Vergangenheit verarbeiten

30.12.06 19:14 #1
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Vergangenheit verarbeiten.

Rshona ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 30.12.06
Hallo Shelley, danke für Deine vielen Tips. Ich bin eigentlich schon länger daran an meinem Selbstvertrauen zu arbeiten, vor einem halben Jahr habe ich mich Selbständig gemacht und verkaufe schöne Dessous. Das heisst, ich führe keinen Laden, sondern führe Präsentationen durch. Es macht mir riesig Spass, und vorallem bin ich mächtig Stolz, mitlerweile vor mehreren Frauen stehen zu können und zu präsentieren. Das wäre früher nie möglich gewesen. Also in dieser Beziehung bin ich gewachsen. Was aber halt immer noch Mühe macht, das gleiche vor meiner Mutter/Patin zu können. Aber ich arbeite daran. Zum Beispiel gestern, waren wir bei meinen Eltern zu Hause. Was ich aber noch sagen muss ist, dass meine Patin mit Ihrem Mann gleich nebenan im Doppelhaus wohnt. Und natürlich waren diese wie immer auch anwesend. Meine kleine Tochter die sehr viel Temparament besitzt, hat in ihrer Wut ein Klötzchen durch die Wohnung geschmissen und getobt wie verrückt. Ich habe sie dann gebeten das Klötzchen aufzuheben, was sie aber nicht gleich gemacht hat. Und schon kamen die Vorwürfe: Du hast Dein Kind nicht im Griff, die kann ja machen was sie will, Du bist nicht konsequent usw. Auch meine Patin die keine Kinder hat, wollte mir Erziehungstips geben aber auf ihre Art. Ich hatte dann wirdlich das Gefühl ich müsste mich verteidigen und sagte Ihr, dass genau immer die Personen die selber keine Kinder hätten am besten wüssten, wie man erzieht. Zu meiner Mutter habe ich noch gemeint, dass wir hat keine perfekte Kinder und keine Vorzeigekinder hätten. Nachher sind wir gegangen. Mich hat das Ganze sehr aufgewühlt und mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Durch ein intensives Gebet bekam ich dann die Antwort, dass ich mich heute bei meiner Mutter entschuldigen soll, und ihr versuchen zu erklären, was in mir vorgeht, und dass ich daran arbeite meine Vergangenheit zu verarbeiten. Ich habe alles so gemacht und es war ein gutes Gespräch. Ich bin zwar nicht auf Details eingegangen, da das Gespräch am Telephon stattgefunden hat. Meine Mutter war happy und hat sich herzlich bedankt und sich selber auch entschuldigt. Das ist doch ein guter Start ins neue Jahr. Mir geht es einfach darum, dass ich meinen Kindern die Chance geben kann sich frei zu entfalten, dass sie sich traurig ärgerlich oder wütend fühlen dürfen, dass sie sich mitteilen dürfen, dass sie keine perfekten Kinder sein müssen, dass sie jeder Zeit zu uns kommen dürfen egal was sie angestellt haben, dass sie Vertrauen zu uns haben dürfen und wissen, dass immer jemand für sie da ist. Ich möchte nicht, dass sie in sich gekehrt sind, dass sie angst vor anderen Leuten haben müssen. Sie sollen ein gesundes Selbstvertrauen haben. Also wie Du siehst, das wichtigste für mich ist im Moment wichtig mit mir ins Reine zu kommen und die richtige Erziehung für meine Kinder zu finden. Es soll nicht in die gleiche Richtung gehen wie bei mir. Wie gesagt, ich kann nichts mehr an der Vergangenheit ändern oder auch nicht meine Mutter, aber ich kann lernen ihr mitzuteilen, dass wir für uns und usere Kinder auf dem richtigen Weg sind, und dass wir keine Erziehungsratschläge von ihr und meiner Patin benötigen.
Du hast noch ein anderes Thema angesprochen, und zwar wegen Kindsmisshanlung ect. Also von meiner Familie musste ich nie so was erfahren. Ich hatte aber ein Erlebnis, in der Schule,auf was ich jetzt aber nicht näher darauf eingehen kann und will. An dieser Begebenheit muss ich noch ganz intensiv arbeiten, weil ich es massiv verdrängt habe all die Jahre. Und zwar auch aus dem Grund, weil ich das Gefühl habe selber Schuld gehabt zu haben. Auch ist in der Pflegefamilie bei der ich 2Jahre war einiges vorgefallen, aber ich weiss nicht mehr alles, da ich im Kindergartenalter war. Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie mich von da wegholen musste, weil ich ständiges hohes Fieber hatte und sie gemerkt hat dass in dieser Familie etwas vorgefallen ist. Einiges weiss ich selber schon noch, aber ich habe es meiner Mutter nie erzählt. Tja jetzt weisst Du etwas mehr von mir. Vielleicht finde ich den Mut einmal über diese Sachen zu schreiben, braucht aber noch etwas Zeit. Ich danke Dir nochmals, dass Du Dir so viel Zeit nimmst für mich und natürlich auch allen Anderen. Ich wünsche Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr. Vielen Dank Liebe Grüsse Rshona

