Bin sicher falsch hier mit meinem Problem - aber wohin?

21.11.09 17:42 #1
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bin sicher falsch hier mit meinem Problem - aber wohin?

Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Ja, natürlich ist es gut, daß Du bis zu einem gewissen Grad mitfühlst. Schließlich sind wir Menschen. Und Du bist eine Angehörige.

ABER

Das hat Grenzen! Auch dein Papa ist eine eigenständige Person.

Manchmal sind sogar die Angehörigen die größten Feinde. Das wusste sogar Jesus, als er andeutete, der Glaube könne u.U. Familien entzweien.

Bitte ziehe eine Grenze. Bei aller Sorge und Liebe, Du mußt auch so abgebrüht sein können, daß Du die Individualität respektierst.

Ich kann mir vorstellen, daß Du eher Chancen bei deinem Papa hast, wenn Du ihn so respektierst und ihm das auch sagst. Dabei kannst Du auch behutsam jedoch deutlich genug, deinen Wunsch zum Ausdruck bringen, daß es anders werden möge. Vielleicht erinnerst Du ihn an die Zeit, als er so war, wie du es gut fandest. Hilfst ihm ein paar Beispiele zu nenne. Aber achte auf die richtige Zeit, eine geeignete Gelegenheit.

Tu, was vernünftig ist. Nicht mehr!

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Zitrone ist offline
Beiträge: 1.026
Seit: 12.10.09
Ich bin betroffen. Was das fuer einen Wirbel in einem veranstaltet weiss ich ganz genau. Genau kenn ich auch das Gefuehl, dass man immer was machen will... irgendwas... man muss ja, denn sonst ist man Ende noch irgendwie schuld, weil man ja nicht alles probiert hat.

Besprech es mit einem Arzt und erzaehl ihm, wie schlecht du damit klar kommst. Ich denke, dass du von einer Therapie profitieren wuerdest (gerade, wenn du sensibel bist und dir daher das Thema besonders nah geht). Pass bitte auf dich auf. Wenn du dich zu sehr reinhaengst und mitleidest und alles von dir abhaengig machst, dann wird u.U. deine eigene Familie, deine eigene Psyche und deine eigene Kraft bei drauf gehen. Du weisst nicht mal wirklich, was dein vater hat (von Borderline, zu Depression zu Vergiftung zu sonstwas wuerde alles moegliche passen). Er will nicht agieren. Deine Mutter will nicht agieren. Es ist ein trauriger Tanz, in dem du aber nichts zu suchen hast, denn du hast ein Recht auf ein glueckliches eigenes Leben. Du kannst die Geschehnisse nicht kontrollieren und glaub mir: man schafft es an einen Punkt zu kommen, wo man akzeptieren kann, dass was auch immer passiert, passiert und man selbst weder Schuld traegt noch irgendwas damit zu tun hat. LG.

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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Chipmunk,
Ich denke mit HELFERSYNDROM hat das nichts zu tun - es geht um meinen PAPA ... da ist es wohl das selbstverständlichste der Welt ODER?
ich freue mich, dass Du das so siehst.

Ich finde den Rat, dass man auf sich selbst achten solle, sehr gut und wichtig. Das wünsche ich Dir auch. Und ich habe den Eindruck, dass Du eine erwachsene und selbstbestimmte Person bist, die sich einfach Sorgen um ihren Papa macht.


Habe Deinen Link angeschaut - aber ich weiss nicht ob mein Vater wirklich depressiv oder psychisch krank ist!?
Denn nach aussen hin ist er der liebevolle und nette Familienvater der keinen Menschen das Wasser trüben kann ...
ist das nicht schizo???
Ich denke, dass wir "Laien" uns nicht von irgendwelchen Fachbegriffen abschrecken lassen sollten .

Einerseits ist es, so meine ich, ja völlig "normal", dass man sich nach außen anders darstellt, als im Bereich der vertrauten Familie, andererseits haben wohl gerade psychgisch beeinträchtigte Personen den Wunsch, nach außen hin als "normal" zu wirken. Und das finde ich wiederum sehr 'normal' !

Aber wir müssen uns gar nicht mit solchen Gedanken aufhalten, denke ich. Dein Vater scheint ein Mensch mit gesundheitlichen Problemen zu sein, der Hilfe braucht.

Und der Weg zum Gesundheitsamt ist da, meiner Meinung nach, sicher ein richtiger Schritt. Allerdings kann auch das Amt, aus gesetzlichen Gründen, nur dann gegen den Willen eines Menschen eingreifen, wenn eine direkte Gefährdung vorliegt. Aber es kann, sowohl dem Arzt als auch Deinem Vater, eine Beratung anbieten.
Ich wünsche Dir alles Gute für Deinen Besuch dort, morgen. Wenn Du nicht zufrieden sein solltest, schreibe das doch bitte hier. Du wirst sicher noch andere hilfreiche Tipps dazu bekommen.

