Völlige Erschöpfung!

05.12.08 17:52 #1
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chrissi31 ist offline
Beiträge: 20
Seit: 04.12.08
Zu meiner Vorgeschichte:

Ich bin weiblich, 31 Jahre alt.
Bis vor ca. 1,5 Jahren lang betrieb ich intensiv Ausdauersport (Marathon, Triathlon) auf relativ hohem Niveau. Schon in 2007 fiel mir auf, dass ich nach körperlicher Anstrengung sehr stark erschöpft war, obwohl ich eher weniger trainierte als normal. Auch längere Ruhepausen änderten daran nichts. Nach dem Training bekam ich oft Kopfschmerzen, gegen die keine Tabletten halfen. Der totale Einbruch kam dann im September 2007.
Die Strecken, die ich ohne Beschwerden Joggen konnte wurden mit der Zeit immer kürzer, die Erholungspausen immer länger. Mittlerweile sind 20 min sehr langsames joggen das Maximum und erschöpfen mich immer für mehrere Tage.
Letztendlich sollte ich zum Psychologen, wofür ich aber keinen Grund sehe.

Jetzt mal näher zu meinen Symptome/Untersuchungen:

1.) Herz-Kreislauf-Probleme: Benommenheit bei längerem Sitzen, beim Gehen, zunehmend bei körperlicher Anstrengung und Kälte, Gefühl der Blutleere im Kopf, (im Liegen geht es mir gut!)
Schmerzen in der Brust, mitunter Luftnot beim Joggen nach ca. 10 min
Herzstolpern bei Belastung und bei Lagewechsel
phasenweise sehr langsamer Puls, (z.B. sinkt der Puls kurz nachdem ich dem Bus nachgerannt bin plötzlich auf 40/min ab, normalisiert sich dann innerhalb von 5-10 min wieder.)
weiß/rot/blaue, schmerzhafte Verfärbung von Händen/Füßen bei Kälte mit Frostbeulen (habe ich schon länger, tritt aber jetzt stärker auf)

Kardiologische Untersuchungen: Echokardiographie (TTE): Trikuspidalinsuffizienz: schwankt je nach Untersucher von 1-2° bis nicht vorhanden, Mitralinsuffizienz; Langzeit-EKG, Langzeit-Blutdruck normal;
Kardio-MRT leichtgradig vergörßerter linker Ventrikel ohne Hypertrophie bei erhaltener Pumpfunktion (laut Kardiologe alles normal)
Was mich wundert: alle Herz-Untersuchungen wurden bislang im Liegen in Ruhe durchgeführt – da habe ich auch keine Beschwerden!

2.)Schwäche/Erschöpfung
Starke Müdigkeit trotz 8-10 Stunden Schlaf
Muskelschmerzen und –schwäche bei Belastung, Überkopfarbeit, Treppen steigen

Neurologische Untersuchungen EEG, EMG, NLG, MRT-Schädel 2008 alles normal, Liquoruntersuchung: VZV-IGG stark erhöht (3686, normal< 100), VZV-IGG sind laut Neurologe aber bestimmt ohne Bedeutung, sogar eine Muskelbiospie wurde genommen ohne richtungsweisenden Befund

3.)Magen-Darm (Probleme bestehen schon länger, haben sich aber seit 1-2 Jahren verstärkt, auffällig ist, dass sie sich verschlimmern, nachdem ich mich körperlich angestrengt habe; vielleicht gibt es aber auch keinen Zusammenhang?)

ständiges Leeregefühl, Brennen im Oberbauch
Neigung zu Durchfällen und starken Blähungen
Bauchschmerzen
Schmerzen/Einrisse am Enddarm

Untersucht:
seit 2006 bekannte chronische Gastritis
keine Laktose-/Fructose-Intoleranz, keine Zöliakie
CT-Abdomen 2007 normal, (evtl. grenzwertig große Leber)
Darmspiegelung 2006: Colon elongatum, keine relevanten Entzündungen
Stuhlanalyse 11/2008: Calprotectin stark erhöht (198 mg/l, normal 0-14mg/l),
Fett vermehrt (4,26 g/100g, normal bis 3,5 g/100g), Gallensäuren vermindert (0,28mcmol/g, normal 0,7-2,0 mcmol/g)
durch Omeprazol, Mutaflor, ProBioCult, Heilerde, Iberogast, Fenchel-Kamillentee keine wesentliche Besserung

