medikamente, NEM, Physio, Alltag)?
– Worauf muss ich im Alltag mit den Füßen achten?

Danke!
Dorothea (68)
:)
 
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Hi Dorothea,

taube Zehen haben ein paar „Klassiker“ als Ursache. Bevor man von „da kann man nichts machen“ spricht, würde ich systematisch abklären – vieles ist behandelbar oder zumindest bremsbar.

Sinnvolle Abklärung (praxisnah):

Nervenmessung: NLG/EMG; bei „small fiber“ kann die Standardmessung unauffällig sein – dann Haut-/Schmerztestung erwägen.

Wirbelsäule/Statik: LWS (L4–S1), Spinalkanal, Engstellen am Fuß (Tarsaltunnel, Morton-Neurom). Ortho/Neuro + ggf. MRT, wenn klinisch passend.

Blutzuckerstoffwechsel: Nüchtern, HbA1c, ggf. OGTT – auch „Vordiabetes“ kann PNP machen.

Vitamine/Mineralstoffe: B12 (inkl. Holo-TC), Folat, B1 (Thiamin), B6 (zu viel B6 macht auch PNP!), Vitamin D, ggf. Kupfer.

Schilddrüse/Niere/Leber: TSH, Kreatinin, Leberwerte.

Infektionen/Autoimmun: je nach Anamnese (Borrelien u. a.).

Medikamentenliste checken: z. B. Nitrofurantoin, Metronidazol, Chemo, Amiodaron, Statine – mit Arzt durchgehen.

Toxische Einflüsse: Alkohol, Lösungsmittel/Metalle – nur wenn realistische Exposition.

Was vielen hilft (ohne Dogma, pragmatisch):

Blutzucker stabil (auch ohne Diabetes): wenig freie Zucker/Weißmehl, regelmäßige Mahlzeiten, mehr Eiweiß & Gemüse → weniger „Nervenstress“.

Gewicht & Gangbild: Schon 5–10 % weniger Gewicht entlasten Füße/Wirbelsäule. Einlagen/Schuhweite prüfen; Physio für Becken/LWS & Neuro-Flossing (Nervenmobilisation).

Fußpflege täglich: Druckstellen sofort versorgen, Zehenzwischenräume checken; weite, weiche Schuhe, keine Hitze-Fußbäder.

Bewegung dosiert: Gehen, Rad, warmes Wasser, Wadenpumpe. Wärme tut vielen Nerven gut.

Schlaf & Stress: Nervensystem beruhigen (Atem, Wärmeflasche, sanfte Dehnung) – oft weniger Kribbeln abends.

Mikronährstoffe (evidenzbewusst, mit Arzt absprechen):

B1 (Benfotiamin) und B12 (Methylcobalamin) werden bei Neuropathien häufig eingesetzt; erst Werte prüfen, dann dosieren.

Alpha-Liponsäure: teils hilfreich bei neuropathischen Beschwerden, aber Wirkung uneinheitlich – nur in Rücksprache, besonders bei Medikation/Metallen.

Magnesium am Abend (verträgliche Form) kann Wadenkrämpfe beruhigen.

Omega-3: entzündungsmodulierend, langfristig.

Wenn’s eher vom Rücken/Statik kommt:

LWS-Lastmanagement (Sitzen, Heben), gezielte Faszien-/Core-Übungen, Hüftbeuger dehnen, Triggerpunkte der Waden/Fußsohle bearbeiten (sanft!).

Bei Tarsaltunnel/Morton: Schuhanpassung, Polsterung, ggf. Infiltration – das kann reine „Zehen-Taubheit“ gut erklären.

Grüsse und gute Besserung,
Uta
 
Ich hatte damals Medikamente bekommen.

Aber da muss man genau differenzieren! Und da sind einige Hämmer dabei!

Was Ärzte häufig verschreiben:

Alpha-Liponsäure (600 mg i.v. oder als Tablette) – soll antioxidativ wirken und bei diabetischer PNP die Schmerzen mindern. Manche merken eine Besserung, andere kaum. Mögliche Nebenwirkungen: Übelkeit, Magenbrennen, Kreislaufbeschwerden. Die würde ich immer mal probieren!

