Umgang mit Stress

15.06.06 09:45 #1
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Umgang mit Stress

Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Hallo,

ich muss zugeben ich kann nicht gut mit Stress umgehen.
Ich meine z.b. Arbeitsstress, also wenn sehr viel zu erledigen ist und es noch möglichst schnell gehen muss, egal ob zu Hause oder bei der Arbeit.

Dann habe ich das Gefühl ich dreh gleich durch und weiß dann nicht mehr wo hinten und wo vorne ist. Dann passieren mir auch ganz viele Fehler.
Irgenwann streikt mein Gehirn, ich steh dann da und weiß nicht mehr was ich machen wollte, mein Herz rast und ich könnte heulen. Deshalb bin ich auch immer etwas langsamer als andere, dann passiert das nicht.

Als unsere Wohnung noch nicht fertig war (hat etwas länger gedauert) hatten wir unsere Jacken und Taschen in der Küche, alles war voll damit, ich wusste nicht wie ich die Küche aufräumen sollte. Ich saß in der Mitte und habe geheuelt, ich war so fertig, ich wusste nicht mehr weiter....

Meine "Lösung" ist alles stehen und liegen zu lassen, dementsprechend sieht es dann bei uns aus.

Mit Prüfungsstress habe ich kein Problem, das ist eher positiver Stress, genauso wie Motorradfahren.

Stress mit anderen Menschen kann ich auch nicht gut haben, ich meine Streit und so was...
Ich muss es immer harmonisch haben. Lautes Geschrei kann ich nicht gut ab. Wenn ich Ärger mit jemanden habe muss ich auch meistens heulen, das ist wie ein Ventiel, ich bin nicht traurig, eigentlich mehr wütend und da ich nicht böse schreihen und schimpfen kann kommt es dann so raus.

Es stört mich auch dass hier soviel um Gott oder nicht Gott gestritten wird.
Es ist so unharmonisch und bringt einen nicht weiter, alles dreht sich nur im Kreis und am Ende ist nicht dabei herausgekommen außer Unfrieden und das man vielleicht den einen oder anderen nicht mehr lesen mag.
__________________
LG
Sternchen

Umgang mit Stress

admin ist offline
Themenstarter Administrator
Beiträge: 20.090
Seit: 01.01.04
Hallo Sternchen

Das mit den Diskussionen über "Gott und die Welt" kann ich nachempfinden.
Aber darauf will ich nicht zu sprechen kommen.

Eventuell ist der Stress im Job und zu Hause ja auch im Zusammenhang mit Arbeitsmethodik zu sehen.
Wie schnell scharen sich die Themen um einen, so dass man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Zu schnell steckt man dann eventuell den Kopf in den Sand. Warum sich nicht folgendes fragen:
- wie kann ich mir am besten den Überblick verschaffen, bevor ich in die Tiefe der Einzelarbeiten gehe?
- was ist dringend?
- was ist wichtig?
- was muss ICH tun, was kann jemand anderer tun?

Könnte es dann nicht sein, dass man eher wieder mit etwas besserem Überblick dasteht und sicherer ist, dass das was man nun angeht, auch das Richtige ist ... und das andere sehr wohl warten kann?
Es muss ja meist nicht alles gleich sofort gemacht werden. Und wenn doch, dann hat man sich eventuell zu spät den notwendigen Überblick verschafft, um das frühzeitig zu erkennen

Was meinst Du dazu?

Gruss, Marcel

Umgang mit Stress

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Ich muss mal eben was einwerfen:

- wie kann ich mir am besten den Überblick verschaffen, bevor ich in die Tiefe der Einzelarbeiten gehe?
Indem ich mir auf legalem oder illegalem Weg Baupläne, Schaltpläne, technische Unterlagen organisiere die die wenigsten Hersteller oder Konstukteure noch zu Ihren Geräten oder Objekten legen.

- was ist dringend?
erstens: Was die Frau sagt.
zweitens: Was der Chef sagt.
drittens: der Besuch der Toilette!

- was ist wichtig?
Folgende Reihenfolge: Gläubiger abwiegeln, Heizung, Kühlschrank, Dach. Alles andere ist unnützer Schnickschnack.
laut meinem Nachbarn: Frau glücklich, anständige Maloche, Konto und Kühlschrank voll.

- was muss ICH tun, was kann jemand anderer tun?
Ich muss alles "tun" da (die) Andere(n) erfahrungsgemäß keine Vorstellung von noch irgendein Interesse an Qualität haben ausser ich kann mir Interesse und bei genügend Materialkunde entsprechende hochwertige Komponenten mit Geld erkaufen.

