Jahrelange heftige Beschwerden - seelisches Wrack

30.01.10 16:46 #1
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Tichondrius ist offline
Beiträge: 18
Seit: 30.01.10
Hallo zusammen!

Jahrelang quäle ich (männlich, 26 Jahre) mich mit einer Vielzahl körperlicher Beeinträchtigungen, die mich zu einem seelischen Wrack gemacht haben. Ich gehe selten unter Leuten, meistens nur in Gemeinschaft mit mehreren Freunden; dabei bin ich ein sehr zugänglicher und gesprächiger Mensch.

Als ich vor ca. 3 Jahren u.a. wegen weiter unten genannter Symptome starke Depressionen bekam, ging ich zum Hausarzt und ließ mich durchchecken. Meine Blutwerte, Blutdruck usw. waren in Ordnung, ich war offenbar kerngesund (rein körperlich). Er verschrieb mir Antidepressiva und riet mir, zum Psychotherapeuten zu gehen. Für ihn war der Fall damit abgehakt. Das ganze geschah während der Frühjahrszeit (Januar, Februar), in der es mir generell eher bescheiden geht.

Irgendwie hatte ich mich wieder gefangen; es wurde Frühling und mir ging es etwas besser.
Seitdem bekomm’ ich jedes Jahr leichte bis mittlere Depressionen, vor allem im Januar/Februar.

Damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, warum es mir so schlecht ging, möchte ich hiermit die Beschwerden aufzählen, mit denen ich Jahr für Jahr seit meinem 16. Lebensjahr
zu kämpfen habe:

Ich leide unter extrem (und das ist wirklich kein Stück übertrieben) trockener Gesichts- und und Kopfhaut. Sie schuppt Tag für Tag, Monat für Monat, Jahr für Jahr und es wird irgendwie immer schlimmer. Sämtliche Mittel zum Lindern schlugen fehl oder der Effekt war kaum bemerkbar. Ich war bei mehreren Hautärzten; davon stellte einer eine seborrhoische Dermatitis bei mir fest. Also verschrieb er mir Kortison für die Kopfhaut. Resultat: wenig bis gar keine Wirkung, abgesehen von der schädigenden Wirkung und dem hohen Preis. Zuvor hatte ich es schon mit allen möglichen Shampoos probiert, von Schauma über Head & Shoulders bis hin zu Babyshampoo. Auch die ganz „harten“ Sachen wie Stieproxal oder das Wundermittel Terzolin halfen nicht. Zumindest mit Terzolin bekomme ich die vielen Kopfschuppen kurzzeitig weg, allerdings kommen sie nach ein paar Stunden wieder. Auch meine Haare sind sehr sehr dünn und ultratrocken geworden. Ich kann weder mit Haargel noch mit Wachs etwas mit den Haaren anstellen.

Vor allem zur kalten Jahreszeit sehen die Haare aus wie Stroh, selbst wenn ich sie tagelang nicht wasche. Ebenso verhält es sich mit der Gesichtshaut: Ich kann sie morgens, mittags und abends eincremen, sie schuppt trotzdem (vor allem an den Wangen, Stirn und Nasenflügel). Ganz extrem ist es im tiefsten Winter bei zweistelligen Temperaturen, dann werden die betroffen Stellen rötlich und brennen.
Logischerweise ist das Problem im Sommer nicht so stark ausgeprägt wie im Winter (Heizungsluft, wenig Sonne), allerdings habe ich auch in den Monaten Juli/August sehr viel Ärger mit meiner Haut.
Desweiteren habe ich eine sehr blasse Gesichtsfarbe (das wird mir immer wieder von Leuten bestätigt), obwohl ich an den Armen, Beinen usw. relativ dunkelhäutig bin. Dort werde ich im Sommer auch sehr schnell braun, nur nicht im Gesicht, das wird höchstens rot. Das Phänomen habe ich erst, seit meiner Jugendzeit, davor wurde ich auch im Gesicht schön braun.
Ich für meinen Teil glaube, das die Ursache meiner trocken Kopf- und Gesichtshaut organbedingte Gründe hat, aber dazu später mehr.

Ein weiteres Problem, was mir den letzten Jahre zunehmend aufgefallen ist, ist das ich bei schon vergleichsweise geringer körperlicher Anstrengung oder Nervosität anfange zu schwitzen und in leichte bis mittlere Atemnot gerate.

