Holzgifte - soll ich nach 28 J. noch was sagen?

26.10.07 14:47 #1
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moon ist offline
Beiträge: 55
Seit: 23.04.04
Hi an alle: Vor 28 Jahren wurde das Bett meiner Tochter (sie war damals 2 Jahre alt) mit Xylamon gestrichen und sie schlief ungefähr 10 Jahre in diesem Bett. Als Kleinkind hatte sie sehr viele Infekte der Nasen-Nebenhöhlen und auch Krampfanfälle. Bis zu ihrem 15. Lebensjahr wurde sie auf Epilepsie behandelt. Jetzt geht es ihr überwiegend gut - sie ist inzwischen 30 Jahre alt. Das Bett wurde entsorgt als sie ungefähr 10 Jahre alt war. Damals in den 70er Jahren wurde alles auf die psychosomatische Schiene geschoben. Meine Frage ist jetzt, soll ich meiner Tochter (in ihrem jetzigen stabilen Zustand) etwas über eine mögliche Holzgiftbelastung sagen mit dem Ziel, daß sie sich durch einen Umweltmediziner untersuchen läßt? Wie soll ich es ihr sagen? Ich denke, daß alles was ich sage bei ihr massive Ängste auslösen kann und sie natürlich auch fragt, wer das Bett gestrichen hat (ihr Vater). Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihren Vater anschreibe - wir sind inzwischen geschieden - und ihn über meine Theorie informiere - nur er wird nicht von seiner Meinung abzubringen sein, daß das Leiden meiner Tochter auf unsere schlechte Ehe zurückzuführen ist. Er selbst hat damals unter massiven Schlafstörungen gelitten (er hat nicht nur das Bett, sondern auch den gesamten Dachausbau mit Panelen damals mit Xylamon gestrichen und auch mehrmals einen alten Pkw ohne Atemschutzmaske lackiert). Nur damals war alles "psychisch".
Ich würde mich freuen, wenn ich zahlreiche Meinungen hören würde. Gruß moon.

Holzgifte - soll ich nach 28 J. noch was sagen?

mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Hallo moon,
auch meine Belastungen, ganz ähnlich wie bei deiner Tochter, wurden zum Teil durch Wohngifte ausgelöst. In meinem Fall eher durch Schränke aus Pressspanplatten, die jede Menge Formaldehyd und dergleichen von sich gaben. Auch die Weichmacher im Teppichboden dürften das Ihre dazu beigetragen haben. Ich bin sehr froh, dass ich irgendwann dahinterkam (eine spezielle Blutuntersuchung zu Beginn einer heilpraktischen Behandlugn brachte das an den Tag). So konnte ich die Gifte systematisch ausleiten. Deine Tochter solltest du unbedingt über diese Dinge informieren. Dann kann sie selbst entscheiden, wie sie damit umgeht. Ob es etwas bringt, auch den Vater auf das Thema anzusprechen, kann ich dir nicht sagen.

Es sollte nicht darum gehen, irgend jemand Schuld anzuhängen. In den Siebzigern wurden viele neu entwickelten Stoffe gleichzeitig überall im Wohnbereich eingesetzt und niemand ahnte, was das für Folgen für die Gesundheit haben könnte. Natürlich hat der Vater das Bett der Tochter lackiert, damit sie es schön hat, und diesen "Liebesbeweis" darf man ihm jetzt nicht zum Strick drehen. Trotzdem ist es für sie wichtig zu wissen, dass es einen Weg gibt, die Beschwerden, unter denen sie heute noch leidet, wieder los zu werden, und den "Psycho-Stempel" gleich mit. Den hab ich mittlerweile auch erfolgreich von mir abgekratzt.
Gruß
mezzadiva

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.714
Seit: 10.01.04
Hallo moon,
ich würde meiner Tochter gegenüber ganz generell das Thema "Vergiftung" zur Sprache bringen, aber nicht unbedingt sagen, daß das Bett damals mit Holzschutzmittel gestrichen wurde und das wahrscheinlich Folgen hatte.

Wichtig wäre auf jeden Fall, daß Du Dich umhörst, ob es Entgiftungsmöglichkeiten gibt für dieses Holzschutzmittel bzw. was Deine Tochter jetzt tun kann, um stabil zu bleiben.

Gruss,
Uta

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moon ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 23.04.04
Danke für eure Antwort. Ich habe mir jetzt erstmal einen Termin beim Umweltmediziner besorgt (16.12. !!!). Von seiner Meinung werde ich es abhängig machen, inwieweit ich meine Tochter informiere. Was ich allerdings überlege ist die Tatsache, wie ich sie vom Fasten abbringe, da ich gelesen habe, daß durch Fasten die im Fettgewebe eingelagerten Giftstoffe aktiviert werden. Und sie als junge Frau fastet natürlich sehr gerne um ihr Wunschgewicht zu halten.
Gruß moon

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gerold ist offline
Beiträge: 4.808
Seit: 24.10.05
Meiner Ansicht nach ist es hohe Zeit, die inzwischen erwachsene Tochter umfassend über den Sachverhalt zu informieren. Da Gifte das Immunsystem schwächen, sind diese beizeiten auszuleiten.