Zudem fallen beim abgeben von Leistungen immer die "unwichtigen" Details der Schlamperei einer fehlenden individual-Übersicht zum Opfer.

'w-w-wer.machts.billiger.com' ist kein Slogan mehr sondern blanke Realität eines sich zersetzenden Kompetenz- und Sozialnetzes. Jeder kriegt's mit, keiner macht was und alle nutzen es aus. Stress!

so, das war's schon. Alles raus... soweit!

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Günter ist offline
Beiträge: 2.006
Seit: 07.05.04
Guter Beitrag, Mike!

Ich bin Kryptopyrroliker (KPU/HPU) und verliere massiv Vitamin B6 und Zink. Bei Streß ein Mehrfaches. Also hat mein Unterbewußtsein gelernt, Streß instinktiv zu meiden. Wichtige Dinge werden hinausgeschoben, bis es nicht mehr geht. Ich mag keine Telefonanrufe, kommende Familienfeste (die dann aber immer sehr schön sind) oder Kindergeburtstage, Streit, notwendige Auseinandersetzungen, lange Autobahnfahrten, Renovierungen usw. Also alles, was Streß macht. Das nimmt dann schon mal merkwürdige Formen an. So kann es passieren, daß, wenn der angekündigte Besuch an der Haustür klingelt, mir dann plötzlich einfällt, daß ich noch etwas aus dem Keller holen muß und meine Frau die Tür öffnet. Oder ich schiebe ein einfaches Telefonat, was ich dringend führen müsste, tagelang hinaus.
Obwohl das durch die KPU-Medikamente etwas besser geworden ist, leide ich da doch heftig darunter. Mit dem Verstand kann man das nicht angehen, das sitzt zu tief.
Liebe Grüße!
__________________
Obiger Beitrag ist meine Meinung als Laie! Er ersetzt weder das eigene Denken, noch den Gang zum Arzt oder anderen Spezialisten und ist nur als Anregung für eigene Recherchen und Überlegungen gedacht!

Umgang mit Stress

Wolfgang Jensen ist offline
Gesperrt
Beiträge: 832
Seit: 16.03.06
Hallo Günter, Du sprichst ein mir sehr gut bekanntes Phänomen an. Da ich nicht weiß, wovon mein Körper zu viel oder zu wenig hat, mußte ich mich auf die Ebene der Psyche begeben, um nach Ursachen zu suchen. So gibt es in meinem Verhalten emotionale Dispositionen: einiges ist mir lästig, anderes empfinde ich als unsinnig. Telefonate erledige ich nicht, weil ich die Art der Kommunikation "hasse" - heftige Erfahrungen über Jahre mit Telefonterror.

Du schreibst:
Mit dem Verstand kann man das nicht angehen, das sitzt zu tief.
Mein Verstand kann schon die notwendigen Aktionen herausfiltern, die wirklich notwendig sind - allerdings werde ich erst aktiv, wenn der Druck groß genug ist. Warum ich etwas tue oder nicht, die Ursachen dafür mögen tief sitzen, aber ich habe erfahren, daß es sich lohnt, Konditionierungen aufzulösen. Man erringt ein Stück der möglichen Freiheit für sich.
Wolfgang

Umgang mit Stress

Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
@Günter

Du hast es ja schon irgendwie auf den Punkt gebracht:

"...es sitzt zu Tief!"
jetzt nur noch die unverschämte Frage: "was ist 'es' ?"

- Ist Stress die primitivste Form der Kommunikation zwischen Körper und Kopf (Geist) ?
- Ist Stress nur eine Komponente oder setzt sich diese aus vielen kleinen Stress-Dingern zusammen. (multifaktoriell)
-Interagiert Stress oder kann ich Ihn (es) aufschaukeln ?
- Kann ich Stress weiter geben (Druckausgleich) ?
- Ist Stress wirklich nur Adrenalin mit ein paar Hormonen ?
- Kann man Stress deprogrammieren ?
- Wozu brauchten wir früher den Stress (Jagd, Schutz, Instinkt ?)
- Im Maschinenbau existiert Stress an einer Komponente (oder Gruppe) wo Teile (Dichtigen/Lager/Laufbuchsen/Kupplungen/etc.) Belastungen ausgesetzt sind und regelmäßiger kontrolliert werden müssen als andere Teile. Kann man das so übertragen ?
- Führt Stress möglicherweise auf Dauer zu eine irreversibele Schädigung ?
- Bei Stress fangen viele Menschen an zu schwitzen. Wozu ?
- Unter Stressbedingungen (Zeitmangel) machen Menschen Fehler. Welchen Sinn macht es andere Menschen (oder sich selber) Stress auszusetzen.
- Hat Stress etwas mit Lifestyle oder gesellschaftlichem Nachahmungstrieb zu tun ?
zu guter letzt noch eine böse Nachricht: auch Kinder kennen inzwischen den Faktor Stress.