Ganz krass ist das beim Sport. In meiner Freizeit spiele ich im Verein Fußball. Während der Halbzeitpause, wenn die anderen Spieler sich unterhalten, ringe ich nach Luft und kann kaum stehen. Nach dem Spiel ist das ganze noch extremer. Oft bekomme ich Schwindelanfälle, sehe verschwommen und werde todmüde. Während dem Spiel bekomme ich oftmals sehr starke Wadenkrämpfe und muss des öfteren vom Platz gehen. Magnesiumtabletten etc. zeigen keinerlei Wirkung.

Bier trinke ich nach dem Spiel sowieso nicht mehr, weil’s mir dann sofort schlecht wird.
Ich kann nun nicht sagen, dass ich mich während der Woche zu wenig bewege, oder dass ich mich zu unausgewogen ernähre, ganz im Gegenteil. Bei meiner Arbeit muss ich mich Tag für Tag an der frischen Luft bewegen und arbeite auch körperlich viel. Fastfood esse ich recht selten dafür aber viel Gemüse und kohlenhydrathaltige Produkte. Alkohol trinke ich so gut wie gar keinen mehr, nur noch an Geburtstagen oder zu besonderen Anlässen.

Allgemein bin ich zur Herbst- Winterzeit antriebslos, müde und matt und kann mich kaum zu etwas motivieren. Hinzu kommen oft Unkonzentriertheit, innere Unruhe und Kreislaufprobleme.

Ich habe die Vermutung, dass etwas mit meiner Schilddrüse nicht stimmt. Ich komme darauf, weil sehr viele Symptome dafür sprechen.

Was sagt ihr? Hat jemand ähnliche Probleme oder weiß, was der Grund meiner Beschwerden ist? Bilde ich mir das alles nur ein???
Ich spiele mit dem Gedanken meinen Hausarzt zu wechseln und dem neuen Arzt die oben genannten Probleme zu schildern.

Ich bitte euch um eure Meinung und Ratschläge. Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Sven

Jahrelange heftige Beschwerden

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.474
Seit: 26.04.04
Hallo Sven,

herzlich willkommen in unserem Forum!

Deine Symptome können auch andere Ursachen haben, jedoch sehen sie stark nach einer Schilddrüsenproblematik aus. Schau doch mal in unser Wiki:
Schilddrüse ? Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit

Depressionen, Haut- und Haarprobleme, Schwitzen, Müdigkeit etc. findet man in der Liste von Symptomen.

Hier würde ich an Deiner Stelle folgende Laborwerte machen lassen:
TSH, fT3, fT4; Antikörper TPO-AK, Tg-AK, TRAK.
Ausserdem ist eine Ultraschalluntersuchung notwendig.
Der Facharzt dazu wäre der Endokrinologe/Nuklearmediziner, weil sich Ärzte anderer Fachrichtungen häufig wenig oder gar nicht auskennen.

Du kannst Dich auch in der entsprechenden Rubrik informieren:
Schilddrüse, Hormonsystem

Liebe Grüsse,
uma

Jahrelange heftige Beschwerden

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Sven,

Die Schilddrüse würde ich auch unbedingt abklären lassen und dazu gleich noch den Blutzucker. Die Symptome nach dem Fußballspielen könnte man auch als Unterzucker-Symptome auslegen.

Hast Du noch intakte Zähne oder gibt es schon Füllungen, Wurzelbehandlungen usw.?

Gruss,
Uta

Jahrelange heftige Beschwerden

Tichondrius ist offline
Themenstarter Beiträge: 18
Seit: 30.01.10
Hallo und erstmal vielen Dank für die nette Aufnahme im
Forum!

Dann werde ich die Links mal ausgiebig studieren.

Zahnfüllungen habe ich, sind aber aus Kunststoff.

Jahrelange heftige Beschwerden

Forgeron ist offline
Beiträge: 1.085
Seit: 11.02.07
Hallo Tichondrius,

...und denken Sie daran, daß vielleicht eine mangelnde Mikronährstoffversorgung infolge ungesunder Ernährung dahinter stecken könnte.

