Extreme Erschöpfung

27.05.13 15:27 #1
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Cosmea7777 ist offline
Beiträge: 39
Seit: 27.05.13
Hallo,

ich bin neu hier und habe mich die Tage hier mal durchs Forum durchgelesen.

Mir geht es sehr schlecht, daher stelle ich mal meine Krankengeschichte rein, vielleicht hat ja jemand eine Idee, was ich machen könnte.

Zur Vorgeschichte: ich hatte vor ca. 15 Jahren eine Borreliose, die erst nach einem Jahr erkannt wurde und die sich damals recht schlecht behandeln ließ. Ich hatte starke brennende Schmerzen, Kopf- und Gelenkschmerzen und Erschöpfung (aber nicht so massiv wie jetzt).
Ich habe damals viele Antibiotika bekommen.

Wenn ich zuviel Stress habe, flackert das immer mal wieder auf. Man weiß aber nicht genau, sind es die Borrelien direkt oder irgendwelche Entzündungsreaktionen, TNF-alpha war erhöht und irgendwelche Interleukine. War bei Kuklinski und spritze B12. Habe aber die letzten Jahre keine Antibiotika mehr genommen und diese Restborreliosesymptome mit viel Ruhe immer wieder eingermaßen in den Griff bekommen.

Eine Bekannte erzählte mir vor ein paar Monaten, dass sie mit Überwärmung in der Badewanne ihre „Rest-Borreliosesymptome“ in den Griff bekommen habe. Ich wollte es mal ausprobieren und ging mit Fieberthermometer im Mund in die Badewanne. Ich erhitzte das Wasser so, dass ich über ca. 1,5h eine Körpertemperatur von gut 39°C halten konnte.
Das war im Dezember letzten Jahres.

Nach diesem Bad ging es mir sehr schlecht. Ich bekam meine „typischen“ Borreliosesymptome, brennende Gelenke und eine unglaubliche Müdigkeit. Das blieb mehrere Tage so.

Ich hatte zu der Zeit auch eine etwas merkwürdige Ohrinfektion, beide eustachischen Röhren schwollen zu und dann entstand ein Erguss in einem Ohr. Das hielt sich sehr hartnäckig.
Es ging mir dann aber wieder besser. Weiß gar nicht, ob das irgendwie relevant ist, denn es ging mir "plötzlich" Anfang Februar total schlecht, nicht schleichend:

Anfang Februar stürzte ich eine Treppe runter und knallte mit dem Hinterkopf auf. Ich hatte eine Gehirnerschütterung. In der folgenden Nacht schlief ich elf Stunden.

Seit dem komme ich nicht mehr auf die Beine. Ich bin extrem erschöpft, schlafe jede Nacht ca. elf Stunden und kann mich tagsüber kaum auf den Beinen halten. Selbst der Gang ins Bad oder die Küche fallen mir schwer. Ich bin nicht arbeitsfähig und hätte ich nicht einen guten Freund, der mir einkauft und kocht, ich wüsste nicht, was ich machen sollte.

Erst hieß es, dass dieser viele Schlaf und die Erschöpfung von der Gehirnerschütterung kämen, es sei eine Schutzreaktion des Gehirns. Nach vier bis sechs Wochen hieß es, dass es daher nicht mehr kommen könne.

Eine Ärztin sagte: CFS, evt. Borreliose.
Es wurden verschiedene Tests auf Borreliose gemacht. Elisa, Westernblot und LTT. Man sieht im Westernblot die abgelaufene Infektion, ansonsten ist er negativ. Der LTT ist in allen Bereichen positiv, aber da streiten sich ja die Experten, wie aussagekräftig der LTT ist.
Ich habe seit Wochen auch keine für mich borreliosetypischen Symptome.

Es wurde ein erniedrigter Ferritinspiegel festgestellt (liegt bei 6), ich bekomme Eiseninfusionen.
Ich habe aber schon immer einen niedrigen Ferritinspiegel, lag schon mal bei 4, aber meistens so zwischen 10-15. Hatte das Gefühl, dass ich mit niedrigem Spiegel ganz gut klar komme. Die Überlegung war, ob irgendwann der Körper das nicht mehr mit macht.
Bisher spüre ich noch keine Verbesserung durch die Eiseninfusionen.

