Probleme ohne Ende........

14.02.11 21:40 #1
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Probleme ohne Ende........

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.086
Seit: 07.04.10
nein Inchi, du bist nicht das Problem!
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"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

Probleme ohne Ende........

Ann Iris ist offline
Beiträge: 99
Seit: 24.12.11
Liebe Inchi

Das ist so unfair, was dein Mann da gerade treibt.
Das geht gar nicht.
Was sollen denn diese blödsinnigen Vorwürfe? Ihr lebt doch schon 20 Jahre lang zusammen und aufeinmal sollst du an allem Schuld sein. Wenn dies so wäre, dann hätte er doch schon längst gehen können.


Inchi, ich verstehe deine Trauer sehr gut.
Manchmal verändern sich Partnern, manchmal verändert man sich selbst im Laufe der Partnerschaft. Ich kenne das nur zu gut - habe die Trennung gerade durch und ziehe demächst mit meinen Kindern in eine eigene Wohnung.
Aber wir sind Freunde und das kann ich überhaupt nicht verstehen, wenn man solche "Schlammschlachten" führt.
Wir können nur einfach nicht mehr als Partner. All die Jahre, die so extrem fordernd für mich waren, haben auch dazu geführt, dass wir beide nicht mehr ausreichend auf unsere partnerschaftliche Beziehung geachtet haben. Wir haben uns als Ehepartner gar nicht mehr wahrgenommen, zu viele Sorgen (Diverses, Finanzen, Arbeitslosigkeit, Sohn, mein eigenener Autismus und vieles mehr) haben uns auseinander leben lassen.

Und dann kam eines Tages für mich die Erkenntnis - so möchte ich nicht alt werden, nur alleine in meinem Wohnzimmer. Die Jungs sind bald nicht mehr da bei mir, denn sie wollen und sollen auch ihr eigenes Leben führen.
Ich habe keinerlei Kontakte, kein soziales Umfeld, keine Familie. Niemanden. Nur einen Partner, der zwar da ist, aber eigentlich nicht für mich da ist. Und das möchte ich nicht mehr.
Also ziehe ich aus. Fange einen neuen Lebensweg an. Alleine sein werde ich in meiner eigenen Wohnung auch, aber es ist weitaus erträglicher, wenn ich weiss, dass da kein anderer Mensch neben dran sitzt und nichts mit mir zu tun haben möchte.

Ich bin zwar Autistin, aber dennoch brauche auch ich hin und wieder einen Menschen zur Ansprache.
Ich mag dieses klassische Vorurteil überhaupt nicht, dass man nur weil man autistisch ist, angeblich keine Menschen mögen soll. So ein Blödsinn.
Die meisten Autisten, die mir bekannt sind, haben durchaus Freunde und vor allem auch Familienmitglieder, mit denen sie regelmässig Kontakt halten. Ich bin da schon eher eine Ausnahme, dass ich überhaupt keine Kontakte habe.

Ich will dir damit jetzt aber nicht sagen, dass du eine Trennung anstreben sollst. Bitte nicht falsch verstehen.
Das sind nur meine persönlichen Gedanken zu einer ähnlichen Problematik und ist für mich noch so brandneu, dass es noch etwas schwierig ist für mich, damit souverän umzugehen.

Ich bin jemand, der vieles einstecken kann, aber irgendwann explodiert.
Und dann bin ich sehr konsequent und ziehe das durch, was für mich am Besten scheint. Auch wenn ich genau weiss, dass diese gravierende Veränderung mich vermutlich mehrfach in den Overload führen wird. Das nehme ich in Kauf, weil ich weiss, dass ich in ein paar Wochen oder womöglich auch erst in ein paar Monaten das Positive aus dieser Veränderung ziehen kann. Damit komme ich wieder zurück auf meine vorige Erklärung zu den Veränderungen.
Es ist schwer. Verdammt schwer sogar.
Aber jede Veränderung kann auch eine Chance bedeuten.

Übrigens, der Kommentar meines autistischen Sohnes, als ich ihm von meinen Trennungsabsichten berichtete, war - na endlich. Er hat das alles schon längst gesehen, als ich es noch lange nicht wahrhaben wollte.

