Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern, damit es mir besser geht

24.10.09 20:15 #1
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Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Guten Morgen inchiostra,

direkt beim ersten lesen ist mir etwas aufgefallen, was ich super finde. Und zwar sagst Du den Leuten, dass Du gewisse Themen nicht hören möchtest. Du hast ein Recht darauf zu sagen, was Du möchtest und was Dir nicht bekommt. Ehrlich gesagt ich persönlich bin auch ein Mensch, der bei gewissen Themen auch schon aus dem Zimmer gegangen ist. Mein Schwiegervater hat das besonders gut drauf Themen auf den Tisch zu bringen, die andere (also nicht nur mich) auf die Palme bringen. Ich habe einmal gesagt, dass mich das alles nicht interessiert und er mir nicht damit auf die Nerven gehen soll, aber es juckt ihn nicht.

Gerade ständige negative Themen kann ich schlechter filtern. Also mittlerweile komme ich gut damit klar, aber das hat gedauert. Das mit dem Dazwischenreden kenne ich auch. Das ist eine Art, die ich gar nicht mag und doch trifft man das sehr häufig an. Ich kenne ein Ehepaar, welches immer, aber wirklich immer, doppelt quasselt und man nie weiß wem man zuhören soll. Mittlerweile muss ich mir immer das Lachen verkneifen und denke mir nur:"In fünf Minuten ist alles vorbei." Gerade die heutige Zeit ist unwahrscheinlich hektisch und laut und da fällt es Menschen die sehr feinfühlig sind sehr schwer mit klarzukommen. Aber Du entwickelst ein Gefühl dafür, was Du möchtest, das merkt man an Deinem heutige posting

Mir ist das mit dem Durcheinanderreden viel häufiger bei Männern als bei Frauen aufgefallen. Frauen halten meist inne, wenn sie merken man beginnt zu zweit zu reden. Bei vielen Männern hat man das Gefühl, dass sie versuchen ein Wettrennen zu veranstalten, wer als erster sein Text runtergerattert hat

Vielleicht könnt ihr ja mal was ganz banales einführen. Klingt vielleicht etwas seltsam, aber Du kannst doch Deine Männer beim nächsten Frühstück ganz ruhig darauf hinweisen, dass ab heute die Regel gilt, dass man den anderen erst ausreden lässt, weil es Dich stresst. Dann legst Du einen kleinen Gegenstand auf den Tisch. Wer etwas erzählen möchte, der nimmt sich den Gegenstand und darf ohne Unterbrechung reden. Wenn er fertig ist legt er das Ding wieder zurück und der nächste ist dran. Entweder sie kommen sich so unmöglich vor, dass das Ganze nach zwei Minuten schon fruchtet oder sie finden Gefallen daran und mit der Zeit schleicht sich wie von selbst die Eigenschaft ein den anderen ausreden zu lassen Ein Versuch wäre es wert, finde ich.

Liebe Grüße Manuela

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Liebe Manuela,
danke für deinen Ratschlag. Finde ich echt gut. Ein Versuch wäre es wirklich wert.
Wenn die Zeit da ist, suche ich einen Gegenstand.
Habe meinem Mann noch auf seine alten Tage beigebracht, dass man wartet am Tisch und nicht sofort aufsteht. Er versuchte es zumindest.
Bei meiner letzten Therapie habe ich das zum ersten Mal mitgemacht, dass man genau auf die Uhr schaut , und dann erst aufsteht. Mir tat das sehr gut!
Man braucht diese Regeln. Ich schaffte das aber nicht, als die Kinder kleiner waren. Da ging es mir viel schlechter als heute. Dann hatte ich immer 3 Personen gegen mich.

Ich überlege im Moment, ob ich diesen Tread aufgebe. Keine Ahnung, ob er mich überfordert oder gut tut???
Auf eine Art finde ich es gut, und dann eben nicht.

Ich bin aber immer eine Kämpferin gewesen. Ich kann aber nicht mehr kämpfen.
Dazu waren die letzten 15 Jahre ziemlich schlimm.

Gestern war ich eigentlich ziemlich froh, als ich diesen Zwiebelkuchen gemacht habe. Der war so lecker und alles war gut. Ich war richtig satt und bis zum Abend hatte ich keinen Hunger mehr und fühlte mich gut.
Dann kam wieder der Schock wie immer. Ich schlief schon schlecht ein. Erst gegen 1 Uhr .
War aber so gegen 4 Uhr wieder wach. Schmerzen überall. Besonders der Bauch, wie ein brennen und Luft im Bauch. Am seltsamsten waren das Knacken in den Knochen. Hatte ich noch nie so. Es tat nicht weh, aber ganz komisch.Dann auch an den Armen geschwitzt. Auch ein Rauschen im Kopf und auch dort am Kiefer und Gesicht so ein seltsames Gefühl.
Jetzt auch noch den ganzen Tag überfühlte ich mich nicht so gut. Ich könnte jetzt so irgendetwas essen. Appetit habe ich ja immer. Traue mich aber nicht, weil ich nicht weiß wie ich reagiere.