Ich fühle mich rund um die Uhr extrem erschöpft, finde keine Erholung. Habe neben der starken Erschöpfung Gliederschmerzen in den Beinen.
Manchmal kann ich draußen ein kleines Ründchen laufen, ich weiß nicht, ob es diesen Zusammenhang gibt, aber am Folgetag fühle ich mich meist noch schlechter.
Ich denke eigentlich die ganze Zeit, dass ich jeden Moment tot umfallen könnte, so erschöpft fühle ich mich. Seit ca. vier Monaten liege/sitze ich völlig erschöpft nur noch in meiner Wohnung rum, ständig das Gefühl, nicht mehr zu können.
Ich weiß nicht mehr weiter und weiß nicht, was ich tun kann.
Ich schaffe es nur sehr selten zum Arzt, da ich oft umdrehen und mich hinlegen muss.

Es kam für mich total plötzlich mit dem Sturz, ab da setzte diese bleierne Erschöpfung und dieses hohe Schlafbedürfnis ein. Aber laut Neurologe kann das nicht mehr von dem Sturz kommen, es wurde nochmal ein MRT und ein EEG gemacht, alles in Ordnung.
Das große Blutbild ist soweit auch in Ordnung, CRP nicht erhöht. Die Erythrozyten waren einmal leicht erniedrigt, aber nur ganz knapp.
Ich fühle mich jeden Tag wie schwer grippekrank und verzweifle immer mehr.

Wenn irgendwer eine Idee hat, wäre ich superdankbar!
Liebe Grüße
Cosmea


Extreme Erschöpfung

Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
Hallo Cosmea7777!

Auch wenn der Anlass weniger erfreulich ist: Herzlich willkommen hier im Forum!

Wenn ich ehrlich sein darf, ich denke, du hast wieder beziehungsweise noch immer mindestens ein Problem mit den Borrelien. Mögliche Gründe, warum diese bis anhin nicht vollständig besiegt worden sind, könnten sein:
  • In der Vergangenheit wurden Medikamente der falschen Art, in der falschen Dosierung und/oder über eine ungenügende Zeitperiode eingenommen. Womöglich wurden insbesondere die intrazellulären/zystischen Formen zu wenig angegangen.
  • Womöglich hast du weitere Co-Infektionen, welche bis anhin nicht gefunden und entsprechend behandelt wurden (obwohl diese u.U. behandlungsbedürftig wären). Beispiele von möglichen Co-Infektionen könnten sein: Ehrlichien, Babesien, Bartonellen, Rickettsien, Chlamydien (insbes. Pneum.) etc.
  • Evt. war die Behandlung bis anhin zu wenig „ganzheitlich“. Konkret meine ich damit: Allenfalls war/ist dein Immunsystem nach wie vor viel zu vielen Belastungen ausgesetzt, so dass dieses mit den Borrelien erst recht nicht mehr klar kommt. Solche „anderen Belastungen“, welche möglichst vermieden/eingeschränkt/beseitigt werden sollten, könnten z.B. sein: Schwermetallbelastungen, geopathische Belasstungen, Elektrosmog, Schimmelpilz, andere Umweltgifte sowie Stress/psychische Belastungen. Sicherlich gibt es noch viele weitere mögliche Punkte.
  • Der Bakterien-Biofilm könnte für die (Nicht-)Wirksamkeit von Antibiotika essenziell sein. Schau dir dazu z.B. mal den folgenden Thread an: http://www.symptome.ch/vbboard/borre...he-enzyme.html
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Ich habe damals viele Antibiotika bekommen.
Welche? Wie lange? In welcher Dosierung?
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Eine Ärztin sagte: CFS, evt. Borreliose..
Nur eine kleine Nebenbemerkung: Es gibt da einen möglichen Zusammenhang zw. CFS und Borreliose. CFS kann u.a. durch Borreliose ausgelöst werden (aber auch z.B. durch EBV, Chlamydien etc.)! Man kann folglich auch Flöhe und Läuse haben…
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Es wurden verschiedene Tests auf Borreliose gemacht… Der LTT ist in allen Bereichen positiv, aber da streiten sich ja die Experten, wie aussagekräftig der LTT ist.
Auch wenn auch der LTT nicht der „perfekte“ Test ist (diesen gibt es leider gar nicht…), ich persönlich würde dieses Resultat sehr ernst nehmen!
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Ich habe seit Wochen auch keine für mich borreliosetypischen Symptome.
Mh, was sind für dich „borreliosetypische Symptome“? Ist das nicht einer dieser Erreger mit den 1000 verschieden möglichen Gesichtern?? Auch wenn du „früher“ vielleicht eher andere Symptome hattest, aus meiner Sicht könnten diese Symptome schon sehr typisch für eine Borreliose sein!
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Es wurde ein erniedrigter Ferritinspiegel festgestellt..., ich bekomme Eiseninfusionen.
Tiefe Eisen-/Ferritin-Werte kommen bei Patienten mit chronischen Infektionen sehr häufig vor. Manche Erreger benötigen Eisen direkt für deren Stoffwechsel (ich glaub mind. Chlamydien, Rickettsien, gibt sicher auch noch andere!?). Andererseits ist gemäss meinem Verständnis Eisen zur Bildung/Stärkung des Biofilms für die Bakterien essenziell. Dies ist nur meine Meinung. Aber ich persönlich wäre äusserst vorsichtig mit Eiseninfusionen. Ich würde mir lediglich die minimalst wirklich notwendige Eisenmenge geben lassen. Weil sonst kann es sein, dass du allfällige Erreger entweder direkt fütterst und/oder deren Biofilm („Schutzschicht“) nährst. Beides ist nicht grad toll bzw. wünschenswert…
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Es kam für mich total plötzlich mit dem Sturz, ab da setzte diese bleierne Erschöpfung und dieses hohe Schlafbedürfnis ein.
Ich kann diesen Sturz bzw. die Gehirnerschütterung nicht ganz einordnen. Aber wenn ich dich richtig verstanden habe, ging es dir bereits vor dem Sturz nicht zu 100% gut!? Weiss zwar nicht, wie dies möglich ist. Aber vielleicht war der Sturz so was wie ein Auslöser für einen erneuten Borrelien-Schub!? Keine Ahnung…

