Antidepressiva Hilfe

19.02.15 02:16 #1
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NicolasD ist offline
Beiträge: 5
Seit: 16.02.15
Ich war 2012 in Therapie wegen Depressionen, Ängsten, SVV und anderen Sachen und habe im Rahmen dieser Therapie ein Antidepressivum verschrieben bekommen, das ich bis vor einem Jahr auch regelmäßig eingenommen habe. Dann hab ich es ohne ärztliche Absprache abgesetzt und jetzt merke ich erst, dass die Tabletten wohl ursprünglich doch geholfen haben. Seit ich die nicht mehr nehme, geht es einfach nur noch bergab. Das scheint schubartig zu passieren: ich 'drehe durch' und bin stehe dann tagelang extrem neben mir und falle zurück in meine selbstschädigenden Verhaltensmuster. Irgendwann kriege ich mich wieder ein und bin dann wieder klarer für ein Zeit. Nach einigen Wochen oder Monaten passiert das gleiche wieder. Ich bin dann für ein paar Tage nicht 'ich selbst' und wenn es dann wieder besser geht, fehlt mir der Zugang zu dem, was ich in der Zeit gemacht habe. Ich hatte jetzt wieder so einen 'Schub' und das war ziemlich heftig und ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann.
Ich mag es nicht, Tabletten nehmen zu müssen, aber das, was ich hier gerade mache, ist kein Leben.
Wo jetzt mein Problem liegt: ich weiß nicht, wie ich an die Tabletten kommen soll. Zurück zu meiner alten Psychiaterin ist problematisch, da ich inzwischen umgezogen bin, zusätzlich die langen Wartezeiten auf einen Termin und Diskussionen darüber, warum ich da irgendwann nicht mehr augetaucht bin. Neuen Psychiater suchen -> auch lange Wartezeiten und erst mal Hausarzt erklären müssen, warum ich eine Überweisung brauche. Alles derzeit schwer umsetzbar, da ich wieder große soziale Ängste habe und es mich große Überwindung kostet, überhaupt das Haus zu verlassen, geschweige denn, mit einem Fremden über meine Probleme zu diskutieren.
Wahrscheinlich ist es nicht so kompliziert wie es mir gerade vorkommt, aber ich sehe mich da gerade vor einer unlösbaren Aufgabe stehen. Ich hab gehört, dass manchmal auch Allgemeinmediziner Psychopharmaka verschreiben. Würde mir ein Arzt ein Rezept ausstellen wenn ich sage, dass ich das früher immer genommen habe, oder macht das keiner? Ich kann/will nicht extra zum Psychiater, unter 3 Monaten Wartezeit läuft da nix und bis dahin drehe ich durch.

Sorry, dass das jetzt so lang geworden ist. Ich hoffe, mir kann jemand helfen.

AW: Antidepressiva Hilfe

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.124
Seit: 08.11.10
Hallo NicolasD,

Ich bin ein absoluter Gegner von Psychopharmaka. Bei deinen Symptomen wüsste ich jetzt aber auch keine andere Lösung. Du hast so etwas wie einen Filmriss der mehrere Tage anhält und es kann auch passieren, dass du dich in der Zeit selbst verletzt?

Zu deiner Frage. Meine Erfahrung ist, dass Ärzte generell zu schnell die Symptome auf die Psyche schieben und Antidepressive verschreiben wollen. Das ist mir auch schon passiert, obwohl es Erklärungen (also körperliche Ursachen) für meine Beschwerden gab, wollte man mir Antidepressiva verschreiben.

Deshalb denke ich, jeder beliebige Arzt wird dir ein Rezept für das Antidepressiva ausstellen, welches du vorher genommen hast. Wenn du sagt, deine Ärztin ist umgezogen, sollte das kein Problem sein.

Es gilt generell, Antidepressiva darf man nicht plötzlich absetzen. Da geht es einem immer schlechter. Wenn dann muss man das langsam ausschleichen. Die Dosis über Monate langsam verringern.

Ich würde zum nächsten Allgemeinmediziner gehen und sehe darin kein Problem. Oder kannst du deine alte Ärztin telefonisch erreichen? Die kann vielleicht auch das Rezept ausstellen, ohne das du anwesend bist.

Antidepressiva Hilfe

MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.214
Seit: 15.05.13
Zitat von NicolasD Beitrag anzeigen
Ich war 2012 in Therapie wegen Depressionen, Ängsten, SVV und anderen Sachen und habe im Rahmen dieser Therapie ein Antidepressivum verschrieben bekommen, das ich bis vor einem Jahr auch regelmäßig eingenommen habe. Dann hab ich es ohne ärztliche Absprache abgesetzt und jetzt merke ich erst, dass die Tabletten wohl ursprünglich doch geholfen haben. Seit ich die nicht mehr nehme, geht es einfach nur noch bergab.