Ein erster Test über die Schadstoffbelastung der Tochter ließe sich durch die Einnahme von Rizinusöl durchführen. Hierzu gehe man hier in der Kopfzeile auf "Wiki" und gebe dort ganz unten als Suchbegriff "Rizinusöl" ein.

Alles Gute!

Gerold
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben.

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Kathy ist offline
Beiträge: 3.387
Seit: 06.03.07
Hallo Moon

wenn ich Deine Tochter wäre, würde ich unbedingt die Wahrheit wissen wollen, um auf der Basis dieses Wissens in Zukunft handeln zu können; vor allem, wenn sie eigene Kinder hat oder haben möchte. Aber Du kennst Deine Tochter und kannst besser einschätzen, wie sie mit diesem Thema umgehen würde.

Gruss
Kathy

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moon ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 23.04.04
Ich bin so froh über eure Meinung zu diesem doch so brisanten Thema, denn mir klopft das Herz bis zum Hals wenn ich an ein Gespräch mit meiner Tochter denke - weil ich Angst davor habe, daß sie die Verbindung zu mir abbricht, ihr Vater hat ihr ja schließlich lange Jahre gesagt, alles wäre "psychisch". Ich werde mich jetzt mal mit "Rizinus" beschäftigen. Gruß moon

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Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Hallo moon,

ich sehe das wie Uta und würde generell von Holzschutzmitteln sprechen, mit denen viel im Haus behandelt wurde. Und würde von Überlegungen erzählen, wie weit ihr damals nicht alle zusammen geschädigt worden sein könntet. Und was man vielleicht selbst heute noch dagegen tun könnte. Deinen Worten entnehme ich, dass es nicht sinnvoll sein kann, dass ganze mit familiären Spannungen noch brisanter zu machen.

Viele Grüße, Horaz

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moon ist offline
Themenstarter Beiträge: 55
Seit: 23.04.04
Ich habe inzwischen in Wiki über Rizinusöl gelesen. Mir ist nur der Unterschied nicht klar, inwieweit es anders wirkt als Glaubersalz. Glaubersalz habe ich selbst schon mal benutzt als bei mir eine Darmspiegelung anstand und nach der abführenden Wirkung war alles was dann noch kam farblos. Und ich weiß, daß meine Tochter auch Glaubersalz benutzt zur Darmreinigung vor einer Fastenkur. Und jetzt bekomme ich schon wieder Ängste, ob nicht diese sehr intensive Darmreinigung schon diese Gifte im Fettgewebe aktivieren kann? Ihr habe euch sicherlich schon mehr mit dem Thema befaßt - bitte mal um Info. Wer von euch hat schon mal einen Umweltmediziner aufgesucht und was kann man da erwarten?
Gruß moon

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Juliette ist offline
Beiträge: 4.666
Seit: 23.04.06
Hallo Moon,

dazu kann ich dir etwas sagen. Die meisten Gifte, auch Holzschutzmittel sind fettlöslich, das heißt sie werden in fettreichem Gewebe, Gehirn, Nervenbahnen ect. gespeichert. Das Rizinus ist selbst ein Fett das, wenn es im Darm aufgespalten wurde, im Körper die Eigenschaft hat die fettlöslichen Gifte zu lösen, zur Galle transportieren und diese von dort aus über den Magen- Darmtrakt auszuscheiden.

Es wirkt in dem Fall von Vergiftungen um ein vielfaches besser als Glaubersalz, das nur wasserlösliche Gifte anspricht. Glaubersalz reinigt zwar den Magen- Darmtrakt, hat aber es hat keinen Einfluss auf die im Körper befindlichen fettlöslichen Gifte.

Man muss zu deinen oben genannten Fragen wissen, das Gifte eine Wirkung auf das Immunsystem haben, kommen dann noch Familienverhältnisse hinzu die belastend sind, dann dürften beide Faktoren sich gegenseitig unterstützen.

Die Psyche wirkt auf das Immunsystem ein, Gifte auch. Beides zusammen ist ein brisanter Cocktail.

Deine Tochter ist jetzt erwachsen und gesund. Das sie davon Schäden getragen haben soll, das muss nicht unbedingt sein. Wenn ihre Psyche jetzt stabil ist, dann würde ich auch dafür sorgen das das so bleibt. Man kann ja allgemein die Holzgifte ansprechen, aber ohne den Vater oder sonstwen zu beschuldigen. Das war die damalige Zeit und keiner kann etwas dafür.
Ich kenne Menschen die viel mit Holzschutzmitteln zu tun hatten und nicht erkrankt sind, andere wiederum erkranken heftig. Vielleicht hat deine Tochter trotz allem das Glück ein guter Entgifter zu sein.
Ich würde das Thema allgemein halten, ohne die Familiengeschichte mit hineinzubringen, denn alle waren betroffen.

Viele Grüsse von Juliette


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