Durchfall, Schmerzen, müde, schlaflos, ratlos

24.07.08 13:49 #1
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Jammerliese ist offline
Beiträge: 3
Seit: 24.07.08
Guten Tag zusammen,

zunächst möchte ich mich vorstellen: Ich bin Ende 40, weiblich, 170 cm groß und wiege z. Z. 55 kg. Ich rauche nicht und trinke keinen Alkohol (verursacht mir Herzrasen und Schweißausbrüche). Meine einzige Droge ist Schokolade....

Nun zu meinen Beschwerden: Bereits seit Jahrzehnten leide ich unter ständig wiederkehrenden Magen-/Darmbeschwerden wie Magenkrämpfe, Blähungen, laute Darmgeräusche und Durchfälle. Da diese Beschwerden hauptsächlich in und vor erwarteten Stress- und Belastungssituationen (z.B. Prüfungsangst) auftraten, habe ich diese immer als psychosomatisch abgetan und nicht weiter ernst genommen, zumal ich schon als Kind überängstlich und nicht belastbar war (hat sich bis heute nicht geändert). Bis dann im November 2006 die Situation eskaliert ist und ich mit blutenden Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort wurde auch eine Infektion mit Helicobacter pylori festgestellt. Nach erfolgter Eradikationstherapie und mehreren Magenspiegelungen wurde ich zwei Wochen später entlassen. Die Geschwüre waren vollständig abgeheilt, der Helicobacter verschwunden, meine Beschwerden waren jedoch geblieben. Auch eine mehrmonatige Behandlung mit PPI konnte daran nichts ändern. Eine spätere Magenspiegelung ergab, dass von der Helicobacter-Infektion eine mittelgradige chronische Gastritis zurückgeblieben war.

Im Herbst 2007 dann eine weitere Steigerung: Heftige Magen-/Darmkrämpfe mit wässrigem Durchfall (4 Tage lang!), leichtem Fieber und Schmerzen im rechten Unterbauch wie bei einer Blinddarmentzündung (war aber wohl keine). Seither noch häufigere Durchfälle, teils verbunden mit Schmerzen wie oben beschrieben, aber auch mit Kreislaufsymptomatik wie Schweißausbrüchen und „Schwarzwerden“ vor Augen.

Im Mai 2008 erfolgte eine Darmspiegelung mit Feststellung einer leichtgradigen chronischen Enteritis (angeblich keine chronisch-entzündliche Darmerkrankung); also nichts Aufregendes, wie mir gesagt wurde.

Hier nun meine Fragen: Können diese chronischen Entzündungen in Magen und Darm die alleinige Ursache meiner Beschwerden sein? Wo kann eine chronische Enteritis herkommen? Meine Hausärztin meint, es kämen viele Ursachen in Frage: Nahrungsmittelunverträglichkeit, Pilzinfektion, gestörte Darmflora u.v.m.. Um irgendwo anzufangen, wollte sie mich zum Allergologen überweisen, um zunächst das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeit abzuklären. Aber ist ein Allergologe überhaupt der richtige Ansprechpartner, das sind doch meistens Hautärzte?

Eine Ernährungsumstellung hat auch nichts gebracht, im Gegenteil. Seit ich weniger Fertigprodukte und mehr Obst und Gemüse esse, sind meine Beschwerden eher noch schlimmer geworden. Also zurück zu Maggi & Co? Auch verschiedene Probiotika konnten keine dauerhafte Besserung bringen.

Außerdem habe ich die Befürchtung, dass die Darmspiegelung nicht vollständig Licht ins Dunkel gebracht hat (ha,ha!), denn meines Wissens nach ist allein der Dünndarm ein paar Meter lang und somit auch bei einer Darmspiegelung zum größten Teil gar nicht einsehbar. Wie kann man ausschließen, dass dort nicht doch noch etwas unentdeckt geblieben ist? Gibt es eine Möglichkeit, dies zu überprüfen?