Das scheint schubartig zu passieren: ich 'drehe durch' und bin stehe dann tagelang extrem neben mir und falle zurück in meine selbstschädigenden Verhaltensmuster. Irgendwann kriege ich mich wieder ein und bin dann wieder klarer für ein Zeit. Nach einigen Wochen oder Monaten passiert das gleiche wieder. Ich bin dann für ein paar Tage nicht 'ich selbst' und wenn es dann wieder besser geht, fehlt mir der Zugang zu dem, was ich in der Zeit gemacht habe.

Ich hatte jetzt wieder so einen 'Schub' und das war ziemlich heftig und ich weiß, dass ich so nicht weitermachen kann.
Ich mag es nicht, Tabletten nehmen zu müssen, aber das, was ich hier gerade mache, ist kein Leben.
Wo jetzt mein Problem liegt: ich weiß nicht, wie ich an die Tabletten kommen soll. Zurück zu meiner alten Psychiaterin ist problematisch, da ich inzwischen umgezogen bin, zusätzlich die langen Wartezeiten auf einen Termin und Diskussionen darüber, warum ich da irgendwann nicht mehr augetaucht bin. Neuen Psychiater suchen -> auch lange Wartezeiten und erst mal Hausarzt erklären müssen, warum ich eine Überweisung brauche. Alles derzeit schwer umsetzbar, da ich wieder große soziale Ängste habe und es mich große Überwindung kostet, überhaupt das Haus zu verlassen, geschweige denn, mit einem Fremden über meine Probleme zu diskutieren.
Wahrscheinlich ist es nicht so kompliziert wie es mir gerade vorkommt, aber ich sehe mich da gerade vor einer unlösbaren Aufgabe stehen. Ich hab gehört, dass manchmal auch Allgemeinmediziner Psychopharmaka verschreiben. Würde mir ein Arzt ein Rezept ausstellen wenn ich sage, dass ich das früher immer genommen habe, oder macht das keiner? Ich kann/will nicht extra zum Psychiater, unter 3 Monaten Wartezeit läuft da nix und bis dahin drehe ich durch.

Sorry, dass das jetzt so lang geworden ist. Ich hoffe, mir kann jemand helfen.
Hallo Nicolas,

auffallend ist, dass Du die von Dir oben geschilderten Beschwerden nicht durchgehend hast, sondern hin und wieder bekommst, und danach immer wieder beschwerdefrei bist. Hast Du schon mal über einen möglichen zeitlichen Zusammenhang mit bestimmten auslösenden Faktoren nachgedacht?

Freundliche Grüße
Miglena
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Ein freundlicher Blick durchdringt die Düsternis wie ein Sonnenstrahl. (Albert Schweitzer)

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MiglenaN ist offline
Beiträge: 1.214
Seit: 15.05.13
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AW: Antidepressiva Hilfe

Karde ist offline
Beiträge: 5.006
Seit: 23.05.12
Hallo
kannst Du evtl. schreiben, was Du für ein AD genommen hast. Fände es auch sehr wichtig rauszufinden was die jeweiligen Phasen auslöst - evtl. bestimmtes Essen, zusammenkommen mit Leuten.. evtl. triggert da etwas alte Traumas, dann würde Dir eine Therapie mehr bringen statt wieder AD.

Herzliche Grüsse
Béatrice
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Flummi ist offline
Beiträge: 369
Seit: 29.07.09
Geh zu deinem Hausarzt und schildere ihm die Sachlage. Der kann dir das AD auch verschreiben und so lange Folgerezepte ausstellen bis Du einen neuen Psychiater hast.
Und, Nicolas, ich denke Du hast ein Akzeptanz-Problem, d.h. Du denkst wohl, dass Du für dein Verhalten, das Zeug abgesetzt zu haben, abgelehnt wirst. Das ist Quatsch, denn das erleben Psychiater täglich und wenn die jeden zurückweisen würden der sich so verhält dann hätten die ganz schnell leere Praxen. Du kannst also auch ohne Termin zum Psychiater und dir nur ein Rezept geben lassen. Normalerweise drückt man dir dann noch ein Termin zum Wiedersehen im Sprechzimmer aufs Auge.

Zitat von derstreeck Beitrag anzeigen
Es gilt generell, Antidepressiva darf man nicht plötzlich absetzen. Da geht es einem immer schlechter. Wenn dann muss man das langsam ausschleichen. Die Dosis über Monate langsam verringern.
Die Leute die Absetzerscheinungen haben sind die Ausnahme. Die meisten Leute vertragen es wenn man das AD von jetzt auf gleich absetzt. Sieht man ja hier - das was NicolasD jetzt an Problemen hat sind keine Absetzerscheinungen.

