Kopfchaos

19.03.10 10:24 #1
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magic ist offline
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Ich muss mal was loswerden…

Im Moment habe ich das Gefühl als wenn ich der „Abfalleimer“ für den ganzen seelischen Müll der Menschen um mich herum bin.
Alle kommen zu mir und schütten ihr Herz aus.
Ich möchte auch gerne allen helfen, aber wie soll ich das machen. Ich müsste mich wirklich vierteilen.
Die eine Freundin hat riesen Probleme, unglücklich verliebt, krankes Tier und vergewaltigt. Folge daraus war ein Suizidversuch der zum Glück scheiterte. Sie lässt sich aber nicht behandeln. Nun habe ich ständig Sorge das so etwas wieder passiert.
Wenn ich merke sie ist schlecht drauf mache ich mir unendlich Sorgen das wieder etwas passiert, schlafe dann schlecht, und denke immer daran was man tun könnte um ihr zu helfen, aber mir fällt beim besten Willen nichts ein, außer für sie da zu sein so viel es geht.
Aber ich würde gerne mehr für sie da sein als es meine Zeit erlaubt…
Das einzige was mich wirklich gefreut hat war, das sie zu mir sagte, sie sei so froh, dass sie mich hat. Ich versuche mich mit diesem Satz immer wieder zu beruhigen und hoffe bevor sie beim nächsten Mal so einen Mist macht wird sie etwas sagen…
Die nächsten haben Beziehungsprobleme, Minderwertigkeitskomplexe oder haben Angst wegen Arbeitslosigkeit, zusätzlich dröhnen 2 davon mich ständig zu mit ihren Wehwehchen.
Manchmal würde ich am liebsten einfach weglaufen. Kann es manchmal einfach nicht mehr hören. „Heute hab ich wieder ein Hüsterchen“, da bekomme ich echt langsam zu viel wenn es nicht mehr Probleme sind….
Aber mir hört von all denen kaum einer mal wirklich zu. Es merkt niemand wie es mir wirklich geht.
Das kann doch eigentlich auch nicht sein das ich immer für alle da bin aber mir niemand wirklich zuhört? Jeder ist sich selbst der nächste nur die gute magic ist mal wieder der Müllschlucker, die macht es ja mit.
Hinzu kommt, dass ich auch noch versuche meinen Job gut zu machen und mich in meiner Freizeit für die Kids zu engagieren. Aber der Tag hat leider keine 50 Stunden…
Wenn ich abends zu Hause bin, bin ich total erschöpft, komme aber dann trotzdem nicht wirklich zur Ruhe.
War letztes Wochenende 4 Tage weg, das tat so gut, hab von der Außenwelt nichts gesehen oder gehört, aber kaum war ich wieder zu Hause ging das ganze von vorn los.
Manchmal weiß ich einfach nicht wo mir der Kopf steht. Aber erzählen kann ich es keinem, denn jeder hat so viele eigene Probleme, dass ihn nichts interessiert, warum aber mich???
Kann ich nicht auch mal A…. sein und alles ignorieren?
Warum lässt man manchmal alles zu sehr an sich ran?
Wie sagte eine letztens so schön: „Ich bin egoistisch, aber ich komme damit gut durchs Leben“ ich wünschte so könnte ich auch manchmal denken.

Das musste ich mir mal von der Seele schreiben…
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Viele Grüße
magic

Treue ist ein seltner Gast, halte ihn fest, wenn du ihn hast.

Kopfchaos

nicht der papa ist offline
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Es ist mMn. eine schwierige Situation mit deiner Freundin.
Du weißt selbst am Besten, dass sie bereit sein muss Hilfe anzunehmen. Dass sie selbst aktiv werden muss. Eine Gesprächstherapie wäre vielleicht gut.
Aber so wie dein Beitrag auf mich wirkt, hast Du die Verantwortung für ihr Leben aktuell in gewisser Weise übernommen. Du kannst aber nicht die Verantwortung für ihr Leben übernehmen. Die hast Du auch nicht.