Um das Bild abzurunden, hier noch eine Übersicht über meine sonstigen Symptome, die zum größten Teil auch schon über Jahrzehnte bestehen:

Chronischer Schnupfen mit Niesattacken, laufender und verstopfter Nase. Seit Frühjahr 2007 auch Augenjucken. Allergietest ohne Befund.

Chronischer Husten, vor allem nachts und morgens nach dem Aufstehen, Heiserkeit. Untersuchung durch Lungenfacharzt ohne Befund.

Häufiges Herzstolpern (Extrasystolen) und Herzrasen. Langzeit-EKG und Herzecho wurden gemacht. Keine organische Ursache gefunden.

Immer wiederkehrende Entzündungen der Mundschleimhaut (keine Aphten). Ursache ungeklärt.

Kopfschmerzen an fast jedem Wochenende, an Arbeitstagen eher selten.

Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, „wandernde“ Schmerzen an verschiedenen Stellen, z.B. rechte Schulter, linker Oberarm, linkes Handgelenk, rechtes Knie, linker Fuß, etc.. Die Schmerzen kommen und gehen und ich traue mich damit schon gar nicht mehr zum Arzt, da bisher nie etwas gefunden wurde.

Wiederkehrende Ein- und Durchschlafstörungen, sehr leichter Schlaf, jedes Geräusch stört – trotz Ohrstöpsel! Nächtliches Schwitzen (auch schon lange vor Beginn der Wechseljahre).

Häufiger Harndrang, manchmal jede halbe Stunde, auch nachts.

Bei Hungergefühl und manchmal ca. 1 – 2 Std. nach dem Essen Anzeichen von Unterzucker: Übelkeit, Zittern, Schweißausbrüche, Herzrasen. Gelegentlich morgendliche Übelkeit, die beim Frühstück verschwindet. Ständiges Verlangen nach Süßem (Schokolade!). Blutzuckerwerte normal.

Chronischer Eisenmangel bei gleichzeitiger Unverträglichkeit von Eisenpräparaten (Durchfall). Nur intravenöse Gabe möglich.

Von 2005 bis 2007 Psychotherapie wegen Depressionen, ständigem Überforderungsgefühl und erhöhter Stressempfindlichkeit.

Im Dezember 2007 Diagnose „Asperger Syndrom“ (erklärt zumindest einen Teil meiner psychischen Symptome).

Ansonsten noch erwähnenswert: häufiges Frieren, enorme Vergesslichkeit, im Herbst häufig starker Haarausfall, morgens geschwollene Hände, abends geschwollene Beine und Füße, trockene Augen, und vor allem: ständige Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Medikation:
Ranitidin 300 mg (bei Bedarf)
Metroprololsuccinat 47,5 mg
Sertralin 50 mg

Sorry wegen der langen Jammerlitanei, aber ich wollte, dass ihr euch ein möglichst vollständiges Bild machen könnt, auch wenn manche Symptome und Beschwerden wahrscheinlich wirklich belanglos sind. Danke, dass ihr bis hier durchgehalten habt.

Wie ihr sehen könnt, gibt es für die meisten meiner Beschwerden keine organischen Ursachen, weshalb ich mir schon fast wie ein Hypochonder vorkomme. Ich bin Dauergast bei meiner Hausärztin und war im Laufe der Jahre und Jahrzehnte bei den verschiedensten Spezialisten (Gastroenterologe, Kardiologe, Lungenfacharzt, Hautarzt, Psychotherapeut, mehrere Orthopäden – habe ich irgendjemanden vergessen?). Die meistgebrauchten Wörter in meiner Krankengeschichte sind „chronisch“ (= nicht behandelbar) und „ohne Befund“. Manchmal denke ich auch, dass es womöglich für die Vielzahl meiner Beschwerden eine einzige Ursache geben könnte, man muss halt nur darauf kommen. Natürlich weiß ich, dass ihr hier keine Ferndiagnose stellen könnt, doch bitte gebt mir einen Rat, wie ich weiter vorgehen soll und in welche Richtung man überhaupt noch suchen soll - Nahrungsmittelunverträglichkeit, Pilzinfektion, Darmflora oder vielleicht ganz etwas anderes? Ich mache mir einfach Gedanken, dass irgendetwas Wichtiges übersehen wurde (also doch Hypochonder?).

