Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

24.07.10 00:17 #1
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Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Sigma32 ist offline
Themenstarter Beiträge: 57
Seit: 02.03.10
liebe Honeybunny

Ich kann dir gar nicht sagen wie sehr ich deine Hilfe schätze. Ich werde deinen Ratschlag wirklich befolgend und innert kürzester Zeit einen Lungenfacharzt suchen. Dies will ich auch noch getestet haben. Wenn auch nur für mein Gewissen.

Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Diyana ist offline
Beiträge: 16
Seit: 02.04.10
Guten Morgen,

ja diesen Schmerz habe ich auch. Theoretisch könnte so ein Schmerz tatsächlich von der Lunge kommen, deshalb ist es sicher gut, wenn Du das nochmal abklären lässt. Dann hast Du die Gewissheit und musst Dir darüber keine Gedanken mehr machen. Zu Deiner Beruhigung sei allerdings gesagt, dass meine Lunge laut Lungenfunktionstest und MRT völlig in Ordnung ist, und ich habe ja ähnliche Symptome wie Du. Und ich habe auch lange Zeit geraucht.

Das Tietze Syndrom (welches ja bei uns beiden diagnostiziert bzw. zumindest angedeutet wurde) kann ebenfalls diese Beschwerden auslösen. Oftmals sind Schwellungen im Bereich der Brustwirbelsäule zu ertasten, zumindest ist das Brustbein stark druckempfindlich und schmerzt auch bei Druck. Ist das bei Dir der Fall?


Ich war vor einigen Monaten stationär in einer Schmerzklinik und habe da sehr viele physiotherapeutische Anwendungen bekommen. Die dortigen Physiotherapeuten haben mir gesagt, dass der Brustmuskel solche starken Schmerzen auslösen kann. Der Brustmuskel sei dann durch Fehlhaltungen und Schonhaltungen nicht so dehnbar und kräftig wie er sein sollte und dies kann dann zu heftigen Schmerzen führen. Damit der Körper das kompensieren kann, werden andere Muskelgruppen überanstrengt. Zusätzlich kommt es dann oft zu Verspannungen im Schulter/Nacken Bereich, die ebenfalls wieder Schmerzen auslösen. Ich habe einen Therapieplan erstellt bekommen, den ich auch Zuhause anwenden kann. Dazu gehören verschiedene Anwendungen, wie z.B. Eisabreibungen, Wechselbäder, Anregung der Reflexzonen etc. Außerdem Dehnübungen, Dynamisches Körpertraining und progressive Entspannung nach Jacobsen. Laut Therapeutin dauert es mehrere Wochen, bis sich ein Erfolg einstellt, aber ich hoffe schon, dass sich da etwas tut. Wenn Du magst kann ich Dir die Anleitungen dazu geben, schaden kann die Durchführung des Programms sicher nicht.

Interessant war für mich auch die Aussage der Ärzte, dass sich die Schmerzen nach einigen Monaten chronifizieren können. Mir wurde das so erklärt, dass eine tatsächliche Beeinträchtigung vorlag, die zu den Schmerzen führte. Unter Umständen ist die körperliche Ursache behoben oder bereits verheilt, der Körper hat den Schmerz allerdings gespeichert und ruft ihn nach wie vor ab. Ob das bei mir (oder Dir) der Fall ist, kann ich natürlich nicht sagen.

Ich denke Honeybunny hat völlig recht, die Vorstellung bei einem Orthpäden bzw. Chiropraktiker ist sicherlich sinnvoll. Auch die psychische Beteiligung kann nicht ganz außer Acht gelassen werden, für mich ist völlig klar, dass Monatelange Schmerzen irgendetwas in einem auslösen. Ich gehe allerdings davon aus, dass oftmals erst die körperlichen Beschwerden auftreten und dann die seelischen dazu kommen (können!).

Zu dem Programm der Schmerzklinik gehörte es auch, zwei Sitzungen mit einem Psychologen zu absolvieren. Bei den Gesprächen hat sich gezeigt, dass bei mir keine Anzeichen einer psychosomatischen Ursache der Beschwerden vorliegen. Da ich durch mein Studium etwas Ahnung von dieser Materie habe, sind die persönlichen Bewältigungsstrategien sehr wichtig, d.h. der Umgang mit den Beschwerden. Man muss sich selbst "aus dem Loch" ziehen und aktiv werden, außerdem ist es wichtig, den normalen Alltag so gut wie es geht zu bewältigen.