Geändert von Flummi (19.02.15 um 14:52 Uhr)

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Karde ist offline
Beiträge: 5.006
Seit: 23.05.12
Zitat von Flummi Beitrag anzeigen
Die Leute die Absetzerscheinungen haben sind die Ausnahme. Die meisten Leute vertragen es wenn man das AD von jetzt auf gleich absetzt.
Sieht man ja hier - das was NicolasD jetzt an Problemen hat sind keine Absetzerscheinungen.
Flummi
Es gibt spezielle Foren, die voll sind mit Menschen die Entszugserscheinungen haben und sehr grosse Probleme mit Absetzen. Leider ist der Verschrieb sehr schnell gemacht, aber Aerzte die sich mit dem Absetzen auskennen gibt es wenige.
AD's greiffen in den Hirnstoffwechsel ein und beeinflussen dadurch den ganzen Menschen - ein Entzug von dieser Chemie kann sehr lange dauern.
Schau mal hier im Forum es gibt genügend Threads wo Benzoabhängige um Hilfe bitten. Es kommt auf viele Faktoren an wie schnell jemand davon loskommt.
LG Béatrice
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Flummi ist offline
Beiträge: 369
Seit: 29.07.09
Zitat von Karde Beitrag anzeigen
Es gibt spezielle Foren, die voll sind mit Menschen die Entszugserscheinungen haben und sehr grosse Probleme mit Absetzen.
Das heißt aber nicht, dass die Mehrheit der Leute davon betroffen ist. Psychiater kennen sich damit z.T. nicht so gut aus weil das eben nicht so oft vorkommt.
Und bei manchen kommt einfach nur die Krankheit nach ein paar Tagen nach dem Absetzen zurück und die bilden sich ein das wären Absetzerscheinungen. Dabei kommen Absetzerscheinungen unmittelbar nach dem Absetzen vor und nicht erst nach ein paar unauffälligen Tagen. Und manche bilden sich sogar Absetzerscheinungen bei ADs ein die garkeine machen (z.B. Trizyklika).
Der Vergleich zu Benzos ist albern. Die Absetzerscheinungen bei moderen ADs sind im Vergleich zu den Entzugserscheinungen eines Benzos relativ harmlos. Ein Benzo-Entzug kann nämlich so heftig wie ein Heroin-Entzug sein - und vor allem länger andauern.
Du musst dich nicht an Foren wie dem ADFD orientieren. Die sind total unseriös. Die behaupten sogar, dass die modernen AD generell bei Depressionen nicht besser wirken als ein Placebo; dabei ist nachgewiesen, dass die bei starken Depressionen gravierend besser als ein Placebo helfen.

Geändert von Flummi (19.02.15 um 16:28 Uhr)

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Karde ist offline
Beiträge: 5.006
Seit: 23.05.12
Hallo Fummi
ich weis nicht was NicolasD genommen hat, darum kann ich nichts genaueres schreiben. Jedenfalls bin ich mir bewusst, dass jeder Mensch anders reagiert, je nachdem was sich in seiner Körperchemie verändert hat und wie zb. auch sein Verhalten daran beteiligt ist, da kann auch Stress etc.eine Rolle spielen.
LG Béatrice

Heute können auch Hormone bestimmt werden und damit kann vermieden werden, dass jemandem ein falsches AD verschrieben bekommt oder einfach den Stempel "Depression" bekommt, wenn was ganz anderes vorliegt.
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keinerhilft ist offline
Beiträge: 54
Seit: 19.12.14
Vielleicht gibt es eine Ambulanz wo man sich das verschreiben lassen kann???
Den Namen des Arztes muss der Patient ja kennen und falls Zweifel dann soll die Ambulanz oder aber auch der Ersatzarzt dort anrufen.

Ich muss auch viele Medikamente nehmen und lasse mir zum Beispiel IMMER einmal im Jahr ein ärztliches Attest ausstellen aufdem draufsteht welche Medikamente ich brauche. Dieses habe ich IMMER bei mir und hilft mir sehr wenn ich im Urlaub bin oder meine Ärztin und aber auch wenn ich spontan ins Spital eingeliefert werde.

Weil ich habe Suchtgift dabei und das kriegt man nicht ohne weiteres.

Das wäre einmal gut soetwas zu besitzen.

Und mit Antideppressiva habe ich zum Glück keine Erfahrungen, aber ich denke mir auch man muss es ausschleichen.

Ich habe mir bei meiner Pankreatitis erlaubt mein Morphin von heut auf morgen nicht mehr zu nehmen da es starke Schmerzen auslöste, mehr habe ich nicht gebraucht. Die Entzugserscheinungen waren heftig und da merkt man auch erst das man es gebraucht hat.

Andere Tips kann ich leider nicht geben, da ich mit Psyche einerseits Gott sei Dank nicht viel am Hut habe, allerdings mit Medikamenten und Entzugserscheinungen.

Alles Gute
LG


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