Drogenkonsum jeglicher Art

08.06.17 00:56 #1
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bmtehc
Liebe Leute!

Kurz zu meiner Geschichte:


Seit dem 17ten bis zum 23 Lebensjahr (Mit 19 Borderline diagnostiziert)

Chronischer Tabak & Cannabiskonsum (mit Tabak die ersten Jahre, dazwischen eine 6 monatige Pause von Cannabis)
Fast täglich konsumiert,schätze um die 1 g manchmal etwas mehr, Qualität manchmal schlecht gewesen.

Mit 19 bis 22 chronisch Amphetamine (täglich 1-2 Gramm) mal Paste mal Stein & an Wochenenden Ecstasy (ca 4-10 St.) & Cannabis (dazwischen 2 Jahre Tabakstopp)

Zwischen dem 22.& und 23. Lebensjahr 10 monatiger chronischer Kokainkonsum, einmaliger Check hat 72 % ergeben. Täglich um die 0,5 - 1g. Als Kellner gearbeitet, vom Trinkgeld und Gehalt finanziert.
Mit 21 das erste Mal 300 mg Pregabalin (Lyrica) in hohen Dosen und dann bis zu 1200 mg in Partynächten , später mit Kokain und Alk kombiniert, mehrere Monate lang. Dazwischen selten Speed und Ecstasy, ca. 5 mal H. geraucht in dieser Zeit, keinen wirklichen Gefallen gefunden.

Mit 22-23 chronischer Lyrica Konsum wegen Angststörung (Vorliebe dafür entwickelt, hat mir bei der Arbeit geholfen, vor allem beim Sprechen mit den ganzen verschiedenen Kunden, war gesprächiger nicht mehr verklemmt (Am Zug gekellnert) . Benzodiazepine und Tramadol schmiss ich mir auch oft bedenkenlos rei, zum runterkommen nannte ich es (vom Trip) . Ich seh heute meine Fehler ein, habe mich auch wenn zu spät in die Materie besser eingelesen mehr informiert und seh meine DUMMHEITEN ein (besser zu spät als nie.. ). 2 mal wegen Überdosis Amphetamine und Krampfanfall (ausgelöst durch Pregabalinüberdosis im Krankenhaus gewesen. Ich will mit allem abschliessen und habe jetzt einige Fragen und bitte um Antworten von Erfahrenen Konsumenten Drogen jeglicher Art.

Kurz noch zum Auslöser meiner Entscheidung: Anfangs lief alles ganz gut, wie wahrscheinlich bei den meisten...
Doch dann:
Cannabis: Panikattacken, Todesangst, Druckgefühle bei der linken Brust, trotzdem konsumierte ich weiter...
Kokain: Engegefühl bei der Brust, Gedankenfluss ohne Ende, dachte jedes mal das wars jetzt, trotzdem machte ich weiter...
Amphetamine: so ziemlich mein Liebling gewesen, doch es war nicht mehr dasselbe. Panik.


Heute rauche ich ca. 10 Zigaretten am Tag, ab und an Wasserpfeife es hält mich auch wenn viele jetzt sagen die Zigaretten sind doch schlimmer ... von den anderen Sachen weg, die mir alle nur noch Todesangst bereiteten... ich fasse mir ständig in den Brustbereich aus Angst mein Herz könnte jederzeit stehen bleiben, sobald das Herz zwei drei mal ausser Takt schlägt (habe Herzrhytmusstörungen) gerate ich in totale Panik, was früher nie der Fall war.....

Ich nehme täglich noch ca 100-150 mg Pregabalin und selten 100 mg Tramadol zu mir, neben den Zigaretten...

Ich hab das Gefühl eine Menge hinter mir zu haben, das Gefühl dass es alles nicht wert war, die ganzen Nächte voller Angst, Gedankenveränderung, ich war nicht ich selbst, redete mit Menschen mit denen ich eigentlich nichts zu tun haben wollte nur Blödsinn, lebte einen Lifestyle der mir gar nicht gefallen hätte ohne den Drogen.