Es gab Zeiten, in denen ich etwas resigniert habe, mich oft gefragt habe wie es weitergehen soll. Mittlerweile habe ich gelernt, die Schmerzen etwas anzunehmen und nicht mit dem zu hadern, was ich alles nicht mehr machen kann, sondern mich an dem zu erfreuen, was ich alles machen kann. Außerdem hilft mir die Tatsache stark, dass wesentliche (organische) Krankheiten durch die ganzen Untersuchungen ausgeschlossen werden konnten. Und ja, es gibt die Hoffnung, dass bei mir (und bei Dir!) alles wieder in Ordnung kommt!

Ich möchte damit nicht andeuten, dass deine Probleme psychischer Natur sind, dennoch lese ich bei Dir eine tiefe Verzweiflung, die nicht nur total verständlich ist, sondern auch mich noch gelegentlich befällt. Ich hoffe du hast verständnisvolle Personen in deinem Umfeld, mit denen du über Deine Ängste und Sorgen sprechen kannst.

Was mir noch spontan einfällt: Wurdest du auf Borreliose getestet?

Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Sigma32 ist offline
Themenstarter Beiträge: 57
Seit: 02.03.10
ok Diyana hör zu

Mir hat eine Mitgliederin eine Private Nachricht verfasst. In der steht, dass sie genau die gleichen Symptome hatte und erst Jahre später irgendwelche Bakterien diagnostiziert wurden. Sofort rannte ich zu meinem Hausarzt gestern und bekam starke Antibiotika die so ein bisschen gegen alles wirkt. Bloss 3 Stunden nach der Einnahme der ersten Tablette wurde es viel besser. Vor dem Schlafen nahm ich noch eine. Heute bin ich aufgestanden und es ist viel besser. Ich muss jetzt eine 6-tägige Kur damit machen. Ich will allen Menschen helfen können die sowas ähnliches wie ich durchgemacht haben!!! Es war die Hölle - die schlimmsten 8 Monate meines Lebens. Und ich hoffe wirklich dass es langfristig weg bleibt und nicht wieder zurück kommt. Denn nach einem Tag kann man noch nix sagen. Vielleicht probierst du auch mal sowas aus. Eine Antibiotika-Kur mehr oder weniger im Leben ist ja nicht sooooo schlimm. Und wenn du nicht darauf ansprichst, ist es bei dir was anderes als bei mir und der anderen Mitgliederin!

Liebe Grüsse

Sigma32

Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Diyana ist offline
Beiträge: 16
Seit: 02.04.10
Hallo Sigma,

vielen lieben Dank für die Info! Das ist ja wirklich interessant... Weißt Du, welche Bakterien das waren?

lg Diyana

Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Sigma32 ist offline
Themenstarter Beiträge: 57
Seit: 02.03.10
Mein Arzt hat gleich von Anfang an ein Antibiotikum verschrieben das allgemein gegen viele Erreger wirkt. Er meinte so etwas sei schwer zu bestimmen so dass es Sinn mache gleich diese Spur zu fahren. Es ist wirklich unglaublich. Ich hatte 8 Monate lang Dreck in mir. Kein Wunder - alles begann nach meiner Schweine-Grippe oder was auch immer das war was ich im letzten Winter hatte. Musste 4 Wochen lang husten - danach war meine Leistung viel stärker reduziert als bei anderen Grippen die ich im Leben hatte. Irgendwelche Rückstände müssen da in meinen Atemwegen (Lunge, Luftröhre, Lungenfell, Rippen oder so) zurückgeblieben sein. Ich wusste es eigentlich immer, dass es nicht normal ist was ich habe - das kann ja nicht sein. Und alle Ärzte haben mich auf die Rheuma-Schiene geschoben. Doch das kam mir von Anfang an komisch vor. Man fühlt halt irgendwie selber am besten wo was drückt oder?

Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Sigma32 ist offline
Themenstarter Beiträge: 57
Seit: 02.03.10
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass meine Erkrankung auch noch zu Extrasystolen führte. Ständig musste ich mir anhören "jaja ..das ist ganz normal ..jeder hat das". Dazu sage ich nur eins "so EIN QUATSCH". Auch wenn jeder mal Aussetzer hat, ich fühlte sie nie so zuvor. Niemals im Leben! Ich bin sauer, dass Ärzte nicht mal richtig hinhören was man ihnen sagt.

Verzweiflung "Schmerzen im Brustkorb"

Sigma32 ist offline
Themenstarter Beiträge: 57
Seit: 02.03.10
Ich werde jetzt jede Veränderung etc. hier aufschreiben. Es soll damit so vielen Menschen wie nur möglich geholfen werden.

Hinzu kommt, dass der Schmerz zwischen Schulterblatt und Brustwirbelsäule heute auch abgenommen hat. Gleich nach dem Aufwachen schon gemerkt. Also stimmt die Theorie, dass innere Probleme im Brustkorb auch Rückenschmerzen verursachen können.


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