Außerdem mache ich mir Sorgen, wie lange ich meinen Job noch behalte, wenn ich ständig wegen Durchfall oder diverser Arztbesuche ausfalle. Aufgrund meiner geringen Belastbarkeit und reduzierten Stressresistenz (siehe oben) stehe ich ohnehin schon auf der „Abschussliste“.

Da ich bisher noch nie in einem Internetforum war, hoffe ich, dass ich nichts falsch gemacht habe. Ich bin sehr gespannt, welche Rückmeldungen ich bekomme.

Viele Grüße

Jammerliese

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Jammerliese,

Ich rauche nicht und trinke keinen Alkohol (verursacht mir Herzrasen und Schweißausbrüche). Meine einzige Droge ist Schokolade....
Das könnte ein Hinweis auf eine Histaminintoleranz sein. Da ist zwar Schoko auch unverträglich, aber vielleicht merkst Du den Zusammenhang zwischen Deiner "Droge" und der Reaktion auch nicht?
Bitte informiere Dich doch mal hier über das Wiki zu diesem Thema: http://www.symptome.ch/wiki/Histamin-Intoleranz
Histamin kann auch die Nase ständig laufen lassen und außerdem die Magensäureproduktion heftig anregen > Sodbrennen!
Auch die anderen Intoleranzen könnten wichtig für Dich sein, ebenso wie Allergien auf Lebensmittel. Ist da schon etwas abgeklärt worden?

Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, „wandernde“ Schmerzen an verschiedenen Stellen, z.B. rechte Schulter, linker Oberarm, linkes Handgelenk, rechtes Knie, linker Fuß, etc..
Hast Du alle nur erdenklichen Tests auf Borreliose schon hinter Dir? Was ist dabei herausgekommen? (s. auch Wiki "Borreliose").



Intoleranzen und Allergien (Hausstaubmilben?) können durch Schwermetalle und andere Gifte im Körper bzw. in der Umgebung entstehen bzw. verstärkt werden. Wie sieht es bei Dir mit Amalgam, Wohngiften (Schimmel, Formaldehyd, Terpene usw.) aus? (siehe dazu das Wiki über "Amalgam" und "Wohngifte").

1 – 2 Std. nach dem Essen Anzeichen von Unterzucker: Übelkeit, Zittern, Schweißausbrüche, Herzrasen. Gelegentlich morgendliche Übelkeit, die beim Frühstück verschwindet. Ständiges Verlangen nach Süßem (Schokolade!).
Wenn Du keine Anzeichen für einen Diabetes oder etwas in dieser Richtung hast, dann könnte das hier für Dich interessant sein:
www.nitrostress.de/medboxx/wp-content/uploads/pyruvat-und-laktat_290508.pdf,
ebenso wie die Rubrik "Stress: nitrosativer Stress" hier im Forum.

Eisenmangel kann bei Gluten-Intoleranz entstehen und bestehen:
Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit (EUFIC) (und Wiki)

Ich wünsche Dir, daß Du hier Anregungen findest, mit denen Du weiterkommst. Ich glaube immer noch nicht, daß Durchfall, ständige Müdigkeit, geschwollene Beine usw. psychosomatisch bedingt sind. Wenigstens nicht oft.

Gruss,
Uta

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Duke ist offline
Beiträge: 203
Seit: 23.01.07
Hallo Angela

Herzlich willkommen hier im Forum. Uta hat das Wesentliche schon gesagt, vllt gibt es noch eine Sache anzumerken.

