Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

05.04.12 18:04 #1
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Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von granny jane Beitrag anzeigen
da schlimmste ist, das keiner versteht wie einem geht, schade
Liebe Jana
denke immer daran - Du bist nicht alleine.

Hier gibt es Menschen die an Dich denken - wenn auch nur aus der Ferne und, es gibt sehr sehr viele Menschen die wie Du durch die Hölle gehen.

Versuche daran zu glauben - wir sind alle miteinander verbunden.

Halte Dich an die kleinen "Schönen Momente", immer wieder.
Ein Vogel der pfeifft - eine Wolke die zieht... es gibt so vieles..

und... atme manchmal bewusst ein - und beim Ausatmen, lächle Dir zu. Du hast schon viel geschafft.

Herzliche Grüsse
Béatrice
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Alles was ich anschaue --- schaut zurück

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Lisel ist offline
Beiträge: 19
Seit: 22.12.14
Zitat von granny jane Beitrag anzeigen
kenne eine weibliche angstpatientin, die von tavor auf die diaz umgestellt hat, ganz langsam über monate, dann je 0,5 mg alle 3 wochen reduziert und am ende nach beenden nur noch 9 tage wenige symtome hatte und dann war der spuk bei ihr vorbei, hat gut geklappt weil sie es gleich beim ersten versuch richtig gemacht hat, beneidenswert echt.... oder? sie hatte kaum symtome ....
Das ist interessant. Wirklich beneidenswert. Und wie geht es ihr jetzt? Was machen die Ängste?

Liebe Jane,

das habe ich auch versucht. Habe über 7 Jahre Tavor genommen und wollte dann nach dem Ashton-Manual umstellen und runterdosieren. Leider ist Geduld nicht so meine Stärke und ich habe von Tavor auf Diazepam in nur einer Woche umgestellt. Oder waren es zwei? Mehr auf jeden Fall nicht. Und dann kam der große Zusammenbruch. Zurück zu Tavor, was aber dann in meiner Dosierung nicht mehr gewirkt hat und ich auf einmal dreimal so viel brauchte und immer noch Angst hatte. Das war vor einem Jahr. Und seither versuche ich Tavor loszuwerden. War letztes Jahr von Mai bis Juni zur Entgiftung in einer Suchtklinik. Nach 6 Wochen konnte ich nicht mehr. Abbruch. Tavor. Drei Wochen später ging das aber auch nicht mehr. Tavor wirkte wieder nicht mehr. Angst. Ende Juli bis Ende August Entgiftung in der Suchtklinik. Danach vom 01.09. über 10 Wochen Langzeit-Reha. Eigentlich sollte die Reha 15 Wochen gehen, aber nach 10 Wochen konnte ich nicht mehr. Abbruch. Tavor. Jetzt bin ich seit dem 24.11. wieder in einer Klinik und bin seit 06.12 auf Null. Gestern stand ich kurz vor dem Abbruch. Ich denke nicht, dass ich es diesmal schaffe. Der Druck und die Ängste sind zu groß.

Könntest Du mir mal kurz sagen wie Du reduziert hast. Auch so schnell in einer Klinik wie ich oder langsam selber? Steht Deine Geschichte hier irgendwo in diesem Thread?

Jane, bist Du auch Angstpatient?

Viele Grüße
Lisel

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
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granny jane ist offline
Beiträge: 32
Seit: 21.10.14
liebe lisel,

bitte geh auf die seite adfd weil es dort die rubrik gibt benzodiazepine absetzen, dort sind gut berater, die dir helfen werden!!!!

ich habe "nur" 2 jahre zur nacht nach einer OP 5 mg diazepam genommen und kenne tavor gar nicht!!!!