4.)Sonstiges
Trockene, brennende Augen
Ständiger Durst
Trockener Mund, schlechte Zähne
In den letzten 2 Jahren immer wieder leichtes Fieber (<38,5°C)
Morgens oft geschwollenes Gesicht, besonders wenn es mir richtig schlecht geht
Wiederkehrende Ekzeme an Händen und Augenlidern

Weitere Untersuchungen:
Schirmer-Test positiv (< 5 mm Tränenflüssigkeit)
Hashimoto-Thyreoidtis seit 09/2007 bekannt (TgAK, zeitweise auch TPO-AK 3-4fach erhöht, fT3 erniedrigt bei fT4 und TSH normal (inzwischen unter Novothyral 50 sind fT3 und fT4 normal bei supprimiertem TSH)
Allergie auf Hausstaubmilben, Katzenhaare, Aspergillus, Roggenpollen
ACTH-Test normal

Auffällige Laborwerte: Erhöhung von CK, CK-MB (bis 3fach der Norm), GOT, zweitweise auch GPT, Myoglobin im Urin stark erhöht, Lymphozyten erniedrigt, Neutrophile erhöht, Cholinesterase zeitweise erniedrigt,
Vitamin D-Mangel (inzwischen ausgeglichen), Carnitinmangel im Serum,
Rheumafaktor wiederholt leicht erhöht, ANA grenzwertig (1:80 nukleolär), ENA-Screening negativ, CCP, ANCA, AMA, LKM, SMA, Mi2, Jo1-Antikörper negativ, Phosphatidylethanolamin-Ak erhöht
Vitamin B12, Folsäure, Eisen, Ferritin normal, keine Antikörper gegen EBV, CMV, Chlamydien, TPHA, ASL, Borrelien mehrfach negativ, keine Kälteagglutinine, keine Hepatitis B/C

so, und wer bis hierhin gelesen hat, dem danke ich für die Geduld....

Viele Grüße Chrissi

Völlige Erschöpfung!

Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.734
Seit: 05.10.06
Hallo Chrissi,

kennst du den Spruch: Müdigkeit ist der Schmerz der Leber?
Die Leber ist das zentrale Entgiftungsorgan des Körpers. Ist sie überfordert, leidet der ganze Mensch. Es spricht einiges dafür, dass deine Ernährung ein Schwachpunkt sein könnte. Dafür sprächen Magen- und Darmbeschwerden. Wenn dein Körper überfordert ist, kann er auch keine großen Leistungen mehr erbringen.
Ein paar Gedanken dazu findest du hier:
www.natuerlich-gesund-online.info/artikel_2005/lebererkrankungen.php

Ich glaube weniger, dass du ärztliche Hilfe brauchst, sondern ein Ernährungstagebuch und den für dich idealen Einkaufszettel. Wenn du dich darüber näher austauschen willst, schreibe was dazu.

Viele Grüße, Horaz

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chrissi31 ist offline
Themenstarter Beiträge: 20
Seit: 04.12.08
Hallo Horaz,

eigentlich habe ich mit der Ernährung sehr viel rumexperimentiert. Habe auch schon ein Ernährungstagebuch geführt und konnte keinen Zusammenhang erkennen.
Früher habe ich sehr viel Obst und Gemüse gegessen, heute vertrage ich es nicht mehr so gut. Ich weiche so gut es geht auf gekochtes Gemüse aus.
Ich habe schonmal längere Zeit Milch weggelassen, mich auch mal Glutenfrei ernährt, mal kohlenhydratbetont, was weiß ich noch alles.

Aber wenn ich meine Bauchprobleme hatte, habe ich nichts mehr vertragen, umgekehrt, wenn es mir gut geht, kann ich esen, was ich will.

Was ist, wenn es doch das Herz ist? Die erhöhten CK, CK-MB, GOT, Myoglobin sprechen dafür, oder? Und das wirkt sich dann indirekt auch auf die Leber aus.