Du schreibst:
Eine Ernährungsumstellung hat auch nichts gebracht, im Gegenteil. Seit ich weniger Fertigprodukte und mehr Obst und Gemüse esse, sind meine Beschwerden eher noch schlimmer geworden. Also zurück zu Maggi & Co? Auch verschiedene Probiotika konnten keine dauerhafte Besserung bringen.
Gerade bei Darmproblemen (Reizungen, Entzündungen) sollte bei der Ernährungsumstellung vorallem am Anfang darauf geachtet werden "kein" frischen, also ungekochtes Obst und Gemüse zu essen. Natürlich ist Rohkost und frisches Obst gesund, aber nur wenn der Darm auch die dazu nötige Verdauungsleistung bringen kann. Bei geschädigtem/geschwächtem Verdaungssystem muss so eine Umstellung langsam vollzogen werden.
Die ersten Wochen alles nur in gekochter Forum. Dies gilt auch, was viele vergessen, für Obst und Gemüsesäfte.
Gutes Buch dazu: Auf der Suche nach der Methusalem-Ernährung von Müller-Burzler.

Zum Thema Dünndarm:
Der Dünndarm kann mit einem sog. Dünndarm Selink dargestellt werden. Hier gibt es einmal die Variante mit Röntgenbrei der über eine Magensonde in den Dünndarm eingebracht wird. Anschließend findet über mehrere Minuten eine Röntgendurchleuchtung statt. Dieses Verfahren ist aber m.E. nur zur Überprüfung der Passagegängigkeit tauglich. Um aber z.B. auch die Darmwand auf Entzündungen, Missbildungen etc.. bewerten zu können empfiehlt sich hier ein Selink-MRT.

Grüße
Boris

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Silvia P ist offline
Beiträge: 295
Seit: 07.05.08
Hallo Jammerliese,

kannst du uns sagen was in deinem Mund alles drin ist, ich meine:

Amalgam, wurzelbehandelte Zähne, Brücken, Kronen, Implantate oder sonstige Sachen die der liebe Gott nicht reingetan hat...

Du kannst auch mal hier

Amalgam & Co.: Das Tox Center e.V. informiert.

lesen. Das Amalgam ( auch wenn es schon entfernt wurde ) ist sehr schädlich.

Bitte berichte!

Liebe Grüsse

Silvia
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Der Schlüssel zum Herzen eines Menschen
ist niemals unsere Klugheit,
sondern immer unsere Liebe.

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Jammerliese ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 24.07.08
Hallo und vielen Dank für die schnellen und ausführlichen Antworten! In der Zwischenzeit habe ich mich im Wiki schlau gemacht über die verschiedenen Verdachtsdiagnosen, die hier geäußert wurden.

Ausschließen kann ich wohl die folgenden Dinge:

Allergien: Bei meiner Hausärztin wurde ein Allergietest auf verschiedene Pollen, Tierhaare und auch Hausstaubmilben gemacht. Alles negativ.

Gluten: Für Zöliakie/Sprue fanden sich bei Magen- und Darmspiegelung keine Hinweise.

Wohngifte kann man wohl ebenfalls ausschließen, da meine Beschwerden viel länger bestehen, als ich in meiner jetzigen Wohnung lebe. Auch meine Möbel habe ich schon ewig; sind fast alles „Erbstücke“, die inzwischen doch wohl keine Giftstoffe mehr abgeben dürften, oder?

Schon eher in Frage kommen als Verursacher wohl Histamin und/oder Amalgam. Tatsächlich habe ich - wie wohl viele Leute meiner Generation - Amalgam-Füllungen ohne Ende (exakt sind es 11, ich musste erst mal nachzählen). Dabei fällt mir ein, dass ich bei früheren Nachforschungen zum Asperger-Syndrom, von dem ich ja auch betroffen bin, auf die – allerdings wohl sehr umstrittene – Theorie gestoßen bin, dass es zwischen Quecksilbervergiftung und Autismus einen Zusammenhang geben soll. Ich habe das damals nicht weiter verfolgt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie ein Kleinkind eine Quecksilbervergiftung bekommen sollte. Im Wiki bin ich dann auf die Information gestoßen, dass wir angeblich 50% unserer gesamten Schwermetallbelastung bereits vor der Geburt erwerben und dass erstgeborene Kinder davon besonders stark betroffen sein sollen (ratet mal, wer ein solches ist). In dieser Richtung sollte ich wohl unbedingt weiterforschen. Wo kann man seine Schwermetallbelastung austesten lassen?