LG Annette

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Ann Iris ist offline
Beiträge: 99
Seit: 24.12.11
Zitat von inchiostra Beitrag anzeigen
Ich bat Sohnemann abzuwaschen. Nein, das tut er erst, wenn er alleine wohnt.
Er zeigt dir hierbei doch ganz genau den Weg auf, wie du vorgehen solltest.
Du musst nur richtig hinhören.

Nicht bitten.
Fordern.

Sohnemann sieht keinerlei Notwendigkeit darin etwas zu tun. Denn er weiss ganz genau, Mama macht doch sowieso, auch wenn sie wütend ist oder traurig ist. Sie ist immer lieb und nett und bittet höflich darum.

Verstehst du?
Mal ein Beispiel:
Wenn mich jemand fragt, könntest du das Fenster schliessen, dann sage ich ja. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich dann erkenne, dass mein Gegenüber gerne hätte, dass ich das Fenster schliesse.
Sagt mein Gegenüber hingegen, mach das Fenster zu, dann mache ich das sofort.

Und so funktioniert das auch bei meinem Sohn.
Er hinterlässt die Küche wie ein Schlachtfeld, wenn er selbst kocht. Ich bin berufstätig. Der Vater ist berufstätig. Warum sollten wir seinen Dreck am Abend wegräumen.
Vater kommt zuerst nach Hause. Schimpft, tobt, regt sich auf, ist extrem sauer...... und macht selbst sauber.
Das ist kontraproduktiv !
Ich komme heim, seh den Dreck, rufe, mach die Küche sauber, sofort, oder ich koche heute Abend nichts mehr. Hey, ruckzuck wird hier geputzt.
Das ist ein langer Lernprozess. Inzwischen macht Sohn von selbst die Küche sauber, wenn er weiss, Vater kommt nicht nach Hause und Mutter zieht die Konsequenzen durch.
Und so geht das mit allem, Dreckwäsche, Klo putzen, Müll leeren, was auch immer.

Das tönt nach Kasernenton?
Ja, mag sein.
Aber mein Sohn fordert genau dies ein. Das spricht er auch sehr deutlich aus. (deshalb zieht er zu mir und nicht zum Vater, weil er weiss, dass er klare Ansagen benötigt und dies nur von mir erhält)
Er braucht diese direkte, deutliche Ansprache und er braucht die sofortige darauf folgende und vor allem logische Konsequenz.
- Küche dreckig - kein Abendessen
- Dreckwäsche nicht bei der Waschmaschine - keine sauberen Klamotten zum Anziehen
- beliebig erweiterbar.

Geändert von Ann Iris (29.03.13 um 20:11 Uhr)

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Ann Iris ist offline
Beiträge: 99
Seit: 24.12.11
Zitat von inchiostra Beitrag anzeigen
Ich fühle mich im Moment sehr traurig.
Spüre schon die Tränen, sind aber noch verknotet.
Irgendwie fühle ich mich betrogen.
Das tut mir so leid.


Zitat von inchiostra Beitrag anzeigen
Eine autistenmutter sagte einmal in einem Buch. Was sie nie wieder machen würde mit einem Autisten wäre Urlaub.
Aber das sind auch nur Einzelerfahrungen.

Genauso gut könnte ich meine Erlebnisse bezüglich Urlaub beschreiben und die waren durchwegs gut.

Wir haben durchaus schöne Urlaube verlebt.
Zwar unkonventionell und keine Pauschalurlaube im Sinne von Kinderanimation und so, aber wir waren uns alle vier darin immer einig, denn keiner mochte das so haben.

Ich liebte es mit meinen Söhnen durch die Natur zu streifen (Vater hatte da nicht so die Lust darauf und genoss die Ruhe alleine), gegen Wind und Sturm anzukämpfen, wir hatten so viel Fantasie und Spass und Abenteuerfreude und Forscherdrang.

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darleen
Zitat von Ann Iris Beitrag anzeigen
.