Gruß

Chrissi

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Chrissi,

bist Du auch auf Borreliose untersucht worden? - Ich habe da nichts gelesen...
http://www.symptome.ch/vbboard/borre...insteiger.html

Gruss,
Uta

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toxdog ist offline
Beiträge: 1.021
Seit: 06.05.07
ja

sie ist mehrfach auf Borreliose untersucht worden, schreibt aber nicht welche Tests gemacht wurden: Eliza, Westernblot oder LTT !
Welche Laboruntersuchungen wurden also gemacht ?

mfg Thomas

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Rübe ist offline
Beiträge: 3.257
Seit: 22.11.07
Hallo Chrissi,

was hast Du denn so in den Zähnen (füllungstechnisch) und warst Du Erstgeborene einer Mutter mit Amalgamfüllungen?
Ach ja, wegen Borreliose evtl. mal dies testen lassen:
www.mlhb.de/uploads/media/LTT_und_CD57-Nachweis_zur_Diagnostik_der_Lyme-Borreliose__kl__080208.pdf

Gruß
Rübe
__________________
Der Gesunde hat viele Wünsche, der Kranke/Vergiftete nur einen!

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claudia60 ist offline
Beiträge: 137
Seit: 21.10.08
Hallo Chrissi31,habe deinen Beitrag mit den Problemen gelesen.Ich spiegel mich in vielen deinen Problemen.Diese Probleme hatte ich auch zum Teil und diese eine lange zeit,bis meine Krankheit welche ich habe festgestellt wurde.Kannst du in meinen Profil lesen.Mache seit Mai meine Aderlasstherapie und ich fühle mich nach wie vor nicht gut und die Probleme sind noch nicht weg oder haben sich verschlimmert.Die meisten Probleme machen mir meine Schmerzen in der linken Brusthälfte und das Herzrasen.Ich bin auch ständig müde und kaputt.Bin auch eine Sportskanone gewesen alles vorbei.Das steigen von Treppen macht mich schon kaputt und durch meine Trägheit habe ich zugenommen und das macht mich auch unglücklich.Suche mir im neuen Jahr einen Facharzt für Endokrinologie ,mein behandelnder Arzt hat mir das geraten.Der nächste Arzt ist aber in Erfurt und diese Untersuchungen werden Stationär gemacht .Wegen der schlechten Lage in meinen Betrieb möchte ich das in diesen Jahr nicht mehr in Angriff nehmen.Habe Angst meinen Arbeitsplatz zuverlieren.Es ist nun mal so.Ich hoffe du weist mit was sich Endokrinologie befasst,kann dir kurz sagen es hat was mit Hormonen zu tun.Lese mal wennes dich interesiert bei Wiki nach. Wünsche dir alles Gute und wir hören bestimmt noch voneinander.Einen schönen Nicolausgruss von Claudia60

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Chrissi,

Du hast sehr viele Probleme, die ich auch habe, es sind so viele, dass ich sie gar nicht alle vollständig erwähnen kann und ich vermute daher, dass Du die gleiche Grunderkrankung hast, die ich auch habe:
Eine Leberkrankheit, die zu einer chronischen Vergiftung führt und die viele Deiner Beschwerden als Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.
Die Krankheit heißt Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit).
Die Leber kann bei dieser Krankheit Kupfer nicht ausscheiden und es reichert sich so nach und nach in der Leber an bis sie es nicht mehr speichern kann. Dann geht das Kupfer über das Blut weiter und schädigt so nach und nach die Organe, das Gehirn, die Nieren, die Augen, das Herz, das blutbildende System, die Bauchspeicheldrüse, die Gallenfunktion, etc. etc.
Du gibst nicht nur ab und an erhöhte Leberwerte und eine relativ große Leber an, sondern auch einige typische Folgeerkrankungen:
Nachtrag vom 6. 12. 08. (in Rot):
Starke Müdigkeit trotz 8-10 Stunden Schlaf
Die Müdigkeit ist bei Leberkrankheiten typisch.


Herz:
Bradykardien können entstehen. Ich habe sie auch.
Evtl. hat man aber auch mal Tachykardien.
Es kann zu einer Kardiomyopathie kommen, die Du zu entwickeln scheinst.
Auch ich habe:
Herzstolpern bei Belastung und bei Lagewechsel

