Völlige Erschöpfung!

05.12.08 17:52 #1
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Völlige Erschöpfung!

chrissi31 ist offline
Themenstarter Beiträge: 20
Seit: 04.12.08
Hallo zusammen,

erstmal danke für die Tips und Mühe.

an Joh: VZV IGG sind Antikörper gegen Varizella-Zoster (Windpocken). Ich glaube aber einfach mal meinen Ärzten, dass das für eine Immunität durch eine Infektion in der Kindheit spricht. Da IGM nicht erhöht ist, spricht das nicht für eine aktive Infektion.

an Nina79: CPT-Mangel wurde schon ausgeschlossen, per Muskelbiopsie! Ich nehme zur Zeit 400 mg Carnitin täglich, habe aber zeitweise auch schon bis 2 g genommen, ohne Besserung....

an Margie: Das mit Morbus Wilson wäre theorethisch möglich. Mal im Auge behalten.

an Rübe: in den Zähnen habe ich nur Kunststofffüllungen oder Zement (hatte nie Amalgam). Dr. Bartram, ein Umweltmediziner hat trotzdem eine hohe Quecksilberbelastzung gefunden, woher die kommt - wir wissen es nicht!!!

Borreliose wurde auch schon mehrfach getestet. Da Dr. Bartram darin auch ein Spezialist sein soll, glaube ich ihm da einfach, dass da nichts ist.

Gerade habe ich meinen Befund vom Kardiologen bekommen, in dem im Ultraschall ein grenzwertiger Druck im Lungenkreislauf gemessen wurde (25 mm).
Vielleicht liegt ja dort die Ursache für meine Erschöpfung und Kreislaufprobleme???

Das mit dem Magen-Darm habe ich ja schon lange und muss nicht damit zusammenhängen...vielleicht wird auch der Magen-Darm-Trakt manchmal schlecht durchblutet? Im letzten Test war jetzt die Lipase erhöht.

Langsam werde ich glaube ich verrückt...das ist alles so chaotisch weiß nicht mehr wo mir der Kopf steht.

Ach ja, es wurden jetzt noch stark erhöhte Antikörper gegen ZNS, Serotonin und Ganglioside festgestellt.

Gruß

Chrissi

Völlige Erschöpfung!
Binnie
Hallo Chrissi,

hattest Du denn wirklich nie Amalgam in den Zähnen oder wurde es Dir womöglich sogar ungeschützt ausgebohrt ? Irgendwo muss Deine Belastung ja herkommen! Wie Rübe schon sagte, weitere Quellen sind noch Belastung durch die Mutter oder auch Impfungen!

Ich war früher mal auch sehr sportlich, nicht so extrem wie Du, aber auch extrem , daher denke ich, dass Deine Probleme an manchen Stellen womöglich, meinen ähneln könnten. Ich habe auch eine sehr hohe Hg-Belastung (gehabt, durch eigene Amalgamfüllungen über 25 Jahre...). Dann war ich, wie gesagt, auch sehr sportlich, und dabei verbraucht man halt leider auch im Übermaß wichtige Spurenelemente und andere Stoffe, die man mit der heutigen Nahrung wohl nicht mehr so ohne weiteres ausreichend ersetzen kann.

Ich vermute mal, dass Deine Muskelschmerzen auch stark mit Übersäuerung zu tun haben (erhöhtes Lactat). Dafür u.a. soll Alphaliponsäure auch sehr gut sein. Gerade eben auch bei Leistungssportlern. Also diese Alphaliponsäure war gegen die Muskelschmerzen, in meinem Fall zumindest, ein reiner Segen!

Allerdings solltest Du Alphaliponsäure in Kombination mit Vit. B1 und noch anderen B-Vitaminen und Spurenelementen einnehmen. Ich weiß nicht, ob Dr. Batram auch orthomolekular therapiert ? Das ist immer das Wichtige, dass man alle nötigen Stoffe zuführt, sonst läuft sich das ganze (ein Stoffwechselprozess) irgendwann tod, wenn dann die anderen Stoffe fehlen. Deswegen wirkt bei Dir u.U. das Carnitin auch nicht. Mir ist von isolierter Carnitin-Einnahme bspw. schlecht geworden. Kann natürlich auch an was anderem gelegen haben, aber man sollte trotzdem immer ein Basispräparat einnehmen, welches die wichtigen B-Vitamine und Spurenelemente enthält und dann kann man die speziell defizitären Vitamine, usw. noch gezielt hoch dosiert einnehmen.