Vitamin-B-Komplex, v. a. B1 (Benfotiamin) und B12 (Methylcobalamin) – wichtig für Nervenregeneration. Bei echten Mängeln kann das deutlich helfen, bei Normalwerten bringt’s oft wenig. Zu viel B6 kann allerdings selbst PNP auslösen – das wird oft übersehen. Auch probieren!

Schmerzmittel gegen Nervenschmerz, meist Gabapentin, Pregabalin oder Amitriptylin. Sie dämpfen die Nervenaktivität, nehmen also das Brennen oder Kribbeln. Die Wirkung ist individuell, oft nur teilweise. Häufige Nebenwirkungen: Müdigkeit, Schwindel, Gewichtszunahme, Konzentrationsprobleme. Würde ich nie anpacken!

Capsaicin-Creme oder Pflaster (aus Chili) – lokal zur Desensibilisierung der Nervenenden, kann anfangs stark brennen. Aber kann gut helfen!

Antidepressiva in niedriger Dosis (z. B. Duloxetin): werden nicht wegen Depression, sondern wegen der schmerzhemmenden Wirkung eingesetzt. Auch hier: hilft manchen, andere vertragen es schlecht (Magen, Schwindel, Libidoverlust). Packe ich auch nicht an!

viele liebe grüsse; shelley
 
Hallo Dorothea,

bei einer Polyneuropathie sollte man auch eine Nierenerkrankung oder Diabetes ausschießen.

Und dann noch die Frage nach den Zähnen?
Hast oder hattest du Amalgam, Kronen, Brücken, Wurzelfüllungen.
Auch andere Zahnfüllstoffe können unverträglich sein und zu Beschwerden führen.

Liebe Grüße
Anne S.
 
Alkoholiker sind auch gefährdet:

Die möglichen Ursachen einer Polyneuropathie sind äußerst vielfältig (Griffin 1984, Ludin 1984), Gibbels (1980) nennt in einer großen Übersichtsarbeit 168 mögliche Grundkrankheiten. In der Praxis dominieren mit je einem Drittel der Fälle die al kohol ische (tox ische) und die d iabet ische (metabolische) Polyneuropathie (Neundörfer 1988).
In unklaren Fällen ist vor allem an exotox ische (= von außen zugeführte Gifte) Ursachen durch Medikamente (Vinca-Alkaloide, Nitrofurantoin u.a.m.) sowie Gewerbegifte zu denken, daneben kommen endotox ische (= Gifte die im Körper selbst entstehen) (Porphyrie (= erbliche oder erworbene Stoffwechselstörung), Urämie (= Harnvergiftung)) und evtl. infek tiöse Ursachen (Lyme Borreliose, Ehrlichiose nach Zeckenbiß bzw. Zeckenstich) in Frage.

Die metabolische (= stoffwechselbedingte) Poly neuropathie entsteht bei Diabetes mellitus durch Bildung von Ketone (= Kohlenwasserstoffderivate). Da solche Ketone für die Nerven ja auch ein "Gift" darstellen, könnte diese metabolische Polyneuropathie letztlich auch als tox ische Polyneuropathie bezeichnet werden.
Weiter Ursachen, die zu einer metabolische n Polyneuropathie führen können:

Vitamin B12-Mangel,
Vitamin E-Mangel,
Morbus Refsum (unnatürliche Speicherung der Phytansäure als Folge einer Störung der Alpha-Oxidation)
Bassen-Kornzweig-Synd rom (Hypocholesterinämie und Verminderung der beta-Lipoproteine),
Morbus Fabry (Mangel an alpha-Glucosidase).
Die Unterscheidung zwischen diabet ischer und alkohol ischer Polyneuropathie ist häufig anhand der Sudomotorik (= Schweißverhalten) der Fü ße möglich; sie sind beim Diabetiker meist schilfrig trocken, bei Alkoholmißbrauch nicht selten stark schweißig (Neundörfer 1988).