ADFD • Forum anzeigen - Benzodiazepine absetzen

alles über mich steht auch hier drin..... viel glück von herzen jane
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Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Zitat von granny jane Beitrag anzeigen
so nun aber ....

meine muskeln schmerzten so sehr das ich kaum laufen konnte und mir wurde klar, keiner kann mir helfen, ich musss da durch!!!!

es ist aber doch so, das es in mini-mäuse-schritten etwas besser geht, ich fühle mich so alleine ....

lieben gruss jane - da schlimmste ist, das keiner versteht wie einem geht, schade
Liebe Jane,
ich verstehe dich sehr gut! Keiner kann das nachvollziehen, was du da durchmachst. Man fühlt sich hin und wieder so alleine gelassen, aber wer es nachvollziehen kann, der hat gerade das gleiche Problem oder hat es schon einmal erlebt. Es ist für andere sehr schwer vorstellbar, dass der ganze Körper und durchaus auch das Gehirn total verrückt spielt. Aber es kann eben kein anderer für dich bewältigen, es ist eine Lebensaufgabe für dich. Auch wenn du da durch falsche Behandlung reingerutscht bist, musst du es doch annehmen und die ganze Verantwortung übernehmen.
Auch ich bin durch eine falsche Behandlung in diese fatale Situation geraten. Ich wurde zu einem Angstpatienten, der nichts mehr wusste. Totale Verwirrung, Irritation. Man lebt wie sabotiert, aber du weißt woher es kommt und bist schon sehr weit.
Keine Ahnung, ob es dir hilft....... ich habe seit Tagen wieder einmal seeeehr starke Rückenschmerzen, ich konnte letzte Nacht mich fast nicht bewegen. Der Toilettengang war ein Höllentrip. Ich habe keine Ahnung woher es kommt. Sind es Tabletten die ich nehme (Betablocker oder die anderen Blutdrucksenker oder der Rest des Quetiapin). Immer wieder gibt es Zeiten, die mich an den Entzug erinnern, aber nach 2 1/2 Jahren darf ich wohl davon ausgehen, dass der körperliche Entzug abgeschlossen ist. Er war wohl schon nach ca. 6-9 Monaten abgeschlossen, trotzdem gab es immer wieder mal Momente, in welchen diverse Symptome wie Schwindel, etc. angetriggert wurden. Was ich meine, die Zeit des Entzugs wirkt psychisch sicherlich nach, wobei das eigentliche Problem nicht mehr da ist. Das Gehirn muss das aber erst mal lernen, dass es nun anders ist. Uuuuund auch Menschen, die unsere Geschichte nicht kennen und haben, unterliegen Schwankungen und haben auch Tage an denen es ihnen schlecht geht und sie sich alleine fühlen.
Kopf hoch!!! Du musst eine starke Frau sein, dass du es so weit geschafft hast. Du wirst auch die weiteren Prüfungen bestehen, du kennst den richtigen Weg und weißt um den Gewinn, deshalb hast du die Kraft das weiterhin durch- und auszuhalten!!!

Du bist nicht alleine! Melde dich, gerne auch per PN, wenn du möchtest!

Herzliche Grüße
BEN
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Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Zitat von Lisel Beitrag anzeigen
Das ist interessant. Wirklich beneidenswert. Und wie geht es ihr jetzt? Was machen die Ängste?

Liebe Jane,

das habe ich auch versucht. Habe über 7 Jahre Tavor genommen und wollte dann nach dem Ashton-Manual umstellen und runterdosieren. Leider ist Geduld nicht so meine Stärke und ich habe von Tavor auf Diazepam in nur einer Woche umgestellt........

Jane, bist Du auch Angstpatient?