Nieren:
Es kann zu einer vermehrten Kalium-, Calcium-, Aminosäurenausscheidung, etc. kommen. Die Folgen sind Kaliummangel, der das Herz gefährden kann, eine hypokaliämische Muskelschwäche kann sich bilden, das fehlende Calcium kann eine Osteoporose begünstigen.
Aminosäuren werden für verschiedene Zwecke benötigt und bei einem Mangel kommt es zu weiteren Mängeln, wie z. B. der Carnitinmangel, den ich auch habe, kann durch den Mangel an Aminosäuren begünstigt werden.
Nachtrag vom 6. 12. 08. (in Rot): Ich lese gerade, dass das bei Dir im Urin erhöht gemessene Myoglobin aus Aminosäuren besteht. Die erhöhte Ausscheidung im Urin würde dafür sprechen, dass Du auch andere Aminosäuren vermehrt ausscheidest, was eben bei M. Wilson mit Nierenbeteiligung vorkommt. Bei mir wurde Myoglobin im Urin noch nicht untersucht, wußte gar nicht, dass man das im Urin bestimmen kann.
Das sind nur ein paar wenige Zusammenhänge, die daraus entstehen.
Als ein Zeichen der hypokaliämischen Muskelschwäche würde ich folgendes bei Dir sehen:
Muskelschmerzen und –schwäche bei Belastung, Überkopfarbeit, Treppen steigen
Ähnliche Beschwerden habe ich auch.

Bauchspeicheldrüse:
Es kann sich eine Bauchspeicheldrüsenschwäche bilden, die ich auch habe.
Blähungen, stetes Hungergefühl, Durchfallneigung, Fettstühle (klebriger Stuhl), voluminöse Stühle sind dann häufig, ebenso Bauchschmerzen.
Deine folgenden Symptome würde ich zum wesentlichen Teil einer solchen Störung zurechnen:
Fett vermehrt (4,26 g/100g, normal bis 3,5 g/100g), Gallensäuren vermindert (0,28mcmol/g, normal 0,7-2,0 mcmol/g)
ständiges Leeregefühl, Brennen im Oberbauch
Neigung zu Durchfällen und starken Blähungen
Bauchschmerzen
Zu Deinen Blutwerten:
Auffällige Laborwerte: Erhöhung von CK, CK-MB (bis 3fach der Norm), GOT, zweitweise auch GPT, Myoglobin im Urin stark erhöht, Lymphozyten erniedrigt, Neutrophile erhöht, Cholinesterase zeitweise erniedrigt,
Vitamin D-Mangel (inzwischen ausgeglichen), Carnitinmangel im Serum,
Rheumafaktor wiederholt leicht erhöht, ANA grenzwertig (1:80 nukleolär),
GOT-Erhöhung und GPT-Erhöhung spricht für einen Leberschaden, der nicht gerade gering zu sein scheint, weil auch bei Dir die Cholinesterase bereits zeitweise erniedrigt ist.
Bei mir sind alle diese Werte auch so und ich habe eine partielle Leberzirrhose im linken Leberlappen (aufgrund 2´er Fotos, bei einer Operation aufgenommen nachgewiesen, da kleine Knötchen zu sehen sind) und eine Fibrose im rechten Leberlappen (durch Leberbiopsie festgestellt)

Rheumafaktor ist bei mir wiederholt grenzwertig und ANA sind auch 1:80 wie bei Dir. Leichte ANA-Erhöhungen haben einige Patienten bei dieser Krankheit.
Was ich nicht habe, ist die CK-Erhöhung. Ich vermute aber, dass ich diese nur deshalb nicht habe, weil ich keinen Leistungssport bisher machte. Ich vermute, dass Du durch den intensiven Sport diese CK-Erhöhung bekommen haben könntest, weil Du, wenn Du die Krankheit haben solltest, Deinen Körper überfordert hast. Verstehe das nicht falsch, für einen gesunden Körper wäre der Sport sicher kein Problem, aber ich vermute, dass Du, wenn Du Sport treibst und wiederholt zu wenig Kalium im Körper dabei hattest, das Herz stärker belastet hast, als es für das Herz gut ist.
Ich würde daher raten, den Sport nur noch gemäßigt zu betreiben, bis geklärt ist, was Du wirklich hast.

Es gibt ein paar Blutwerte, die bei M. Wilson auffälliger sein können und die Du vielleicht nachsehen kannst:

Alkalische Phosphatase (AP):
Sie ist bei der Krankheit meist im unteren Normbereich.

Alpha-2-Globulin in der Eiweiß-Elektrophorese:
Der Wert kann im unteren Normbereich oder darunter sein

Harnsäure im Serum:
Sie ist oft niedrig oder gar erniedrigt.