Bei einer Poly neuropathie klagen die Patienten über brennen de Dauerschmerzen im Versorgungsgebiet peripherer (= außerhalb Rückenmark und Gehirn verlaufender) Nerven, Parästhesien (= Fehlempfindungen), Hyperästhesien und Hyperpathien (= gesteigerte Berührung sempfindlichkeiten), Druckschmerzhaftigkeit von Ner ven und Muskeln sowie evtl. über motorische (= die Muskel funktion betreffende) Reizerscheinungen (Cram pi) (Gerstenbrand et Rumpl 1988). Betroffen sind hpts. die Füße / Beine, gefolgt von Hände / Arme. Charakteristisch sind socken- bzw. hand schuhförmige Sensibil itätsstörungen (= Störungen der Empfindlichkeit).
Attackenförmige Schmerzen wie bei einer Neuralgie sind sehr selten.

Der brennen de Schmerzcharakter bzw. ein polyneuropathischer Schmerz kann manchmal zur Verwechslung mit einer Kausalgie (komplexes regionales Schmerzsyndrom Typ II, bzw. CRPS Typ II) führen.

Eine Sonderform der diabet ischen (metabolische n) Polyneuropathie stellt das Lundbaek-Syndrom dar. Dabei kommt es bei länger bestehendem Diabetes mellitus zu Parästhesien (= Fehl-, Mißempfindungen), Bewegungsschmerzen, intermittierendes Muskel versagen, Muskelsteife und Druckschmerzhaftigkeit im Hand / Unterarm -Bereich (Therapie siehe unten).
Polyneuropathie - Polyneuropathischer Schmerz und Schmerzbehandlung

Uta
 
Hallo, Uta, herzlichen Dank für Deine mail. Du hast das Krankheitsbild sehr verständlich für mich gemacht. Das hat der Neurologe nicht geschafft. Ich werde wieder beim Orthopäden vorstellig werden. Danke Dorothea:) :)
 
Hallo, Anne. Ja ich habe einige Amalgamfüllungen.Wo kann ich nachlesen, daß und wie sie sich auf diese PNP auswirken? Liebe Grüße Dorothea (68 Jahre)
 
"Polyneuropathie (PNP)"

Hallo, Shelly. Danke für Deine Nachricht. Es gibt also doch ein Medikament dagegen. Hilft es bei Dir und, hat es negative Nebenwirkungen? PNP scheint mir verbreiterter zu sein, als ich dachte. Liebe Grüße Dorothea
 
hallo dorothea,

ja die medikamente helfen schon und mitlerweilen ist sie auch besser, weil ich meine ganzen krankheiten therapiere.

viele liebe grüsse von shelley :wave:
 
Bei der diabetischen Polyneuropathie wird oft alpha-liponsäure verschrieben. Entweder in Form von Spritzen oder als Tabletten, wobei die Spritzen wirksamer sein sollen.
Alpha-Liponsäure ist gleichzeitig ein Chelatbildner, kann also schwermetallausleitende Wirkung haben.

Die Wirkung von alpha-Liponsäure ist umstritten.

Die körpereigene Substanz Alpha-Liponsäure unterstützt die Funktion von Enzymen in den Zellen. Darüber hinaus fängt sie freie Sauerstoffradikale ab. Diese sehr aggressiven Sauerstoffverbindungen entstehen bei diversen Stoffwechselprozessen. Eine schlüssige und haltbare Antwort auf die Frage, welche Rolle diese Sauerstoffradikale beim Auftreten von Krankheiten spielen, gibt es jedoch noch nicht. Trotzdem wurden Medikamente auf den Markt gebracht wie z.B. solche mit Alpha-Liponsäure, die Sauerstoffradikale inaktivieren sollen. Dafür, wie diese Substanz therapeutisch wirken könnte, gibt es allenfalls Hinweise aus Tierexperimenten.

Die größte Patientengruppe mit Neuropathie stellen Typ-2-Diabetiker. Alpha-Liponsäure ist zugelassen für ,,Mißempfindungen bei diabetischer Polyneuropathie". Doch die Studien, die die Wirksamkeit belegen sollen, sind äußerst kritisch zu werten. Das Ergebnis einer Untersuchung, in der Diabetiker Alpha-Liponsäure als Lösung gespritzt bekamen, wurde so interpretiert, daß die Substanz die Beschwerden bessern kann; allerdings waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Studie derart schlecht eingestellt, daß die richtige Therapie in einer besseren Blutzuckereinstellung bestanden hätte. Deshalb reicht diese Studie nicht aus, um den therapeutischen Nutzen von Alpha-Liponsäure bei diabetischer Neuropathie zu belegen.