Manchmal hab ich das Gefühl ich habe meine Körper bereits so stark geschädigt, dass wenn ich sogar aufhöre, ich nur noch paar Jahre zu leben hätte, ich hab in viel zu kurzer Zeit viel zu viel gemacht. Ich hatte Nächte mit "Mega-Sessions", da haben wir zu 3. oder 5. oder 2. auch mehrere Mal Kokain nachgeholt, solange gezogen bis die Nasen in der Früh verstopft und geschwollen waren... das ging jahrelang so, immer war eine Droge im Vordergrung... Crystal habe ich 2 mal genommen, zum Glück konnte ich aufhören...Crack 3 mal geraucht da zu viel Kokain da war wollten wir es ausprobieren. Die Gesundheit, das ganze Geld, manchmal schlägt mir das herz bis zum Hals....

Wenn ich bei den paar Zigaretten (die wie ich weiss auch schon sehr schädlich sind) und bei dem Pregabalin bleibe bis ich den Absprung schaffe..
Mir geht es eigentlich besch***, mein Leben jedoch ist total in Ordnung, habe ein Wohnungsangebot bekommen, nehme die Wohnung ziehe mit meiner Freundin ein, habe einen festen Job auch wenn das Geld grad mal so reicht (1250 Netto)...

Kann mich jemand ermutigen, mir sagen was für ein Idiot ich war, und mir sagen ob der Körper wirklich erstaunliche Selbstheilungskräfte hat... ich weiss dass Menschen viel mehr überstanden haben, aber ich hab mein Umfeld beobachtet, die Menschen die als Abhängig galten, konsumierten bei weitem weniger als ich... wirklich .. es waren jetzt jahrelang jeden Tag fast Harte Drogen... ich hab Angst das von den ganzen ständigen ÜBERÜBERDOSIERUNGEN einfach starke irreparable schäden enstanden sein könnten, oft verspüre ich ein stechen im herzbereich und das versetzt mich total in panik... mittlerweile konnte ich mit Amphetaminen und Ecstasy (sowie MDMA) und Alkohol (einmal in 2 Wochen vllt noch paar Gläser Wein) abschliessen. Nur bei Kokain hab ich Bedenken, ihr wisst ja ... der Gedanke daran kann schon "erregend" sein..

Nur mir ist nach all den Jahren klar geworden, dass meine Familie und meine Freundin mich nie im Stich gelassen haben, ich will aufhören wegen dem Borderline in diesem Jammermodus zu sein....Ich will den Menschen zurück geben wo ich kann, und nur das nötigste (in diesem Fall Pregabalin) nehmen um klar denken zu können... denkt ihr kann der körper mit Ende 23 nocheinmal richtig alles sauber machen .. ?.. ich frage mich manchmal wie ich noch lebe, es gab 2 Todesfälle in meinem Kreis, wegen weitaus weniger Konsum, sie starben an den Folgen, einer Kokain und einer Kokain und Heroin Cocktails....einer 28 der andere 33...

Ich würde gerne eure Geschichten hören, ihr müsst mir nicht auf meine Antworten, nur Geschichten von tollen Menschen die vieles durch gemacht haben und heute trotzdem noch stehen, ich lese eure Texte auch wenn sie 7 A4 Seiten lang sind ... wer von euch hat eine lange Drogenkarriere hinter sich .. egal welche Drogen, von Zigaretten bis Heroin oder Kokain.. (bitte nicht mit Zucker anfangen )...

Danke fürs lesen und tut mir leid wenn mein Deutsch nicht gerade perfekt sitzt in manchen Sätzen, ich bin kurz vorm einschlafen und wollte einfach von der Seele reden und von meiner Körperlichen Erschöpfung berichten...in der Hoffnung auf mögliche Genesung nach täglichem Hardcore Konsum.. übrigens ich jogge 1 mal die Woche und mache alle 2 Tage 5x 15 Liegestütze um etwas fit zu bleiben, selten Kraftsport... 1 mal im Monat vllt ..früher 2 mal die Woche oder 3...vor der Drogenkarriere 1,79 und 91 Kilo, , jetzt noch 79 Kilo ...Freue mich auf eure Berichte <3 <3 <3 <3


Drogenkonsum jeglicher Art

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.705
Seit: 10.01.04
Hallo bmtehc,

ich bewundere Deine Ehrlichkeit in Deinem Bericht!
Das ist ja wirklich eine lange und aus heutiger Sicht für Dich ungute Drogengeschichte. Toll, daß Du davon weg kommen willst. Dazu wünsche ich Dir viel Erfolg!



