Von der Seele reden

14.10.10 14:21 #1
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Tomoko ist offline
Beiträge: 8
Seit: 11.10.10
mir gehts es heut überhaupt nicht gut und ich finde die Ursache nicht.Meine körperlichen Symptome machen mich noch verrückt und dann ständig diese Heulkrämpfe. Es macht mich fertig ich habe eine liebe Tochter und einen Freund der sich oft um mich kümmert. Aber alles muß ich hinterfragen und ich vertraue ihm nicht obwohl er mir keinen Grund dafür gegeben hat. Oft verstehe ich mich selber nicht und immer diese wirren Gedanken wenn alles in mir hochkommt. Ich gehe ab 3.11. in eine psychosomatische Klinik und mache eine EMDR Therapie. Immer in der Hoffnung alles wird besser. Diese nacht hatte ich wieder einen schlimmen Alptraum und komme damit nicht klar.
10 Jahre habe ich mich um meine Krebskranke Mutter gekümmert sie verstarb.Danach ging mir zwar schlecht aber ich habe mich nach einer Zeit gefangen. Nach einem jahr fing alles an irgentwann fand ich mich nicht mehr immer mehr körperliche Symptome und Angst.

lg Tomoko

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.013
Seit: 10.09.08
Hallo Tomoko!

Wenn du deinem Freund nicht vertraust, frage ich mich, ob dir vielleicht ein früherer Freund Grund gegeben hat, nun den Männern zu misstrauen. Oder, was auch möglich ist, du spürst bezüglich deines Freundes etwas im Unterbewussten. Ich habe jedenfalls gelernt, meiner inneren Stimme zu vertrauen. Jedes Mal, wenn ich sie verleugnet habe, musste ich hinterher feststellen, dass sie DOCH Recht hatte.

Die dritte Möglichkeit: Hast du seit dem Tod deiner Mutter zu starke Verlustängste?

Warum schreibst du uns nicht etwas mehr von dir?

Liebe Grüße
Sonora

Von der Seele reden

Tomoko ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 11.10.10
Hallo Sonora,

ich weiß selber nicht warum ich meinem Freund nicht vertraue.
Ich war 16 Jahre verheiratet und bin gegangen ich konnte nicht mehr war nervlich und körperlich am ende. Danach hatte ich aber auch keine ruhe er ließ nichts aus um mich weiter zu verletzen. Meine Tochter wollte bei mir bleiben aber mein Sohn nicht und ich verstand die Welt nicht mehr. Er wollte nicht mal mehr mit mir reden immer wieder habe versucht mit ihm zu sprechen er blockte. Ich vermisse ihn sehr. Mir half es auch nicht das freunde sagten früher oder später wär er sowieso außer haus gegangen. Wohl war aber wir hätten Kontakt gehabt. 2006 war ein schlimmes Jahr für mich Scheidung, meine Mutter starb mein Vater bekam zur gleichen zeit eine neue Herzklappe, mein Sohn sagte ich will nichts mehr mit dir zu tun haben du hast die Familie kaputt gemacht, ich verlohr meinen Job mir war alles zu viel. Irgentwann bekam ich körperliche Symptome ging zum Arzt der sagte es sei alles psychisch. Machte EKG und Blutbild alles in Ordnung. Nur die Symptome wurden mehr. Ich suchte mir hilfe bei einer Psychotherapoltin aber nichts wurde besser ich habe das Gefühl alles verschlimmert sich. Jetzt gehe ich in eine Klinik ab 3.11. und hoffe auf besserung.
lg Tomoko

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.013
Seit: 10.09.08
Hallo Tomoko!

Das ist natürlich auch eine ganze Menge, was du da wegstecken musstest! Da ginge es sicher jedem schlecht! Wenn so viel auf einmal passierte, hattest du ja gar keine Chance, eins nach dem anderen zu verarbeiten, sodass es jetzt als ganz großer Knoten in dir arbeiten muss.

Wenn dein Sohn im Moment auch nichts von dir wissen will, bedeutet das nicht, dass er nicht irgendwann wiederkommt. Daran solltest du immer denken. Das kommt häufiger vor, als du denkst.

Beschäftigst du dich noch sehr mit dem Tod deiner Mutter? Oder hast du das Gefühl, damit jetzt einigermaßen fertig zu sein?

Geht es deinem Vater wieder gut? Und was war das damals für dich eine Erfahrung, als er ins Krankenhaus musste? Was ging in dir vor? Kannst du dich noch daran erinnern?

Kennst du deinen Freund schon lange? Und seid ihr sehr eng zusammen? Ich wundere mich, dass du schreibst, er kümmert sich oft um dich. Heißt das, dass er tut, was er kann, oder lässt er dich zu oft allein?

Vielleicht gibt es noch ganz viel, was du erzählen solltest, damit es aus dir verschwinden kann.

Was hältst du denn davon, wenn du diese „wirren Gedanken” einfach für uns aufschreibst? Vielleicht können wir an der einen oder anderen Stelle nachhaken, sodass Vieles irgendwann gar nicht mehr so „wirr” ist, sondern in Strukturen kommt, die du greifen kannst. Versuch es doch einfach mal!

