20 Jahre krank, kein Befund

05.03.08 18:01 #1
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20 Jahre krank, kein Befund

fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
die ärztin lies dann von einer klinik für psychosomatik und depressionen einen arzt kommen, der mit mir sprach. dort muss man mit wartezeiten rechnen, darum war dies wichtig. die psychratie sollte nur eine übergangslösung sein.
ich sollte dort mit dem bus hinfahren, aber ich machte sofort deutlich das dies nicht geht. fahrstrecke war etwa 6 kilometer, aber mir sah man mein schlechtes befinden nicht an, wie immer.
es wurde ein termin festgesetzt, ich sollte mit dem krankenwagen überführt werden.
nach 2 wochen krankenhaus ging es also dann dort hin.


ich schreibe bald weiter .....

20 Jahre krank, kein Befund

GH6 ist offline
GH6
Beiträge: 9
Seit: 06.08.09
Meine Beschwerden sind ähnlich wie deine nur eine Stufe schwächer. Bei mir wurde CFS diagnostiziert. Zum Glück ließ ich mich nicht auf Rat von "schlauen" Ärzten zu Antidepri überreden. Trotzdem wird nicht wirklich besser. Deshalb interessiert mich sehr was du gemacht hast, dass du wieder arbeiten kannst.

Geändert von GH6 (15.03.11 um 22:38 Uhr)

20 Jahre krank, kein Befund

fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
es war ein montag. meine mutter begleitete mich, wie so oft.
ich kannte die station in der psychatrie, weil ich dort schon einmal jemanden besuchte. mir war sie eher schlecht in erinnerung geblieben. ich empfand sie damals als duster und traurig.
ich wurde dort emfangen und mir wurde alles gezeigt. der bau ist sehr alt.
schnell erkannte ich, das man dort nicht einfach ist und darauf wartet das alles besser wird, sondern es gibt ein programm das alles andere als gemütlich ist.
sport, musiktherapie, entspannungstherapie, ergotherapie, education, gespräche usw.
sport und vor allem die ergotherpie waren meine favoritien.
die ergotherpie fand 2 mal die woche in einer art werkstatt statt, in der man vielfältigste möglichkeiten hatte. ton, zeichen, holz, stoff, keramik und und und.
die ganze anlage war schön und stadtnah.
ich schweife ab, aber es war schön dort und ich gehe manchmal noch auf das gelände, ua. um die ziegen zu besuchen.

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fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
ich kam in ein zimmer mit weiteren 3 personen. das dies alles für mich anfangs die hölle war, sah man mir wieder mal nicht an.
sport ? ich durfte anfangs mit und musste nur zuschauen. langsam wurde ich in alles involviert. mir ging es zu schnell, doch rückwirkend war es ok so.
die rausforderungen, die mitpatienten, aufgaben usw. waren genauso grausam wie angenehm. ich lernte sehr viele menschen dort kennen, welche änliche krankheitsbilder hatten oder eben auch ganz andere. aber krank ist krank, und alles ist relativ, so wie auch meine krankheit.
ich lernte mich dort selber kennen. ich lernte das jeder mensch anders ist und diese erkenntnis ist wichtig. respekt und toleranz kann man nur haben, wenn man dies weis. es gibt keine gute oder schlechte menschen.
jedenfalls ging es mir langsam immer besser, denkt aber nicht das dies einfach war. nach einer sportstunde war ich wie tot und zwei ältere patienten mussten mich links und rechts stützen um wieder in das hauptgebäude zu kommen.
es waren ständig etwa 30 mitpatienten dort. von 17 bis 80 jährigen.
ich hatte immer berührungsängste vor menschen die deutlich älter waren als ich. dort lernte ich, diese zu überwinden und erkannte, das sie gerne mit mir redeten usw. klar, was auch sonst, aber es war halt so.
ich hoffe dies klingt nun nicht überheblich, aber ich entwickelte mich dort langsam zu einer wichtigen person mit alphatiercharakter. meine meinung und meine anwesenheit war vielen wichtig, was ich auch verbal bestätigt bekam.
das war eine wichtige und schöne erkenntnis. das es in meiner firma eher anders herum ist, machte mich nachdenklich.
ich bekam auch immer mehr das gefühl, das die "irren" draussen sind und in der klink die normalen menschen.
die mehrzahl war sehr nett, einfühlsam und sensibel. ist dies vielleicht der fluch der über den netten menschen ist, das diese krank werden und dort landen ?
eine junge dame aus der nächsten klinik in die ich kam sagte. die gemobten sind in der klinik, die mobber sind draussen !