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.695
Seit: 10.01.04

würde es dir helfen, wenn wir ein "meinungsvertretspiel" machen? das ginge so, dass du zu irgend etwas deine meinung sagst. und dann kommt jemand und sagt extra was gegenteiliges. (auch wenn er es nicht meint und es nur für deine übung macht.) dann müsstest du also wehement deine meinung vertreten. so viel man auch dagegen schreibt. das wäre natürlich nur zur übung für dich. wäre das was?

Diese Idee von Shelley finde ich hervorragend...

Gruss,
Uta

Vergangenheit verarbeiten.

Creartist ist offline
Beiträge: 1
Seit: 29.10.04
Hallo,

ich würde dir raten einen guten Therapeuten aufzusuchen, der dir hilft über diverse Konflikte hinwegzukommen. Als Kinder geraten wir durch ein instabiles Umfeld allzuleicht in traumatische Situationen, die sich im Erwachsenenalter und ein Leben lang auswirken können. Das soll keine Angst machen sondern ermutigen, sich mit professioneller Hilfe dem Thema der eigenen Vergangenheit zu stellen.

Hausgemachte Therapien, so wie sie hier auch angeboten werden (Machen wir doch die oder jenes) sind nett gemeint, helfen aber nur bedingt weiter. Du gehst sehr wachsam mit dir um und das ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Die Lust an der Verwandlung, die Bereitschaft sich den Dingen zu stellen, Wunsch nach Veränderung.

Ich wünsche dir gutes Gelingen - aber bitte mit einem Profi.

auf www.therapie.de gibt es Therapeuten in deiner Nähe. Suche dir einen Psychotherapeuten und bespricht dein Problem. Dann wird man leicht feststellen können, welche Therapierichtung für dich geeignet ist.

Ich habe es selbst erfahren, weiß also wovon ich spreche.

Viele Grüße und alles Gute!

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Rshona ist offline
Themenstarter Beiträge: 4
Seit: 30.12.06
Hallo Creartist, vielen Dank für Deinen Tip. Du hast Recht das ist wahrscheinlich der beste Weg, das habe ich mir schon oft gedacht, jedoch hat mir immer etwas der Mut gefehlt diesen Schritt zu gehen. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, dass ich es einfach verdrängen kann, aber es gelingt nicht wirklich. Habe mir auch schon überlegt, ob ich mich hypnotisieren lassen soll, um vielleicht auch noch Anderes was mich unbewusst prägt aufarbeiten zu können. Jedoch habe ich auch etwas Angst davor. Es ist einfach an der Zeit, dass ich jetzt was unternehme, denn so kann es nicht weitergehen. Es ist im Moment etwas schwierig, da ja noch meine kleinen Kinder sind, die mich auch sehr brauchen. Und trotzdem brauche ich auch viel Zeit für mich, um alles verarbeiten zu können. Es wird schon klappen, da müssen wir durch. Vielen Dank nochmals. Wünsch Dir was. Gruss Rshona


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