Ich würde als erstes mal sehen, dass ich meinen Darm behandele, also Gifte ausleite und gute Keime versuche "anzuzüchten". Mit Prebiotika, rechtsdrehender Milchsäure, Omega3-Fetten, um entzündliche Prozesse zu stoppen, usw. Parallel dazu würde ich Vitamine und Spurenelemente extra zuführen und mich weiter von viel Gemüse ernähren (am besten häufig roh, sonst auch gekocht).

Tja, ich weiß, dass der Dr. Batram angeblich sehr gut diagnostizieren soll, aber auch sehr gerne Schimmelpilze sieht... Außerdem weiß ich nicht, wie er therapiert. Aber Du wirst vermutlich auch nicht drum herum kommen, Dir das meiste irgendwie selber anzulesen. Aber die Ursache Deiner Probleme sind meiner Meinung nach, große Vitalstoffdefizite und dann eben obendrein noch die Giftbelastung.

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Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Hallo Chrissi,

also eher Entwarnung was eine akute Windpockeninfektion betrifft bzw. die damit verwandten Infektionen Herpes, Gürtelrose, etc.

Also evt. sollte noch ein Belastungs-EKG gemacht werden. Also auf dem Ergometer 20 min. powern und schauen wie dann das EKG aussieht. Das hätte man beim EKG gleich mitmachen können. Aber mal ehrlich, was soll den da zu finden sein. Du bist Leistungssportlerin und bis Marathon gelaufen, etc. Dein Herz ist bzw. war ziemlich wahrscheinlich gesund. Einen Herzklappenfehler oder so halt ich daher nicht so für wahrscheinlich. Aber sicher ist sicher. Da müsste erst kürzlich was aufgetreten sein. Also eine Herzbeutelentzündung durch Viren (auch Windpocken) kommt öfter vor als man denkt und kann sogar tödlich verlaufen.

Prinzipiell kann Herzschwäche - aus welchen Gründen auch immer - natürlich eine ständige latente Sauerstoffarmut verursachen. Daher kann rein theoretisch die Benommenheit und Leistungseinbruch kommen. Doch die Tests waren weitgehend unauffällig, oder?

Wahrscheinlicher sind Autoimmunreaktionen Deines Immunsystems.

Dafür spricht eben nicht nur die Hashimoto, die Du schon länger mit Hormontabletten in Schach zu halten versuchst, sondern eben auch die anderen Indizien und Andeutungen von Dir. Und wenn ich von Dir jetzt im letzten Beitrag lese:

"Ach ja, es wurden jetzt noch stark erhöhte Antikörper gegen ZNS, Serotonin und Ganglioside festgestellt."

Dann ist das für mich fast ziemlich sicher, daß bei Dir ein Hauptgrund Deiner Beschwerden im Immunsystem festzumachen ist. Antikörper gegen ZNS deutet auf Systemischen Lupus oder Multiple Sklerose hin. Serotoninantikörper sind auch nicht selten bei Allergikern und Autoimmunpatienten. Sie verursachen Müdigkeit und Depressionen.

Also um ein weiteres Ausbreiten der Immunirrtümer zu vermeiden, solltest Du zunächst mal ein paar Wochen Vitalstoffe als Nahrungergänzung zuführen. Also extreme Mängel an Zink und Selen, sowie Eisen und Kupfer müssen behoben werden, damit das Immunsystem nicht noch mehr Amok läuft. Leider ist es so, daß immungestörte Patienten die Tendenz haben mit der Zeit zusätzliche Allergien und Autoimmunkrankheiten zu entwickeln.

Doch aus eigener Erfahrung weiß ich, daß Vitalstoffe allein, ein so fehlgeleitetes Immunsystem nicht wieder hinbiegen können, jedenfalls nicht in kurzer Zeit. Es bedarf dann noch eine aufwändige Immuntherapie. Ich vermute, daß "hier der Hase begraben liegt".