Viele liebe Grüße
Sonora

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.685
Seit: 10.01.04
mein Sohn sagte ich will nichts mehr mit dir zu tun haben du hast die Familie kaputt gemacht,
Hallo Tomoko,

hat Dein Sohn begründet, wie er zu dieser Aussage kommt? -

Gruss,
Oregano

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Tomoko ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 11.10.10
Hallo Oregano,

bis heute weiß ich nicht wie meine Sohn dazu kommt. Es tat einfach nur weh, ich habe nicht ihn verlassen sondern seinen Vater. Aber es ist schiefgegengen oft habe ich den Kontakt zu ihm gesucht aber er blockt und will nichts von mir wissen. Das war mal anderst die erste Zeit traffen wir uns heimlich am Sportplatz ich schenkte ihm ein Handy damit er mich anrufen konnte und ich ihn. Aber dann bekam mein Ex das mit und nahm es ihm weg. Ich fuhr zu unserem Haus und wollte meinen Sohn sehn aber nix ich wurde gleich an der Tür abgefangen und gefragt was ich wolle. Ich sagte ich möchte meinen Sohn sehn aber er lachte nur und brachte die gleiche Antwort ich habe alles kaputtgemacht und hätte jegliches anrecht auf ein sehen verwirkt. Als wir beim Jugendamt waren und klären wollte wie wir es regeln wollen schaute mein Sohn mich nicht mehr an er sagte nichts ich kam mir vor wie eine fremde.
Er sagte nur zur Jugendamtberaterin ich möchte nichts mehr mit mir zu tun haben ich war fassungslos mir fehlten die Worte aber ich war ruhig heute sehe ich ein ich hätte etwas sagen sollen ich konnte nicht. Ich ging einfach setzte mich ins Auto und heulte wie lange weiß ich nicht mehr. Ich verstand die Welt nicht mehr wir hatten immer ein super Verhältniss und jetzt das.

Tomoko

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Tomoko ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 11.10.10
Hallo Sonora,

manche Tage kann ich mich an nichts erinnern und dann kommt alles mit einmal. Ich kann nicht mehr auf den Friedhof gehn um meine Mutter zu besuchen und ich weiß nicht warum es ist als halte mich was fest.
Mein Freund er tut bestimmt was er kann aber ich fühle mich oft allein es ist wie eine leere in mir, so ist es auch bei meiner Tochter und ich schäme mich dafür als könne ich keine liebe mehr zeigen als ob alles weg ist. Eine Hülle die nur noch funktoniert. Ich weiß nicht mehr wo ich anfangen soll als hätte mich ein risieger Stein überrollt. Meine Eltern lagen zur gleichen Zeit im KH meine Mutter so das ich sie mit nach Hause nehmen kann zum sterben meinem Vater naja ihm gings eigentlich gut, nach der OP und nach der Kur. Wir haben uns abgewechselt mit der Pflege meiner Mutter ich Tags er Nachts über, daß wurde ihm dann zuviel und ich schlief oft nachts bei meinen Eltern. Jeden Abend kam die Schwester wegen dem Port und die Nahrung mußte angeschlossen werden. Dann kam der tag auf den man vorbereitet sein sollte aber ich kann das nicht vergessen wie sie dalag und wie ich neben ihr saß ich streichelte ihre Hände und sang. Sie schlief einfach ein und wir haben uns nicht verabschiedet. Ich war voll durch den Wind und weckte meinen Vater er sagte du wußtest das das passiert ich fand ihn so kalt. Nun heul doch nicht sagte er sie ist erlöst. Ich hatte Angst wärend ich bei ihr saß ich hätte mir gewünscht mein Vater hätte da gesessen. Das leben ging weiter ja aber ich glaube ohne mich irgentwie war alles anderst ich habe noch so viele Fragen gehabt an sie.

lg Tomoko

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.013
Seit: 10.09.08
Hallo Tomoko!

Was du da beschreibst, ist aber auch wirklich eine schlimme Sache!

manche Tage kann ich mich an nichts erinnern und dann kommt alles mit einmal. Ich kann nicht mehr auf den Friedhof gehn um meine Mutter zu besuchen und ich weiß nicht warum es ist als halte mich was fest.
Mein Freund er tut bestimmt was er kann aber ich fühle mich oft allein es ist wie eine leere in mir, so ist es auch bei meiner Tochter und ich schäme mich dafür als könne ich keine liebe mehr zeigen als ob alles weg ist. Eine Hülle die nur noch funktoniert. Ich weiß nicht mehr wo ich anfangen soll als hätte mich ein risieger Stein überrollt.
Scheinbar hattest du noch keine Gelegenheit, alles zu verarbeiten. Es war zu viel, was auf dich eingeprasselt ist. Mir kommt es so vor, als wärst du innen ganz wund. In solchen Zeiten schaltet die Seele auf Sparflamme, um sich zu schützen. Es ist nur noch das nötigste Funktionieren angesagt, mehr geht nicht.

Kannst du eigentlich weinen oder stecken die Tränen irgendwo fest?