Für die Behandlung mit Alpha-Liponsäure in Tablettenform fehlt der überzeugende Nachweis, daß sie überhaupt etwas bewirkt.
Handbuch Medikamente
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Alpha-Liponsäure
Alpha-Liponsäure gehört zu den Antioxidantien, deren breiter Nutzen erst in den letzten Jahren genau erforscht worden ist und gilt heute als ein Hauptnährstoff gegen freie Radikale.
Studien zeigen, dass Alpha-Liponsäure eine wichtige Rolle im Schutz des Gewebes spielt und wirkt als Radikalempfänger in den Stoffwechselprozessen. Alpha-Liponsäure kann etwas, was kein anderer Mikronährstoff kann: Sie schützt sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche andere Antioxidantien wie Vitamin C, E, Glutathion und Coenzeme (Q10) vor dem Zerfall. Sie hilft, Nahrung besser in Energie umzuwandeln und den Organismus von Giften wie den Schwermetallen Arsen, Kadmium, Amalgam (und andere) und schädlichen Nebenprodukten des Fettstoffwechsels zu befreien.
www.mib-institut.de/de/5_27_1.htm

Grüsse,
Uta
 
Diagnose der Polyneuropathie

PathophysiologieUnter einer Polyneuropathie versteht man eine entzündliche und degenerative Erkrankung der peripheren Nerven. Unterteilt werden die Polyneutitiden in Formen, deren Ursache Infektionen, insbesondere aus der Gruppe der Herpesviren sowie allergische Reaktionen sein können. Eine zweite Form sind die vaskulär bedingten Neuropathien; darunter versteht man insbesondere Begleiterkrankungen des LE sowie andere Kollagenosen. Unter exotoxischen Polyneuropathien versteht man solche, die durch Medikamente oder andere toxische Stoffe (schnüffeln von Lösungsmitteln) wie Alkohol oder Schwermetalle hervorgerufen werden. Endotoxische metabolische Polyneuropathien werden bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Akromegalie, Nierenerkrankungen oder Hypothyreosen beobachtet, können aber auch bei Mangelernährung (Vitamin-B-Mangel oder paraneoplastischen Syndromen) auftreten.KlinikAnfallsweise auftretende sensible Ausfälle unterschiedlicher Ausprägung, z.T. mit motorischen Ausfällen.DiagnostikZur Abklärung unklarer Polyneuropathien oder Neuralgien sind folgende Laboruntersuchungen zu empfehlen:
Antikörper gegen Herpes, Varizellen, Coxsackie-, Echoviren, IgE
Vaskulitis-Abklärung (ANA, ANCA, Antikörper gegen Basalmembran)
Schwermetalle, CDT (Alkoholismus)
Diabetes Abklärung (HBA1c, Glucose)
Vitamin B1, B2, B6, B12, Folsäure
Medizinische Laboratorien Düsseldorf

Uta
 
Hier wird die Polyneuropathie noch einmal beschrieben:

Kribbeln und Empfindungsstörungen können Zeichen einer Nervenschädigung sein




Eine Schädigung von Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark, die so genannte Polyneuropathie, äußert sich meist zunächst in ziehenden Schmerzen sowie Störungen der Berührungs- und Temperaturempfindung in den Gliedmaßen. „Bei vielen Patienten beginnen die Beschwerden als Pelzigkeitsgefühl oder Ameisenlaufen vor allem an Füßen und Händen“, erklärt Prof. Ralf Baron von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin. „Meist schreiten die Symptome über Wochen und Monate fort und es kommt oftmals zur Ausbreitung der Missempfindungen auf Beine und Arme, zu einem Elektrisierungsgefühl sowie zu Lähmungserscheinungen. Menschen, die derartige Symptome bei sich feststellen, sollten einen Neurologen aufsuchen, damit geklärt werden kann, ob es sich um eine Polyneuropathie handelt und gegebenenfalls entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden können“, rät Prof. Baron.