Phosphor:
Kann auch niedrig sein.

Zink:
Kann niedrig oder zu niedrig sein.

Zu Deinen weiteren Problemen:
1.) Herz-Kreislauf-Probleme: Benommenheit bei längerem Sitzen, beim Gehen, zunehmend bei körperlicher Anstrengung und Kälte, Gefühl der Blutleere im Kopf, (im Liegen geht es mir gut!)
Diese Probleme habe ich auch. Die Benommenheit habe ich allerdings vermehrt beim Gehen oder Stehen.
Teils liegt dies wohl daran, dass der beim Gehen/Stehen bei dieser Krankheit deutlicher abfällt als bei Gesunden und teils kann dies auch eine Störung durch die Hirnschädigung sein.
Denn das Kupfer, das man zuviel hat, schädigt zunehmend bestimmte Hirnareale wie Basalganglien, Kleinhirn. Dies wie auch alle anderen Beschwerden können aber von Patient zu Patient sehr unterschiedlich stark sein.


Schmerzen in der Brust, mitunter Luftnot beim Joggen nach ca. 10 min
Die Luftnot kann bei dieser Krankheit von einer hämolytischen Anämie kommen, die manche Patienten dabei haben (ich habe diese Anämie auch).

Waren mal folgende Blutwerte bei Dir auffällig:
-Hämoglobin: Evtl. niedrig oder gar erniedrigt?
-Bilirubin indirekt: Evtl. mal erhöht?
-LDH: Evtl. mal erhöht?
-Haptoglobin: Erhöht?
-Alpha-2-Globulin (s.o.): Erniedrigt?
Diese Werte könnten ein Hinweis auf eine hämolytische Anämie sein, die nicht ungefährlich ist und wenn die Atemnot davon kommt, wäre diese Anämie schon nicht so ohne.

Was ich sonst noch habe von Deinen Symptomen:
Trockene Augen (und zwar ganz heftigst), Allergien (bei Leberkrankheiten häufig), Calprotectin war auch schon wahnsinnig erhöht (über 600), Magenprobleme, Trikuspidalinsuffizienz, Mitralinsuffizienz (beides auch nur leicht und abhängig vom Untersucher), Kopfschmerzen ab und an (Magnesium hilft mir da öfters),...

Ja, Übereinstimmungen sind doch einige da, würde ich meinen.


Zurück zu der Krankheit:
Die Krankheit ist angeblich seltener, wobei die Angaben zur Häufigkeit nicht sehr fundiert sind (wie sollte man auch genau sagen können, wieviele Menschen die Krankheit wirklich haben?).
Man geht von einer sehr hohen Dunkelziffer bei der Krankheit aus, eben weil sie noch nicht so bekannt ist bei den Ärzten. Nur rd. ein Drittel der Betroffenen soll bisher diagnostiziert worden sein, die übrigen 2 Drittel wissen noch nichts von ihrer Krankheit.
Die Krankheit wurde relativ spät entdeckt, die Gene, die sie verursachen fand man erst ca. 1992.
Die Krankheit ist also eine genetische Krankheit und man bekommt sie, wenn man vom Vater und der Mutter je einen Gendefekt für die Krankheit "erbt". Jeder Mensch hat 2 Chromosomensätze und kann daher maximal 2 Gendefekt für die Krankheit haben, d. h. bei 2 Gendefekten hat man die Krankheit. Hat man nur einen Gendefekt ist man Genträger bzw. Überträger und kann dann abgeschwächte Symptome bekommen.

Die Krankheit kann unterschiedliche Formen haben:
-Es gibt Fälle, die eher hepatisch sind, also leberbetonte Probleme haben.
-Dann gibt es Fälle, die hepatisch-neurologisch und/oder hepatisch/psychiatrisch verlaufen und
-schließlich gibt es Fälle, die fast nur neurologisch und/oder psychiatrisch verlaufen.

Die Verlaufsform wird durch den Gendefekt bestimmt und man kennt mittlerweile fast 400 verschiedene Genmutationen bei dieser Krankheit. Kein Fall soll dem anderen gleichen, sagen einige Experten.

Hier ein paar Links zu der Krankheit:
AWMF online - Leitlinie Neurologie: Morbus Wilson
www.hc-forum.net/eurowilson/?page=0&sousPage=0&langue=de
MorbusWilsonEV
mit Liste von Fachärzten

Und hier im Forum ist unter "Erbkrankheiten" auch eine Rubrik für die Krankheit.


