Erhöhte Nieren- und Leberwerte - was tun ?

20.03.08 13:11 #1
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Tom64 ist offline
Beiträge: 1
Seit: 20.03.08
Hallo

Mein Hausarzt hat vor drei Jahren und erst kürzlich wieder weiter erhöhte Nieren- und Leberwerte im Bluttest festgestellt. Leider hat eine Untersuchung vor drei Jahren beim Nephrologen kein Befund ergeben. Doch irgendwo muss das wohl herkommen. Alkohol, Medikamente usw. kann ich ausschließen.
Nachdem ich dieses sehr hilfreiche Forum gefunden habe, vermute ich, dass es von meinen 16 Amalgamfüllungen kommt, die ich nun schon seit über 30 Jahren habe. Mein Hausarzt will das aber eher ausschließen. Mein Zahnarzt sieht das eher wie ich. Ein Bluttest auf Quecksilber habe ich dennoch durchgesetzt, aber bislang noch keinen Befund erhalten. Ein neuer Termin beim Nephrologen steht im April an. Für mich stellt sich die Frage, wie ich eine Quecksilberbelastung sicher nachweisen kann und welche Ärzte mir bei der Entgiftung helfen können. Meinen Hausarzt schließe ich da mal eher aus.
Wäre schön, wenn mir jemand weiterhelfen kann. Danke.
Grüße
Thomas

Erhöhte Nieren und Leberwerte-Was tun ?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Tom,
es kann gut sein, daß Du mit Deinem Verdacht auf eine Quecksilberbelastung richtig liegst.
Also: welcome im Forum!

Bitte fang doch hier mit dem Amalgam-Wiki an. Dort findest Du schon die wichtigsten Hinweise zum Thema und kannst dann weitermachen mit den Postings hier im Forum.
Wenn Du etwas in der Hand halten möchtest: das Buch von Dr. Mutter "Amalgam - Risiko für die Menschheit" ist sehr zu empfehlen.
http://www.symptome.ch/wiki/Amalgam

Oft geht eine Vergiftung durch Quecksilber zusammen mit einem übersäuerten Organismus und einer Besiedelung des Darms durch Candida. Auch darüber findest Du im Forums-Wiki viele Infos.

Grüsse,
Uta

Erhöhte Nieren und Leberwerte-Was tun ?

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Tom,

wenn die Leberwerte erhöht sind, würde ich Dir raten, Dich auf die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose) untersuchen zu lassen, das ist die häufigste Erbkrankheit überhaupt und sie wird leider oft übersehen.
Ich kenne mich damit aus, weil mein Bruder diese Krankheit hat und ich selbst die Kupferspeicherkrankheit (M. Wilson) habe. Beides sind genetisch verursachte Leberkrankheiten, bei denen das Eisen bzw. das Kupfer aus der Nahrung nicht ausgeschieden wird, wobei bei beiden Krankheiten auch andere Metalle nicht ausgeschieden werden können, also evtl. auch Quecksilber.
Ich selbst hatte ca. 20 Amalgamfüllungen und ich war -bevor ich wußte- dass meine Leberkrankheit vom M. Wilson kommt, auch mal der irrigen Meinung, meine Beschwerden könnten vom Amalgam kommen (den die Symptome einer "Amalgambelastung" sind identisch mit den Symptomen einer Kupfervergiftung, die man bei M. Wilson hat).
Das hat mich wertvolle Zeit gekostet, weil nach der Kupferspeicherkrankheit noch weniger Ärzte sehen, wie nach der Eisenspeicherkrankheit.
Beide Krankheiten sind genetisch bedingt, d. h. wenn Deine Eltern Genträger für die beiden Krankheiten sind, haben sie beide je einen Gendefekt dafür und haben selbst evtl. dadurch bedingt gesundheitliche Probleme (sie können aber auch beschwerdefrei sein).
Hast Du nun von jedem Elternteil den Gendefekt für je eine der beiden Krankheiten geerbt, so hast Du 2 Gendefekte für diese Krankheit und Du hättest diese Krankheit.
Wegen des Ausschlusses der Eisenspeicherkrankheit sollte man die Eisenwerte wie Ferritin, Transferrin, Transferrinsättigung untersuchen, wobei das Ferritin zunächst das wichtigste wäre.
Wie hoch ist Dein Ferritin? Ist es erhöht, so wäre dies ein starker Verdacht auf diese Krankheit. Bei meinem Bruder lag es "nur" bei 330 bzw. ca. 400 als er seine Diagnose bekam. Auch er hatte schon mind. 10 Jahre lang erhöhte Leberwerte.
Ob nun bei der Eisenspeicherkrankheit auch die Nierenwerte hochgehen können, weiß ich nicht sicher. Halte dies aber für möglich.
Bei der Kupferspeicherkrankheit, die ich habe und bei der ich mich besser auskenne, kann es auf jeden Fall zu einer Nierenschädigung kommen.
Für die Kupferspeicherkrankheit wären folgende Werte sehr wichtig:
Kupfer im Serum
Coeruloplasmin im Serum
Daraus kann man das "freie Kupfer" errechnen, dass ebenfalls sehr viel aussagt. Formel ist hier zu finden:
MorbusWilsonEV
Ebenso wichtig ist das 24h-Urinkupfer (man muss einen Sammelurin über 24 h machen und das Kupfer bestimmen lassen)

Von den "normalen" Blutwerten wäre ein Hinweis auf M. Wilson, wenn die Alkalische Phophatase (AP) eher niedrig ist, also bei Werten unter 75 wäre dies der Fall. Dies muss aber nicht zwingend sein.
Ebenso kann ein Hinweis sein, wenn das Alpha-2-Globulin in der Eiweiß-Elektrophorese niedrig ist.

Ich vermute mal, dass Du Jahrgang 1964 bist, oder?
Wenn Du die Kupferspeicherkrankheit hättest, dann hast Du die typischen Zeichen einer Schwermetallvergiftung (dieselben Zeichen wie sie auch für Quecksilbervergiftungen beschrieben werden), vor allem wären dies Nervenprobleme = also neurologische und psychiatrische.
Hast Du dies eher weniger, wäre dies eher ein Zeichen für die Eisenspeicherkrankheit, die es auch viel häufiger gibt (jeder 10. Mensch ist Genträger dafür).
Es gibt hier im Forum je eine Rubrik für Hämochromatose und M. Wilson:
http://www.symptome.ch/vbboard/erbkrankheiten/
Dort findest Du viele Hinweise zu beiden Krankheiten.

Leider sind beide Krankheiten bei vielen Ärzten unbekannt und werden daher auch nicht untersucht. Die Eisenspeicherkrankheit mag dem einen oder anderen Arzt noch bekannt sein, die Kupferspeicherkrankheit aber kennen die meisten Ärzte nicht (was bei mir dazu führte, dass ich meine Diagnose nur deshalb habe, weil ich selbst darauf kommen musste, dass ich diese Krankheit haben könnte).
Daher rate ich zu Experten zu gehen.
Für M. Wilson gibt es hier Experten:
MorbusWilsonEV
Für die Hämochromatose findest Du in wohl jeder Uniklinik eine Fachambulanz.

Gruß
margie

PS: Solltest Du mal Urinuntersuchungen wegen Quecksilber machen, dann lasse immer das Kupfer mitbestimmen. Ein hoher Wert spräche für die Kupferspeicherkrankheit.
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller


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