Ich habe ja auch schon gedacht, dass es gut sein könnte, wenn sich ein/e ganzheitlich denkende/r MedizinerIn die gesundheitliche Geschichte Deines Vaters und Deiner Familie mal ansehen könnte ... .

Herzliche Grüße von
Leòn
__________________
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

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Weiblich KimS
Hallo Chipmunk,

... noch kurz: Viel Erfolg morgen bei dem vorgenommenen Gespräch! - Ich denke es muss nicht so sein dass Dein Vater "Schizophren" oder sonstwas ist - es kann ebensogut sein dass sein jetziges Verhalten verursacht wurde vom (abrubten?) Absetzen des Medikamentes. Wobei es aber m.E. genauso wichtig wäre dass irgendetwas unternommen wird.

Herzliche Grüsse,
Kim

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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Chipmunk,

angelehnt an Kim's Posting möchte ich noch sagen, dass es wichtig sein wird, dass Du morgen im Gesundheitsamt eine möglichst umfassende Schilderung der Situation und Vorgeschichte gibst! Dazu gehört dann auch die Medikation, die Dein Vater bekommen und abgesetzt hat!

Herzliche Grüße von
Leòn
__________________
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

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chipmunk ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 16.11.09
Guten Morgen zusammen

DANKE für euer Daumen drücken ...
ich geh jetzt los und RATET mal ... mein BRUDER kommt mit!!!

Werde Bericht erstatten wenn wieder da!
DAAAAAAAAAAAAAAAANKE an euch schonmal!!!

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chipmunk ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 16.11.09
Hallo!
Bin wieder da!
Also, das Gespräch war ok ... ein Arzt sprach mit mir.
Ich hab ihm alles erzählt und er meinte, dass Citalopram - sollte er Schizophren sein, was er denkt ( DENKT - er kennt meinen Vater nicht aber nur von meinen Erzählungen her ) also dass sind Wahnvorstellungen die er hat -vor allem mit Angehörigen und nach aussen hin den Schein wahren - muss er das Medikament LEBENSLANG einnehmen OHNE Aussetzer - aber bei Schizophrenen kann es manchmal sein, dass sie von alleine mit den Medis aufhören, weil sie sich eingeengt fühlen ... wie in einer Zwangsjacke.
Zzgl. soll er dann zu einem Nervenarzt gehen ( gab mir die Adresse ) und eine Therapie beginnen - also nicht nur Medikamente allein.
Zwangseinweisung würde gehen - weil allein dass er meine Mutter geschlagen hat - ist lt. ihm eine Gefährdung für die Personen mit im Haushalt, aber das hat er als letzte Option mal genannt weil es wirklich nicht lustig wäre.

Nun werde ich alles mit dem Hausarzt besprechen und mal schauen wie es weitergeht. Der Arzt meinte ich soll mich beim Hausarzt auf ihn berufen und wenn was nicht klar ist - soll er ihn kontaktieren.

So, ich denke ich bin auf gutem Wege - allein der Gedanke WAS gemacht zu haben - lässt mich wieder "aufblühen" ;-)

Ah, das ABSETZTEN der Citalopram kann WIRKLICH zu so Ausschreitungen kommen ... :(

Ich danke euch herzlichst - und auch wenn es für euch nicht nach der vielleicht 100%igen Lösung schaut ... für mich war es ein grosser Schritt - dass heisst ich stehe nicht alleine da ... !!!

DANKE EUCH für alle Tipps / Trost / ZUHÖREN!!!

Werde weiter bericht erstatten für die die wollen ;-)

Schönen Mittag

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Weiblich KimS
Hallo Chipmunk,

Das klingt gut! Gut gemacht. Und jetzt muss der Hausarzt doch verantwortungsvoll(er) handeln.

Ich möchte Dir noch auf einen anderen "Ansatz" hinweisen, erstmal denke ich, wäre es natürlich gut, wenn ein Nervenarzt (und nicht der Hausarzt) Dein Vater helfen würde bei der jetzigen akuten Problematik, und nicht nur bloß mit Pharmazeutika also auch wie Du es beschriebst mit einer Therapie.

Ehrlich gesagt wäre das eigenständige "Absetzen" meines Erachtens kein Kriterium das nun besonders spezifisch auf Schizophrenie hinweisen würde. Du solltest mal wissen wieviele Patienten ihre Antidepressiva selbstständig absetzen, ohne Rücksprache mit ihrem Arzt. Ich denke dabei dass Hausärzte grundsätzlich diese Medikamente eher nicht (so leichtfertig) verschreiben sollen, da die Therapeutische begleitung oft fehlt, und sie nicht spezialisiert sind auf dem Gebiet. Und es nun mal manchmal auch zu heftigen Nebenwirkungen kommen kann, und auch da das spezialistische Wissen und die intensive Begleitung/Monitoring dann fehlt. - Aber dies jetzt zur Seite.


