Lebenslang kaffeesüchtig?!

08.02.15 18:20 #1
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AW: Lebenslang kaffeesüchtig?!

Marjorie ist offline
Themenstarter Beiträge: 165
Seit: 29.08.10
Danke Euch, liebe ADo und Tilian,

ja, bei mir ist es eben auch so, dass er mich nicht "bedingungslos" aufgebaut hat, sondern über die Jahre sukzessive runtergezogen hat. Am Schluss konnt ich – trotz täglichen 5 Tassen – nicht mal mehr die Augen offen halten. Ganz zu Schweigen von den Psycho-Wirkungen, die man auf hohen Kaffeekonsum kriegt: Diffuse Angstzustände, ganz leichte Visionen/Halluzinationen (also etwa bei Autos, die schnell vorbeifahren, die dann einen kurzen Bewegungsschatten auf der Retina hinterlassen oder kurze, grundlose Schreckmomente).
Ich dachte aber eben auch nicht, dass ich nach der Entwöhnung von 5 Monaten (!) immer noch so *erm* "anspringe" auf das Zeug.

Lebenslang kaffeesüchtig?!

bestnews ist offline
Beiträge: 5.701
Seit: 21.05.11
Zitat von Marjorie Beitrag anzeigen
Danke Euch, liebe ADo und Tilian,

ja, bei mir ist es eben auch so, dass er mich nicht "bedingungslos" aufgebaut hat, sondern über die Jahre sukzessive runtergezogen hat. Am Schluss konnt ich – trotz täglichen 5 Tassen – nicht mal mehr die Augen offen halten. Ganz zu Schweigen von den Psycho-Wirkungen, die man auf hohen Kaffeekonsum kriegt: Diffuse Angstzustände, ganz leichte Visionen/Halluzinationen (also etwa bei Autos, die schnell vorbeifahren, die dann einen kurzen Bewegungsschatten auf der Retina hinterlassen oder kurze, grundlose Schreckmomente).
Ich dachte aber eben auch nicht, dass ich nach der Entwöhnung von 5 Monaten (!) immer noch so *erm* "anspringe" auf das Zeug.
Du hast nicht zufällig ne Histaminintoleranz, ist gar nicht so selten und wird in der Regel nicht erkannt.
Kaffee wird da meist nicht vertragen und eine Hit kann schon so einiges an Zuständen hervorbringen..

Alles Gute.
Claudia.

Lebenslang kaffeesüchtig?!

julisa ist offline
Beiträge: 1.798
Seit: 20.03.09
Zitat von Marjorie Beitrag anzeigen
Das ist natürlich nicht von einem auf den anderen Tag gegangen. Aber seit ganzen 5 Monaten bin ich nun schon koffeinfrei und es geht mir -- schrecklich!
Hallo Marjorie,

vielleicht wäre es eine Idee, wenn Du mal ein Cortisolprofil machen läßt. Denn die Nebennieren werden durch Kaffee schön aufgeputscht, selbst, wenn sie nicht mehr können. Abhängigkeit von Kaffee ist bei NNschwäche häufig, damit man in die Gänge kommt. Und dass Du jetzt so müde bist und nicht regenerierst im Schlaf würde auch dazu passen.

Schau mal hier, ob noch andere Symptome passen würden:
Nebennieren-Schwäche | Naturheilzentrum-Hollmann.de

Die Schilddrüse kann dadurch auch beeinflusst werden (dazu würde der Frosch im Hals auch passen). Das Hormonsystem ist ein fragiles System, wo sich alle gegenseitig beeinflussen. Daher könntest Du die auch mal durchchecken lassen.

VG
julisa

Geändert von julisa (12.02.15 um 15:30 Uhr)

AW: Lebenslang kaffeesüchtig?!