Alles Gute und liebe Grüsse!

Extreme Erschöpfung

Cosmea7777 ist offline
Themenstarter Beiträge: 39
Seit: 27.05.13
Liebe Kaempferin,

ganz herzlichen Dank für Deine Einschätzung.

Ja, es ging mir schon vor dem Sturz nicht so gut, aber auch nicht schlecht.
Ich kenne das quasi seit der Borrelieninfektion in 1998, dass ich insgesamt reduziert belastbar bin, immer mal auch stärkere Symptome habe.
Ich habe damals sehr viele Antibiotika bekommen, war bei zwei sogenannten Borreliose-Spezialisten.
Doxy oral und iv, Rocephin, Roxythromycin und TMP, Azythromycin bekam ich damals. Meist habe ich das so ca. 6-8 Wochen eingenommen, dann drei Monate Pause, dann z.T. erneuter Bluttest und meist dann wieder eine Antibiotikabehandlung.
Das ging so über einige Jahre, bis ich dachte, das kann auch nicht das Wahre sein und merkte, dass die Beschwerden auch ohne Antibiose nach einer gewissen Zeit wieder weggingen.

Es wurden damals auch Ehrlichien nachgewiesen und behandelt.

Ich wurde die Beschwerden halt nie komplett los, manchmal waren sie auch mal für 1-2 Wochen stark, aber trotzdem kein Vergleich zu jetzt. Es war irgendwie erträglich und ging zumindest mit Ruhe immer wieder vorbei.
Ich beschäftigte mich damals mit der Frage, warum es bei manchen chronisch wird, man war damals der Meinung, dass im Immunsystem was falsch läuft. Ich war manchmal auf den Kongressen der Borreliosegesellschaft und nachdem dort jahrelang Langzeitantibiosen propagiert wurden, beschäftigte man sich später auch mit der Frage, warum das oft nicht greift und man teilweise nach jahrelanger Antibiose immer noch aus Gelenksflüssigkeit o.a. Erreger anzüchten kann. Mittlerweile bin ich nicht mehr auf dem aktuellen Stand, aber es wurden damals dann Werte wie TNF-alpha und Interleukine getestet, ebenso die Kuklinskischiene, nitrosativer Stress. Vieles war damals nicht im Lot, aber es ging mir eben nie soo schlecht. Kein Vergleich zu der Situation jetzt.

Mit den borreliosetypischen Symptomen meinte ich die Symptome, die ich mit Borreliose bei mir in Verbindung bringe. Für mich typisch waren die brennenden Schmerzen im Rücken, Schulter, Knie, teilweise starkes Kribbeln, Missempfindungen und auch Müdigkeit und Erschöpfung. Das waren so immer „meine“ Borreliosesymptome.

Aber wie Du schreibst, vielleicht ist es jetzt anders… und diese Symptome müssen nicht vorhanden sein.

Merkwürdig finde ich einfach, dass es mit dem Sturz plötzlich soo schlecht wurde, davor konnte ich Autofahren, meine Kurse machen, mich versorgen und schlief so meine 7-8 Stunden, auch wenn ich nicht total fit wie ein richtig gesunder Mensch war, aber ich konnte einigermaßen leben.

Jetzt habe ich ja ständig das Gefühl, dass ich gleich sterbe, so erschöpft bin ich. Überlege immer wieder, ob ich notfallmäßig in die Klinik gehe, aber mehr als die vielen Blutwerte, die schon gemacht wurden, machen sie wahrscheinlich auch nicht.