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Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
hallo chrissi,

leider kann ich deinen beitrag nicht ganz in meinem kopf aufnehmen.
was mir aber aufgefallen ist:

das mit deinem puls.
bei mir war es auch so, dass ich einen sehr erhöhten ruhepuls hatte:
nach dem schlafen war er auf 100, normal im liegen bei 120, beim afstehen auf 143 und beim gehen über 170.
so wurde ich auf den hometrainer gebracht, wo ich schon nach kurzer zeit einen pulsabfall auf um die 60 hatte.
ich brach dann mit muskelschwäche zusammen.
du schreibst ja auch was wegen muskeln...

weiter hatte ich auch vitamin d mangel.

bei mir geht es auch im liegen am besten.
im sitzen werde ich oft auch so benommen, dass ich manchmal "wegtrete" und zusammenklappe.
stehen tu ich schon praktisch nicht mehr, weil ich einfach zu schwach bin und schnell zusammen klappe.

die starke müdigkeit habe ich auch.
egal, wie viel ich schlafe.
was mir auffällt:
nach dem schlafen bin ich am meisten erschöpft (wobei ich mit grossem schlafmangel auch zu nichts zu gebrauchen bin).
ich brauche etwa neun stunden nach dem schlafen, bis ich mich einigermassen davon erholt habe.
doch dann werde ich nach etwa zwei oder drei stunden schon wieder voll müde, weil ich ja eigentlich wieder schlafen sollte.
vielleicht ist das, weil ich im schlafen sauerstoffabfälle bis unter 40% habe und keine heimbeatmung habe, da ich sauer auf die ärzte war, als sie sie mir anboten und nicht stationär gehen wollte. (sie wollten mir erst helfen, als es mir schon besser ging, nachdem sie mich in schlimmsten zuständen hängen liessen. da fand ich, ich kann jetzt auch auf sie verzichten. und eh habe ich ein krankenhaustrauma, weswegen ich nicht stationär zur beatmungseinstelung gehen wollte. die machen einem stationär eh nur zur sau und stellen einem als den hinterletzten trottel hin. die können mich mal!)

viele andere symptome von dir habe ich auch.

hashimoto habe ich nicht.
sicca schon.
allergien auch.
ich habe noch andere sachen.
doch die eigentliche ursache kenne ich auch nicht.
ich behandle einfach auf ein paar teile meines "krankheitsbildes".

sorry, dass ich nicht weiter helfen kann, ich finde nur, dass es bei uns ähnliche dinge gibt.
gerade das mit dem puls habe ich sonst noch nie von jemandem gehört und will immer wissen, was da los ist.
damals beim kardiologen fand er noch nichts, untersuchte aber auch nur im liegen.
also das ekg im liegen.
vielleicht können wir uns einander tipps geben, wenn wir beide noch was rausgefunden haben.
kannst mich ja mal anrufen.
ich habe gerade gestern meinen arzt gefragt, ob er bei mir mal ein fünkchen an lungenhochdruck gedacht hat, als ich neu zu ihm kam.
er verneinte es.
es sei so selten und unbekannt, weswegen er bei keinem patienten daran denkt.
das gab er zu.
vielleicht ist es aber auch was genetisches, weil meine mutti hat ein sehr, sehr ähnliches bis überschneidendes krankheitsbild wie ich.
meine schwester ist auch belastet und der bruder hat auch gewisse sachen.
die meisten verwandten mütterlicherseits haben so komische krankheiten...

viele liebe grüsse; deine shelley
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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Shelley,

bei mir war es auch so, dass ich einen sehr erhöhten ruhepuls hatte:
nach dem schlafen war er auf 100, normal im liegen bei 120, beim afstehen auf 143 und beim gehen über 170.
so wurde ich auf den hometrainer gebracht, wo ich schon nach kurzer zeit einen pulsabfall auf um die 60 hatte.
ich brach dann mit muskelschwäche zusammen.
Ein hoher Puls ist meist ein Zeichen für einen Kaliummangel und bei Kaliummangel hat man Muskelschwäche und sollte erst den Kaliummangel beseitigen bevor man Sport macht. Das kann sonst lebensgefährlich sein.

Bei M. Wilson kann man über die Nieren Kalium verlieren. Kaliummangel führt zunächst mal zu einem hohen Puls aber auch zu einer Muskelschwäche.

Bei Dir Shelley, hatte ich ja auch mal den Verdacht geäußert, dass Du M. Wilson haben könntest. Du hast auch Leberprobleme und diese Beschwerden von Chrissi, die ich auch habe und die auch wilsontypisch wären, hast Du ja auch....

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Chrissi,

also ich würde Dir, wegen der Atemnot, die Du angibst, raten, M. Wilson schnellstmöglich ausschließen zu lassen.
Denn, wenn die Atemnot eine Folge des M. Wilsons wäre, ist es denkbar, dass sich ein Leberversagen anbahnt.
Lese dazu mal hier aus dem alten Forum des dt. Wilson-Selbsthilfevereins den Bericht über ein junges, sportlich auch sehr aktives Mädchen, bei dem sich das Leberversagen mit immer wiederkehrender Atemnot angekündigt hatte:
www.morbus-wilson.de/forum19941/messages/293.htm
Bei diesem Mädchen, traten ab und zu Atemprobleme auf, ansonsten liess nichts aber auch gar nichts die Eltern oder Kameradinnen vermuten, dass diese Krankheit anscheinend schon einige Zeit ihren Körper befallen hatte.