Marjorie ist offline
Themenstarter Beiträge: 165
Seit: 29.08.10
Liebe Julisa,

danke für Deine Antwort.
Ja! Als mir das Koffein(entzugs)problem in seiner Tragweite bewusst wurde, habe ich mich viel mit den erschöpften Nebennieren (Adrenal Fatigue & Co) auseinandergesetzt. Das ist zwar schulmedizinisch nicht wirklich anerkannt aber für mich klingt es total plausibel! Auch der chemisch-hormonelle Kreislauf, der dabei entsteht. Ich glaube, ich habe damals JEDE Webseite zu dem Thema gelesen (in deutsch und englischsprachig ;-) )

Sehr interessant ist bei der Thematik auch das Adenosin. Da gibt es im Netz einige sehr interessante Beiträge. Kurz hier aus Wiki zitiert (darf ich das?)
Die Wirkung des Coffeins begründet sich auf zellulärer Ebene wie folgt: Im Wachzustand tauschen Nervenzellen Botenstoffe aus und verbrauchen Energie. Dabei entsteht Adenosin als Nebenprodukt. Eine der Aufgaben des Adenosins besteht darin, das Gehirn vor „Überanstrengung“ zu schützen. Es setzt sich an bestimmte Rezeptoren auf den Nervenbahnen (die Adenosinrezeptoren vom Subtyp A2a). Ist Adenosin gebunden, ist das ein Signal für die Zelle, etwas weniger zu arbeiten. So entsteht ein negativer Rückkopplungseffekt: je aktiver die Nervenzellen, desto mehr Adenosin wird gebildet und desto mehr Rezeptoren werden besetzt. Die Nervenzellen arbeiten langsamer. Das Coffein ist dem Adenosin in seiner chemischen Struktur ähnlich und besetzt dieselben Rezeptoren, aktiviert sie jedoch nicht (inverse Agonisten). Adenosin kann nicht mehr andocken, und die Nervenbahnen bekommen kein Signal – deshalb arbeiten sie auch bei steigender Adenosinkonzentration weiter. Die Adenosinrezeptoren werden kompetitiv durch Koffein gehemmt.
Da scheint es nur ganz logisch, dass im Organismus erst mal gar nichts mehr geht, wenn plötzlich jene Stellen, die über Jahre durch's Coffein besetzt waren, plötzlich wieder für's Adenosin frei sind. Allerdings habe ich mir nicht gedacht, dass ein "Runterkommen" über ein halbes Jahr dauern kann (mit open end...)

Ich habe jedenfalls auch alles getan, was man bei Nebennierenschwäche tun kann (glaube ich halt). Habe auch viel Nahrungsergänzungsmittel genommen. Geholfen hat das leider eine kurze Zeit. Und die Erlösung war's leider auch nicht.

Edit:
Liebe Bestnews,
sehe Deinen Beitrag erst jetzt, sorry. Danke dafür!

Histaminintoleranz glaube ich, nicht zu haben. Erstens war ein Test negativ und zweitens habe ich bei den notorischen Lebensmittel (Schokolade, Käse, Essig) überhaupt keine Probleme.
Diese wilden Zustände durch den Kaffee hatte ich wohl deswegen, weil Kaffee ja grundsätzlich eine psychotrope Substanz ist. Diese Wirkung erhöht sich natürlich durch erhöhte Dosis. Und es verstärkt sich, wenn man leicht einsetzende Symptome (depressive Gefühle bei sinken des Peaks, existenzielle Erschöpftheit und diffuse Angstzustände mit noch mehr Kaffee zu behandeln versucht, weil man um dessen aufputschende Wirkung weiß und auf diese hofft...

Liebe Grüße

Marjorie

Geändert von Marjorie (13.02.15 um 23:43 Uhr)

AW: Lebenslang kaffeesüchtig?!

blunsi ist offline
Beiträge: 339
Seit: 14.05.14
Dennoch ist die Pharmazeutische Zeitung und andere "offizielle Gremien" der Ansicht, dass Coffein kein Suchtmittel ist: Pharmazeutische Zeitung online: Coffein: Genussmittel und Arzneistoff

