Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

16.09.10 19:33 #1
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Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

Schulle1973 ist offline
Themenstarter Beiträge: 82
Seit: 16.09.10
hallo cassandra,

ich bin bisher ebenfalls immer für meine eltern dagewesen, mache mehr als nur meine "pflicht". er könnte noch vieles schönes erleben, er hat keine schmerzen,wenn er sich endlich mal gesund ernähren und bewegen würde, es könnte anders sein.

habe ich kein recht zu leben,obwohl mein vater krank ist? darf ich es erst, wenn er nicht mehr ist? wo steht das geschrieben,dass ich mich selbst aufgeben muss? es ist mit verlaub, ein altes denken.

Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Schulle1973 Beitrag anzeigen
Hallo nicht der papa,

woher weisst du, dass mein vater diese medikamente nimmt? ich weiss, woher die austrocknung kommt und was dagegen zu tun ist. meine eltern haben sich erst vor 3 wochen eine neue ärztin gesucht,nachdem sie jahrelang auf ihre"zuckerärztin" geschworen haben. das war der einzige erfolg, den ich erreichen konnte. also sage nicht, sie werden nicht vernünftig vom arzt betreut. denn der kennt sie erst seit kurzem und macht auch hausbesuche.
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
Erstmal bekommt dein Vater seit 2 Jahren Diuretika. Die können je nach Mittel selbst eine Leberzirrhose auslösen. Beispiel:
Bitte lese einfach richtig. Diese Art Medikamente sind nunmal besonders gefährlich, wenn nicht genug getrunken wird.

Zudem scheinen deine Eltern dann doch wohl selbst erkannt zu haben, wie wichtig eine bessere ärztliche Betreuung ist, sonst hätten sie kaum einen anderen Arzt gesucht.

@cassandra
das freut mich für Euch.
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Krankheit meines Vaters macht mich kaputt

cassandra ist offline
Beiträge: 345
Seit: 16.06.06
@ von nicht der papa, danke.

@schulle,
warum verteidigst du dich? habe nur gesagt wie es bei uns laeuft.
und manchmal laeuft es so:
mach mal bitte lauter(anstaendigen satz ausgesprochen verstehen alte nicht mehr,) also ruft ER: LAUTER,
ich zurueck:LAUTER.
gut hoeren koennen wir schlecht, aber schlecht sehen gut.
und unsere tochter:papa jetzt du, wir hoeren zu,und wenn ich glueck hab bekomme ich dann bei der massage die ganze aufmerksamkeit.lol
es geht alles seinen weg ,man muss sich diesen weg ja nicht noch selbst erschweren.
bei uns gibt es auch ausrutscher,haelt sich in grenzen. wir ueben ja schon lange.

alles gute schulle und viel stamina wuensch ich dir.
gruss
cassandra

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Shorty ist offline
Beiträge: 507
Seit: 12.09.10
Zitat von Schulle1973 Beitrag anzeigen
hallo cassandra,

ich bin bisher ebenfalls immer für meine eltern dagewesen, mache mehr als nur meine "pflicht". er könnte noch vieles schönes erleben, er hat keine schmerzen,wenn er sich endlich mal gesund ernähren und bewegen würde, es könnte anders sein.

habe ich kein recht zu leben,obwohl mein vater krank ist? darf ich es erst, wenn er nicht mehr ist? wo steht das geschrieben,dass ich mich selbst aufgeben muss? es ist mit verlaub, ein altes denken.
Sicher hast Du ein Recht zu leben, auch wenn es Deinem Vater mies geht. Und wenn Du dich selbst aufgibst kannst Du keinem mehr helfen.

Bei dem was Du bisher geschrieben hast, hast Du alles erdenkliche getan um Deinen Eltern Hilfe anzubieten. Problem ist nur, wenn sie sich nicht helfen lassen, vor allem Deine Mutter die ja jetzt so verstockt ist dass sie Dir ja quasi weitere Hilfe verbietet, kannst Du am allerwenigsten dafür.

So hart es auch klingt, aber willst Du mit nem Revolver Deine Eltern dazu zwingen dass Du denen endlich helfen kannst?? Ich glaube nicht.