Uta, vielen Dank auch für den Hinweis auf Borreliose. Dort hätte ich wohl sonst niemals nachgesehen, da ich meines Wissens nach nie einen Zeckenstich hatte. Aber wer erinnert sich schon an alle Ereignisse aus seiner Kindheit? Zu meiner Überraschung habe ich bei Borreliose die meisten Übereinstimmungen mit meinen Symptomen gefunden, und sogar noch ein paar, die ich gar nicht erwähnt hatte, weil ich sie schlichtweg vergessen hatte, z.B. wiederkehrende Lymphknotenschwellungen in den Achselhöhlen während Kindheit und Jugend, die dann im Alter von ca. 25 – 30 allmählich aufgehört haben. Bei welchem Facharzt kann man sich denn auf Borreliose untersuchen lassen?

Außerdem habe ich mindestens 50% oder mehr meiner Symptome bei den Krankheitsbildern Fibromyalgie, Candida, KPU und Übersäuerung wiedergefunden. Das sind weitaus mehr Ergebnisse, als ich erwartet hätte, und da ich mich unmöglich auf alles untersuchen lassen kann, wollte ich fragen, ob es in solchen Fällen eine Art Masterplan gibt, nach dem man vorgehen sollte.

Boris, danke für den Hinweis mit der MRT-Untersuchung des Dünndarms. Aber so eine Untersuchung ist doch bestimmt teuer und wird von den Krankenkassen wohl nur in „schweren Fällen“ übernommen, wenn überhaupt. Übrigens zum Thema Rohkost: Gemüse esse ich grundsätzlich nur gekocht oder gedünstet, aber was mache ich mit Obst?

Nochmals vielen Dank an alle für die Hilfe. Bin übers Wochenende nicht da und melde mich nächste Woche wieder. Schönes Wochenende und bis dann!

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Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Bei welchem Facharzt kann man sich denn auf Borreliose untersuchen lassen?
Kommst du aus D oder CH?

Ich würde mich nur einem von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi anvertrauen, auch wenn die Wartezeiten manchmal lang sind.
__________________
Borreliose ist ein Arschloch

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Silvia P ist offline
Beiträge: 295
Seit: 07.05.08
Hallo Jammerliese,

Du nimmst Sertralin ein, das ist ein Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, das bedeutet dein Serotoninspiegel wird durch dieses Medikament angehoben und deshalb fühlt man sich besser, auch psychisch.
Die Ursache für deinen Serotoninmangel könnten Autoantikörper dagegen sein.

Wurden bei dir schon mal Autoantikörper gegen Serotonin festgestellt?

Du schreibst:

Rückenschmerzen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich, „wandernde“ Schmerzen an verschiedenen Stellen, z.B. rechte Schulter, linker Oberarm, linkes Handgelenk, rechtes Knie, linker Fuß, etc.. Die Schmerzen kommen und gehen und ich traue mich damit schon gar nicht mehr zum Arzt, da bisher nie etwas gefunden wurde.


Bei diesen Beschwerden könnte man ruhig auch mal ANA (Rheumaautoantikörper) bestimmen lassen.
Warst du schon mal bei einem Umweltmediziner?

Das wäre sehr empfehlenswert, da könntest du untersuchen lassen:

Borreliose
Histaminintoleranz
Autoantikörperscreening allgemein, Rheuma, Serotonin, Schilddrüse, Zentrales Nervensystem, Leber, Niere ect.
und etliches anderes noch, du würdest staunen was der alles testet...

Hast du tote Zähne/wurzelbehandelte Zähne im Mund?
Die sondern nämlich sog. "Leichengifte" ab, das sind biogene Amine (Histamine!) wie Putrescin und Cadaverin.


