Das Forum für Gesundheit
Erfahrungs- und Wissensaustausch von Interessierten und Betroffenen.
Kein Ersatz für professionelle ärztliche Beratung oder Behandlung.
Die Sonne spricht zu uns mit Licht, Mit Duft und Farbe spricht die Blume, Mit Wolken, Schnee und Regen spricht Die Luft. Es lebt im Heiligtume Der Welt ein unstillbarer Drang, Der Dinge Stummheit zu durchbrechen, In Wort, Gebärde, Farbe, Klang Des Seins Geheimnis auszusprechen. Hier strömt der Künste lichter Quell, Es ringt nach Wort, nach Offenbarung, Nach Geist die Welt und kündet hell Aus Menschenlippen ewige Erfahrung. Nach Sprache sehnt sich alles Leben, In Wort und Zahl, in Farbe, Linie, Ton Beschwört sich unser dumpfes Streben Und baut des Sinnen immer höhern Thron.
In einer Blume Rot und Blau, In eines Dichters Worte wendet Nach innen sich der Schöpfung Bau, Der stets beginnt und niemals endet. Und wo sich Wort und Ton gesellt, Wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet, Wird jedesmal der Sinn der Welt, Des ganzen Daseins neu gestaltet, Und jedes Lied und jedes Buch Und jedes Bild ist ein Enthüllen, Ein neuer, tausendster Versuch, Des Lebens Einheit zu erfüllen. In diese Einheit einzugehn, Lockt euch die Dichtung, die Musik, Der Schöpfung Vielfalt zu verstehn Genügt ein einziger Spiegelblick. Was uns Verworrenes begegnet, Wird klar und einfach im Gedicht: Die Blume lacht, die Wolke regnet, Die Welt hat Sinn, das Stumme spricht.
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sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.
Wettstreit mit dem Arzt
Der Arzt, der erst noch in einem Nebenraume in der üblichen Weise mit Wasser geplätschert hatte, trat herein, ein intelligentes Gesicht versprach Verständnis, und wir begrüßten einander, wie es gesitteten Boxern ziemt, vor dem Wettkampf mit herzlichem Händedruck. Vorsichtig begannen wir den Kampf, tasteten einander ab, probierten zögernd die ersten Schläge. Noch waren wir auf neutralem Gebiet, unser Disput ging um Stoffwechsel, Ernährung, Alter, frühere Krankheiten und troff von Harmlosigkeit, nur bei einzelnen Worten kreuzten sich unsere Blicke, klar zum Gefecht. Der Arzt hatte einige Ausdrücke aus der medizinischen Geheimsprache auf seiner Palette, die ich nur annähernd entziffern konnte, die aber seinen Kundgebungen ornamental sehr zustatten kamen und seine Position mir gegenüber spürbar stärkten. Immerhin war mir schon nach einigen Minuten klar, daß bei diesem Arzte nicht jene grausame Enttäuschung zu fürchten war, welche Menschen von meiner Art gerade bei Ärzten peinlich ist: daß man hinter einer gewinnenden Fassade von Intelligenz und Schulung auf eine starre Dogmatik stößt, deren erster Satz postuliert, daß Anschauungsweise, Denkart und Terminologie des Patienten rein subjektive Phänomene, die des Arztes hingegen streng objektive Werte seien. (Hermann Hesse: Kurgast)
Draußen auf den warmen Wiesen
Will ich nach den Wolken sehen
Und die müden Augen schließen
Und ins Träumeland hinüber
Hin zu meiner Mutter gehen.
Oh, sie hat mich schon vernommen!
Leise geht sie mir entgegen,
Der ich ferneher gekommen,
Meine Stirne, meine Hände
Still in ihren Schoß zu legen.
Wird sie jetzt nach Dingen fragen,
Die ich nur mit Scham gestehe
Und mit bitterlichen Klagen?
Nein, sie lacht! Sie lacht und freut sich
Meiner lang vermißten Nähe.
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Kennst du das auch, daß manches mal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehen mu&zlig;t?
Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den plötzlich Heimweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, ohne Halt - Kennst du das auch?
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Ohne Persönlichkeit gibt es keine Liebe, keine wirklich tiefe Liebe.
Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.
Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. Ohne Liebe zu sich selbst ist auch die Nächstenliebe unmöglich.
Der Selbsthaß ist genau dasselbe und erzeugt am Ende dieselbe grausige Isoliertheit und Verzweiflung wie der grelle Egoismus.
Der Anfang aller Kunst ist die Liebe. Wert und Umfang jeder Kunst werden vor allem durch des Künstlers Fähigkeit zur Liebe bestimmt. Genie ist Liebeskraft, ist Sehnsucht nach Hingabe.
