Entzug von Benzodiazepin erfolgreich beendet

05.04.12 18:04 #1
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Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von Ben Diaz Beitrag anzeigen
Karde, ja das ist auch absolut wichtig bei mir, die eigenen Bedürfnisse herausfinden und befriedigen.....bin teilweise noch beim rausfinden.
Hallo Ben

meine Spielsucht hat auch viele Jahre gedauert, ich hatte viel emotionalen Schmerz, extrem viel Geld verspielt und es kostete mich fast mein Leben.
Ich hörte auch von einem Tag auf den anderen mit meiner Spielsucht auf als ich für plötzlich verstand was für ein Bedürfnis ich nur beim Spielen befriedigte. Ich fing an es in mein Leben zu integrieren, und brauchte das Spiel nicht mehr.

Das gleiche galt für Benzos, mit denen unterdrückte ich Gefühle, die ich nie lernte wahrzunehmen und auszudrücken.
Schlimm, das es eine Aerztin war, die mir mit 16 1/2 Valium verschrieb, anstatt mir half meine Trauer anzunehmen, ebenso erneut mit 18 1/2, danach wurde es für mich normal Benzos zu nehmen, damit ich in Phasen von starker emotionaler Belastung arbeiten konnte. Ich überging mich aber dadurch immer, und der Raubbau zeigte sich dann irgendwann.


Ich wünsche Dir aus ganzem Herzen viel Glück und Geduld und dass Du schön ein Schritt nach dem anderen machst.
LG KARDE
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Ulli987 ist offline
Beiträge: 53
Seit: 28.05.12
Ich meine fast ,dass dieser tread hier langsam einschläft. .. es tut sich auf jeden Fall auffällig wenig. Wenn alles i.O. ist könnte man trotzdem mal ein Lebenszeichen von sich geben. Mir gehts soweit gut. Von einem Zustand den ich als normal beschreiben würde bin ich aber meine ich weit entfernt. ..

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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LieberTee
Hallo Ulli, Ben, Marlene, Karde, Liz und alle, die noch geschrieben haben,

es stimmt schon, hier meldet sich kaum noch jemand.

Liz, wie geht es Dir denn jetzt? Von Dir wünsche ich mir glaube ich im Moment am meisten, wieder etwas zu hören. Was denkst zu unseren Rückmeldungen? Es wäre sehr schön, wenn Du wieder von Dir berichten könntest.

Ben, Du bist sicher in der Reha, oder? Alles Gute Dir!

Ich habe immer mal wieder mit meiner Stimmung, die nicht immer stabil ist, zu tun. Meine Frustrationstoleranz ist allerdings schon größer geworden. Wenn etwas nicht sein soll, dann kann ich es loslassen, ohne mich selbst herunterzuziehen oder mich klein zu machen . So wie ich bin, bin ich vollkommen in Ordnung. Es kann nur noch besser werden

Mein Job hilft mir aber komischerweise. Es bringt mich auf den Teppich, mit den Problemen anderer zu tun zu haben. So langsam habe ich auch das Gefühl, es ist das richtige Aufgabenfeld und genau das, was mir Anfangs Angst eingejagd hat, stellt sich mehr und mehr als Vorteil dar.

Ich bin was die Benzos angeht, immer noch clean und auch ein bißchen stolz auf mich selber. Das Durchhalten habe ich zum größten Teil meiner "Bockigkeit" zu verdanken. Ich will nicht mehr und basta!

Ich entdecke so nach und nach meine Lebensfreude und auch Lebenskraft wieder. Dinge, die mir als junge Frau selbstverständlich waren: Entdeckerfreude, Nonkonformität, eine gewisse Abenteuerlust, Mut zum Risiko....und ich mag mich wieder viel mehr. Ich bin wieder selbstbewußter und gebe nicht viel darauf, was andere von mir denken.

