Panik vor Betäubung

10.10.17 20:38 #1
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Kristi94 ist offline
Beiträge: 6
Seit: 10.10.17
Hallo zusammen!
Ich habe eine frage, die mich schon seit mehreren Tagen quält:
Ist es möglich wegen dem lokalen Betäubungsmittel beim Zahnarzt einen Anaphylaktischen Schock zu bekommen? Ich habe am Mittwoch einen Termin, um den unterenWeisheitszahn zu ziehen. Ich hatte schon öfter Betäubungsspritzen beim Zahnarzt, ohne jegliche Nebenwirkungen! Meine Angst kommt daher, dass ich vor zwei Monaten für eine MRI Untersuchung ein Kontrastmittel gespritzt bekommen habe und darauf allergisch reagiert habe. Ich began am ganzen Körper zu zittern, hatte Herzrasen, Zuckungen im ganzen Körper und Schwindel. Seit diesem Vorfall hane ich enorm Angst vor einem Anaphylaktischen Schock! Habe im Internet gelesen, dass die Lokalanästhesie beim betäuben des Mundes auch zu einem allergischen Schock führen kann. Hinzu kommt noch, dass meine Mutter beim letzten Zahnarztbesuch wegen den Betäubungsspritzen Herzrasen bekam. Ich mache mich so verrückt vor Angst und weiss nicht ob ich den Termin am Mittwoch wahrnehmen kann.
Kann mir jemand sagen ob es überhaubt möglich ist so allergisch auf die Spritzen zu reagieren, wenn ich noch nie probleme damit hatte???
Vielen Dank für eure Hilfe!


Panik vor Betäubung

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.542
Seit: 26.04.04
Hallo Kristi94,

herzlich willkommen im Forum!

Herzrasen nach Betäubungsspritze beim Zahnarzt kann damit zusammenhängen, dass das Präparat Adrenalin enthält.
Zu diesem Thema gibt es bei uns bereits einiges an Informationen:
http://www.symptome.ch/vbboard/zahnm...-zahnarzt.html
http://www.symptome.ch/vbboard/zahnm...glichkeit.html

Ich würde den Zahnarzt bitten bei der Betäubung darauf zu achten, dass kein Adrenalin enthalten ist. (Ich vertrage es auch nicht...)

Gruß
Malve

Panik vor Betäubung

bestnews ist offline
Beiträge: 5.892
Seit: 21.05.11
Hallo Kristie, Kontrastmittel vertrage ich auch nicht und bin dadurch schon vor Jahrzehnten fast kollabiert aufgrund meiner Histaminintoleranz, mit Spritzen beim Zahnarzt habe ich so gut wie Null Probleme. Das Herzrasen Deiner Mutter könnte auch durch eine nicht bekannte Histaminintoleranz ausgelöst werden. Die Hit ist sehr häufig, aber oft nicht diagnostiziert. Ich erfuhr erst hier von dieser Krankheit.

Ich empfehle Dir und Deiner Mutter Ceterizin vor der Behandlung einzunehmen und dem ZA Bescheid zu sagen, wegen des Vorfalls mit dem Kontrastmittel!

Beste Wünsche.
Claudia

Panik vor Betäubung

Kristi94 ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 10.10.17
Hallo Malve
Vielen Dank für deine Antwort! :-)

Panik vor Betäubung

bestnews ist offline
Beiträge: 5.892
Seit: 21.05.11
Röntgenunter*suchun*gen mit Kontrast*mitteln

Alle Röntgenkontras*tmittel sind Histamin*liberatoren, die starke Unver*träglich*keits*reaktionen hervo*rufen können. Gegen*massnahmen, falls der Einsatz von Röntgen*kontrast*mitteln erforder*lich ist: Den behan*delnden Arzt und den Radio*logen möglichst frühzeitig darüber informieren, dass man HIT/*Mastozytose/*MCAS hat und deshalb mit einer Unver*träglich*keits*reaktion gegenüber sämtlichen Röntgen*kontrast*mitteln rechnen muss. Besprechen der medika*mentösen Vorbe*handlung mit Antihista*minika. Mindestens 1-2 Tage vor der Röntgen*untersu*chung die Elimi*nations*diät strikt einhalten. Rechtzeitig vor der Anwendung des Kontrast*mittels die mit dem Arzt bespro*chenen Medika*mente präventiv einnehmen (z.B. ein Anti*histamini*kum 2-3 h vorher) und evtl. später bei nachlas*sender Wirkung nochmals auf*frischen.
Chirurgische Eingriffe, Zahnarzt*besuch