Ich hatte ein bisschen über Eisenmangel gelesen und da gab es auch Forenbeiträge von Leuten, die ähnlich niedrige Werte wie ich hatten und denen es wohl ähnlich wie mir ging. Sie haben z.T. geschrieben, dass sie nicht mehr alleine duschen konnten u.ä., sich kaum auf den Beinen halten konnten und erst mehrere Eiseninfusionen hätten geholfen.
Das machte mir Hoffnung, dass mein Zustand daher kommt. Mittlerweile habe ich Angst, dass dem nicht so ist. Und ja, ich sehe das auch kritisch.

Früher, als ich damals ziemlich im Borreliosethema drin war, sagte man sogar noch, dass Borrelien Eisen brauchen (wahrscheinlich, weil Bakterien Eisen brauchen), mittlerweile hat man wohl festgestellt, dass sie es für ihren Stoffwechsel nicht benötigen. Da Eisenmangel wohl auch starke Erschöpfungssymptome machen kann, dachte ich, gehe ich das an.

Es gibt ja Spezialisten, die lange hochdosiert Antibiotika geben, auch im Spätstadium, andere sagen, dass das nichts bringen würde, ich habe keine Ahnung, aber rein aus Verzweiflung überlege ich, ob ich eine Antibiotikatherapie machen sollte. Seit diesen vielen Antibiotika habe ich allerdings ziemliche Magen- und Darmprobleme, habe zwar dann Probiotika genommen, aber fit ist mein Darm nicht.

Danke für den Link zum Biofilm, das sagt mir nichts, ich schaue es mir morgen an.

Was mir auch aufgefallen ist, wenn ich mal ein kleines Ründchen laufe, geht es mir am nächsten Tag schlechter, ich habe dann noch stärkere Beinschmerzen.

Der Zusammenhang mit dem Sturz ist wirklich komisch, aber ab da ging es los mit der Vielschlaferei und der massiven Erschöpfung, ich habe noch nie in meinem Leben so lange geschlafen, maximal mal neun Stunden, jetzt ist es die Regel, dass ich nachts elf Stunden schlafe.
Das Schlimme ist nur, dass ich völlig gerädert aufwache und mich zwingen muss, aufzustehen. Ich lese dann am PC oder sitze/liege auf dem Sofa, völlig platt, so als ob mich jemand einen Berg hochjagt ohne Pause und ohne Ende. Jeden Abend denke ich, jetzt schläfst Du Dich aus, gibst Deinem Körper die Erholung und wache nun seit Monaten so auf, als ob ich gar nicht geschlafen hätte und dazu noch grippekrank bin.

Ich denke immer, dass man doch etwas „Handfestes“ im Blut finden müsste, bei so massiven Symptomen, ich fühle mich so wahnsinnig schwerkrank. :(

Liebe Grüße zurück!
Cosmea

Extreme Erschöpfung

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Cosmea,

abgesehen von den Folgen der Borreliose und möglichen Co-Infektionen, könnte der Sturz noch zusätzlich eine Mitochondriopathie ausgelöst oder verstärkt haben.

Der Zusammenhang mit dem Sturz ist wirklich komisch, aber ab da ging es los mit der Vielschlaferei und der massiven Erschöpfung, ich habe noch nie in meinem Leben so lange geschlafen, maximal mal neun Stunden, jetzt ist es die Regel, dass ich nachts elf Stunden schlafe.
Das Schlimme ist nur, dass ich völlig gerädert aufwache und mich zwingen muss, aufzustehen
Mitochondropathie

Du wirst mit den Angaben zur Mitochondriopathie weiter gehen können zu Begriffen wie "Nitrosativer Stress, oxidativer Stress, Kuklinski, Pall" usw. Es ist ein komplexes Thema, aber geraade im Zusammenhang mit einem STurz fällt es mir ein.
www.dr-muthorst.de/leistungen/mitochondrophatie.html

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

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tom1 ist offline
Beiträge: 208
Seit: 20.10.07
Hallo,
wie sind denn die genauen symptome zur zeit? Warum denkst du deine jetzigen Beschwerden hätten was mit der behandelten Borreliose vor 15 Jahren zu tun?Wenn die Borreliose noch aktiv wäre könnte man das anhand von immunglobulinen im Blut sehen, soviel ich weiss ist der ltt nicht aussagekräftig bei borrelliose.
Wann traten denn deine symptome genau auf, was ging dem voraus?
Welche erreger wurden denn noch getestet?
Wie stehts mit den entzündungswerten tnf alpha, crp, ana...
Wurde denn mal ebv untersucht? der kann sich nämlich reaktivieren....
bei was für ärzten bist du denn?
lg

Extreme Erschöpfung

Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
Hallo Cosmea7777!