Zieh Dir den Schuh nicht weiter an und seh zu dass Du wieder auf die Reihe kommst. Wenn Deine Mutter sich umentschieden hat, kannste immer noch helfen.

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Kayen ist offline
Beiträge: 5.066
Seit: 14.03.07
Zitat von Schulle1973 Beitrag anzeigen
Mein Name ist Schulle, ich habe ein grosses Problem was mich Seelisch total kaputt macht.
Seid der Krankheit meines Vaters bin ich nicht mehr ich selber.
Ich möchte wieder mein Leben Leben mit meiner Frau...
Aber ich weiss nicht wo ich anfangen soll?

Du könntest anfangen das Leiden Deines Vaters zu verstehen.

Das könnte Dir bereits eine seelische Erleichterung bringen. Suche nicht nach irgendwelchen Diskrepanzen innerhalb der Familie, das wird dich nicht glücklich machen.

In Dir herrscht ein Zwiespalt zwischen Deinem Vater, Deiner Mutter (die ja beide in Dir vorhanden sind) und Dir. Du könntest vielleicht erstmal ein inneres Gespräch mit beiden führen, z.B.: Vater, wenn Du leidest kann ich nicht glücklich sein, dabei solltest Du versuchen ihm in Gedanken zu helfen, ihn und sein Leiden zu verstehen und mitfühlend sein. Deine Mutter zeigt ebenfalls Reaktionen, die einen ursprünglichen Hintergrund haben.

Herzliche Grüße
Kayen
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Ich habe den Eindruck,d aß hier die Rollen Vater-Mutter-Kind noch nicht abgelöst sind. Natürlich ist auch ein 70-Jähriger noch Kind gegenüber einem 90-jährigen Vater. Und natürlich bleibt dieser Vater immer Vater, obwohl er manchmal schon wieder zum (hilflosen) Kind geworden ist.

Ich glaube, da kann es wichtig werden und gut tun, wenn man sich als "Kind" klar macht, daß diese Rolle nicht mehr wirklich aktuell ist und daß das Kind sich nun selbst behelfen muß, weil Vater und Mutter ihre einstige Rolle als die Starken und Zuverlässigen, als die Bestimmenden usw. nicht mehr haben.
Aber gerade die alten Eltern können diesen Bewußtseinsschritt oft nicht mehr vollziehen. Deshalb ist es für das Kind um so wichtiger, da Klarheit zu schaffen, vor allem für sich selbst.

Grüsse,
Oregano

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Schulle1973 ist offline
Themenstarter Beiträge: 82
Seit: 16.09.10
Ich verstehe sein leiden, auch habe ich geredet mit ihnen,aber auch dieses hat nichts genützt.Er selbst müsste nicht leiden,wenn er endlich das machen würde was ihm die Ärzte sagen.Sie leben in ihrer Welt und wollen meine Hilfe nicht,das einzige was sie wollen ist Mitleid und verlangen das ich mir das mit ansehe,wie sie das gegenteil machen und dadurch zugrunde gehen.
Mein Vater liegt wieder im Krankenhaus,wieder und wieder ist es immer dasselbe....


@Shorty:
Danke für deine Worte,sie entsprechen der Wahrheit.
Ich habe wie gesagt den Kontakt abgebrochen,damit ich wieder mein Leben auf die Reihe bekomme.

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Schulle1973 Beitrag anzeigen
Er selbst müsste nicht leiden,wenn er endlich das machen würde was ihm die Ärzte sagen.
Schön, dass Du das so genau beurteilen kannst. In diesem Forum sind jede Menge Menschen, denen es leider kein bisschen besser dadurch ging, dass sie das taten.

Wenn ich deinen Beitrag #3 lese, dann scheinst Du in Selbstmitleid zu zerfließen, während Du deinen Eltern keinerlei Verständnis entgegenbringst. Im Gegenteil gebe ich deiner Mutter danach Recht, wenn sie sagt, dass Du ihnen nicht glaubst und ich gebe deinem Vater Recht, dass es etwas anderes ist, ob er eine Chemo macht oder ein junger Mensch.