Aber mir hört von all denen kaum einer mal wirklich zu. Es merkt niemand wie es mir wirklich geht.
Das kann doch eigentlich auch nicht sein das ich immer für alle da bin aber mir niemand wirklich zuhört?
Gerade Menschen, denen es selbst schlecht geht, sind meist so mit sich selbst beschäftigt, dass sie nur noch an ihre Probleme denken. Wobei sich eh die meisten Menschen mehr mit sich als anderen beschäftigen.
Da hilft mMn. nur, sich Auszeiten zu nehmen und bewusst auch abzugrenzen.
Manchmal muss man sich selbst schützen, sonst sind die eigenen Akkus irgendwann leer. Einen Tag in der Woche sollte man sich mMn. nur für sich (und seine Familie, falls man eine hat) freihalten.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Kopfchaos

magic ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.989
Seit: 15.01.09
Wenn es nur einer wäre der mit seinen Problemen zu mir kommt dann ging das ja auch noch, aber im moment sind es 5 Leute....
Davon haben 3 nicht wirklich Probleme, sondern irgendwelche Zipperlein. Aber damit versuchen sie immer im Mittelpunkt zu stehen.
Mich nervt das mittlerweile teilweise tierisch.

Für die eine Freundin versuche ich wirklich da zu sein, aber die Verantwortung für ihr Leben kann und will ich eigentlich nicht tragen, aber trotzdem sorge ich mich immer wieder um sie. Das ist im Moment alles nicht ganz einfach.
Ich hoffe jedoch das sie irgendwie ihre Stärke zurück gewinnt.

Zeit für mich das wäre toll, aber leider meistens unmöglich
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Viele Grüße
magic

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Kopfchaos

lealee ist offline
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Hallo magic,

vielleicht hilft es dir, für dich persönlich den klaren Entschluss zu fassen und auch zu formulieren, dass du es nicht mehr zulässt, dass andere Leute beliebig ihr Leid über dich ausk...... , denn allein ein persönlicher Entschluss ändert oft schon was im Außen und in der eigenen Wahrnehmung. Gerade die Menschen, die nur ihre Zipperlein bei einem abladen, entlasten sich auf deine Kosten und stehlen deine Zeit. Ich hatte das Problem auch einmal (einige "Negativ" denkende und lamentierende in meinem Umfeld) und habe dann beschlossen, dass mir nur noch Menschen begegnen, die mir positiv begegnen. Tatsächlich suchten diejenigen dann nicht mehr den Kontakt zu mir.

Jemandem zur Seite stehen und ihn über sich reden lassen, wenn man befreundet ist und er oder sie Sorgen hat ist ja völlig richtig, doch die nötige innere Distanz, um sich nicht emotional verwickeln oder belasten zu lassen, ist dabei wichtig. Auch das ist eine Sache, die man mit sich selbst klären kann, meiner Erfahrung nach schon durch klare Formulierung des Problems (wie du es hier schon getan hast) und dann durch den Entschluss. Das heißt nicht, dass man den- oder diejenigen von sich wegstoßen muss oder im Stich lässt. Man will ja nicht zu den Leuten sagen: He, lass mich mit deinen Problemen in Ruhe... Aber vielleicht zu sich selbst, dass man die Probleme und Gefühle nicht zu seinen eigenen macht und sich dagegen abgrenzen kann. Das ist durchaus nicht lieblos.

Es gibt auch ganz gute Methoden um für sich selbst klarer zu werden und mit Belastungen umzugehen. Man könnte z. B. mit Affirmationen oder ähnlichen Methoden das eigene Muster, ZB. sich nicht gegen die Überladung mit (unbedeutenden) Wehwechen und Klagen anderer wehren zu können, ändern.

EFT ist ebenfalls eine gute und einfache Methode um sich emotionale Belastungen bewusst zu machen und sie zu bearbeiten. Im Netz gibt es Anleitungen dazu, kostet nichts und geht ganz leicht. Hier mal ein Link, den zweiten Teil dazu gibt es bei youtube auch noch:

Liebe Grüße
Gabi

Geändert von lealee (19.03.10 um 12:39 Uhr)

Kopfchaos

RRichter ist offline
Beiträge: 1.312
Seit: 18.12.06
Zitat von nicht der papa Beitrag anzeigen
....Gerade Menschen, denen es selbst schlecht geht, sind meist so mit sich selbst beschäftigt, dass sie nur noch an ihre Probleme denken.....