Bei Spital*behand*lungen können sich unter Umständen mehrere Faktoren zu extremen Histamin*belastungen aufsum*mieren: Bereits der Unfall*schock und allfällige seelische Belastungen, die ein Unfall auslöst (Konfron*tation mit dem Tod, ungewisse Zukunft, drohende Arbeits*unfähig*keit etc.) setzen stress*bedingt körper*eigenes Histamin frei. Ebenso die Angst vor der Spital*behandlung. Hinzu kommen Histamin*freiset*zung durch Schläge, Stösse und Verlet*zungen (sowohl unfall*bedingte Verlet*zungen wie auch der Schnitt mit dem Skalpell). Zusätzlich wirken die zumeist unver*träglichen Medika*mente, die einem verabreicht werden (Schmerz*mittel, Anästhetika/*Narkotika etc.) als Diamin*oxidase*hemmer, Methyl*transferasen*hemmer oder als Histamin*liberatoren. Auch die Spritze beim Zahnarzt ist ein starker Histamin*liberator.

Gegenmassnahmen:

Den behandelnden Arzt / Zahnarzt / Anästhe*sisten möglichst frühzeitig darüber informieren, dass man HIT/*Mastozytose/*MCAS hat und deshalb mit Unver*träglich*keits*reaktionen gegenüber vielen Medika*menten oder (bei Mastzell*erkran*kungen) sogar mit ana*phylakto*iden Reaktionen rechnen muss. Da ana*phylakto*ide Reaktionen auch erst viele Stunden später auftreten können, sollte man ein Notfall*set griffbereit haben und sein persön*liches Umfeld über dessen Anwen*dung instruieren, falls man plötzlich nicht mehr ansprech*bar sein sollte.
Besprechen der medika*mentösen Vorbe*handlung mit H1-Antihistaminika und evtl. weiteren Wirk*stoffen (H2-Antihistaminika, Gluko*kortikoide, wenn nötig Benzo*diazepine als Angst*löser).
Mindestens 1-2 Tage vor der Behand*lung die Elimi*nations*diät strikt einhalten.
Rechtzeitig vor der Anwendung des unver*träglichen Mittels die mit dem Arzt bespro*chenen Medikamente präventiv einnehmen (z.B. ein Antihistaminikum 2-3 h vorher) und evtl. später bei nachlas*sender Wirkung nochmals auffrischen.
Vitamin C (Ascorbin*säure) senkt den Histamin*spiegel. Es sollte vom Vortag des geplanten Eingriffs bis 2 Tage danach in mehreren Dosen über den Tag verteilt einge*nommen werden (z.B. 1 Messer*spitze reines Vitamin C-Pulver pro Tag in einem Glas Wasser auflösen und immer wieder einen Schluck davon nehmen). Für schwere Fälle gibt es auch Injektions*lösungen.
HIT > Therapie > Lebensweise

Panik vor Betäubung

Kristi94 ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 10.10.17
Zitat von bestnews Beitrag anzeigen
Hallo Kristie, Kontrastmittel vertrage ich auch nicht und bin dadurch schon vor Jahrzehnten fast kollabiert aufgrund meiner Histaminintoleranz, mit Spritzen beim Zahnarzt habe ich so gut wie Null Probleme. Das Herzrasen Deiner Mutter könnte auch durch eine nicht bekannte Histaminintoleranz ausgelöst werden. Die Hit ist sehr häufig, aber oft nicht diagnostiziert. Ich erfuhr erst hier von dieser Krankheit.

Ich empfehle Dir und Deiner Mutter Ceterizin vor der Behandlung einzunehmen und dem ZA Bescheid zu sagen, wegen des Vorfalls mit dem Kontrastmittel!

Beste Wünsche.
Claudia
Hallo liebe Claudia

Vielen Dank für deine Antwort.
Ja ich hatte auch nie Probleme mit den Betäubungsspritzen aber seit dem schlimmen Vorfall mit dem Kontrastmittel, traue ich einfach keiner Spritze mehr. :-( Ich fragte die Ärzte nach dem MRI Untersuch was da schief gelaufen ist und worauf ich so stark reagiert habe. Leider wurde ich damals im Krankenhaus nur abgewimmelt. Die Ärzte sagten mir dass das gar nicht möglich sei und ich wegen Platzangst so reagiert hätte. Hatte und habe jedoch NIE Platzsangst gehabt!
Was ist Ceterizin und bekomme ich das direkt bei Nachfrage beim ZA oder muss ich das vom Hausarzt holen?? Werde meiner Mutter auch davon berichten.

