Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich?

17.09.14 16:12 #1
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Magnus88 ist offline
Beiträge: 1
Seit: 17.09.14
Ich bitte euch eindringlich darum, mir etwas Hoffnung zu vermitteln, ich schaffe es aus mir selbst heraus nämlich kaum noch! :( Vielleicht habt ihr Ratschläge für mich parat oder könnt mich in irgendeiner Form unterstützen. Ich brauchte aufgrund meines Zustandes eine Woche, um diesen Post hier zu erstellen.

Ausgangslage

Ich kann nun bereits seit knapp zwei Jahren nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Ich beziehe Sozialhilfe, bin invalide und habe inzwischen keine Perspektive mehr. Nicht etwa, weil ich vorher schon keine hatte (ich wusste genau, in welche Richtung es privat und beruflich gehen sollte, verfüge über ein abgeschlossenes Hochschulstudium). Meine Familie und Freunde sind das einzige, was mich noch am Leben erhalten.

Ich vermute, dass mich meine permanente Hektik (seit ich denken kann, stand ich wie unter Strom, bin also sehr unglücklich prädisponiert, was meinen heutigen Zustand angeht), mein unglaublicher Handlungsdrang mich in diese Situation gebracht hat, weiß es aber nicht genau. Wie soll ich da jemals wieder herauskommen?

Los ging es wirklich wie aus heiterem Himmel vor gut zwei Jahren beim Joggen. Ich bekam einen beidseitigen Tinnitus, mir wurde ungemein schwindelig und ich erlitt einen Kreislaufkollaps. Darufhin nahm das Unheil seinen Lauf.

Ich habe mittlerweile Symptome, von denen ich in dieser Ausprägung noch nie etwas gehört oder gelesen habe und die immer schlimmer werden... Selbst in den unendlichen Weiten des Internets finde ich NIEMANDEN mit diesen Symptomen. Und ich fühle mich von den Ärzten im Stich gelassen.

Symptome:

Das Grundproblem: Mein Nervensystem ist seit Monaten so dermaßen angeschlagen, dass selbst das harmlose Rascheln eines Baumes im Garten oder gar das Bewegen meiner Bettdecke bei mir im Ruhezustand Folgendes hervorruft, wodurch ich mich letztlich vollständig zurückgezogen habe:

- Stromschläge im Kopf, immer wieder Stromschläge, ständig und immer stärker werdend...! Jeden Tag, prinzipiell zu jeder Tageszeit, primär beim Ruhen oder schlicht normalen, gleichmäßigen Atmen, aber auch bei Konzentration. Vorübergehende Entlastung nur durch Hektik und flaches Atmen möglich, dann aber beim Ruhen starke Verschlechterung des Symptomkomplexes. Eine präzise Beschreibung ist nicht möglich. Der Kopf fühlt sich permanent an wie unter Strom gesetzt und scheint meinen Nacken und Kiefer durch die ausstrahlende Spannung zuzuschnüren. Die 'Stromschläge' sind wie Entladungen. Teilweise erstarre ich gar für einige Sekunden, bin dann paraysiert und kann mich nicht bewegen, obwohl ich bei Bewusstsein bin. Das ist wo widerlich, ich wollte mich deswegen schon umbringen. Leichte Stromschläge fühlen sich so an, als würde mein Hirn im Kopf einmal um 360 Grad gedreht, ebenfalls unglaublich widerlich.

- Alles übertönender Tinnitus und Druckgefühl im Kopf: Es hört sich paradox an, aber es fühlt sich so an, als würde ein unendlich durchdringender Ton meinen Kopf zerquetschen. Ich "spüre" meinen Tinnitus in Form von Druckwellen im Kopf. Er ist so durchdringend und scheint mich bis ins Mark zu erschüttern, im wahrsten Sinne des Wortes. Es ist so, als würde ich meinen Sympathikus feuern hören, und zwar gewaltig.

- Sehr starkes Erschöpfungsgefühl mentaler und physischer Art

- Sehstörungen, Schwindel, Nackenschmerzen, Kiefergelenksproblematik, Darmprobleme sind (typische) weitere Symptome, die das Beschwerdebild komplettieren.

Diagnostische Maßnahmen

Abgesehen von einem inzwischen (!) leicht erhöhten Blutdruck ist absolut nichts Pathologisches messbar. Ich war bei Ärzten sämtlicher Fachrichtungen...

Lediglich der Psychiater bescheinigte eine Burnout-Depression, schlucke seit einem Jahr Medikamente (Quetiapin und Mirtazapin). Nehme außerdem seit einem Jahr eine Psychotherapie in Anspruch - bisher ohne Erfolg.

- HNO-Arzt - Lediglich Tubenkatarrh festgestellt. Ansonsten kein auffälliger Befund
- Neurologen - EEG und MRT vom Kopf ohne Auffälligkeiten, ínsbesondere kein MS oder Epilepsie
- Internist - megagroßes Blutbild mit zig Werten, die drei DIN-A4-Seiten aufüllen - ohne Auffälligkeit
- Augenarzt - kein Befund. Zum Ausschluss eines erhöhten Hirndruckes.
- Orthopäde - Röntgenbild und MRT von Halswirbelsäule - ohne Befund
- Zahnarzt - kein Befund abgesehen von CMD. Verfüge über keine Füllungen.