Von der Neuropathie können alle Nerven außerhalb des zentralen Nervensystems betroffen sein. Als Folge leiten die Nerven Signale nicht mehr weiter oder melden Reize, die gar nicht vorhanden sind. „Ist das vegetative Nervensystem geschädigt, kann sich die Neuropathie durch Veränderungen der Haut und Nägel, vermehrte oder verminderte Schweißproduktion und Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen“, erläutert der Leiter der Sektion Neurologische Schmerzforschung und Therapie an der Universitätsklinik Kiel.

Polyneuropathien können eine Vielzahl möglicher Ursachen haben. „Die häufigsten Auslöser sind Diabetes und chronischer Alkoholmissbrauch. Aber auch Borreliose und andere Infektionskrankheiten, Stoffwechselerkrankungen sowie Vergiftungen durch Lösungsmittel und Schwermetalle können zu einer Polyneuropathie führen“, sagt Prof. Baron.

In Deutschland sind etwa 32 000 Menschen von einer Polyneuropathie betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Alter auftreten
Neurologen & Psychiater im Netz -  Aktuelles
 
Hallo,

Viele Patienten mit Polyneuropatie bedenken nicht daß sie Verletzungen an den Füßen nicht merken können, da sie diese nicht spüren können. Daher ist es von enormer Bedeutung daß diese Patienten jeden Tag ihre Füße genauestens begutachten, auch die Zwischenzehenräume!, und bei jeder kleinsten Verletzung zu einem Facharzt gehn. Egal ob es ein eingewachsener Zehennagel ist oder sonstiges. Solche kleinsten Wunden können zur Amputation beim Diabetiker führen! Das richtige Schuhwerk ist daher auch von entscheidender Bedeutung! Man sollte bequehme Schuhe wählen und darauf achten daß die Zehen genug Bewegungsfreiheit haben.
Auch die Hautpflege der Füße ist sehr wichtig, da allein trockene Haut zu Wunden führen können. Es reicht schon wenn tgl die Füße abends bischen eingeölt werden würden, egal welches Öl, ob Olivenöl oder welches man zu Hause hat ist geeignet. Im Öl sind viele "Nährstoffe" für die Haut enthalten.

Ich möchte bischen genauer auf die diabetische Polyneuropathie eingehn, da diese schwerwiegende Folgen haben kann!

Diabetische Nervenschädigung (Diabetische Polyneuropathie)

Zu einer Schädigung der Nerven oder neurologischen Störungen kommt es fast bei jedem zweiten Diabetiker im Laufe der Erkrankung. In der Fachsprache wird die diabetische Nervenschädigung auch "Polyneuropathie" bezeichnet.

Es handelt sich dabei um die Folgen einer:

* Chronischen Schädigung der Nerven durch andauernd erhöhte Blutzuckerwerte

* Durchblutungsstörungen der Nerven

Zwei Hauptformen der der diabetischen Polyneuropathie

Diabetische Nervenstörungen können an den unterschiedlichsten Körperstellen auftreten. Es sind zwei Formen der Neuropathie zu unterscheiden:

* Sensible/motorische Neuropathie
* autonome Neuropathie

Die sensible Neuropathie zeigt sich durch:

* Gefühlsstörungen
* Missempfindungen
* Muskellähmungen

Am häufigsten betroffen sind die Nerven der Arme und Hände sowie der Beine und Füße.

* Brennen der Fußsohlen
* Taubheitsgefühle
* Kribbeln („Ameisenlaufen")
* Wadenkrämpfe
* Eingeschränktes Wärme-/Kälteempfinden
* Gangunsicherheit

sind typische Anzeichen. Auch Hirnnerven können betroffen sein. Bei einer Schädigung des Nervs, der die Augenmuskeln kontrolliert, können Doppelbilder, Fehlstellungen der Lider und des Augapfels die Folge sein.

Diabetischer Fuß
Eine Schädigung der Nerven meist in Kombination mit einer Verkalkung der Blutgefäße ist die Hauptursache für die Entstehung des diabetischen Fußes. Etwa bei jedem 10. Diabetiker führt sie zur Amputation eines oder mehrerer Zehen oder eines Beines.