Viele Grüße
Lisel
Hallo Lisel,

ich selbst war durch unerkannte Extrasystolen und einer folgenden falschen Behandlung mit Diazepam zu einem abhängigen Angstpatienten geworden.
Meine Geschichte (12 1/2 Jahre Diazepam-Abhängigkeit) steht am Anfang des Thread.
Du hast sicherlich zu schnell umgestellt und reduziert, außerdem erscheint es mir, dass du noch keine richtige Strategie hast um mit den Entzugssymptomen, den Ängsten und den schlechten Gefühlen umzugehen.
Möglicher Weise fehlt dir noch die innere Überzeugung, dass das Benzo kein Helfer ist. Du musst diesen Saboteur in dir enttarnen. Du brauchst innere Klarheit und Überzeugung, dass der Weg des Entzugs der richtige ist. Möglicher Weise muss in deinem Fall sehr langsam ausgeschlichen werden, parallel brauchst du eine Therapie, die dir ermöglicht dir Ursachen deiner Ängste aufzuarbeiten. Du musst deine Trigger der Angst kennen, damit du diese enttarnst und du für den Trigger eine entsprechende Gedanken und Verhaltensstrategie entwirfst. Dein Gehirn muss der Geschwindigkeit des Entzugs folgen können. Grundsätzlich ist bei jedem Menschen, der nicht geistesgestört ist, eine aufkommende Angst eine reale Angst. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussieht, da ja keine reale Bedrohung zu erkennen ist, schon gar nicht für den Außenstehenden. Aber es gibt in dir Annahmen, die die Angst auslösen. Diese werden immer wieder angetriggert. Wie gesagt, wenn du mehr Klarheit über deine Situation hast, mehr Wissen um deine Ängste, warum sie da sind und welche falschen Annahmen sie am Leben erhalten, kannst anfangen zu lernen diese anzunehmen und mit der Zeit immer mehr auszuhalten und zu bewältigen. Wichtig ist, dass du soweit kommst, dass du im Angstfall eine klare Entscheidung treffen kannst, ob die Angst berechtigt ist oder nicht. Ohne diese klare Entscheidung kannst du dem Angstkreis nicht entkommen bzw. ich unterbrechen. Wenn du die Entscheidung treffen kannst, dann hast du die Basis um die Angst auszuhalten. Außerdem gibt es diverse Methoden um Ängste zu provozieren um diese dann bewusst anzunehmen und auszuhalten. Möglicher Weise weißt du durch deine Klinikaufenthalte, etc. schon alles, was ich dir geschrieben habe, möglicher Weise ist dir der ein oder andere Punkt aber noch nicht bewusst genug.
Es gilt alle Fragezeichen zu klären, damit du Klarheit erlangst. Gedankenkreisel müssen kanalisiert werden.
Ich hatte fast 14 Jahre sehr starke Ängste, am Anfang fast täglich Todesängste (Monate lang). Ich habe nach über 11 Jahren erstmals versucht das Diazepam loswerden, da mir vieles nicht bewusst war und ich zu schnell war und ich die Ursachen für die Ängste noch nicht kannte. Im 2. Anlauf im April 2012 hat das dann endlich geklappt. Ich hatte alle Voraussetzungen für einen erfolgreichen Entzug geschaffen. Es hat lange gedauert bis mein Gehirn wieder einigermaßen normal funktionierte und die schwere Zeit des Entzugs verarbeitet hat, ABER ES LOHNT SICH!!!

Ich habe meine Geschichte und meine Erfahrungen und mein neues Wissen in einem Buch niedergeschrieben.

Vielleicht hilft dir der ein oder andere Satz....

Herzliche Grüße
BEN
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AW: Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

granny jane ist offline
Beiträge: 32
Seit: 21.10.14
lieber ben, danke für das angebot.

leider kann ich nur am pc schreiben, da ich hier eingeloggt bin, schade.

4 monate und 2 wochen und es ist immer noch sehr schwer.

meine symtome blockieren mich sehr und d. h. auch, das ich dadurch sehr traurig werde.

der arzttermin ergab, das es wieder ungeklärt ist aber das der entzug dominant ist! schreibe pn. wenn ich rausfinde wie es geht?

lg jane
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senoz32 ist offline
Beiträge: 5
Seit: 01.02.15
Hallo Ben,

Ich habe gesehen, dass du in einem Beitrag gesagt hast, dass du auch längerer Zeit Benzodiazepin NACH BEDARF eingenommen hast, und dass dieses NACH BEDARF eigentlich dazu geführt hat, die Abhängigkeit nicht selbst wahrzunehmen oder ernst zu nehmen.

Ich habe auch damit vor 15 Jahren angefangen, und versuche jetzt davon los zu werden. Hast du auch diese 2-3 Mal pro Woche zu einer täglischen Dosierung geändert, und dann mittels Ashton Methode runter-"getappt"?

So habe ich es nähmlich gemacht, ursprünglich eine halbe Tablette (0.25 mg) Clonazepam eher 3 oder 4 Mal pro Woche auf eine regelmäßige Einnahme von dem nach Ashton berechnete Menge Diazepam: 5 mg Diazepam (10 Tropfen).

