Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

05.04.12 18:04 #1
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AW: Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Hallo Valeria, schön, dass du dich mal wieder gemeldet hast. 5 mg reduzieren.... finde ich schon viel. Von 15 auf 10 mg sind 33 % Reduktion. Hoffe es gelingt. Das Umsteigen auf Tropfen könnte von Vorteil sein, da du da bequem in 0,5 mg Schritten reduzieren kannst (keine lästige Teilerei mit ungleichen Tablettenteilen). Ich selbst hatte die Tropfenform von Anfang an.
Deine peinliche Frage (warum eigentlich... ;-) ): Wie lange das dauert, kann bestimmt niemand vorhersagen. Aber es wird wieder besser werden. Wichtig ist, dass ihr euch nicht unter Druck setzt und jedes Mal enttäuscht seid, wenn "er" nachlässt. Ihr könntet versuchen mehr Wert auf Erotik und Berührungen zu legen, das kann sehr entspannend sein und nimmt den Druck. Erotik kann auch ohne "richtigen Sex" sehr intensiv und erfüllend sein. Zufrieden sein mit dem "was ist", dann wird das schon!
Herzliche Grüße
BEN
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ingo251264 ist offline
Beiträge: 9
Seit: 20.04.15
Hallo,
jch habe jetzt fast ein Jahr nach meinen zweiwöchigen Tavor Entzug hinter mir. Ein kurzes Fazit. Es wird langsam alles besser. Ich gehe seit gut vier Monaten wieder voll arbeiten, was nicht ganz einfach war. Außerdem kann ich schon wieder viele Situationen aushalten, wo ich noch vor ein paar Monaten riesen Probleme hatte. Zur Zeit bin ich dabei die AD zu reduzieren , die ich in einer sehr hohen Dosis genommen habe. Zopiclon habe ich noch als Notfallmedikament, im letzten Monat lag der Verbrauch bei einer Tablette. Möchte allen Mut machen, es lohnt sich dafür zu kämpfen. Ich glaube die Zeit heilt viele Wunden. Natürlich habe ich auch noch offene Baustellen die ich dieses Jahr mit meinen Therapeuten angehen möchte. Dank besonders Ben der mich oft sehr gut unterstützt hat.
Grüße Ingo

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

senoz32 ist offline
Beiträge: 5
Seit: 01.02.15
Hallo Ben!

Es ist 1 Jahr her, seidem ich zuletzt hier geschrieben hatte. Nich aber weil ich den Entzug unterbrochen habe: ich habe nach Ostern 2015 (Rund um März) mein letztes "regelmäßgen" Tropfen Diazepam genommen (nur in Ausnahme-Fälle: seitdem nur ca. 5 -6 Mal in den vielen Monaten!). Mein Psychiater hat mir zuerst Promethazin, dann mit Chlorprothixen verschrieben. Beide helfen ehrlich gesagt nicht so wie ich es mir wünschen würde, denn ich bin sehr sehr angespannt.

Und darum geht's: kann es möglich sein, sogar nach über 10 Monate seit dem Absetzten des Benzodiazepins, dass ich immer noch sooooo stark angespannt binn? Ich merke das sehr stark, denn ich habe da meine starkehn Zwänge (muss mir immer die Stirn und Gesicht anfassen, werde sehr nervös wenn die Aufmerksamkeit auf mich geziehlt ist, etc). Es ist sooo schwierig im Alltag...

Ich frage mich, ob ich mir da etwas zu großes zugetraut habe, indem ich eine Abhängigkeit von über 15 Jahre selbständig (ohne Entzug Klinik) beendet habe. In der Suchtambulanz war ich, leider hat man mir aber kein Psychiater empfehlen können, der so etwas ambulant behandeln könnte.

Natürlich mache ich auch Therapie seit voriges Jahr, und versuche immer wieder irgendwelche Entspannungs-Übungen zu machen - da ist aber meine grund-Nervosität zu hoch!

Ich habe mir mehrmals ernsthaft überlegt, ob ich nicht doch lieber Benzodiazepinen nehme, denn ich habe den Eindruck dass dan die Positven Aspekte (ruhiger, glücklicher) wichtiger sind als die negativen (Abhängigkeit, Cognitive Störung)... habe es aber doch nicht gemacht. Jetzt habe ich meine Aufmerksamkeit den Internet-Forums gewidmet. und habe über das Wundermittel "Kava Kava" gelesen. Dies soll wohl als pflanzliches Mittel sehr effektiv sein, und keinerlei Abhängigkeit oder cognitive Störungen verursachen.-

Sorry für den langen Bericht. Vor allem geht es mir darum zu sagen dass es durchaus möglich ist ein Entzug ambulant zu meistern (Ashton-Methode), dies aber sehr schwierig ist vor allem wenn man keine geeignete Unterstützung vom Psychiater bekommt. Vielleicht sollte ich zu ein Psychiater als Selbstzahler gehen, und dies als Investition in einer guten/besseren Betreuung sehen?