Derzeit lese ich das Buch „Borreliose – und dennoch hab ich tausend Träume“ von Claudia Lietha. Ich kann dir dieses Buch wärmstens empfehlen. Es könnte dich evt. bei deiner Genesung unterstützen. Claudia war seit ihrer Kindheit jahrelang sehr schwer an Borreliose erkrankt. Erst nach vielen, vielen Jahren des Leidens hat sie endlich die für sie richtige Therapie gemacht und ist mittlerweile vollständig geheilt. Die konkrete von ihr durchgeführte Therapie ist im Buch abgedruckt. Neben diversen alternativmedizinischen Therapien und pflanzlichen Heilmitteln, wurden insbesondere die „chemischen“ Antibiotika sorgfältig ausgewählt und über eine lange Zeitdauer eingenommen. Dabei war es u.a. wichtig, stets auch etwas gegen die intrazellulären/zystischen Formen einzunehmen. Zudem denke ich, hatten bei ihr die Enzyme, welche sie gegen den Biofilm eingenommen hat, einen wesentlichen Einfluss...
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Ich wurde die Beschwerden halt nie komplett los, manchmal waren sie auch mal für 1-2 Wochen stark, aber trotzdem kein Vergleich zu jetzt.
Dies bedeutet für mich schon, dass du auch die Borrelien-Erreger nie ganz losgeworden bist. Ich meine, vollständig eliminieren kann man solche intrazellulären wohl eh nicht. Aber einfach soweit bekämpfen, bis dass Immunsystem selbst damit klar kommt und keine Beschwerden mehr bestehen.
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Ich beschäftigte mich damals mit der Frage, warum es bei manchen chronisch wird, man war damals der Meinung, dass im Immunsystem was falsch läuft.
Dieselbe Frage stelle ich mir auch immer wieder. Keine Ahnung. Ich glaube schon, dass dies mit dem Immunsystem zusammenhängt. Wenn dieses z.B. durch Schwermetalle, Elektrosmog, Umweltbelastungen, Stress, Vitamin-/Nährstoffmangel etc. geschwächt ist, so ist dieses womöglich nicht „bereit“ für einen Erregerangriff. Trotzdem stellt sich die Frage, warum manche lediglich einen akuten Infekt haben, andere aber einen schweren chronischen Infekt. Nach meinem heutigen Wissensstand denke ich, hat dies u.a. insbesondere etwas mit diesem Biofilm zu tun. Ich glaube, vor allem dadurch wird eine Infektion erst chronisch und sehr schwierig zu bekämpfen. Ist aber nur meine Einschätzung.
Zitat von Cosmea7777 Beitrag anzeigen
Ich war manchmal auf den Kongressen der Borreliosegesellschaft und nachdem dort jahrelang Langzeitantibiosen propagiert wurden, beschäftigte man sich später auch mit der Frage, warum das oft nicht greift und man teilweise nach jahrelanger Antibiose immer noch aus Gelenksflüssigkeit o.a. Erreger anzüchten kann.
Auch dies ist lediglich meine Einschätzung. Aber dies könnte mit den vier Punkten, welche ich im ersten Post erwähnt habe, zusammen hängen. Insbesondere sollten wohl Medikamente verwendet werden, die auch stark intrazellulär wirken. Andererseits glaube ich immer mehr, dass dieser Biofilm eine Sonderbehandlung nötig hat...

Ganz liebe Grüsse!

Extreme Erschöpfung

Cosmea7777 ist offline
Themenstarter Beiträge: 39
Seit: 27.05.13
Hallo,

danke Euch für Eure Beiträge!

@Oregano: Kuklinski fragt ja immer nach Stürzen. Ehrlich gesagt dachte ich nicht, dass man dadurch in einen soo schlimmen Zustand kommen kann. Und ich dachte, dann wäre das unter den Ärzten bekannter. Ich lese mir mal Deine Links durch. Hatte mir allerdings auch mal Vit-B12 gespritzt und ein paar andere NEM genommen. Könnte ja die Tage nochmal B12 spritzen. Alpha-Liponsäure, L-Carnitin, Q10, VitC, Zink habe ich auch noch hier.