Worauf ich Dich aufmerksam machen möchte ist die Möglichkeit dass die Depression Deines Vaters, (angenommen die jetzige sehr starke/verstärkte Verhaltensprobleme wären hauptsächlich Nebenwirkung des abrupten Absetzens des Medikamentes), in Zusammenhang stehen könnte mit seiner ehemaligen Prostatakrebserkrankung.

Prostatakrebs kann einerseits Folge sein von ein Vitamin B12 Mangel (womöglich als wichtiger Faktor, doch wahrscheinlich nicht als einiziger). Habe auch mal eine Studie dazu gelesen. (Die Zusammenhänge: B12 Mangel -> Prostatakrebs).

Dann, nehme ich mal an, dass Dein Vater auch eine Chemotherapie bekam. Bestimmte Zytostatika (Medikamente die dabei eingesetzt werden) erzeugen Vitamin B12 Mangel, es gibt sogar Anweisungen dass bei Anwedung bestimmter Medikamente zusätzlich Vitamin B12 verabreicht werden sollte. Doch dies wird in der Praxis oft nicht gemacht.
Chemotherapie verursacht oft auch sogenannte "Nitrosativer Stress". Dazu gibt es eine Rubrik in dieses Forum, und im Forumswiki sehr ausfÜhrliche Informationen.

Ein Mangel an Vitamin B12 (sehe auch http://www.symptome.ch/vbboard/krank...-symptome.html) kann, u.U. psychische oder psychiatrische Symptome verursachen, da es eine wichtige Komponente ist für Nervenzellen, aber auch beteiligt ist in der Synthese von Neurotransmitter.

Daher würde ich - wenn es Dir möglich ist - Dir dazu raten (nicht jetzt gleich, sondern eines nach dem anderen) Dein Vater dazu zu bewegen auch mal zu ein Orthomolekularmediziner zu gehen, oder ein sehr guter Heilpraktiker, jemand der sich gut auskennt mit Vitalstoffe und deren Wirkungen.

Oder, wenn das scheitert, der Hausarzt Deines Vaters bitten zu untersuchen ob bei Dein Vater (k)ein Vitamin B12 Mangel vorliegt. Viele Ärzte sind nicht auf der neueste Wissensstand, wenn es um Diagnose eines B12 Mangels geht. Daher wäre es Sinnvoll für den Fall etwas dabei zu haben, sodass es richtig gemacht werden kann. Im Forum gibt es einiges dazu zu finden. Hier ein Beispiel mit klare Infos: http://www.labor-duesseldorf.de/13/20081020_vitb12.pdf. Irgendwo habe ich auch 2 Links zu "Deutsches Ärzteblatt" reingestellt, da wird auch beschrieben dass nur der Serum B12 Wert oft zu wenig aussagekräftig ist. (Könnte also auch hilfreich sein das den Arzt zu zeigen/mitzubringen).

Bevor ich nun zu weit ins Detail gehe, was ich einfach sagen wollte ist, dass es gut wäre wenn auch auf die (physische) Ursache(n) näher geschaut werden würde. Damit könnte man vielleicht sogar erreichen dass es nicht zu "lebenslänglicher" Psychopharmakabehandlung kommen muss, und dies nur vorübergehend notwendig/sinnvoll wäre.

Hier ins Forum gibt es auch jede Menge Infos zu alternativen dazu, zu Zusammenhänge zwischen Vitalstoffe/Vitalstoffversorgung und psychische Gesundheit-oder Gesundheitsprobleme.

Schönen Abend Dir,

Herzliche Grüsse,
Kim

Geändert von KimS (23.11.09 um 15:40 Uhr)

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chipmunk ist offline
Themenstarter Beiträge: 76
Seit: 16.11.09
Danke Kim nochmals.
Ich denke auch dass bei ihm die Krebserkrankung eine entscheidende Rolle in seiner angeknacksten Psyche gespielt hat.
Er hat aber keine Chemotherapie bekommen - wurde operiert und bekam noch eine Strahlentherapie.
Ich werde mir dieses Thema ausdrucken und wie Du sagst einen Schritt nach dem anderen machen!!! STEP BY STEP

GRAZIE MILLE ))

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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Chipmunk,

ich habe mich vorhin auch gefreut, Deinen Bericht zu lesen. Super!

Ich werde mir dieses Thema ausdrucken und wie Du sagst einen Schritt nach dem anderen machen!!! STEP BY STEP
Das finde ich toll!

Alles Gute weiterhin, für Dich und Deine Familie.

Herzliche Grüße von
Leòn
__________________
Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)


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