Aufgrund abgeschwächter oder fehlender Gefühlsempfindungen an Füßen und/oder Beinen für Druck, Schmerz und Temperatur kommt es zu Druckstellen, die sich häufig zu Geschwüren entwickeln, starker Hornhautbildung, Bildung von Schrunden und Rissen aufgrund von trockener Haut, zu unbemerkten Verletzungen oder Verbrennungen (bei heißen Fußbädern). Haut und auch Knocheninfektionen können die Folge sein.

Die regelmäßige Inspektion der Füße durch den Arzt, die eigene tägliche Kontrolle und die professionelle Fußpflege sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung.

Die autonome Polyneuropathie
Bei der autonomen Polyneuropathie ist das vegetative Nervensystem betroffen. Nervenschäden an den inneren Organen machen sich bemerkbar.

Folgende Organsysteme können betroffen sein:

* Herz-Kreislauf-System
schmerzarmer Herzinfarkt
herabgesetzte körperliche Belastbarkeit
Schwindel und Blutdruckabfall beim Aufstehen

* Magen-Darm-Trakt
Verstopfung (Obstipation)
Blähungen
Durchfall
Übelkeit und Erbrechen
Magenentleerungsstörung mit frühem Sättigungsgefühl

* Harnwege und Geschlechtsorgane
Verlust des Blasenempfindens mit spätem Einsetzen des Harndrangs
Blasenüberfüllung
Impotenz

* Atemwege
* Schweißdrüsen
Trockene rissige Haut im Fuß-/Unterschenkelbereich

Behandlung der diabetischen Polyneuropathie
Wichtigste Voraussetzung für die Behandlung und Linderung der Beschwerden ist eine optimale Blutzuckereinstellung sowie regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt. Dadurch kann die Entwicklung einer Nervenschädigung verhindert oder verzögert werden, Schmerzen können sich deutlich bessern.

Sollte einer Verbesserung der Blutzuckereinstellung durch Änderung der Therapie nicht zum gewünschten Erfolg führen, wird der Arzt eine geeignete Schmerztherapie einleiten (Tabletten oder Infusion). Beim Auftreten von Komplikationen an einzelnen Organen wird der Diabetologe zur Behandlung einen weiteren Spezialisten (z. B. Gastroenterologe, Urologe, Kardiologe) hinzuziehen.

Deutsche Diabetes-Stiftung: Diabetes-Infos
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo.

Dank an Uta und Petra für die Infos.

Bei mir wurde durch den Umweltmediziner und Neurologen Dr. Volker Remmers eine PNP festgestellt.

(Dr. Remmers ist leider verstorben).


Diese PNP wurde in meinem Fall durch eine chronische Schwermetallvergiftung verursacht:

https://www.symptome.ch/threads/dmps-tests-94-96-98-anamnese.4867/#post-44720

Dementsprechend führte der Einsatz von DMPS intravenös in Kombination mit Vitamin B-Komplexen zu einer Ausheilung.

LG, Bodo
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Intressant in dem Zusammenhang ist auch, das Unithiol auch bei Polyneurophatie gegeben wird. Steht so zumindest im Beipackzettel!

Blei und Cadmium stehen auch in einigen Bücher als Auslöser für PnP´s, wobei da Blei eher die Arme und cadmium eher die Beine betreffen soll!

Bin mal gespannt, ob ich meine auch loswerde! Ich hoffe es mal!
 
Es würde mich interessieren, wie sich eine Polyneuropathie anfühlt, Skylegio? An welchen Gliedern spürst Du sie, wie fing das an, wie wurde sie diagnostiziert? Welche Untersuchungen dazu?

Daß Unithiol da helfen kann, wundert mich nicht so sehr, weil ja Unithiol auch bei Schwermetallvergiftungen gegeben wird, die wiederum zum "Zitterer" und ähnlichen Symptomen führen kann.

Gruss,
Uta
 
Bei mir waren es Taubheitsgefühle in den Extremitäten, kalte Hände und Füße, gestörtes Schmerzempfinden und Kribbeln.





Gruß, Bodo
 
Hallo Uta,

Eine Polyneurophatie ist etwas was man wirklich keinem wünscht!