Hast Du denn abgesehen von Deiner Freundin und Familie Unterstützung und Hilfe beim Projekt "von den Drogen herunter kommen"? Ich denke, das wäre sehr wichtig, und sicher kennst Du die bekannten Anlaufstellen:

Ein Ausstieg aus den Drogen ist zu jedem Zeitpunkt möglich! « No Hope in Dope
Ausstiegshilfen
...

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Drogenkonsum jeglicher Art

MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.687
Seit: 18.03.16
Hallo bmtehc,

deine Herzprobleme müssen nicht unbedingt von deinen Exzessen der Vergangenheit herrühren, sondern können durchaus von deinem aktuellen Konsum (Nikotin und Pregabalin) kommen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pregab...r.C3.A4nkungen

Ich würde dieses Thema mal mit deinem Arzt besprechen, vielleicht gibt es gegen die Angstattacken ja ein anderes Mittel ohne diese Nebenwirkungen. Viele Raucher berichten auch, dass sie viel weniger Nikotin für ihre Suchtbefriedigung brauchen, seitdem sie auf E-Zigaretten umgestiegen sind. Noch besser wäre natürlich, das Rauchen ganz aufzugeben, das hast du ja schon einmal geschafft.

Vielleicht reicht das ja schon, um die Herzrhythmusstörungen (und damit auch die Angstattacken!) loszuwerden.

Gute Besserung weiterhin!
__________________
Alles in Maßen. Erkenne dich selbst.

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bmtehc
Themenstarter
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Hallo bmtehc,

ich bewundere Deine Ehrlichkeit in Deinem Bericht!
Das ist ja wirklich eine lange und aus heutiger Sicht für Dich ungute Drogengeschichte. Toll, daß Du davon weg kommen willst. Dazu wünsche ich Dir viel Erfolg!



Hast Du denn abgesehen von Deiner Freundin und Familie Unterstützung und Hilfe beim Projekt "von den Drogen herunter kommen"? Ich denke, das wäre sehr wichtig, und sicher kennst Du die bekannten Anlaufstellen:

Ein Ausstieg aus den Drogen ist zu jedem Zeitpunkt möglich! « No Hope in Dope
Ausstiegshilfen
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Grüsse,
Oregano
Danke dir vom ganzen Herzen fühlt sich gut an zu wissen dass jemand es liest und sich die Zeit nimmt zu antworten, hast du schon Erfahrungen mit so etwas gemacht ? Übrigens danke für den Link stöbere auf der Seite herum find ich sehr informativ und interessant ! Mit freundlichen Grüßen BM

Drogenkonsum jeglicher Art
bmtehc
Themenstarter
Zitat von MaxJoy Beitrag anzeigen
Hallo bmtehc,

deine Herzprobleme müssen nicht unbedingt von deinen Exzessen der Vergangenheit herrühren, sondern können durchaus von deinem aktuellen Konsum (Nikotin und Pregabalin) kommen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pregab...r.C3.A4nkungen

Ich würde dieses Thema mal mit deinem Arzt besprechen, vielleicht gibt es gegen die Angstattacken ja ein anderes Mittel ohne diese Nebenwirkungen. Viele Raucher berichten auch, dass sie viel weniger Nikotin für ihre Suchtbefriedigung brauchen, seitdem sie auf E-Zigaretten umgestiegen sind. Noch besser wäre natürlich, das Rauchen ganz aufzugeben, das hast du ja schon einmal geschafft.

Vielleicht reicht das ja schon, um die Herzrhythmusstörungen (und damit auch die Angstattacken!) loszuwerden.

Gute Besserung weiterhin!
ich geb mein bestes danke für eure Antworten, ich find es toll bin das erste mal auf einem Forum, das Gefühl angehört zu werden und alles mal nieder zu schreiben wirkt befreiend geht es dir auch so damit ? Auch schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht wenn ich fragen darf ? Bzw im Allgemeinen Erfahrungen damit ? LG BM

Drogenkonsum jeglicher Art

MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.687
Seit: 18.03.16
Hier im Forum geht es weniger um Drogenbekenntnisse als um Wege, aus der selbstverschuldeten gesundheitlichen Misere wieder herauszukommen.

Aber du bist nicht allein! So ziemlich jede hochentwickelte Tierart nimmt, was sie kriegen kann:

Alkohol: Auch Tiere trinken, süchtig werden sie aber selten - SPIEGEL ONLINE
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