Maßnahmen zur Genesung

Die Grundfrage ist und bleibt: Wie soll ich, wenn die ganze Angelegenheit psychosomatischer Natur ist, jemals innerlich zur Ruhe kommen, wenn die unglaublichen Stromschläge und Druckgefühle selbst der größte Unruhefaktor sind, mich zermürben, und alle "beruhigenden" Maßnahmen letztlich zu den allerheftigsten Stromstoß-Anfällen führen und meinen Blutdruck unwillkürlich hochschnellen lassen?

- Praktizieren von Yoga seit Monaten - ohne Besserung der Symptomatik
- PME - Nach Anspannen der Muskeln keine Entspannung möglich
- Autogenes Training, Meditation, Entspannungsmusik usw. ---> Stromstöße
- Vorübegehend Schlucken aller möglichen Nahrungsergänzungsmittel, ohne Wirkung
- Behandlung möglicher HWS und bestehender CMD-Problematik beim Osteopathen, Physiotherapeuten und Atlantotec erfolglos, keine Besserung
- Medikamentöse Behandlung: Lässt mich maximal zwei, drei Stunden schlafen, ehe ich von den allerschlimmsten Stromstößen, die dann stundenlang ununterbrochen anhalten, geweckt werde.
- Kognitive Verhaltenstherapie anfangs, dann tiefenpsychologische Behandlung bisher ohne Fortschritte. Hatte auch nie Probleme sozialer / traumatischer Natur, nur seit jeher eine ungemeine Unruhe in mir, über die meine Eltern, insbesondere mein Vater ebenfalls verfügen., wobei letzterer ebenfalls ein Burnout entwickelte, jedoch mit Yoga wieder herauskam.
- Zweimal jeweils zweimonatiger Aufenthalt in einer psychosomatischen bzw. psychiatrischen Einrichtung - führte zu Verschlechterung des Zustandes, fühlte mich noch mehr gescheucht und zu Maßnahmen gezwungen.


Was würdet ihr an meiner Stelle tun? Besteht noch Hoffnung? Hat irgendwer Ähnliches durchgemacht und ist aus dieser Misere wieder herausgekommen? Ich schaffe es gerade noch so, meinen Haushalt irgendwie zu bewerkstelligen, der Gang zum Supermarkt ist bereits eine Qual und wird häufig von meinen Freunden oder meiner Familie übernommen. Austherapiert mit knapp 26? Soll es das schon gewesen sein?

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich??
kopf
Was sagt den der Zahnarzt zu der CMD ,eingentlich ist das eine kompakte erkrankung .
tinnitus,schlafstörungen,kopfschmerzen sind sehr häufig anzutreffen .
der osteopath kann nur ein teil eines behandlungsplanes sein , finde ich !
war dieses MRT der HWS ein Upright-MRT ?
LG kopf .

Geändert von kopf (17.09.14 um 17:05 Uhr)

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich??

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.124
Seit: 08.11.10
Hallo,

Könnte sein, dass du dasselbe beschreibst, was ich als Knall im Kopf kenne. Hier kannst du mal mit meinen Symptomen vergleichen:

http://www.symptome.ch/vbboard/erfol...l#.VBmmw9kayc0

Hattest du die Stromstösse schon vor der Einnahme von Antidepressiva?

Dass Ärzte nichts finden und das extra grosse Blutbild nichts zeigt, hat nichts zu bedeuten. Jeder kümmert sich nur um seine Fachrichtung, keiner sieht die Zusammenhänge und vieles wird einfach nicht getestet oder unvollständig, so meine Erfahrung.

Deine Symptome haben etwas mit einem hohen Histaminspiegel zu tun.

Dieses kann viele mögliche Ursachen haben und es wird wahrscheinlich mehrere Ursachen geben, die zusammenkommen.

Mal erste Standartmöglichkeiten.

Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Hast du alle 6 Schilddrüsenwerte da? Wurde Ultraschall gemacht?

Infektion wie Borreliose. Wurde Elisa und westerblott test gemacht?

Allergie auf Zahnmaterialien. Du hast keine Füllungen oder Implantate?

Fruktoseintoleranz wegen der Verdauungsstörungen. Wurde dein Vitamin D Spiegel bestimmt?

Ok, dass am Rande aber eine wichtige Frage noch:

War irgend etwas besonderes bevor die Symptome das erste mal auftraten? Reise, Impfung, Operation, Unfall, Umzug, neue Wohnung, neue Möbel, ...

Grüsse
derstreeck

Geändert von derstreeck (17.09.14 um 17:35 Uhr)

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich??