vielen davon geht es in wahrheit gar nicht so schlecht.


nur haben sie irgendwann mal die erfahrung gemacht, dass sie ohne große eigene anstrengung (wehwechen ein wenig zu übertreiben ist auch keine große anstrengung), von manchen menschen etwas ganz tolles für sich zurückbekommen.


mitleid, zuwendung, das gefühl jemand mache sich sorgen um sie, was ein unterdrücktes selbstbewußtsein natürlich als sehr angenehm registriert, und vieles mehr.


auf der anderen seite "erwartet" der "helfer", sollte dies mal notwendig sein, ebensolche zuwendung zu bekommen.

der helfende engagiert sich höchstwahrscheinlich gar nicht mit dem hintergedanken um selbst einmal als nutznießer ähnlich zu profitieren.


vielmehr kommt diese erwartungshaltung aus der inneren positiven überzeugung, richtiges zu tun.

bekommt nun jemand wenn er selbst "bedarf" an zuwendung hätte, nicht die erwartete aufmerksamkeit, entsteht dann dieses gefühl: "na sieht denn niemand, dass ich nun auch einmal "hilfe" notwendig hätte", und reagiert deshalb mit einer leichten enttäuschung weil er seine eigene lebenshaltung nicht durch andere bestätigt bekommt.


so kann es auch schnell zu einem gefühl des ausgenutzt werdens kommen, was aber so gar nicht stimmt.

es ist in wahrheit die enttäuschung das einem die eigene grundhaltung wie man menschen (meist engere vertraute) gegenübertritt wenn es ihnen nicht so gut geht, persönlich nicht zu teil wird.





richter

Kopfchaos

magic ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.989
Seit: 15.01.09
Das heißt nicht, dass man den- oder diejenigen von sich wegstoßen muss oder im Stich lässt. Man will ja nicht zu den Leuten sagen: He, lass mich mit deinen Problemen in Ruhe...
Ich glaube das ist etwas worüber ich mir Sorgen mache.
Ich habe Angst das es so rüber kommt als sei mir alles egal.


EFT ist ebenfalls eine gute und einfache Methode um sich emotionale Belastungen bewusst zu machen und sie zu bearbeiten. Im Netz gibt es Anleitungen dazu, kostet nichts und geht ganz leicht. Hier mal ein Link, den zweiten Teil dazu gibt es bei youtube auch noch:
Danke! Das werde ich mir mal zu Hause in Ruhe ansehen.
Hier habe ich leider keinen Ton.


Das ganze ist leider nicht so einfach etwas zu ändern, aber so kann es nicht weitergehen. Ich habe zumindest das Gefühl wenn es so weiter geht, dann breche ich unter der Last die mir alle aufhalsen zusammen.
Hier im Forum kommt man wenigstens auf andere Gedanken
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Viele Grüße
magic

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Kopfchaos

magic ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.989
Seit: 15.01.09
auf der anderen seite "erwartet" der "helfer", sollte dies mal notwendig sein, ebensolche zuwendung zu bekommen.
der helfende engagiert sich höchstwahrscheinlich gar nicht mit dem hintergedanken um selbst einmal als nutznießer ähnlich zu profitieren.
vielmehr kommt diese erwartungshaltung aus der inneren positiven überzeugung, richtiges zu tun.
so kann es auch schnell zu einem gefühl des ausgenutzt werdens kommen, was aber so gar nicht stimmt.

es ist in wahrheit die enttäuschung das einem die eigene grundhaltung wie man menschen (meist engere vertraute) gegenübertritt wenn es ihnen nicht so gut geht, persönlich nicht zu teil wird.

ich glaube damit hast du genau den Nagel auf den Kopf getroffen. So scheint es wirklich zu sein.
Vielleicht muss man sich ja einfach als der jenige der immer versucht allen zu Helfen davon befreien, das es wenige gibt die ebenso handeln.
Von all denen die mit ihren Problemen immer kommen ist die, die wirkliche Probleme hat die einzige, die trotzdem ein offenes Ohr für andere hat.