Eine Histaminintoleranz entsteht auch dadurch, dass der Körper ständig mit den biogenen Aminen durch Zahn-Leichengifte belastet ist und der Histaminspiegel sozusagen durch EIGENPRODUKTION schon erhöht ist.

Ich kann dir einen Umweltmediziner sehr empfehlen, da weißt du dann genau was in deinem Körper alles schief läuft.
Auch kann dieser die Untersuchungen über die Krankenkasse abrechnen.
Das Autoantikörperscreening ist nicht gerade billig, und drum wird das von vielen anderen Ärzten nicht gemacht, obwohl es sehr wichtig ist.
Ich hatte eine Menge verschiedener Autoantikörper, jetzt nicht mehr dank Zahnsanierung. Meine Symptome waren ähnlich wie bei dir, eine ewig lange Liste die schleichend immer länger wurde...

Nochmal zu den Zähnen: Wie siehts aus mit Weisheitszähnen, tote, WB, Brücken, Kronen, Implantate. Was ist in deinem Mund alles drin?

Schönes Wochenende wünscht

Silvia

Noch was: Autismus entsteht tatsächlich auch durch Quecksilber, drum ist ja in Amerika die Zahl der Autisten drastisch gestiegen (auch wegen dem Quecksilber das als Thiomersal in den Impfstoffen ist und den vielen Impfungen heutzutage ).
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sondern immer unsere Liebe.

Geändert von Silvia P (26.07.08 um 21:12 Uhr) Grund: Etwas hinzugefügt

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Jammerliese,

Diese Feststellung
Seit ich weniger Fertigprodukte und mehr Obst und Gemüse esse, sind meine Beschwerden eher noch schlimmer geworden.
Dein Gewicht (ziemlich schlank)und die Unterzuckersymptome passen auf eine Bauchspeicheldrüsenschwäche, die ich auch habe.
Auch ich habe oft Heißhunger auf Süsses und bevorzugte auch Schokolade dabei. Du hast etliche ähnliche Symptome, wie ich sie auch habe.
Wie sieht es mit der Leber bei Dir aus? War diese mal auffällig?

Ich frage dies, weil die Krankheit, die ich habe, eine Leberkrankheit ist, bei der man u. a. Verdauungsstörungen, Bauchspeicheldrüsenschwäche neben vielem anderen (wie Depressionen, Schlafstörungen, Müdigkeit, etc.) bekommen kann.
Ich habe gerade hier in dieser Rubrik
http://www.symptome.ch/vbboard/k-nnt...-jahren-5.html
an "Märzhase" geantwortet. Vielleicht liest Du Dir die Antwort mal durch.
Deine Probleme sind zwar nicht identisch mit denen von Märzhase, doch gibt es sie bei dieser Krankheit auch.

Ob Du sie haben kannst, weiß ich natürlich nicht. Aber denkbar wäre es schon.

Die von Uta angesprochene Histaminintoleranz habe ich auch, weil sie eine Folge meiner Krankheit bzw. einer Leberkrankheit sein kann. Die Leber bildet dann nämlich zu wenig des Enzyms (DAO), das Histamin abbaut und so bekommt man dann evtl. histamintypische Probleme, eines davon ist Durchfall.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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Jammerliese ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 24.07.08
Hallo zusammen, melde mich zurück. Ich hoffe, ihr hatte alle ein schönes Wochenende.

An Silvia P: Nein, bei einem Umweltmediziner war ich bisher noch nicht. Ich komme aus Deutschland und kann mir nicht vorstellen, dass solche Untersuchungen hierzulande von der Krankenkasse bezahlt werden. Eigentlich schade, denn was du darüber schreibst klingt interessant und würde mir bestimmt weiterhelfen.

Zum Thema Zähne: Ich habe 11 Amalgamfüllungen, die meisten davon seit Kindertagen, 3 Keramikinlays, 1 Vollkeramikbrücke, noch 3 Weisheitszähne, keine Kronen, keine Implantate, (was ist "WB"?). Schlechte Zähne sind in unserer Familie leider eine "Erbkrankheit".