Rheingold ist offline
Beiträge: 252
Seit: 17.04.09
Hallo Magnus88;
hast du schon einmal nachgelesen:
Burnout-Syndrom - Orthomolekulare Medizin
Orthomolekulare Medizin beim Burn-out-Syndrom - Die Experten für orthomolekulare Labordiagnostik
Hast du schon einmal versucht. Tai Chi "wirkt beruhigend" wenn man es richtig lernt - mehr dazu im Internet.
MyTraining.de - Mein Online Fitness-Studio
Alles Gute
Rheingold

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich??

Stinson 90 ist offline
Beiträge: 250
Seit: 07.05.13
Hallo Magnus,

es könnten Schwermetalle und andere Gifte dahinterstecken.



Auch möglich: Infektionen (Borreliose, Chlamydien usw.), Zahnherde, HWS (lässt du ja schon behandeln)...

Es sind auch mehrere dieser aufgezählten Ursachen möglich! Keine Garantie auf Vollständigkeit!

Nicht aufgeben! Ich hoffe für dich, dass du wieder zu deiner Gesundheit findest!

Gruß,

Stinson
__________________
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt." -Mahatma Gandhi-

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich?

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.124
Seit: 08.11.10
Hallo Magnuss88,

Der Hinweis von Rheingold deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Eine Ernährungsumstellung und die Behebung von Mikronährstoffmängeln haben mir geholfen.

Mein Knall im Kopf ist weg. Da ich nicht nur Vitamin D nehme (wenn du meinen Thread gelesen hast) und durch die Ernährungsumstellung die Histaminaufnahme reduziert habe, kann ich nicht sagen, was nun genau geholfen hat.

Ich glaube, dass die Stromstösse im Kopf was mit Calcium, Vitamin D und Magnesium zu tun hat.

Meine Idee begründe ich auch damit: Von welchem Thema haben Ärzte keine Ahnung? Von Mikronährstoffmängeln und in welcher Kombination und Dosis man diese Einnehmen muss.

Hast du schon mal Magnesium genommen?

Hallo Stinson 90, Ja die Bücher von Dr. Mutter, genau wie die von Dr. Kuklinski, kann man nur jedem empfehlen.

Grüsse
derstreeck

Geändert von derstreeck (18.09.14 um 07:54 Uhr)

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich?

Stinson 90 ist offline
Beiträge: 250
Seit: 07.05.13
Der Hinweis von Rheingold deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Eine Ernährungsumstellung und die Behebung von Mikronährstoffmängeln haben mir geholfen.
Ja, eklatante Nährstoffmängel können auch dahinter stecken!

Lg,

Stinson
__________________
"Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt." -Mahatma Gandhi-

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich?

Tomas ist offline
Beiträge: 24
Seit: 09.07.08
@Magnus88

Hallo, ganz spontan fällt mir hier eine Selenvergiftung ein. Ich selber habe das Vollbild der Selenvergiftung noch nicht gehabt, habe aber mit Selen folgende Erfahrung gemacht: Stromstöße im Kopf zu jeder Tages- und Nachtzeit und auch vorzugsweise zu spüren bei Entspannung. Mein Gehör war ebenfalls überempfindlich (hörbare Stromstöße in beiden Ohren). Jedoch hatte ich auch Überempfindlichkeiten in der Fußsohle.

Bei mir war dies ernährungsbedingt (übermäßige Konsum von Paranüssen und Kokosnüssen über einen langen Zeitraum). Selenvergiftungen können auch durch selenhaltige Stäube etc. entstehen.

Nachdem ich den Zusammenhang erkannt und auf Paranüsse und Kokosnüsse
verzichtet habe, vergingen auch die Gefühls-und Hörstörungen und die Stromstöße verschwanden auch.

Gruß
Tomas

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich?

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.124
Seit: 08.11.10
Hallo Tomas,

Vergiftungen im allgemeinen führen zu solchen Symptomen. Das kann auch von Blei, Quecksilber oder Tonerstaub kommen.

Wegen dem Gemeinsamen Nenner Histaminfreisetzung, was z.B. auch bei Infektionen auftritt, ist das leider allein nach den Symptomen schwer zu unterscheiden.

Deshalb sind bei der Ursachensuche auch die Umstände entscheidend, wie in deinem Fall, dass du erkannt hast, zuviel Selen über die Nahrung aufzunehmen.

Grüsse
derstreeck

Stromstöße im Kopf - Genesung unmöglich?

Tomas ist offline
Beiträge: 24
Seit: 09.07.08
@
derstreeck

Klar, Selen ist nur eine Möglichkeit unter vielen.

Wird bei einer Vergiftung vermehrt Histamin freigesetzt ("Wegen dem Gemeinsamen Nenner Histaminfreisetzung")?

Was Magnus88 schreibt "Zweimal jeweils zweimonatiger Aufenthalt in einer psychosomatischen bzw. psychiatrischen Einrichtung - führte zu Verschlechterung des Zustandes" lässt mich vermuten, dass die Ursache mit sich herumgetragen wird (Medikamente oder Ursache entzieht sich der Entgiftung oder Nährstoffmangel).


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