Meine Eltern lagen zur gleichen Zeit im KH meine Mutter so das ich sie mit nach Hause nehmen kann zum sterben meinem Vater naja ihm gings eigentlich gut, nach der OP und nach der Kur. Wir haben uns abgewechselt mit der Pflege meiner Mutter ich Tags er Nachts über, daß wurde ihm dann zuviel und ich schlief oft nachts bei meinen Eltern.
Was du da geleistet hast, ist dir aber schon klar, oder? Es ist unglaublich, was du da woppen musstest! Und dazu noch der Scheidungskummer!

Dann kam der tag auf den man vorbereitet sein sollte aber ich kann das nicht vergessen wie sie dalag und wie ich neben ihr saß ich streichelte ihre Hände und sang. Sie schlief einfach ein und wir haben uns nicht verabschiedet.
Ich glaube nicht, dass man auf den Tag wirklich vorbereitet sein kann. Bei meinem Vater waren wir auch "vorbereitet". Meine Mutter, die schon einiges in ihrem Leben wegstecken musste und die schon einige Todesfälle verkraften musste, sagte mir dann, dass es ein Unterschied ist, ob ein Tod plötzlich kommt oder so langfristig. Kommt er plötzlich, dann fallen die Angehörigen aus allen Wolken und stehen völlig unter Schock. Dieser Schock zieht einem den Boden unter den Füße weg und sie brauchen alle Kraft, die in ihnen steckt. Ist es aber so, dass sich ein Sterben so lange hinzieht und die Angehörigen alle Kraft aufwenden, um den Kranken zu pflegen, dann ist in dem Moment, wenn der Tod eintritt, schon alle Kraft verbraucht. Man hat im wahrsten Sinne des Wortes keine Kraft, um mit dem, was dann noch auf einen zukommt, fertig zu werden. Man ist einfach zu kaputt, zu zerstört durch die viele Kraft, die man über einen langen Zeitraum immer wieder mobilisieren musste, obwohl man im Grunde schon lange keine Kraft mehr hatte und selber auf dem Zahnfleisch ging. Dazu das lange Mitleiden, das die seelischen Kräfte aufgezehrt hat – das alles muss man zusammenrechnen. Ich denke, auch du warst an dem Punkt. Du warst fix und fertig.

Ich war voll durch den Wind und weckte meinen Vater er sagte du wußtest das das passiert ich fand ihn so kalt. Nun heul doch nicht sagte er sie ist erlöst.
Glaubst du, er ist ganz einfach so, oder meinst du, er hat sich hinter solchen Worten versteckt, weil er den Schmerz nicht aushalten konnte?

Ich hatte Angst wärend ich bei ihr saß ich hätte mir gewünscht mein Vater hätte da gesessen.
Kannst du dich noch erinnern, aus welchen Gründen du Angst hattest? War es die Angst vor dem Tod? Fühltest du dich alleingelassen? Hattest du Angst, von jetzt an ohne deine Mutter leben zu müssen?

Das leben ging weiter ja aber ich glaube ohne mich irgendwie war alles anders ich habe noch so viele Fragen gehabt an sie.
Ich glaube, du hast Recht! Es ist wirklich alles anders. Unsere Eltern sind unsere Wurzeln. Und eine deiner Wurzeln wurde gekappt. Von dem Tag an war dein Leben nie wieder so, wie es einmal war.

Ich glaube, ein Jahr lang habe ich um meinen Vater geweint. Ich meine nicht, dass ich manchmal ein paar Tränen vergossen habe. Ich habe richtig getrauert, es zerriss mich förmlich. Nach einem Jahr wurde es langsam besser und heute ist es so, dass wir ihn wieder scherzhaft in Gespräche einbinden können. Auf irgendeine Weise ist er immer noch in unser Leben integriert. Immer wieder mal kommt ein "weißt du noch?" oder "das hätte Vati auch gut geschmeckt" und der Gedanke an ihn ist jetzt wieder etwas Gutes.

Aber denk mal, dazu hattest du scheinbar gar keine Gelegenheit. Dein Vater hat dich emotional damit allein gelassen, du hast auch in deiner persönlichen Beziehung vor Trümmern gestanden, anstatt dort aufgefangen zu werden. Dann hat sich auch noch dein Sohn von dir losgesagt – wie wolltest du das alles verarbeiten?

Es ist gut, dass du jetzt einen Termin hast, damit du ganz in Ruhe über alles sprechen kannst und Zeit bekommst, endlich wieder mit dir ins Reine zu kommen. Wenn ich mir vorstelle, dass du vorher 10 Jahre für deine Mutter gesorgt hast, dann vermute ich, dass von dir nicht mehr viel übrig geblieben ist. Sorgen, Hetze, Mitleid, Überforderung, Weitermachen... Wusstest du am Ende überhaupt noch, wer du warst?

Vielleicht tut es dir ja gut, wenn du uns alles, was du magst, erzählst! Dann hast du evtl. schon einige Grundgedanken sortiert, mit denen du während der Therapie arbeiten kannst. Und die Zeit bis dahin wird irgendwie überbrückt.

Versuch es doch einfach!

Liebe Grüße
Sonora


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