Und hier noch ein zweiter Bericht, wo ein Mädchen mit MW verstarb mit Angaben zu den zuvor auftretenden Beschwerden:
:: Thema anzeigen - Worte einer Mutter
Aus dem Bericht einer Mutter, deren Tochter an MW verstarb:
Mit 18 traten dann verstärkt Kreislaufprobleme auf, sie kippte einfach um, wurde ins Krankenhaus gefahren und von dort wenige Stunden später ohne Befund entlassen. Weitergehende Untersuchungen wurden nicht durchgeführt. Zur gleichen Zeiten traten Astmabeschwerden auf,
Antwort einer MW-Betroffenen:
[quote]Deine Tochter verstarb nach dem, was Du an Symptomen angibst, wohl an einer akuten Hämolyse, die zum Nieren- und Leberversagen führen kann. Diese hat sich vorher angekündigt und ein guter Arzt hätte das vielleicht auch erkennen können. Das Erbrechen war eines dieser Symptome. Man kann auch immer wieder mal bei Belastung eine Luftknappheit haben, weshalb ich mutmaße, ob nicht bereits die Asthmabeschwerden von der hämolytischen Anämie (=Hämolyse) verursacht waren. Auch die stetige Müdigkeit war wohl ein Zeichen dafür.
Antwort der Mutter:
Und alles was Du geschrieben hast, deckt sich voll mit meinen bisherigen Erkenntnissen.

Ich will Dich nun nicht beunruhigen. Aber da Du so viele typische MW-Symptome angegeben hast und dazu noch leberkrank bist (denn die Angaben von Dir lassen auf eine Leberkrankheit schließen), könnte es sich bei Deiner Atemnot um die Atemnot handeln, die man als Folge einer Hämolyse (=hämolytischen Anämie bei der es zum plötzlichen Absterben von roten Blutkörperchen kommt) bekommen kann.
Wenn nämlich die roten Blutkörperchen absterben, ist der Sauerstofftransport nicht mehr gewährleistet, denn die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff. Die Folge ist Atemnot.
Beschleunigt sich dieses Absterben dann noch weiter, wird es lebensgefährlich und die meisten benötigen dann sofort eine Lebertransplantation, evtl. noch eine Nierentransplantation (wie im letzten der beiden Fälle).

Damit es soweit bei Dir nicht kommt, würde ich versuchen, den M. Wilson ausschließen zu lassen.

Gruß
margie
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Joh70 ist offline
Beiträge: 945
Seit: 08.10.06
Hallo margie, trotzdem ist Morbus Wilson eine seltene Erbkrankheit. Eine Gelbfärbung der Haut wäre dann zu erwarten!? Wie kommt es denn bei Morbus Wilson zum Absterben der roten Blutkörperchen?

In netdoktor.de steht zum Thema "Kupfer":

Bei unklaren Lebererkrankungen (z. B. Gelbfärbung der Haut und der Augen) und bei Veränderungen des Nervensystems (z. B. Steifheit der Muskulatur, Zittern) kann die Messung des Kupfergehalts im Blut und im Urin helfen, eine seltene Störung des Kupferstoffwechsels (Morbus Wilson oder auch hepatolentikuläre Degeneration genannt) zu entdecken. Außerdem bei unklarer Blutarmut, die sich auf Eisengabe nicht bessert.

Bei Morbus Wilson, eine seltene, angeborene Kupferstoffwechselstörung, kann die krankhafte Speicherung von Kupfer in der Leber bis zum Leberversagen führen (Gelbfärbung der Haut und Augen). Ablagerungen im Gehirn können zu Zittern und anderen Bewegungsstörungen führen. Es können auch psychische Veränderungen auftreten. Bei vielen Patienten findet sich ein rotbrauner Ring um die Regenbogenhaut (Kayser-Fleischer Ring). Die Erkrankung zeigt sich meist vor dem 40. Lebensjahr.

http://www.netdoktor.de/Diagnostik+B...upfer-515.html

Ich selbst kenne auch ein junges Mädchen um die 20, welche öfter mal umkippt. Ich vermute Unterernährung wegen Schlankseinwollen und Verdauungsprobleme/Nahrungsmittelunverträglichkeiten. In Folge Nährstoffmangel, Eisenmangel. In Folge Blutarmut. In Folge Sauerstoffarmut mit gelegentlicher Bewusstlosigkeit. Doch könnte es auch hier Morbus Wilson sein? Wie kann man das feststellen? Siehr man es an Ringen in den Augen?