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fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
die 8 wochen dort, werde ich nie vergessen. ich würde sie nicht mit einem 3 wochen urlaub eintauschen wollen. die erkenntnisse, die menschen usw. waren mehr wert als 3 wochen strandurlaub. die vorurteile einer psychatrie sind völlig unbegründet. jeder der dort gehen musste war traurig und wollte es so lange wie möglich hinauszögern.
ich fing dort eine ssri tablettentherpie an. sertralin war mein mittel. die dosis war anfangs gering, wurde gesteigert. durch messung des wirkstoffspiegels wurde die dosis wieder reduziert, denn er war sehr hoch. heute weis ich, das es ein messfehler war, dies wurde in der nachfolgenden klinik bestätigt.
andererseits war es interessant, da ich nun weiss, das meine besserung nicht nur durch medikation hervorgerufen wurde.
übrigens bekam ich gemessen an den mitpatienten sehr wenig tabletten. den mix den manche an einem tag bekamen, war schon heftig.
meine nebenwirkungen waren sehr leicht.

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fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
ich war nun für 3 wochen zu hause bis ich in die andere klinik kommen sollte.
tendenziell ging es mir in den 3 wochen wieder etwas schlechter.
sorry meine diagnose dort war:
angststörung mit somatisierung und chronifizierung, depression.

die angst und die freude auf die nächste klinik waren gleich gross.
ich kannst die klinik von einem vorstellungs termin.
der bau war erst 5 jahre alt und mir kam es sehr viel freundlicher vor.
die zimmer waren maximal für 2 personen und später auch einzelzimmer auf wunsch.

der erste tag war wie immer ein wagnis. es war alles ganz anders dort.
es war sehr schön, offen, grosse fenster und eine kleiner terasse aus holz.
der grosse aufenthaltsraum war auch sehr angenehm, aber halt als phobiker erst mal nicht.
als ich den zu ersten mal betrat, dachte ich ich bin in einem modell-casting
gelandet.
sehr hübsche, junge damen. wir waren dann insgesamt um die 20 patienten, davon zu beginn nur 3 männer, grins.

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fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
die klinik war für psychosomatik und depressionen.
die angebote dort war ähnlich wie zuvor, wobei die gewichtung stärker auf gesprächen lag.
man hatte 3 mal die woche gruppentherapie, etwa 2 stunden und 2 mal die woche einzeltherpie mit seinem eigenen therapeuten, eine stunde.
mir erschien dies wichtig für mich.

sorry, ich mach mal pause, die sonne scheint .............

Geändert von fak2411 (20.03.11 um 15:24 Uhr)

20 Jahre krank, kein Befund

Angie ist offline
Beiträge: 3.390
Seit: 18.04.08
Klasse Fak!! Freue mich sehr für dich.

LG, Angie

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fak2411 ist offline
Themenstarter Beiträge: 791
Seit: 18.02.08
fak24 heisst übrigens FrAnK ..... lol, plus Geburtsdatum, 24.11.

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tellerrand ist offline
Beiträge: 713
Seit: 10.11.10
Und ist deine eigentliche Problematik der letzten 20 Jahre nun gelöst, oder hast du gelernt besser damit umzugehen?


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