Ich bin sehr, sehr langsam vorgegangen. Jetzt bin ich damit sogar auf nur noch 2 mg (4 Tropfen) Diazepam heruntergekommen (jedoch weiterhin erhebliche Angst/Anspannung/Zwang...). Leider sitze ich fest und trau mich nicht weiter runter.

Zugeständniss: ich habe auch noch Clonazepam (Rivotril) Zuhause, und habe es bei starker Unruhe/Panik eingenommen. Ich habe mich heute entschieden, und habe endlich alle Fläschen Clonazepam weggeworfen.

Jetzt stecke ich mit 4 Tropfen fest, trau mich nicht weiter runter. Ich habe furchtbare Angst, dass meine Psychiaterin auf ein stationären Entzug besteht - dies möchte ich aber nicht (möchte keine Erklärungen in meinen Sozialen Umfeld oder in meiner Arbeit geben müssen).

Meine Psychiaterin meinte schon, sie hätte keine Erfahrung mit Benzodiazepinen und Entzug. Vielleicht sollte ich eine Beratung im Zentrum für Suchthilfe in meinem Wohnort aufsuchen?

Jeder Tipp würde mir weiterhelfen...

VIELEN DANK, Vielen vielen Dank dies könnte der Anfang meiner wirklichen Freiheit nach 15 Jahren sein...!

BG,

Juan

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Zitat von senoz32 Beitrag anzeigen
Hallo Ben,

Ich habe gesehen, dass du in einem Beitrag gesagt hast, dass du auch längerer Zeit Benzodiazepin NACH BEDARF eingenommen hast, und dass dieses NACH BEDARF eigentlich dazu geführt hat, die Abhängigkeit nicht selbst wahrzunehmen oder ernst zu nehmen.

Ich habe auch damit vor 15 Jahren angefangen, und versuche jetzt davon los zu werden. Hast du auch diese 2-3 Mal pro Woche zu einer täglischen Dosierung geändert, und dann mittels Ashton Methode runter-"getappt"?

..........Menge Diazepam: 5 mg Diazepam (10 Tropfen).

Ich bin sehr, sehr langsam vorgegangen. Jetzt bin ich damit sogar auf nur noch 2 mg (4 Tropfen) Diazepam heruntergekommen (jedoch weiterhin erhebliche Angst/Anspannung/Zwang...). Leider sitze ich fest und trau mich nicht weiter runter.

Zugeständniss: ich habe auch noch Clonazepam (Rivotril) Zuhause, und habe es bei starker Unruhe/Panik eingenommen. ........

........ Ich habe furchtbare Angst, dass meine Psychiaterin auf ein stationären Entzug besteht - dies möchte ich aber nicht (möchte keine Erklärungen in meinen Sozialen Umfeld oder in meiner Arbeit geben müssen).

Meine Psychiaterin meinte schon, sie hätte keine Erfahrung mit Benzodiazepinen und Entzug. Vielleicht sollte ich eine Beratung im Zentrum für Suchthilfe in meinem Wohnort aufsuchen?

Jeder Tipp würde mir weiterhelfen...

VIELEN DANK, Vielen vielen Dank dies könnte der Anfang meiner wirklichen Freiheit nach 15 Jahren sein...!

BG,

Juan
Hallo Juan,
nachdem ich vermutete, dass viele meiner Probleme mit dem Benzo zu tun haben könnten, habe ich erst einmal versucht herauszubekommen, wo ich stehe. Die Erkenntnis abhängig zu sein, ist nicht so einfach anzunehmen. Ich und abhängig. Ja, was sagt das Umfeld dazu..... Ich habe mich mit der Zeit dem Thema mehr und mehr geöffnet, da die Probleme einfach zu groß waren. Mittler Weile weiß in meinem Umfeld zu ziemlich jeder, dass ich da ein Problem hatte und dass dazu auch noch Angstzustände gehörten. Die Annahme und Öffnung hat mir sehr geholfen.
Was deinen Weg zur Freiheit angeht, könnte dir eventuell diese Seite helfen.