Geändert von Joh70 (07.12.08 um 11:43 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Manchmal muß man gar nicht so weit suchen, Joh: http://www.symptome.ch/wiki/Morbus_wilson

Gruss,
Uta

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Joh,

trotzdem ist Morbus Wilson eine seltene Erbkrankheit. Eine Gelbfärbung der Haut wäre dann zu erwarten!? Wie kommt es denn bei Morbus Wilson zum Absterben der roten Blutkörperchen?
Zur Seltenheit der Krankheit folgendes:
Die Angaben zur Häufigkeit variieren stark. Ein Experte schrieb, dass einer von 1000 Menschen MW (M. Wilson) hat, anderswo liest man dass ein Mensch von ca. 30000 Menschen M. Wilson hat.
Die letzteren Angaben wurden zu einer Zeit ermittelt, wo man nur die schwerstbetroffensten Fälle diagnostizieren konnte und noch nicht wußte, dass es auch leichter betroffene Fälle gibt.
Man hat nämlich die registrierten Fälle in "abgeschlossenen Ländern" genommen, wie z. B. in der ehemaligen DDR, die es aber schon 20 Jahre lang nicht mehr gibt oder die Fälle auf Inseln in der dritten Welt gezählt.
Beide Kriterien sind sehr unzuverlässig:
Zum einen werden vielleicht höchstens die Hälfte aller Fälle registriert, auch ich bin sicher noch nirgends registriert.
Zum anderen gab es damals, als man diese Zählung durchführte, noch viele Möglichkeiten der Diagnostik nicht. Ja, das für mw-verantwortliche Gen wurde erst ca. 1993 entdeckt und seither hat man doch einige Fälle durch den Gentest noch diagnostiziert, die in der vorangegangenen Zählung gar nicht enthalten sind.
Da MW oft in den gleichen Familien auftritt, in denen es auch Fälle von Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit) gibt, würde ich vermuten, dass MW fast genauso häufig ist wie Hämochromatose. Hämochromatose ist die häufigste Erbkrankheit überhaupt. Auch in unserer Familie gibt es Hämochromatose (einer meiner Brüder hat sie) und M. Wilson (ich und evtl. ein weiterer Bruder hat MW).
Daher tendiere ich, die erstgenannte Zahl, also ein Mensch unter 1000 Menschen könnte MW haben, zu glauben oder eine Zahl zwischen den beiden Zahlen..
Das hieße, die Dunkelziffer wäre noch sehr riesig und da leider die Ärzte die Symptome von MW immer noch nicht "drauf" haben, wird die Dunkelziffer auch riesig bleiben....
Auch bei der letztgenannten Zahl, also dass nur einer von 30000 Menschen MW hat, geht man von einer immensen Dunkelziffer aus, nämlich von 2 Dritteln. D. h. man nimmt an, dass nur ein Drittel aller Betroffenen mit MW diagnostiziert sind.

Zu einer akuten Gelbfärbung der Haut kommt es bei MW kurz vor dem Leberversagen. Aber dann ist es zu spät, denn das Leberversagen überleben viele nicht.
Lese mal hier auf Seite 14 über einen solchen Fall, wo ein Mädchen aus einer Hämolyse heraus ein Leberversagen bekam:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.d...ag1-skript.pdf

Das Absterben der roten Blutkörperchen (Hämolyse= Zerfall) ist das Charakteristische einer hämolytischen Anämie und eine hämolytische Anämie ist eine typische Folge eines M. Wilsons. Diese Anämie tritt bei MW bei Frauen, vor allem jungen Mädchen häufiger auf, als bei Männern.
In den Leitlinien zu M. Wilson heißt es unter "Symptomatik" u. a.:
Hämatologisch Sekundärschäden der Lebererkrankung (Koagulopathie), des Hypersplenismus (Leukopenie, Thrombozytopenie)
Coombs negative Hämolyse, Anämie
siehe
AWMF online - Leitlinie Neurologie: Morbus Wilson
Die Hämolyse ist also eine Schädigung in der Blutbildung.