Beste Grüße,
Juan

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Kayen ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 14.03.07
Zitat von senoz32 Beitrag anzeigen

Ich habe mir mehrmals ernsthaft überlegt, ob ich nicht doch lieber Benzodiazepinen nehme, denn ich habe den Eindruck dass dan die Positven Aspekte (ruhiger, glücklicher) wichtiger sind als die negativen (Abhängigkeit, Cognitive Störung)... habe es aber doch nicht gemacht. Jetzt ha
Hallo Juan,

mit diesen Gedankengängen bist Du nicht allein, neulich wurden diese erst an mich herangetragen.
Allerdings ist dieser Mensch bereits über 60 Jahre alt und hat noch keinen Entzug hinter sich; aber sich wohlgemerkt für die Variante mit Benzoes und glücklich sein entschieden. Aufgrund seines Alters habe ich dann auch nichts mehr dazu gesagt, da ich diese Entscheidung somit verstehen kann (im Hinblick auf Kliniken, Psychotherapien etc.) so ein Entzug dauert an und ich finde es auch wichtiger dann den Rest seines Lebens "glücklich" zu verbringen, da er auch keinen blassen Schimmer hat, woher seine Anspannung/Ängste überhaupt herrühren. Es gibt keinerlei Ansatzpunkte.

Du bist aber wahrscheinlich jünger so ca. 32? und hast das gröbste, also den Entzug hinter Dir; jedoch nicht die richtige Lösung gefunden, welche Dich von Deinen Anspannungen/Ängsten befreit?
Mir fällt dazu noch Atarax ein, ein Antihistaminikum, welches die Anspannung nehmen kann und nicht abhängig macht. Es ist jedoch auch verschreibungspflichtig. Weißt Du noch wie Dein Zustand vor Einnahme der Benzoes war? Gab es ein Erlebnis welches therapierbar ist?

Liebe Grüße von Kayen
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Geändert von Kayen (23.02.16 um 19:05 Uhr)

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ingo251264 ist offline
Beiträge: 9
Seit: 20.04.15
Haben in meinen schwersten Stunden auch solche Gedankengänge gehabt. Vielleicht gibst Du Dir noch ein paar Monate Zeit, dann kannst Du immer noch entscheiden. Ich habe nach 10 Monaten erste deutliche Verbesserungen gemerkt. Ich glaube das ganze benötigt viiieeell Zeit.

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Hallo Juan,

du hast ja schon einige Antworten und Kommentare bekommen.
Wie du sicherlich weißt, ich habe auch ambulant entzogen und nicht so wirklich nach der Ashton-Methode. Von 3,5 mg Diazepam auf 0 in ca. 3 1/2 Wochen.
Auch nach 9-10 Monaten war ich teilweise noch sehr angespannt. Die körperlichen Symptome waren in den ersten 3-6 Monaten sehr ausgeprägt.
Nach einem Jahr wurde dann glücklicher Weise auch die psychische Verfassung besser.
Was hatte ich seit dem Absetzen und Jahr danach getan: Ich hatte zur Begleitung einen Psychiater einer Suchtambulanz, ich war in einer psychosomatischen Akutstation einer Krankenhauses (geplant, dort gab es eine Art Reha-Programm, aber in komprimierter Version) und danach war ich noch zur Reha für ca. 5 Wochen.

Was will ich sagen?! Ich habe den Entzug und die Zeit danach an oberste Stelle gestellt und alles getan, was möglich war, damit ich damit umgehen konnte und ich auch die Mittel und die Zeit hatte um weitestgehend "stressfrei (keine Arbeit ca. 1 Jahr) zu mir zurückzufinden.
Es ist bei jedem anders, aber wichtig ist, die Tür zum Benzo zu schließen. Wichtig ist die Unruhe auszuhalten, eigene Strategien zu entwickeln.
Es ist wirklich sau schwer! Geduld ist gefragt, Geduld ohne das Gefühl, dass es besser wird - aber die Zeit bringt es.

Auch nach fast 4 Jahren habe ich ab und an noch etwas Unruhe in mir und muss noch Baustellen abarbeiten. Baustellen, die mit Ängsten zu tun haben, die durch die Zeit mit Benzo und den Entzug entstanden sind.
Auch Ängste bei gesteigerter Aufmerksamkeit gehörten dazu.

Ein Entzug ist wohl wie eine Art Traumata und die schlimmen Stunden brenne sich tief ein. Bei Unruhe oder ähnlichem kommt die Angst, es könnte wieder alles so schlimm werden.
Aber wenn du konsequent bist und durchhältst, müsstest du Verbesserungen sehen können, oder!? Vergleiche die Zeit jetzt mit vor 6 Monaten.....

Vieles ist in meinem Buch detailliert beschrieben.

Ich hoffe, in meinen Ausführungen ist etwas brauchbares dabei!?

Herzliche Grüße
BEN / Erik
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Magg ist offline
Beiträge: 1.783
Seit: 26.06.10
@senoz32:

Ich kenne deine Krankengeschichte nicht, aber hast du gegen die Anspannung, Ängste und Zwänge die üblichen Serotoninwiederaufnahmehemmer schon mal genommen?

Ich vermute mal ja, sonst würde dir dein Psychiater kein Antipsychotikum verschreiben.

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senoz32 ist offline
Beiträge: 5
Seit: 01.02.15
Vielen Dank, Kayen! Ja, ich veresuche die innerliche Unruhe zu therapieren, aber es ist hilfreich zu hören dass die Idee sinnvoll ist, mit anderen Medikamenten die Anspannung zu reduzieren. Ich werde mal Ataray mit meiner Psychiaterin ansprechen! Besten Dank nochmals!! :-)

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senoz32 ist offline
Beiträge: 5
Seit: 01.02.15
Vielen DANK, Ingo! Es ist beruhigend zu wissen, dass auch andere Menschen noch nach 10 MOnaten nicht die Anspannung los geworden sind. Du hast Recht, ich werde noch etwas Geduld haben müssen. Aber es wäre interessant zu wissen, ob du auch andere Medikamente genommen hast, um besser mit der Unruhe umzugehen,...? Beste Grüße!


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