@Tom: das einschränkendste Symptom ist die massive Erschöpfung, dieses totale Gerädertsein. Ich fühle mich kurzatmig, habe starke Gliederschmerzen in den Beinen, schleppe mich nur noch durch die Gegend. Selbst ins Bad oder in die Küche zu gehen, ist mir oft schon zu anstrengend, fühlte mich völlig platt. Ich schlafe ca. vier Stunden mehr als sonst (ca. 11 Stunden) und muss mich aus dem Bett quälen. Ich kann mich schlecht auf den Beinen halten, habe ständig das Gefühl, umzuklappen, fühle mich teilweise fiebrig, habe aber kein Fieber. Es fühlt sich in etwa so an, als ob man einen Berg hochrennt, eigentlich nicht mehr kann, am liebsten stehen bleiben würde, aber noch weiter muss, mit letzter Kraft sich irgendwie hochschleppt. Irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man stehen bleiben muss oder nur sehr langsam weitergehen kann, aber dieses Gefühl, wenn man einen Berg hochrennt und am „Ich-kann-nicht-mehr“-Punkt angelangt ist, so fühle ich mich ständig. Auch wenn ich liege, fühle ich mich stark erschöpft und angestrengt. Ich musste teilweise auf dem Weg zum Arzt umdrehen, weil ich mich hinlegen musste und das obwohl ich mich schon fahren lasse. Oder vergleichbar mit einem starken Grippegefühl. Hätte gesagt, das ist irgendein Infekt, aber welcher Infekt schlaucht so massiv, ist ohne Fieber und bleibt so lange bestehen. Und das komische: tritt spontan nach einem Sturz auf. Und das Blutbild ist soweit unauffällig.

Ich denke nicht, dass meine jetzigen Beschwerden etwas mit der Borreliose von früher zu tun haben müssen, habe es aber der Vollständigkeithalber mit reingeschrieben, da meine Ärztin da einen Zusammenhang vermutete und die Tests Westernblot, Elisa und LTT machte und nachdem der LTT positiv war, sagte, ich solle mir überlegen, ob ich Antibiotika nehmen möchte, da wäre wohl wieder etwas aktiv (die Werte machte sie allerdings, als es mir nach dem Erwärmungsbad so schlecht ging, das war noch vor dem Sturz, ich entschied mich da erst mal gegen Antibiotika).

Ich bin mir unsicher, wenn es einem so schlecht geht, fragt man sich natürlich, was es sein könnte und was man machen könnte. Und bei der Borreliose gehen die Meinungen ja sehr weit auseinander.

Mir ging es im Dezember nach diesem Überwärmungsbad schlecht, das hielt auch ein paar Tage an, da war ich auch sehr erschöpft (aber nicht so wie jetzt) und hatte brennende Knie- und Schulterschmerzen. Aber das war einfach ganz anders als jetzt.
Zu der Zeit hatte ich auch noch diese Ohrinfektion, bei der der HNO etwas ratlos war. Beide Eustachischen Röhren waren über einige Wochen zugeschwollen und in einem Ohr bildete sich nach einiger Zeit ein Erguss.
Es ging mir dann eigentlich wieder ganz gut und dann passierte der Sturz auf den Hinterkopf. Ab da setzte diese bleierne Erschöpfung ein und dass ich so viel schlafe. Das ist seit Februar so. Also für mich ist der Beginn eindeutig direkt nach dem Sturz, nur ich kann mir nicht erklären, warum das so ist, denn laut Neurologe ist kopfmäßig alles in Ordnung (MRT und EEG).
Mir ist teilweise etwas schwindlig. Wochenlang hatte ich gar keinen Appetit, jetzt auch weniger als sonst (denke durch die massive Erschöpfung).

Ich schreibe mal die gemachten Werte und die Interpretationen vom Laborzettel ab:

Cytomegalie negativ

EBV:
Heteroph. AK (Paul-Bunnell): negativ
EBV-EBNA-IgG negativ
EBV-VCA-p18-IgG positiv
EBV-VCA-p23-IgG positiv
EBV-EA-p54/138 (Early AG) grenzwertig
Spätmarker p18 nachweisbar. Zurückliegende Infektion ist anzunehmen. Bei dem Nachweis von Antikörpern gegen Early-Antigen kann eine kürzlich durchgemachte oder polyklonale Antikörperstimulation bei anderer Infektion nicht ausgeschlossen werden. Eine frische Infektion ist unwahrscheinlich.

CRP: 0,01
ANA: 1:160

TNF-alpha wurde nicht gemacht.

Borrelienwerte habe ich von Anfang Januar und von Anfang Mai, leider zwei unterschiedliche Labore

Januar:
Borrelien-IgG <5 Referenz <10
Borrelien-IgM 25 Referenz <18
Borrelien-Immunoblot negativ

LTT-Borrelien
Borr.sensu stricto 8,4
Borr. Afzelii 12,5
Borr. Garinii 14,2
Borr OspC 7,9
Ein Wert <2 gilt als sicher negativ.