An Margie: Deine Symptome ähneln den meinen tatsächlich sehr. Nein, meine Leber ist bisher noch nicht untersucht worden. Darf ich fragen, wie die Leberkrankheit, von der du sprichst, heißt? Ich habe nämlich demnächst nochmal einen Termin bei einem Gastroenterologen, der sich auch mit Leber und Bauchspeicheldrüse auskennt.

Bis bald

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Jammerliese,

die Krankheit heißt Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit). Es ist eine bei den meisten Ärzten nicht sehr bekannte Krankheit, weil sie zum einen relativ selten ist und weil zum anderen sie erst in den letzten Jahren besser erforscht wurde und die Ärzte daher, als sie studierten, noch nicht viel darüber erfahren haben.
Möglicherweise wird Dein Gastroenterologe die Krankheit dem Namen nach kennen, aber er dürfte damit keine Erfahrung haben, weil es so viele diagnostizierte Patienten nicht gibt (die Dunkelziffer ist mit 2 Dritteln dafür umso höher.....).

Die Leber scheidet bei der Krankheit Kupfer, das in der Nährung enthalten ist, nicht aus. Die Folge ist eine schleichende Kupfervergiftung, d. h. man entwickelt langsam immer mehr Vergiftungssymptome, wobei die Leberwerte nicht mal unbedingt erhöht sein müssen, auch dann nicht, wenn man bereits eine Zirrhose hat. Das ist einer der Gründe, weshalb die Ärzte gar nicht an diese Krankheit denken, denn bei normalen Leberwerten denkt man eigentlich, die Leber ist nicht krank.
Auch ich war, wie Du vor meiner Diagnose (und auch noch danach) Dauergast bei allen Fachärzten, denn die Krankheit schädigt eben den ganzen Körper. Ganz typisch sind Verdauungsprobleme und Nervenstörungen (neurologisch und psychisch). Aber auch Herz, Nieren, Immunabwehr, Bauchspeicheldrüse, Haut, etc. sind oft betroffen.
Bei mir ist auch die Bauchspeicheldrüse betroffen, sie produziert weniger Enzyme.

Hier im Forum gibt es eine Rubrik dazu unter Erbkrankheiten. Bei der Krankheit hat man 2 Gendefekte (beide Eltern sind Krankheitsüberträger und sie sind in der Regel gesund oder nur leichter betroffen).

Die Internetseite des dt. Selbsthilfevereines findest Du hier (mit Adressen von Fachärzten):
MorbusWilsonEV

Wichtig wäre, wenn man mal grob prüfen will, die folgenden Werte zu bestimmen:
Serum-Kupfer
Coeruoplasmin
24h-Urinkupfer (Sammelurin für 24h)
Aus den beiden ersten Werten kann man dann noch das sog. "freie Kupfer" errechnen, das ist das schädliche Kupfer. Formel dazu hier: MorbusWilsonEV

Die og. Werte schwanken jedoch bei den Betroffenen stark und sind bei vielen auch öfters normal, d. h. man sollte die Werte möglichst mehrere Male bestimmen.

Bei Verdacht auf die Krankheit sollte man noch den sog. Kayser-Fleischer-Ring bei einem Augenarzt mit der Spaltlampenuntersuchung ausschließen lassen (ggf. empfielt es sich auch hier eine Zweitmeinung einzuholen, da nicht alle Augenärzte wissen, wo dieser Ring zu finden ist).
Allerdings kann man die Krankheit auch haben, wenn dieser Ring (noch) nicht vorhanden ist, aber sollte er vorhanden sein, so wäre das so gut wie die Diagnose.
Letztlich ist oft die Leberbiopsie mit der Bestimmung des Leberkupfers entscheidend.
Es gibt auch einen Gentest, der aber nicht in allen Fällen aussagefähig ist. Aber auch er wäre bei Verdacht auf die Krankheit einen Versuch wert.


Gruß
margie
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


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