@Wolfgang

Wir haben echt das 21te Jahrhundert erreicht. Telefonterror sollte seit Erfindung der Filterfunktion Schnee von gestern sein. Bei mir kommen nur Anrufe durch deren Rufnummern bekannt sind. Piep aus fertig. Das andere übernimmt der Anrufbeantworter. Anlagen ab ca. 200 Eu und ISDN Telefonen ab 150 Euro kann man sogar noch mehr beibringen. Ich kenne auch genug Handybesitzer die grundsätzlich nicht dran gehen wenn die Rufnummer nicht übertragen wird. Da hilft mir auch wieder die Technik und bei denen übermittel ich meine Rufnummer automatisch. Alle anderen bekommen Sie nicht zu Gesicht. Zudem kann ich jedem Anschluss eine andere Rückrufnummer zuweisen als ich Sie geschaltet habe. Also eine Rufnummer für raus die aber bei Rückruf ins leere rennt. Völlig Stressfrei... (naja das Programieren kostet schon ein paar Nerven...aber man macht es nur einmal)

______________
Jeder Schritt ist der Beginn eine neue Position einzunehmen.

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Wero ist offline
Beiträge: 1.093
Seit: 22.04.06
Hallo zusammen,

der einzige nennenswerte Streß, in den ich (ab und zu) gerate, hat die Ursache, daß ich mir selbst zu viel vornehme. Ich verschiebe dann einiges in unbestimmte Zukunft und schon löst sich der Widerspruch auf. Das klingt simpel und ist es wohl auch. Mittlerweile denke ich sogar, daß man, wenn man weniger macht und sich zu dem Wenigen auch noch Zeit lässt, schneller vorankommt.

Viele Grüße
Wero

Umgang mit Stress

Anne ist offline
Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Hallo, ja Kindergeburtstage sind Stress .So riesige erwartungen werden in den Tag gesetzt und es soll unebdingt auf jeden Fall gut werden. So viel kann dabei schief gehen, was zur Folge hat, dass das Geburtstagskind ganz traurig ist, z.B. weil es verloren hat, obwohl es doch Geburtstag hat usw. Von verstauchten Knöcheln usw. mal abgesehn.

Ich empfinde eigentlich erst dann Stress, wenn noch andere Leute mit ihm Spiel sind, wenn Erwartungen in mich gesetzt werden, die ich mir nicht ausgedacht habe.

Bezüglich des Geburtstages hilft höchstens der Zielsatz, es ohne Verletzungen aller Beteiligten irgendwie hinter sich zu bringen. Also den Stress dadurch rauszunehmen, dass realisierbare Erwartungen gestellt werden. I
ch selber mache mir eigentlich nicht gar so viel Stress. Ich kann damit leben, dass öfters eben mal was nicht wird. Hilfreich ist nach wie vor ein To-DO-Zettel, wo ich abstreichen kann, was gemacht ist und sehe, was werden sollte. Da steht zwar abends schnell mal noch was unerledigtes drauf, aber ich empfinde nicht solchen Stress, als wenn ich das Gefühl habe, an alles Mögliche denken zu müssen.

Stress empfinde ich allerdings auch in Momenten der Ratlosigkeit bezülcih körperlicher Probleme. Wenn die Signale sich ständig ändern und ich überhaupt nicht mehr weiß, was ich machen soll....

Anne

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whitney ist offline
Beiträge: 344
Seit: 07.01.04
Und wie schafft Ihr solche "Stressoren" aus der Welt?
Gar nicht, Stress bring mich zur Höchstform und dadurch zu enormen Leistungen und den besten Ideen

Gruss

Whitney

Umgang mit Stress

Wolfgang Jensen ist offline
Gesperrt
Beiträge: 832
Seit: 16.03.06
Hei Whitney, ich habe ein bißchen gewartet, ob andere auf Dein Statement reagieren. Hm, ich hätte Dir gleich antworten sollen.

Ist das wirklich "Stress", der Dich motiviert?

Und wenn ja, auf WELCHE Ebene lenkst Du ihn?

Oder anders herum gefragt: WIE kannst Du äußere Impulse von "Negativ" zu "Positiv" transformieren?

Einen lieben Gruße an Dich, von
Wolfgang

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