Mai:
Borrelien IgG 45,3 Referenz bis 24
Borrelien IgM negativ
Immunoblot negativ

Vit D: 42nmol/l Referenz: 100-150
Pantothensäure (B5) 29,43 Referenz >30
Erythrozyten 4,09 Referenz 4,1-5,1
Magnesium im Vollblut 29,4 mg/l Referenz 29,5-37,1
Magnesium (Hämatokrit-korreliert) -8%
Ferritin 6,3µg/l Referenz 15-300 Eisenspeicher entleert
TSH basal 0,85mU/l Referenz 0,35-3,5
Cortisol basal 5,5µg/dl Referenz 3,1-16,7

Das sind die Werte, die gemacht wurden. Es wurde noch eine Elektrophorese gemacht, die in Ordnung war. Das große Blutbild war auch in Ordnung.

Ich bin bei einer Internistin und bei einer Kardiologin. Die Kardiologin gibt mir die Eiseninfusionen. Die Internistin hatte mir Eisentabletten verschrieben und Antibiotika und Vit-C-Infusionen angeboten.

Die Kardiologin meint, mit diesem Eisenwert könne es mir nur schlecht gehen. Ich bin ein wenig skeptisch, da ich seit meinem sechsten Lebensjahr Vegetarierin bin und es schon in Jugendjahren immer hieß, ich hätte einen Eisenmangel. Ich hatte 2009 einen Ferritinwert von kleiner 5 und 1999 einen Ferritinwert von kleiner 4. Beide Male ging es mir auch nicht gut, aber auch nicht so schlecht wie jetzt. Ansonsten hatte ich meist Ferritinwerte zwischen 10-15, wenn es denn mal bestimmt wurde.

Direkt nach dem Sturz schlief ich auch tagsüber und fühlte mich sehr benommen. Ich hatte starke Kopfschmerzen und ständig das Gefühl, ich klappe weg. Ich hatte da auch mal den ärztlichen Notdienst angerufen, der sagte, dass das noch von der Gehirnerschütterung kommen würde.

@Kaempferin
Danke für Deinen Buchlink! Suche gleich mal in google danach. Ja, es hieß immer, dass ich eine chronische Borreliose habe, aber ich hatte nie so eine Phase wie jetzt und wenn ich Beschwerden hatte, dann immer mit Gelenkbeteiligung und brennenden Schmerzen. Und ich habe es die letzten Jahre immer wieder mit viel Ruhe und ohne Antibiotika in den Griff bekommen (wenn es denn die Borreliose war, die mir diese brennenden Schmerzen verursacht hat).

Aber vielleicht ist es jetzt einfach anders. Ich frage mich nur, warum es nicht besser wird, denn Ruhe habe ich meinem Körper ja nun viel gegeben, sehr viel Schlaf (normalerweise wurde ich nachts meist 1-2x wach, um auf die Toilette zu gehen, jetzt schlafe ich oft 10 Stunden durch), er müsste doch in der Lage sein, wenn da etwas borrelienmäßiges wäre, dies in den Griff zu bekommen.

Die Kardiologin sagt Borreliose nein, Eisenmangel ja (aber den habe ich schon mein Leben lang, kann der mir wirklich jetzt solche massiven Beschwerden machen?!). Warum es mir seit dem Sturz so geht, da rätseln beide.

Die Tage vor dem Sturz war noch alles gut, dann der Sturz und zack, ging es mir massiv schlecht.
Die Internistin meinte, das ist wahrscheinlich auch noch CFS, es wäre alles irgendwann zu viel für den Körper. Hm, aber CFS finde ich so wenig greifbar, was da bei dem einzelnen Patienten nicht in Ordnung ist. Und man braucht ja auch einen sinnvollen Therapie-Ansatzpunkt.

Ich hatte schon die Vermutung, dass ich mit Ferritinwerten um die 10 ganz gut klarkommen kann, aber da ich mich nach dem Sturz sehr schlecht ernährt habe, ist er vielleicht in einen Bereich abgefallen, mit dem ich nicht mehr klarkommen kann. Andererseits habe ich jetzt drei Infusionen hinter mir und versuche mich sehr eisenhaltig zu ernähren und es geht mir noch nicht besser.

Deshalb weiß ich gerade gar nicht, wo und wie ich weitermachen soll, zumal ich es ja teilweise gar nicht mehr zum Arzt schaffe. Das macht mir große Angst. Habe ehrlich gesagt ziemliche Angst zu sterben.

Meine Internistin hat mir neben den Vitamin C Infusionen Tinidazol empfohlen, ich weiß nicht, ob das intrazellulär wirkt. Es wurde in Deutschland vom Markt genommen, ist aber wohl in Italien bestellbar.