Coffein ist kein Suchtmittel

Viele Menschen nehmen regelmäßig Coffein in Getränken zu sich. Dabei kann sich eine Toleranz ausbilden. Daher wurde diskutiert, ob Coffein ein Suchtmittel ist oder nicht. Eine amerikanische Expertengruppe zeigte, dass das Abhängigkeitspotenzial so gering ist, dass es bei der Einnahme der in Lebensmitteln üblichen Dosen keine Rolle spielt (15). Darüber hinaus hat Coffein nicht die charakteristischen Eigenschaften von Abhängigkeit induzierenden Substanzen. So führt es in verschiedenen Dosen nicht zur Stimulation des dopaminergen Stoffwechsels im Belohnungssystem, was ein typisches Charakteristikum suchterzeugender Stoffe ist (Abbildung 3). Nur sehr hohe Konzentrationen bewirkten eine Zunahme der Aktivität in Hirnbereichen, die an Fortbewegung, Stimmung und Schlaf beteiligt sind. Auch bei diesen Mengen wurde keine messbare zusätzliche Aktivität im Belohnungssystem nachgewiesen. Die Ergebnisse sprechen klar gegen die Annahme, Coffein würde zur Abhängigkeit führen (16).

Unumstritten ist, dass nach plötzlichem und vollständigem Absetzen, insbesondere nach vorangegangenem starken und lang andauerndem regelmäßigen Coffeinkonsum Symptome wie Kopfschmerzen, zittrige Hände und Blutdruckschwankungen auftreten können. Diese treten mit einer Verzögerung von etwa 24 bis 48 Stunden auf, sind kurzzeitig und vermutlich durch eine Wirkung an den Adenosin-Rezeptoren zu erklären.

Ein mögliches Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial von Coffein wurde von einer internationalen Expertengruppe im Rahmen der Vorbereitungen auf das medizinische Standardwerk DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4th edition) und die 10. Auflage des internationalen Diagnoseschlüssels ICD (International Classification of Diseases, 10th edition) analysiert. Die Experten bezogen alle zur Verfügung stehenden Daten mit ein, fanden aber keine Notwendigkeit, im DSM-IV oder ICD-10 vor einem »Coffein-Missbrauch« oder einer »Coffein-Abhängigkeit« zu warnen (17).
Aufgrund eigener Erfahrung bin ich da anderer Meinung. Ich trinke seit meiner Kindheit Kaffee und würde nie auf die Idee kommen, meinen Kaffeekonsum vollständig einzuschränken, da ich das schlicht und einfach nicht kann. Ich versuche einfach nur so wenig wie möglich davon zu trinken. Und wenn man sich auch noch vergegenwärtigt, auf wie viele Stoffwechselprozesse Coffein einwirkt, dann versteht man, dass es sehr wohl zu Abhängigkeiten beim Konsum von Kaffee kommen kann. Das ist zumindest meine Meinung.

Viele Grüße blunsi
__________________
"Eine gesunde Wirtschaft braucht eine kranke Gesellschaft" [Erich Fromm]

Geändert von blunsi (15.02.15 um 14:32 Uhr)

AW: Lebenslang kaffeesüchtig?!

Marjorie ist offline
Themenstarter Beiträge: 165
Seit: 29.08.10
Liebe Blunsi,

vielen Dank für Deine Nachricht.
Ich geh da d'accord mit Dir. Es geht ja nicht immer nur um Dopamin bei einer Sucht. Kaffee hat (neben Koffein) unzählige andere Wirkstoffe.

Meine eigene Erfahrung mit der Substanz lehrte mich, das er sehr hohes Suchtpotenzial hat. Und ich habe Kaffee in vielen Jahren im Selbtversuch (leider) sehr gut erforscht.

Ich denke, hier macht die Lobby massiv mobil und lanciert Studien. Wenn man beobachtet, was in den letzten Jahren an ruinösen Restriktionen durchgesetzt wurde gegenüber allem, was als gesundheitlich schädlich definiert wurde (Rauchen!) ist die panische Angst der Kaffeeindustrie (powered by Energydrinks) verständlich.

Koffein ist auf Wikipedia übrigens im ersten Satz als "Psychotrope Substanz" beschrieben.

Liebe Grüße
von

Marjorie


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