Frdl. Gruß
Kurt Schmidt

Jahrelange heftige Beschwerden

Omtcg ist offline
Beiträge: 1.154
Seit: 16.12.09
Schuppenflechte ist ausgeschlossen?
__________________
Liebe Grüße Sabine

Jahrelange heftige Beschwerden

julisa ist offline
Beiträge: 1.798
Seit: 20.03.09
Hast Du Physiogel schon ausprobiert? Davon gibt es Creme und Shampoo. Von außen ist ja primär zur Linderung gedacht.

Ich tippe auch auf Schilddrüse/Hormonsystem. So wie Uma schreibt: die Schilddrüse bei einem Experten untersuchen lassen und am besten die Werte hier im Forum einstellen, weil: nur weil ein Arzt sagt, da ist alles okay, das nicht unbedingt auch wirklich so ist.

Die gesunde Ernährung ist als Basis trotzdem sehr wichtig. Isst Du vegetarisch oder mit Fleisch?

VG
julisa

Jahrelange heftige Beschwerden

Kerstin9 ist offline
Beiträge: 2.455
Seit: 25.10.04
Hallo Tichondrius,

mir fällt dazu KPU ein. Darauf komme ich, weil du im Gesicht immer blass bist und am Körper eher dunkler. Das ist ein typisches Symptom.

http://www.symptome.ch/wiki/Kryptopyrrolurie

Hast du auch Verdauungsbeschwerden?

Auch würde ich mal nach Vitaminen/ Mineralien untersuchen lassen, da die Wadenkrämpfe auf Magnesiummangel schliessen und du eventuell durch die viele Bewegung insgesamt unterversorgt sein könntest.

Viele Grüße,
Kerstin
__________________
Wer keine Zeit für Gesundheit hat, benötigt später viel Zeit für seine Krankheit (Kneipp)

Jahrelange heftige Beschwerden

Tichondrius ist offline
Themenstarter Beiträge: 18
Seit: 30.01.10
Hallo zusammen!

Ich hab' sicherheitshalber mal nachgeforscht. Also
meine Zahnfüllungen sind alle aus Kunststoff.

Schuppenflechte ist meines Erachtens ausgeschlossen, weil:

-Produkte wie Kortison oder Terzolin quasi keine Wirkung zeigen
-die Haut am ganzen Kopf extrem trocken ist
-die Schuppen manchmal fast gänzlich weg sind und ein ander
Mal in großer Anzahl wieder da

Physiogel hab' ich noch nicht ausprobiert, aber glaub mir, dafür
fehlt mir auch jegliche Motivation. Mit dem Geld was ich für die
ganzen Salben/Cremes/Shampoos und was weiß ich noch
ausgegeben habe, hätte ich den Urlaub finanzieren
können.

Ich esse von Kindheit an sehr viel Fleisch, habe meine Ernährung
auch nie großartig umgestellt. Und wie gesagt, die Probleme kamen
erst ab dem 15., 16. Lebensjahr. Ich persönlich glaube nicht, dass
es daran liegt, lasse mich aber gerne eines besseren Belehren.

Verdauungsbeschwerden habe ich gar keine, im Gegenteil, hab'
eine sehr gute Verdauung.

Ich weiß nicht, ob's wichtig ist, aber mir sind noch folgende Dinge auf-
gefallen:

Seit Jahren tritt aus meinen Augenwinkeln tagtäglich weißes Sekret aus,
was wohl von der Bindehaut stammt. Soweit ich weiß, ist das nichts
Gravierendes.

Außerdem geht es mir abends/nachts vom Wohlbefinden her generell besser
als morgens/mittags.

Geändert von Tichondrius (03.02.10 um 12:30 Uhr)

Jahrelange heftige Beschwerden

Tichondrius ist offline
Themenstarter Beiträge: 18
Seit: 30.01.10
So, habe mich mal ein wenig durchgelesen und erschreckt festgestellt, dass 90 % meiner Symptome auf Kryptopyrrolurie deuten. Der Zinkmangel würde meine trockenen Haare und den Haarausfall, sowie die blasse, unreine Haut erklären.

Ich bin am überlegen, ob ich nicht einen Selbsttest machen und Zinktabletten einnehmen soll. Oder direkt zum Arzt und ihm Stück für Stück alles schildern.

Was meint ihr?


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