Nicht bitten.Fordern.
Liebe Inchi , liebe Ann Iris

nur so funktioniert das bei unserem Sohn , Bitten schlägt oft fehl, weil schon ein Wörtchen zuviel dabei sein kann , was dann auf *Abwege* führt


Sohnemann sieht keinerlei Notwendigkeit darin etwas zu tun. Denn er weiss ganz genau, Mama macht doch sowieso, auch wenn sie wütend ist oder traurig ist. Sie ist immer lieb und nett und bittet höflich darum.
so haben wir es auch erlebt , auch die Aussage: in meiner Wohnug später räume ich auf , hier bei Euch seid ihr dafür zuständig das ist nicht böse gemeint sondern entspricht nur seiner Logik

wir haben ihm gesagt das sein Zimmer , eben seine 1-Zimmer-Wohnung ist , und schon funktioniert das etwas besser

Verstehst du?
Mal ein Beispiel:
Wenn mich jemand fragt, könntest du das Fenster schliessen, dann sage ich ja. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich dann erkenne, dass mein Gegenüber gerne hätte, dass ich das Fenster schliesse.
Sagt mein Gegenüber hingegen, mach das Fenster zu, dann mache ich das sofort.

eben klare Anweisungen , ohne Schnörkelei dabei, mach Dies und Jenes, bloß nicht fragen kannst du mal bitte , wobei wir schon das Wort bitte hinten anfügen , nach dem klaren Befehl, so das es nicht auf *Abwege* führt

manche Dinge die mehrere Abfolgen verlangen , sind auch aufgeschrieben ,stichpunktartig , so das er sich an das Schriftliche halten kann , kommt komisch daher, hat aber Erfolg
Das tönt nach Kasernenton?
Ja, mag sein.
Aber mein Sohn fordert genau dies ein.

ja der * Karsernenton* , für Außenstehende oft sehr befremdlich , aber für uns eben notwendig , um übehaupt vorwärtszukommen , denn sonst ist das Verzetteln schnell erreicht

Er braucht diese direkte, deutliche Ansprache und er braucht die sofortige darauf folgende und vor allem logische Konsequenz.
- Küche dreckig - kein Abendessen
- Dreckwäsche nicht bei der Waschmaschine - keine sauberen Klamotten zum Anziehen
- beliebig erweiterbar.
eben , nur so funktioniert das bei uns [quote]


Aber das sind auch nur Einzelerfahrungen.

Genauso gut könnte ich meine Erlebnisse bezüglich Urlaub beschreiben und die waren durchwegs gut.

bei uns auch , die ersten 3 Tage sind immer der Horror , wo man denkt warum hat man sich das nur angetan ,aber dann geht es doch ziemlich gut,
es geht, wenn man weiß wie , und sich nicht so stresst durch das Verhalten des Sohnes , weil man ja weiß wo es herrührt

liebe grüße darleen

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
alles zu spät.

Ich habe den Brief fertig.

Keine Ahnung liebe Mondvogel ob du recht hast.

Auch egal jetzt alles.

Ich kann und will einfach nicht mehr.
Mein Sohn sagt, ihm ist alles egal und läßt alles auf ihn zukommen.
Ich dann eben auch, sagte ich.

Habe das auch so dem Gericht über knapp 2 Seiten geschrieben.

Habe unter anderem geschrieben, dass ich jetzt auch die Betreuung ablehne.
Ich nicht mehr guten Willens sei, die verantwortung zu übernehmen.
Ich nicht mehr wüßte was ich darf und nicht darf.
Das mein Sohn zu 50% ausziehen will und zu 50% eben nicht.

Ausserdem, wie sie sich auch entscheiden, sollen sie bitte so schnell wie möglich dafür sorgen, dass mein Sohn hier auszieht.
Weil ich ihm den ständigen Stress nicht mehr zumuten will.

Basta.

Ausserdem hatte ich meinem Sohn heute zum wiederholten mal gesagt, er solle seine Bücher von der Treppe wegnehmen.
Heute kam eben noch dazu, sonst kommen sie in den Müll.
er wußte, ich mach´das.
Schon waren sie weg.
Hätte inchiman das mitbekommen, hätte er mich beschimpft.
Das hätte meine Mama nie gemacht. (er sagt Mutter, aber hier klingt dann Mama besser).
Ihr Lieben. Das weiss ich mit dem Befehlston und wende ihn auch oft an.
Aber immer geht das nicht.
Eigentlich hätten wir Frauen alle zum Bund gehen müssen, um unsere Männer besser erziehen zu können. Traurig ist das.
Aber hier ist ja ein anderer Fall.
Auch mein Sohn sagte immer in der Schule, dass sie alle zu weich sind. Er möchte lieber den Lehrer haben der laut schimpft und Befehle gibt.
Schon im Kindergarten hätte er so eine Behandlung haben müssen. Doch wer wußte schon, was mit ihm los war.