Aber wenn ich mich an Kuklinski halten würde, da wäre ein Antibiotikum wiederum schlecht, verstärkt die Mitochondriopathie. Ich weiß auch nicht :( Ich wäre so froh, wenn ich wüsste, was ich habe, um das dann gezielt angehen zu können, so tappe ich im Moment ziemlich im Dunklen und habe das Gefühl, ich kann kaum noch, deshalb habe ich mich hier ja auch angemeldet.

Was noch merkwürdig ist, vier Tage nach der ersten Eiseninfusion hatte ich einen (!) besseren Tag, ich konnte ein bisschen was auf meinem Balkon machen und habe sogar mit dem Rad eine kleine Runde von ca. 30min gedreht. Da war ich total happy, weil ich dachte: tatsächlich, es wird der Eisenmangel sein, es geht aufwärts! Einen Tag später wieder alles beim Alten. Und nach der letzten Eiseninfusion spürte ich leider keine Besserung.

Liebe Grüße und nochmal danke, dass ihr euch so Gedanken um meine Situation macht und mir schreibt! Bin zur Zeit so am Verzweifeln und dankbar für jede Anregung und Meinung bin.

Cosmea

Extreme Erschöpfung

ody ist offline
Männlich ody
Beiträge: 61
Seit: 09.07.12
Das einzige was mir dazu einfällt mit den Ohren ist eine beidseitige Mastoiditis
Mastoiditis | aponet.de die der HNO nicht erkant hat

Extreme Erschöpfung

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Cosmea,

ich würde den Eisenmangel zuerst angehen. Ich selbst habe Eisenmangel und weiß, dass man extrem müde und erschöpft ist, solange dieser besteht. Es dauert mitunter sehr lange bis er ausgeglichen ist.

Hast Du denn evtl. starke Regelblutungen?
Wenn ja, lasse mal Deine Gerinnung sehr gründlich untersuchen. Ich habe das sog. v. Willebrand-Syndrom Stufe I. Das ist die häufigste Gerinnungsstörung. Wenn man die hat, blutet man sehr leicht und viel.
Ein kleiner Tipp: Bei mir hat die Einnahme einer Calciumkautablette tgl. die erst ganz erniedrigten Werte in 12 Tagen deutlich verbessert.

Zurück zum Eisenmangel:
Er ist bei Dir sehr stark. Mit einem Ferritin von nur 6 käme ich nicht mehr aus dem Bett.
Auch Deine roten Blutkörperchen sind erniedrigt und vermutlich dann auch das Hämoglobin.
Ich denke, dass der Eisenmangel schon reicht, um die extreme Erschöpfung zu erklären.

Da Du nicht immer eine Besserung nach den Eiseninfusionen hast, sollte man auch prüfen, wie das Ferritin zwischenzeitlich ist.
Wenn man zuviel Eisen bekäme (bei Infusionen evtl. eher denkbar), kann das auf die Leber gehen und wenn die Leber gestört ist, wird man auch müde.
Ich würde daher auch die Leberwerte mal kontrollieren lassen.


Du hast auch ein wenig zu wenig Magnesium, Pantothensäure und Vitamin D. All dieses solltest Du dann auch zuführen.

War denn das Magnesium im Vollblut mitgemacht worden und war das in Ordnung?

Magnesiummangel und Kaliummangel treten oft gemeinsam auf. Kaliummangel macht nämlich auch müde, ebenso kann Magnesiummangel müde machen.

Kalium ist in Obst und Obstsäften enthalten

Wurde auch mal Vitamin B12 und Folsäure überprüft? Beides ist auch wichtig für die Blutbildung und wenn es fehlt, wird man auch müde bzw. erschöpft.


LG
Margie


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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Extreme Erschöpfung

tom1 ist offline
Beiträge: 208
Seit: 20.10.07
Hallo Cosmea,
ja das klingt nicht so gut. Ich selber leide jha auch seit einigen Jahren an einer ähnlichen Sache. Wenn du magst lies dir mal meine Geschichte durch, du erkennst sicher einige Parallelen.
Ichsa h vor einigen Wochen einen Bericht über Borelliose und ltt tests, da wurde der als nicht aussagekräftig bewertet. Ich selber habe einen ebv infekt, der sich immer wieder reaktiviert. Aber ob das all meine symptome erklärtt weiss ich nicht.
Ich weiss sehr gut wie es dir geht. In der Fachklinik Neukirch. beekam ich auch hochdosis vitamin c infusionen , 8 mg. Das war wirklich hilfreich, probiere das unbedingt mal. lg


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