Ich bin fest entschlossen, in diesem Herbst zu tanzen und weil ich es will, habe ich mir leichtsinnigerweise die passenden Schuhe gekauft. Das nennt sich Selbstüberlistung. Schließlich kann es nicht sein, dass ich das Geld umsonst ausgebe

Und nächstes Jahr werde ich segeln, auch das ist fest eingeplant Ich weiß, ich werde es tun und ich freue mich jetzt schon auf den Wind in meinem Gesicht und die Gischt auf meiner Haut. Und wenn dann Leute sagen, die Strecke ist nicht ohne: phhh ich bin voller Vertrauen und fürchte mich nicht im geringsten. Es ist, als ob meine Augen vor Übermut und unbändiger Lebenslust blitzen.

Ohne Drogen, ohne Glauben an von außen bedrückende Regeln und ohne Festhalten an verinnerlichten Glaubenssätzen, wie ich zu sein habe, ohne selbstauferlegte Einschränkungen und ohne grässliche Depression ist das Leben herrlich, ein Abentteuer voller Herausforderungen und voller Genuss.

Lasst Euch nicht unterkriegen und glaubt fest daran, dass die Freude wiederkehrt. Es ist nur eine elendige Durststrecke, mehr nicht.

Alles Liebe Euch allen
LieberTee

P.S. Ulli, ich für meinen Teil will gar nicht mehr '"normal" sein. Es ist doch viel schöner, ein bißchen verrückt zu sein

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Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Liebe LieberTee
schön das von Dir zu lesen, Du lernst Dir treu zu sein, und da eckt man halt vorerst auch mal an. Wichtig ist, die Konsequenzen für sein Handeln zu tragen falls wenn mal was daneben geht, aber nur so lernt man aus der Praxis des Lebens.
Aber nur Du kennst Deine Vergangenheit, weisst was Du gelitten hast, und spürst was sich für Dich gut anfühlt.
Toll dass Du ohne Benzo bist, dann kann es nur gut gehen.
Herzliche Grüsse
KARDE
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Ulli987 ist offline
Beiträge: 53
Seit: 28.05.12
Hallo Leute ,auch wenns langsam vielleicht besser wird. Ich traue mir nach wie vor - wie eigentlich schon lange - nichts ausmachen (Kneipe. Urlaub. Wandern. was auch immer ) weil meine Befindlichkeit Störungen zu einer unkalkulierbaren Grösse geworden sind. Die Woche hats mich 2mal voll erwischt. Zittern. Schweissausbruche.Unruhe. Gefühl einfach weg zu müssen. Hoffentlich wird das bald besser sonst dreh ich noch am Rad. Nichts ist echt kalkulierbar. Schrott! !!

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pita ist offline
Beiträge: 3.121
Seit: 08.04.07
Hallo Ulli

Was du jederzeit und überall versuchen könntest, ist Akupressur.
Akupressur H7
Hier ein besseres Bild, auch wenn es auf der Seite um Schreibabys geht .

Liebe Grüsse
pita

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LieberTee
Zitat von Ulli987 Beitrag anzeigen
Zittern. Schweissausbruche.Unruhe. Gefühl einfach weg zu müssen. Hoffentlich wird das bald besser sonst dreh ich noch am Rad. Nichts ist echt kalkulierbar. Schrott! !!
Lieber Ulli,
das kenne ich auch gut, dieser Drang, weg zu müssen...Und so ist es wohl auch: nichts ist kalkulierbar. Ich bin immer froh, wenn es wenigstens ein paar Konstanten in meinem Leben gibt. Geht es allen Menschen so, dass sie nach einer Konstanten, nach einem Halt, einer Sicherheit, einem Anker im Leben suchen? Oder ist es nur Ausdruck der eigenen Instabilität?

Ich weiß, dass es eine Illusion ist, denn alles ist ständig in Bewegung und ändert sich. Manchmal denke ich, es hat mit einer Störung des Gleichgewichtssinnes zu tun, diese Angst vor der Unkalkulierbarkeit. Dann habe ich ein Bedürfnis, mich an jemand festzuhalten, obwohl ich weiß, es wird davon nicht besser.