Bei mir fing es an, als ich im wegen 2 Läsionen im Rückenmark im KH lag. Da man nicht wüßte wo die entzündungen herkommen, hab ich jeden Tag 16 (kein Schreibfehler) Infusionen bekommen. Zovirax gegen eventuelle Viren, Rocephin i.v. als Antibiotika und Kortison wegen der Entzündung.

Man kann sagen, ich war in der zeit steril.

Das schlimmste in der zeit, war das Lhermitte-Zeichen (Gefühl wie Strom durch den ganzen Körper beim Kopfbeugen), das Pyramidenbahnen Syndrom (Kopf wüste nicht was die Hände tun, d.h. Augen zu und alle Finger haten ein Eigenleben), und kein Gefühl in Armen und Beinen.

Das alles besserte sich recht schnell, durchs Kortison, aber dadurch entstand wahrscheinlich auch die Polyneurophatie.

Kribbelgefühle anfänglich nur in den Händen, später auch in den Unterarmen. Ein Gefühl als ob man Fell auf den Händen hat, oder wie ein Handschuh.
Und das seit jetzt schon 3 jahren. Mal stärker, mal schwächer, aber immer spürbar.

Zusätzlich auch noch ein gefühl als ob irgendjemand einen am Arm packt und zudrückt. Das was das schlimmste. es kam innerhalb von 6 Wochen, undwanderte im lauf der zeit immer weiter den linken Arm rauf. Nach 1 jahr am Unterarm, und dann langsam bis Mitte Oberarm.

Emotional gesehen, war das das schlimmste. Man merkt, wie die mißempfindung langsam den Arm raufwandert und sich ausdehnt. Ich hatte eine riesen Schiss davor, was passiert wenn es den gesamten Arm betrifft!
Wird dann vielleicht motorisch???? Der gedanke war am schlimmsten, vielleicht die Arme nicht mehr benutzen zu können.

Durch DMPS würde es auf jedenfall besser. Ist zwar noch vorhanden, teils auch noch recht heftig, aber die schwächeren Phasen sind eindeutig da, und auch länger als vor DMPS. Das abgeschrürte Gefühl ist nur noch ab und an da, und größten teil auf ein erträgliches Maß zurückgegangen.

Was aber da recht intressant ist, ist die Tatache, wenn ich Aluminium schleifen muß, oder etwas größeres zum schweißen mache, wirds für 1-2 tage wieder schlimmer! Ich weiß, ich bin bekloppt, wenn ichs weiß und trotzdem mache, aber es läßt sich nicht ganz vermeiden. Und man lernt ja; nur noch mit Atemschutz! :greis:

Anderesseits muß ich aber sagen, wenn die Polyneurophatie nicht gewesen wäre, hätte ich gar nicht so ausdauernd gesucht.

Die Polyneurophatie, war das erste, was für mich (nicht für meine Neurologen) die MS These zweifelhaft erschienen ließ. Weil pheriphere Beteiligung bei MS so gut wie nie vorkommt.
Außerdem war durch die PNP etwas da, was man wirklich 24 Stunden am tag merkt, und einen 24 Stunden am tag daran erinnerrt, das was nicht stimmt.

Über die PNP Schiene im bezug auf toxische Ursachen, bin ich dann auf die Schwermetall Ursache gerutscht. Und hab ja wirklich festgestellt, das es etwas bewirkt.

Ganz besonders emotional. Damit war endlich eine "mögliche" Ursache gefunden, die logisch erschien, und gegen die man etwas machen konnte. Und wenn dadurch nur das fortschreiten aufgehalten werden kann.
Besser etwas zu tun was vielleicht hilft, als nichts zu tun, merken wie es sich verschlechtert und zu hoffen!

Man sagt zwar so schon: Die Hoffnung stirbt zuletzt! Aber meine war nach 2,5 Jahren wirklich fast gestorben.

Jetzt nach 5 DMPS Injektionen, und der wenn auch nur leichten Verbesserung zusammen mit dem Bleiwert von fast 50 aus der ersten untersuchung, bin ich ziemlich überzeugt, das genau da die Ursache liegt.

Mittlerweile, hab ich sogar die Hoffnung das die PNP vielleicht wieder verschwindet. Hab ja noch 10 Unithiol vor mir. Mal sehen, ich würde es mir wünschen!
 

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