Je weniger ich an unsere Zeit glauben kann, je mehr ich das Menschentum verkommen und verdorren zu sehen meine, desto weniger stelle ich diesem Verfall die Revolution entgegen, und desto mehr glaube ich an die Magie der Liebe.
Kein Mensch fühlt im andern eine Schwingung mit, ohne daß er sie selbst in sich hat. Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenstehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen - diese Lehre jeder echten Dichtung veraltet nie und ist heute notwendiger und dankenswerter als je.
Fühle mit allem Leid der Welt, aber richte deine Kräfte nicht dorthin, wo du machtlos bist, sondern zum Nächsten, dem du helfen, den du lieben und erfreuen kannst.
Die Welt zu durchschauen, sie zu verachten, mag großer Denker Sache sein. Mir aber liegt einzig daran, die Welt lieben zu können, sie und mich und alle Wesen mit Liebe und Bewunderung und Ehrfurcht betrachten zu können.
Hesse heiratete seine erste Frau Maria geb. Bernoulli (genannt Mia), Mutter seiner drei Söhne, im Jahre 1904.
Aus einem Brief vom 11. September 1904 an Stefan Zweig:
Zitat:
Meine Hochzeit ging im Galopp. Da der Schwiegerpapa nicht einverstanden ist und nichts von mir will, kam ich dahergereist, solang er gerade nicht in Basel war, dann gings subitissimo aufs Standesamt. Nun grollt der Alte von ferne, scheint aber allmählich sich zu beruhigen. Und nun bin ich ein verheirateter Mann, und mit dem Zigeunern hat es einstweilen ein Ende.
Hesse, Sein Leben in Bildern und Texten
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Nachdem ich das Glasperlenspiel durch hatte, habe ich die Morgenlandfahrt gelesen und jetzt, vorgestern, mit Demian angefangen. Die Geschichte hat mich, wieder von der ersten Seite angefangen, gefesselt. Ich stelle fest, dass mir die Bücher, die er bis zur "Lebensmitte", also bis zum Steppenwolf, in etwa, geschrieben hat, leichter zugänglich sind als das "Alterswerk".
Jetzt bin ich gerade an der Stelle, als der der jugendliche Sinclair sich in Beatrix "verliebt", bzw. in sein Bild, in seine Vorstellung von "Beatrix", von der er ja nicht mal weiß, wie sie heißt. Und das hilft ihm, aus dem "Abgrund" seiner Exzesse, Kneipentouren, dem Glückspiel usw. zu entkommen... .
Ganz wie Goethe schrieb "....das ewig Weibliche zieht uns hinan!".
Vor 130 Jahren, am 2. Juli 1877, wurde der Schrifsteller Hermann Hesse in Calw geboren. - Einem Arlesheimer Amateurfilmer sind die einzigen - soweit bis heute bekannt - "bewegten Bilder" Hermann Hesses zu verdanken. Der Film von Prof. Dr. Arthur Stoll (1887-1971) zeigt den Dichter mit Frau Ninon, Sohn Bruno und Freunden vor seinem Haus, der Casa Rossa in Montagnola, beim Rosenschneiden, am Schreibtisch und beim Boccia-Spiel in einem "Grotto". Ein 10-Sekunden-Ausschnitt ist auf der Hermann-Hesse-Webseite zu sehen: Filmdokumente
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Bertolt Brecht und Thomas Mann machten 1933 auf ihren Reisen ins Exil jeweils bei Hesse in Montagnola Station. Anfang April 1933 schreibt Hermann Hesse an Prof. Arthur Stoll nach Arlesheim: Wieder sind Sie mir mit Ihrem Brief und Ihrer Gabe wie ein freundlich hilfreicher Zauberer erschienen, ich sage Ihnen dafür recht schönen Dank. Die Gabe ist willkommen und wird ganz in Ihrem Sinn verwendet, als Beitrag zum Üben der Gastfreundschaft an den Exilierten und Emigranten. (...) Inzwischen war Thomas Mann öfter bei uns, und ich sehe mit Freude, dass er die erste schwere Depression langsam überwindet. (...) ... dieser Tage läuft sein Pass ab und wird ihm von keinem deutschen Konsulat auch nur provisorisch erneert, er wendet sich jetzt an den Völkerbund mit der Bitte um einen Pass. Noch im letzten Moment vor Hitlers Sieg erschien in Berlin Th. Manns Bekenntnis zur sozialen Republik (...). Seither steht er auf der schwarzen Liste der Terroristen obenan.
"H.H. giesst seine Blumen", Aquarell von Hermann Hesse, auf einem Brief an Prof. Arthur Stoll, Arlesheim, 26. August 1932.
Ausschnitt aus der Abbildung des Briefes in der Broschüre über das Schweizerische Literaturarchiv, Hrsg. Schweizerische Nationalbibliothek