Weg aus der Abhängigkeit - apisa

Mein Entzug hatte erst dann funktioniert, als ich bereit war, die für mich richtigen Stellen anzulaufen und der Abhängigkeit die richtige Priorität zu geben.

Du darfst die paar Tropfen Diazepam nicht unterschätzen. Jede Menge hat ihre Wirkung. Eine Reduktion, während du noch im Alltag und im Beruf steckst, also im Stress, darf nur seeeeeehr langsam stattfinden. Du bist bei jeder Reduktion extrem stressanfällig. Psychische Symptome können verstärkt auftreten. Wenn du zu schnell reduzierst, kann es sein, dass du Panikattacken bekommst, die dann ihre Zeit brauchen, bis du sie verarbeitest und wieder wegbekommst. Lieber zu langsam, als zu schnell reduzieren.
Du solltest jemand an deiner Seite haben, der sich mit dem Benzo und dir auskennt - ich hatte einen Psychiater einer Suchtambulanz gefunden, der mir sehr geholfen hatte.

Dein soziales Umfeld soll das nicht mitbekommen..... was ist so schlimm, wenn doch? Eine Abhängigkeit oder Angst zu verstecken, macht den Weg hinaus nur schwieriger. Angst verliert sich, indem ich diese annehme und den Weg hindurch wähle. Klar, das sagt sich einfach und ist schwer.... ich weiß, wovon ich schreibe.

Tägliche Dosis: Bevor ich reduzierte, versuchte ich auf eine einheitliche Tagesmenge zu kommen. Lange war ich bei ca. 4 mg Diazepam, aber im beruflichen Stress mit kleinen Schwankungen. Zusatz Medikamente machen es dir nicht wirklich leichter, da auch hier die Gefahr des "Bedarfs" besteht, der dann doch irgendwie alltäglich werden kann.

Ich möchte nicht zu viel schreiben, da ich in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht habe, dass ich viel Zeit in eine Antwort investiert habe, der Anfrager jedoch nicht mehr im Forum war bzw. sich nicht mehr gemeldet hat. Wenn du mehr wissen möchtest, antworte einfach auf meine Antwort und ich versuche dir meine Erfahrungen mitzuteilen und ggf. den ein oder anderen Tipp zu geben.

Eine Abhängigkeit, ohne Klarheit und kompetente Begleitung zu beenden, erscheint mir aussichtslos. Gebe deiner Abhängigkeit den Stellenwert, den es braucht, damit du alle notwendigen Schritte in "deine Freiheit" auch gehen kannst.

Herzliche Grüße
BEN
__________________
Willst du andere Gedanken, so musst du dein Gefühl beeinflussen, damit es sich verändert!

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

senoz32 ist offline
Beiträge: 5
Seit: 01.02.15
Vielen lieben Dank Ben für deine Antwort,

Ich werde jetzt versuchen, diese Woche ein Termin mit einer Suchtambulanz in meiner Nähe zu machen. Ehrlich gesagt, habe ich den Eindruck, dass ich durch den Entzug immer schlechter drauf bin - immer nervöser, es begrenzt bereit mein normalen Alltag, da ich nur noch ein meiner Nervosität denken kann. Ich hoffe, dass ich auch so ein Psychiater finden kann wie es bei dir der Fall war: jemand der sich wirklich damit auskennt - meine aktuelle Psychiaterin ist da nicht sehr vertraut, anscheinend.

Ich frage mich vor allem, wie man noch mit sehr hoher Anspannung und Nervosität von 3 Tropfen weiter runter-tappt... falls dies überhaupt empfehlenswert ist. Ich fange morgen Yoga einmal pro Woche an, und möchte auf jedem Fall auch wieder regelmäßig schwimmen gehen. Ich hoffe, dass dies dazu beiträgt, die Anspannung zu reduzieren.

Danke für den Link zur apisa Lebensberatung. Ich versuche es jetzt erstmal über die Suchtambulanz. Die Idee, meinem Arbeitgeber von der Problematik erzählen zu müssen, ist noch sehr schwierig.

Nochmals vielen DAnk für die Hilfe!