Wenn Du mal ein paar Werte zur Diagnostik bestimmen lassen willst, solltest Du folgende bestimmen:
Kupfer im Serum
Coeruloplasmin im Serum
(aus beiden kann man das sog. freie Kupfer errechnen)
24h-Urinkupfer

Diese Werte schwanken sehr stark und sollten daher öfters bestimmt werden.

Hormone wie die Pillle und Zink beeinflussen die Werte stark. Man sollte beides in den Monaten zuvor nicht genommen haben.

Zink in extrem hoher Dosierung (150 mg pro Tag) ist eine der Therapieformen der Krankheit. Wenn man Zink einnimmt und dies dann absetzt und wohl inbesondere bei höherer Dosierung kann dies im Extremfall zu einem Leberversagen führen oder aber "nur" zur Verschlechterungen der Beschwerden. Ich weiß nun nicht, ob Du Zink einnimmst, daher der Hinweis. Zink wirkt noch Monate nach seinem Absetzen erniedrigend auf das Kupfer ein.

Die Krankheit ist gut behandelbar, wenn man erst mal die Diagnose hat. Allerdings muss man lebenslänglich mehrmals täglich Tabletten einnehmen und darf diese auch nicht absetzen.


Ich rate Dir, Dich auf diese Krankheit untersuchen zu lassen, zumal bei Dir Auffälligkeiten bei der Leber bekannt sind und einige Symptome doch auf diese Krankheit bei Dir passen.

Gruß
margie

PS:
Wie ich schrieb, ist die Krankheit wenig bekannt. Daher wirst Du kaum einen Arzt finden, der sich damit auskennt, d. h. Du musst etwas Eigenintiative entwickeln, wenn Du darauf untersucht werden willst. Ich bin in meinem Fall selbst darauf gekommen, dass ich die Krankheit haben könnte (las im Wartezimmer mal etwas darüber). Bei mir war es allerdings schon fast zu spät, weil ich schon über 15 Jahre lang Beschwerden hatte.
__________________
“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (06.12.08 um 14:30 Uhr)

Völlige Erschöpfung!
Weiblich Belcanto
Liebe Chrissie,

ich greife mal nur einen Aspekt heraus der mir auffällt: Du hast einen Carnitinmangel im Serum. Weißt du, wie hoch dein Spiegel genau ist? Ich habe den ebenfalls. Bei erhöhtem Myoglobin im Urin könnte meiner Meinung nach evtl. ein CPT II - Mangel (Carnitin-Palmitoyl-Transferase II - Mangel) vorliegen. Dieser ist allerdings eher selten. Das können manche Labors (z.B. in München) herausfinden. Das würde deine große Erschöpfung nach dem Sport, Muskelschmerzen und auch Herzprobleme erklären. Das Herz ist für die Energieproduktion zu einem Großteil auf Carnitin angewiesen. Eine leichte Vergößerung des Herzens könnte auch in diese Richtung weisen. Ich kenne mich allerdings zu wenig aus, um zu wissen, ob das mit deinen anderen Werten zusammenhängen kann. Bekommst du denn nun Carnitin zusätzlich und wenn ja in welcher Dosis?

Wenn du dazu mehr Infos brauchst melde dich bitte.

Liebe Grüße,

Nina

Geändert von Belcanto (06.12.08 um 13:00 Uhr)

Völlige Erschöpfung!

Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Müdigkeit kann viele Ursachen haben. Jegliche Immunaktivität oder Hormonschwankungen können massive Müdigkeit auslösen. Gerade bei Einnahme synthetischer Schilddrüsenhormone ist mit Hormonschwankungen zu rechnen.

Neben der Hashimoto, welche eine Autoimmunkrankheit ist, scheinen sich außerdem noch andere Immunprobleme (Allergien/ANA-WErte/Rheuma, etc.) anzubahnen. Also auch mal wieder Immunsystem.

Ansonsten kann ich mir einen Bourn-Out durch den Intensivsport vorstellen, welche noch gewisse Vitalstoffdefizite vorliegen.

was ist VZV-IGG erhöht? Arzt sagt kein Problem, Aber der Referenzwert ist unter 100! Was ist VZV?


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