Der Brief liegt hier. Eine Abschrift legte ich auf das Bett von meinem Sohn.
Sohnemann ist gestrichen.
Mal sehen, ob er ihn liest.
Vielleicht bewirkt das ja sogar schon etwas.
Irgendwie ist das schon ein Rauswurf, oder?
Wie ich meine Tochter rausgeworfen hatte.
Was bin ich blos für eine Mutter.
Und der Vater sitzt in der Garage ahnt nichts und macht auch nichts.
Er braucht eigentlich auch immer nur Befehle, die er sehr ungerne ausführt am Anfang.

Da fällt mir nur noch ein. Wer nicht hören will muß fühlen.
Habe auch angedroht, dass ich im Mai für länger nicht da bin. Fahre zu einer Freundin gaanz weit weg.

Ich weiß, ich habe das jetzt geschrieben und werde ihn auch Morgen einwerfen. Weil, mir ist das jetzt wirklich auch egal. GLaube ich.
Aber ich mußte jetzt erstmal so handeln.

Gute Nacht allen und danke euch und liebe Grüße von inchi

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Friedoline ist offline
Beiträge: 467
Seit: 29.06.12
Liebe Inchi,

jetzt hast du losgelassen.
Es hat auch nicht mit Rabenmutter zu tun,vielleicht sollte es alles so sein,nacheinander.
Ich wünsche dir Kraft und Mut zu deiner Entscheidung.

Lieben herzlichen Ostergruß Friedoline
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Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare-Christian Morgenstern

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Wildaster ist offline
Beiträge: 5.427
Seit: 18.03.12
Guten Morgen liebe inchi

sitze hier mit einemund denke an dich.
Wie geht es dir heute morgen?
Weißt du inchi,ich bin so froh,dass darleen und Annette von ihren Erfahrungen schreiben,denn so richtig kenne ich mich mit dem Autismus ja nicht aus.
Na klar, von meiner Arbeit und trotzdem ist das eine andere Situation.
Ich musste,auch wenn alles so traurig ist lächeln,denn das mit dem Befehlston und energischem Durchgreifen kenne ich ja von der Arbeit.Aber als Mama ist das nicht immer einfach.

Jetzt geht es um Sohnemann und um deine Zukunft und ich hoffe liebe inchi,du findest den Weg,mit uns aus der Ferne,an deiner Seite.

Liebe Grüße von deiner Wildaster
__________________
Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo inchiostra,

ich glaube, ich habe es schon mal geschrieben:
Mein Sohnemann reagierte auf irgendeine freundliche Aufforderung "könntest Du bitte....." mit einem "später". Dieses "später" summiert sich inzwischen auf Jahre .
In diesem FAll wurde ich wütend und sagte ihm klar, laut und deutlich "nein, nicht später, jetzt, sofort!".
Er: was regst Du Dich denn so auf? Man kann's ja mal probieren!.
Das habe ich mir gut gemerkt. Seitdem formuliere ich sehr klar und warte, bis die Aufgabe erfüllt ist.

So ganz ohne wahren Hintergrund ist dieser Witz nicht:
Ein zwölf Jahre altes deutsches Kind hat in seinem ganzen Leben noch nie ein Wort gesprochen. Eines Abends plötzlich - die Familie sitzt zusammen am Eßtisch - sagt das Kind: "Salz, bitte!" Alles wundert sich und die erstaunten Eltern fragen den Jungen, warum er bisher noch nie etwas gesagt hat. Antwortet der: "Bis heute war alles in Ordnung."

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Geändert von Oregano (30.03.13 um 08:52 Uhr)

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Wildaster ist offline
Beiträge: 5.427
Seit: 18.03.12
Ein Nachtrag,off topic?

Liebe inchi,
du musst voller Freude von deinem Urlaub ganz weit weg bei einer Freundin erzählen und ALLE mit deiner Vorfreude anstecken,dann im Mai die Koffer packen undAnhang 21059ab in den Urlaub.

Nochmals einen lieben Gruß von der Wildaster
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Wir haben Fröhlichkeit nötig und Glück,Hoffnung und Liebe.( Vincent van Gogh)

Geändert von Wildaster (03.11.14 um 18:23 Uhr)


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