Panik vor Betäubung

bestnews ist offline
Beiträge: 5.892
Seit: 21.05.11
Hallo Kristi, das wundert mich mit den Ärzten, die Unverträglichkeit mit Kontrastmitteln ist doch schon lange bekannt. Bei mir hatte man damals gleich ein Gegenmittel gespritzt :Mir wurde ganz heiss und der Kreislauf ging in den Keller.

Das Ceterizin ist ein Antihistaminikum und frei verkäuflich, auch recht billig. Die Hit kann übrigens alles mögliche an Beschwerden verursachen. Reaktionen auf unvertr. Lebesmittel komme häufig zeitverzögert.
Ich habe die Hit schon ewig und wäre nie darauf gekommen, auch nicht, dass ich glutenhaltiges Getreide und Milcheiweiß Null vertrage.
Vitamin C ist übrigens ein natürliches Antihistaminikum. Aber bitte auf keinen Fall Citrusfrüchte! Der Schuß würde nach hinten losgehen, die setzen nämlich Histamin frei. Ascorbinsäure aus der Apotheke!

Beste Wünsche und gute Nacht!
Claudia.

Panik vor Betäubung

Kristi94 ist offline
Themenstarter Beiträge: 6
Seit: 10.10.17
Liebe Claudia

Dann werd ich mir morgen vor dem Termin das Ceterizin in der Apotheke kaufen. Kann ich das direkt vor der Zahn OP einnehmen oder muss das zuerst noch wirken? Ich danke dir für die Infos :-)
glg kristina

Panik vor Betäubung

bestnews ist offline
Beiträge: 5.892
Seit: 21.05.11
Ich würd die Tablette schon mit Vorlauf nehmen, vielleicht ne halbe Stunde vorher. Sie dürfte ein paar Stunden wirken. Und hetz Dich nicht vorher ab! Stress ist schlecht auch in dem Zusammenhang.

Beste Wünsche kristina!
Claudia

Panik vor Betäubung

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.542
Seit: 26.04.04
Hallo Kristi94,

wenn Du nach einer Betäubungsspritze beim Zahnarzt noch nie Probleme hattest, dann muss nicht zwingend beim nächsten Anlass ein Zwischenfall/Schock zu erwarten sein. Es ist meiner Meinung und eigener Erfahrung nach ein Unterschied, ob man ein Kontrastmittel bei einer MRT- oder Röntgenuntersuchung bekommt oder ob es sich um eine Spritze beim Zahnarzt handelt, die man bisher immer vertragen hat. Was ich sicherheitshalber vermeiden würde ist Adrenalin.

(Im übrigen wird bei einer Kontrastmittelunverträglichkeit u. a. sogar Adrenalin als Gegenmittel eingesetzt
Die medikamentöse Therapie bei einem anaphylaktischen Schock stellt die Gabe von Adrenalin und Kortison dar. Die Medikamente werden wie das Kontrastmittel über die Vene verabreicht. Neben Adrenalin und Kortison kommen häufig noch Antihistaminika sowie die Gabe einer intravenösen Flüssigkeit zum Einsatz.
https://www.dr-gumpert.de/html/kontr...lallergie.html)

Ceterizin ist nicht frei von Nebenwirkungen - dies nur am Rande:
Neben Müdigkeit können durch die Einnahme von Cetirizin auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Benommenheit ausgelöst werden. Gelegentlich kann es auch zu Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall sowie Schwindel und Unwohlsein kommen.

Darüber hinaus soll die Verwendung des Wirkstoffes in seltenen Fällen auch Herzrhythmusstörungen zur Folge haben können. Ebenfalls eher selten auftreten können Nebenwirkungen wie Schlaf- und Bewegungsstörungen, Schwierigkeiten beim Atmen und Schlucken sowie Probleme beim Scharfstellen der Augen.

Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/medizin/wi...n-heuschnupfen


Wenn Du bisher keine Probleme mit Betäubungen beim Zahnarzt hattest, würde ich mir die Einnahme gut überlegen.
Entscheiden musst DU, Kristi, ich habe lediglich meine Sichtweise geschildert.

Gruß
Malve

Geändert von Malve (11.10.17 um 07:15 Uhr)


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