Beste Grüße,
Juan

Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

Ben Diaz ist offline
Themenstarter Beiträge: 227
Seit: 12.03.12
Zitat von senoz32 Beitrag anzeigen
Vielen lieben Dank Ben für deine Antwort,

....Termin mit einer Suchtambulanz...
...... Ehrlich gesagt, habe ich den Eindruck, dass ich durch den Entzug immer schlechter drauf bin - immer nervöser, es begrenzt bereit mein normalen Alltag, da ich nur noch ein meiner Nervosität denken kann......

Ich frage mich vor allem, wie man noch mit sehr hoher Anspannung und Nervosität von 3 Tropfen weiter runter-tappt... falls dies überhaupt empfehlenswert ist. Ich fange morgen Yoga einmal pro Woche an, und möchte auf jedem Fall auch wieder regelmäßig schwimmen gehen. Ich hoffe, dass dies dazu beiträgt, die Anspannung zu reduzieren.

....Die Idee, meinem Arbeitgeber von der Problematik erzählen zu müssen, ist noch sehr schwierig.



Beste Grüße,
Juan
Lieber Juan,
zu einer Suchtambulanz zu gehen, ist ein guter Weg. Abhängigkeit und Sucht sind sehr verwandt miteinander. Ich hoffe, die kennen sich auch mit Benzodiazepinen aus, da der Entzug gegenüber anderen Stoffen sehr abweicht.
Klar bist du sehr nervös, angespannt und und und...... du reduzierst ein Benzodiazepin. Auch wenn du nur einen Tropfen weniger nimmst, so hat es doch seine Wirkung und das zeitverzögert, dass darfst du nicht vergessen. Wenn die Symptome zu stark sind, dann nicht weiter reduzieren. Der Kopf muss folgen können, außerdem braucht das zentrale Nervensystem immer Zeit um sich an die neue Situation zu gewöhnen.
Da du weiter arbeiten gehst, ist es sehr wichtig, dass du ganz langsam vorgehst, sonst überforderst du dich.
Es ist kein Problem die letzten Tropfen loszuwerden, wenn du die richtige Geschwindigkeit gehst und geduldig bist. Zu schnelles reduzieren kann zu sehr gesteigerter Anspannung führen und erhöht das Risiko Panikattacken zu erleiden, die dich wiederum zurückwerfen können.
Ich wiederhole: Jeder Tropfen hat seine Wirkung und jede Veränderung, auch sehr kleine Schritte, haben ihre Wirkung und passieren zeitverzögert - erst nach Wochen. Du brauchst Geduld und genug Stabilität bis du den nächsten Schritt der Reduzierung einleitest. Dein Körper und das Gehirn müssen sich auch mal erholen können.
Yoga: Es ist schwer in deinem Zustand Yoga zu erlernen. Vielleicht macht es Sinn, dass du einen guten Zustand erlangst, in welchem du nicht mehr so angespannt und nervös bist, um dann Yoga zu erlernen. Yoga braucht langes und alltägliches Training, wie Meditation, bis es wirkt. Meist erfährst du erst nach einigen Wochen eine Veränderung. Aber es zu erlernen ist auf jeden Fall sinnvoll, und das nicht nur für einen Entzug!
Arbeitgeber: Das kannst nur du einschätzen, wie du damit umgehst.

Fakt ist: Ein Benzo-Entzug kann sehr anstrengend sein und dauert lange. Der Erfolg des Entzugs hängt damit zusammen, ob du die einzelnen Reduktionsschritte durchhalten kannst, ohne ständig die Dosis wieder zu verändern. Du brauchst eine sehr starke innere Überzeugung, dass du das Zeug loswerden willst und dass es Dir kein Helfer ist, sonst sind die Türen für einen weiteren Gebrauch nicht geschlossen.
Die Türen schließen sich, wenn du neue Türen öffnest - Türen die Dir den Weg zu einem Leben ohne Benzo zeigen. Türen, die Dir zeigen, dass du durch das Absetzen langfristig einen dauerhaften Gewinn erfährst. So lange du das Absetzen als einen Verlust ansiehst, wirst du es doppelt schwer haben es durchzustehen.

Herzliche Grüße, halte durch, finde Deinen Weg und alles Gute
BEN
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Willst du andere Gedanken, so musst du dein Gefühl beeinflussen, damit es sich verändert!


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