Bei Morbus Wilson, eine seltene, angeborene Kupferstoffwechselstörung, kann die krankhafte Speicherung von Kupfer in der Leber bis zum Leberversagen führen (Gelbfärbung der Haut und Augen).
Das mit der Gelbfärbung stimmt schon, wenn man solange wartet, bis man das Leberversagen bekommt. Aber dann ist es für viele zu spät, denn nicht jeder überlebt die Lebertransplantation.

Ablagerungen im Gehirn können zu Zittern und anderen Bewegungsstörungen führen. Es können auch psychische Veränderungen auftreten. Bei vielen Patienten findet sich ein rotbrauner Ring um die Regenbogenhaut (Kayser-Fleischer Ring). Die Erkrankung zeigt sich meist vor dem 40. Lebensjahr.
Auch das ist richtig.
Der Kayser-Fleischer-Ring ist ein grün-bräunlicher Ring (rotbraun kann er vielleicht auch mal sein) den man im Auge finden kann bei ca. 60 % der Fälle und meist erst im Endstadium der Krankheit. Man sieht in normalerweise mit dem bloßen Auge nicht und nicht alle Augenärzte wissen, wie man den Ring feststellt.
Betr. die Symptome sei zu sagen, dass es sehr unterschiedliche Fallvarianten geben kann. Die Experten sagen zu Recht, dass kein MW-Fall dem anderen gleicht. Das kommt von dem jeweiligen Gendefekt und es gibt mittlerweile fast 400 verschiedene.

Ich selbst kenne auch ein junges Mädchen um die 20, welche öfter mal umkippt. Ich vermute Unterernährung wegen Schlankseinwollen und Verdauungsprobleme/Nahrungsmittelunverträglichkeiten. In Folge Nährstoffmangel, Eisenmangel. In Folge Blutarmut. In Folge Sauerstoffarmut mit gelegentlicher Bewusstlosigkeit. Doch könnte es auch hier Morbus Wilson sein? Wie kann man das feststellen? Siehr man es an Ringen in den Augen?
Es könnte bei dem Mädchen auch ein MW vorliegen bei diesen Symptomen.
Auch ich bin als junges Mädchen ab und zu umgekippt, ohne dass ich damals das für schlimm gehalten habe. Kein Arzt wäre damals aber auf MW gekommen.
Bei MW haben viele Betroffene Verdauungsprobleme. Die Bauchspeicheldrüse wird bei einigen schwach und das führt dazu, dass man sehr schlank wird. War auch bei mir so. Nahrungsmittelunverträglichkeiten, d. h. Allergien haben Leberkranke aufgrund der Leberkrankheit auch sehr häufig.
Und eine Anämie hat einen latenten Sauerstoffmangel zur Folge, der, wenn sich die Anämie mal beschleunigter entwickelt, auch zu einer Atemnot führen kann.

Aber das heißt nun nicht unbedingt, dass jedes Mädchen mit diesen Symptomen einen MW haben muss. Sie kann ihn haben mit diesen Symptomen, muss ihn aber nicht haben, weil es auch andere Erklärungen für diese Symptome durchaus geben kann.

Nun ich will nun keine Romane schreiben. Die Diagnostik kann schnell gehen, wenn man den Kayser-Fleischer-Ring hat, sie kann sich stark hinziehen, wenn man ihn nicht hat.
Da die MW-Diagnostik so schwierig sein kann, will ich dazu auch nicht mehr allzu viel schreiben, es gäbe sonst wieder einen Roman.
Oben habe ich an Chrissi dazu schon ein paar Dinge geschrieben und will mal darauf verweisen. Auch in meinen vielen früheren Beiträgen habe ich dazu schon so viel geschrieben.

Gruß
margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (07.12.08 um 13:17 Uhr)

Völlige Erschöpfung!

Shelley ist offline
Beiträge: 10.454
Seit: 28.09.05
Zitat von margie Beitrag anzeigen
Hallo Shelley,

Ein hoher Puls ist meist ein Zeichen für einen Kaliummangel und bei Kaliummangel hat man Muskelschwäche und sollte erst den Kaliummangel beseitigen bevor man Sport macht. Das kann sonst lebensgefährlich sein.

Bei M. Wilson kann man über die Nieren Kalium verlieren. Kaliummangel führt zunächst mal zu einem hohen Puls aber auch zu einer Muskelschwäche.

Gruß
margie
kalium war bei mir damals okay.
---- denke ich - ich war im krankenhaus, als ich 24h am tag am pulsoxymeter hing.

wie ist es bei dir chrissi?

wie ist dein kalium-wert?

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