Alleine die Vorstellung, dass man einem alten zuckerkranken Mann, der zudem möglicherweise etwas dehydriert und nach der Einnahme einer Schlaftablette etwas verwirrt ist, dann vorwurfsvoll zu sagen er solle sich mal anschauen wie er aussieht, ist mMn. komplett absurd.
Wie soll dich da dein Vater ernst nehmen. Ich tue es auch nicht.
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Oregano ist offline
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Hallo Schulle,

hast Du inzwischen therapeutische Hilfe gefunden? Das hätte den Vorteil, daß 'Deine Gedanken in andere Bahnen kämen und Du damit zu einem objektiveren Verhältnis zur Situation finden könntest.

Grüsse,
Oregano

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Shorty ist offline
Beiträge: 507
Seit: 12.09.10
Ich weiss nicht ob man es wirklich als Selbstmitleid bezeichnen kann.

Ich verstehe das so, dass die Eltern zwar die Situation ändern wollen (am liebsten soll sich Schulle drum kümmern) anderseits wollen sie aber keine Veränderung weil diese nicht deren Vorstellungen entspricht (fremde Pflegeperson im Haus, andere Medikamente öftere Arztkontrollbesuche).

Schulle soll die Krankheit weg machen, am besten mit dem Finger schnippen und paff weg, Vater gesund, Mutter hat keine Belastung mehr.

Da vor allem die Mutter jetzt mal mitbekommen hat, dass die Nummer mit dem Fingerschnippen nicht funktioniert wird sie langsam bockig, weil IHR Sohn genauso redet wie die Ärzte. Ich empfinde die Situation eher als Vereinnahmung des Sohnes.

Klar werden Eltern im Alter "etwas komisch"

Und irgendwann ist ein Punkt erreicht, da kann man kein weiteres Verständnis mehr aufbringen. Wo soll man noch Verständnis aufbringen, wenn alle 15 Minuten täglich das Telefon bimmelt und man nur irrwitzige Vorwürfe hört, so als ob man für die Erkrankung und die momentane Situation schuld wäre. Wo kann man noch weiter Verständnis aufbringen, wenn man in der eigenen kleinen Familie keine ruhige Minute mehr hat?
Wo kann man noch Verständnis aufbringen, wenn man Helfen will, aber von den Eltern total blockiert wird bis hin zur Schweigepflicht der Ärzte?

Ich verstehe schon, dass irgendwann KEIN Verständnis für die Situation mehr da ist. Ist denn Schulle schuld dass der Vater so krank ist? - Ich glaube nicht. Ist er denn schuld dass kein Pflegedienst in der Wohnung erscheint? - Glaub ich auch nicht.
Ist er denn schuld wenn der Vater ausgetrocknet ins Krankenhaus kommt?
Ich glaube nicht. Er ist ja nicht 24 Stunden um Vater rum um zu achten dass er genügend trinkt.
Soll er dann aus diesen Gründen seine Frau und seine Familie verlassen um bei den Eltern wieder einzuziehen um die Pflege zu übernehmen?? Nur damit kein Fremder in der Wohnung ist?

Ich kann mir schon vorstellen, dass die gesamte Situation (wie lange geht die schon??) echt zum würgen ist. Und wir Leser hier kriegen ja nur einen ganz kleinen Ausschnitt aus Schulle´s Leben mit. Wenn das was Schulle hier schreibt, nur 2% (lassen wir es auch mal 10% sein) dessen ist was tagtäglich abgelaufen ist, dann passiert es halt auch mal dass ein paar "dumme Sprüche" über die Bank gehen. <--- soviel zum Thema "für voll nehmen".

Ich nenne das was da gelaufen ist einfach Gängelung und Vereinnahmung. Und bei sowas hat irgendwann Jeder mal die Faxen dicke.

Ich hoffe wirklich für Schulle dass er professionelle Hilfe gefunden hat, um da aus dieser Nummer wieder raus zu kommen um dann wieder Leben zu können.


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