So muss es Menschen gehen, die seekrank werden. Ich hatte einmal einen ganz kurzten Anflug von Übelkeit, dann sagte ich mir, ich muss mir einfach nur vorstellen, dass ich mich wieder im vorgeburtlichen Zustand befinde, im bewegten Wasser, geschützt, geborgen und versorgt. Sofort konnte ich mich weich an die Schwingungen der Wellen anpassen und die Übelkeit ließ nach. Ich bin nie wieder seekrank geworden.

Eigentlich ist das Leben ein wundervolles Abenteuer - woher kommt also die Angst, die Schweissausbrüche, das Zittern? Vielleicht ist es der Glaube daran, in diesem Chaos nicht überlebensfähig zu sein. Ich hoffe, diesen Glauben vollständig aufgeben zu können...aber wie?

Wie können wir uns beruhigen?

Alles Liebe Euch allen und ich bedanke mich auch für den Akupressurtipp, liebe Pita, es ist ein bißchen wie Bachblütennotfalltropfen, nicht wahr?

LieberTee

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LieberTee
Zitat von Karde Beitrag anzeigen
Liebe LieberTee
schön das von Dir zu lesen, Du lernst Dir treu zu sein, und da eckt man halt vorerst auch mal an. Wichtig ist, die Konsequenzen für sein Handeln zu tragen falls wenn mal was daneben geht, aber nur so lernt man aus der Praxis des Lebens.
Aber nur Du kennst Deine Vergangenheit, weisst was Du gelitten hast, und spürst was sich für Dich gut anfühlt.
Liebe Karde,

danke für Deine ermutigenden Worte.

Dummerweise ist es gerade die Kenntnis der Vergangenheit, die mir oft im Weg steht. Genau die aktiviert immer wieder meine Achillesfersen und ich kann dann kaum etwas dagegen tun, außer um mich schlagen (was schlecht ist) oder weinen. Danach geht es mir oft besser.

Ich lese gerade ein spannnendes Buch, da geht es auch um die Funktionen des Gehirns. Wenn das Stirnhirn durch irgendetwas geschädigt ist, beispielsweise, dann wird man unflexibel und kann nicht mehr gut planvoll handeln. Ich frage mich gerade, ob Depression oder Sucht so eine Schädigung bewirken kann. Und, ob man sich diesen Bereich zurückerobern kann.

Ich bin erst am Anfang, wenn ich mehr gelesen habe, stelle ich es vielleicht mal hier vor.

Lieben Gruß
LieberTee

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pita ist offline
Beiträge: 3.121
Seit: 08.04.07
Zitat von LieberTee Beitrag anzeigen
und ich bedanke mich auch für den Akupressurtipp, liebe Pita, es ist ein bißchen wie Bachblütennotfalltropfen, nicht wahr?
Veilleicht noch besser, da gratis und jederzeit verfügbar .

Falls jemand nochmehr Akupressur versuchen möchte: Es gibt in der Suchtbehandlung Ohrakupunktur nach dem NADA Protokoll. Man könnte mit einem rel. stumpfen Bleistift die Punkte suchen (sollte spürbar sein, da druckempfindlicher) und dann damit drücken/massieren.

Liebe Grüsse
pita

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Ulli987 ist offline
Beiträge: 53
Seit: 28.05.12
" Eigentlich ist das Leben ein wundervolles Abenteuer - woher kommt also die Angst, die Schweissausbrüche, das Zittern? Vielleicht ist es der Glaube daran, in diesem Chaos nicht überlebensfähig zu sein. Ich hoffe, diesen Glauben vollständig aufgeben zu können...aber wie?

Wie können wir uns beruhigen?"

Lieber Tee ,der Satz und die Frage gefällt mir. Wir haben uns da mit diesem unserem Leben eine ziemlich sportliche Aufgabe gestellt.
Das ganze ist in der Summe wunderbar. Klar. Was uns fertig macht ist - meine ich - die totale Reizüberflutung. Das ist nicht gut. Dafür sind wir nicht gemacht. Deshalb haben wir uns auch Dämpfer in Form der Benzos geholt. Und ganz nebenbei rennen wir auch noch vor uns selbst davon.

Lass uns alles Abbrechen. In uns gehen. Auf uns hören was wir wollen. Und neu anfangen. Ohne uns an anderen zu orientieren.


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