von diesen Menschen
vielen davon geht es in wahrheit gar nicht so schlecht.
Nur haben sie irgendwann mal die erfahrung gemacht, dass sie ohne große eigene anstrengung (wehwechen ein wenig zu übertreiben ist auch keine große anstrengung), von manchen menschen etwas ganz tolles für sich zurückbekommen.
mitleid, zuwendung, das gefühl jemand mache sich sorgen um sie, was ein unterdrücktes selbstbewußtsein natürlich als sehr angenehm registriert, und vieles mehr.
kann man das leider nicht erwarten.
Aber auch hier ist das genau der Punkt den du ansprichst.
Sie sehen das sie durch jammern im Mittelpunkt stehen und von allen bedauert werden.
Mir persönlich fällt es z.B. schwer bzw. ich finde es recht Sinnlos jedem und allen zu erzählen das ich mal wieder zum Xten mal Bauchweh habe...
Vielleicht ist das auch ein Grund warum ich darauf nicht klar komme???
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Viele Grüße
magic

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Kopfchaos

lealee ist offline
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Seit: 05.02.10
Hallo magic,

das ist der Punkt: die Last der anderen (die sich ENTlasten) geht über auf dich...

Zusätzlich zur eigenen Mentalen Hygiene (die Last nicht an sich lassen, abends beim Duschen bewusst alles herunterwaschen, etc.) hilft es, sich ein paar Strategien zurecht zu legen.

ZB. könnte man die harmlosen Wehwechen kommentieren mit:
Ja, so haben wir alle unsere Problemchen, versuch doch einfach, an was Schönes zu denken! Oder (wie meine alte Nachbarin): Jaja, wer weiß wofür`s gut ist.... und dann Themenwechsel.

Solche einfachen Phrasen können derartige Versuche den eigenen Müll bei anderen zu entsorgen (anstatt sich selbst darum zu kümmern) schnell unterbinden.
Außerdem ist es nicht schlimm, wenn mal jemand der dir nahe steht (oder auch nicht) sauer auf dich ist. Du bist für dich und deine Kinder verantwortlich, nicht für die Erleichterung der anderen. Das eigene Bewusstsein und den anderen zutrauen und zumuten, dass sie ihre kleinen Sorgen bei sich lassen trägt viel dazu bei, dass es aufhört.

Liebe Grüße
Gabi

Kopfchaos

magic ist offline
Themenstarter Beiträge: 3.989
Seit: 15.01.09
ZB. könnte man die harmlosen Wehwechen kommentieren mit:
Ja, so haben wir alle unsere Problemchen, versuch doch einfach, an was Schönes zu denken! Oder (wie meine alte Nachbarin): Jaja, wer weiß wofür`s gut ist.... und dann Themenwechsel.
Solche Floskeln werden von manchen einfach ignoriert, aber du hast auf jeden Fall Recht. Die die es ignorieren bringen mich damit zum schweigen
Wo du das so erwähnst fällt es mir auf...


Manchmal traue ich mich auch nichtmals was schönes zu erzählen oder etwas was mich stolz macht in der Angst das es total überheblich rüber kommt oder die anderen denken: "super du erlebst dies und das, oder du hast da Erfolg und mir gehts dreckig"
Das kann ja auch nicht so richtig sein...

Hab am letzten Wochenende z.B. ein super tolles kompliment bekommen, habe es aber für mich behalten, obwohl es mich riesig freute. Ich merke einfach auch das Erfolg viele Neider mit sich bringt. Es wird von vielen dann auch einfach schlecht geredet obwohl es vielleicht für mich toll ist.
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Viele Grüße
magic

Treue ist ein seltner Gast, halte ihn fest, wenn du ihn hast.

Kopfchaos

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von lealee Beitrag anzeigen
Man will ja nicht zu den Leuten sagen: He, lass mich mit deinen Problemen in Ruhe... Aber vielleicht zu sich selbst, dass man die Probleme und Gefühle nicht zu seinen eigenen macht und sich dagegen abgrenzen kann. Das ist durchaus nicht lieblos.
Das sehe ich auch so.

Zudem hat man nur Zeit, wenn man sie sich nimmt.
Anstatt unfreundlich zu werden, kann man auch sagen: Sorry, Sonntag (Samstag) bin ich schon verplant.
Und dann hast Du für dich Zeit. So viel wie die anderen solltest Du dir selbst doch auch wert sein.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11


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