Das kenne ich aber, wenn es mir so geht überlege ich immer, was jetzt wieder falsch war.
Was habe ich falsch gegessen. Dann lasse ich alles weg. Auch meine Vitamine etc.
Jetzt wo ich hier schreibe, merke ich aber, dass ich einen riesigen Klumpen im Bauch habe und glaube ich im Hals.
Ich bin so wahnsinnig verspannt glaube ich.
Habe aber eben bei Popstars getanzt. Die Musik war so gut und ich dachte, Bewegung ist nicht schlecht.

Erst dachte ich, es ist der Magen. Jetzt glaube ich aber eher an die Leber. Ist mir wohl ne Laus über...........Ich weiß, dass ganz viel auf mir lastet. Welche Rolle bin ich in der Familie. Was du gefragt hast Senora. Als was empfinde ich mich?
In welcher Rolle fühle ich mich angegriffen? Ich bin die Mutter und vielleicht auch das Kind. Ich spüre, da ist was dran. Wie soll ich das ändern?
Uta, du hast die Verlustangst angesprochen.
Hier werden und wurden Dinge angesprochen die stimmen. Sie sind aber so feste in mir verankert. Wo soll ich damit hin.

Ich möchte das alles los sein. Frei sein.

Ich habe auch wieder das Buch rausgeholt, was ich nach meiner Therapie angefangen habe wieder zu lesen. Die Angst vor Nähe. Das verstehe ich jetzt besser als vor 15 Jahren. Dann auch wieder nicht. Oder doch. Es ist einfach unglaublich.

Ich sage nur mal was am Anfang steht, dann gehe ich ins Bett und überlege mal bis Morgen. Schau mal wie ich schlafe.

Also da steht.
Man begegnet oft Menschen die einsam sind und darunter leiden.
Sie können mögliche Partner, die sie begehren und mit ihnen leben wollen, nicht lieben.
Gemeint ist jenen Situation, in der zwei Menschen zusammen leben und nach außen als fest verbundene Partner auftreten. Sie streiten sich darüber aber fast jeden Tag, wobei häufig die Drohung laut wird, sich zu trennen. Es sei besser, wenn man den Partner nie kennengelernt hätte.
Einer der Partner zieht sich zurück und stellt sich vor, wie gut es wäre, wenn er endlich frei sein könnte, unbelastet vom Partner.

Wie kommt es , daß sich Menschen so quälen und sich doch nicht trennen?

Das die ersehnte Geborgenheit unerreichbar bleibt, die Beziehung nur Mühe, Enttäuschung, vergebliche Leistung zu enthalten scheinen?

So klammern sich zwei Schwimmer aneinander, von denen jeder glaubt, daß er ohne die Hilfe des anderen ertrinken muß.
Wer genauer untersucht, was die Depression, die Angstzustände oder die psychosomatischen Leiden (colitis ulcerosa, Morbus Basedow) ausgelöst hat, findet fast immer Einsamkeit, Trennungen, die vergebliche Suche nach Nähe und Geborgenheit.

Der einsame, der Verlassene - sie alle tun etwas gegen Kontakt und Nähe.

So fängt das Buch an. Würde es gerne mit jemandem besprechen, der es mir erklären kann. Warum das alles passiert ist.


Jetzt, wo ich das alles verstehe, tut es noch mehr weh.

Gute Nacht
inchiostra

Eben rief noch einmal meine Tochter an. Sie fliegt ja Morgen nach Afrika. Als wir so sprachen, fing ich an zu weinen. Ich sagte ihr, das ich mich für sie freue, dass sie dort jetzt im Sommer ihren Geburtstag feiern kann. Sie die Blumen und das alles sehen kann. Sie hat es verdient. Ich freue mich so für sie, sagte ich. Da freute sie sich, dass ich mich nun doch freuen konnte. Ein paar Tage später eben.
Oder warum weine ich?

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Traumsteinchen ist offline
Beiträge: 374
Seit: 15.05.09
(Vielleicht sollte ich mal hier mitlesen...?!? Darf ich mich unters Volk mischen ;-) ? )

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Wie soll ich das ändern?
Hallo inchiostra!

Ich glaube, du musst gar nicht so sehr versuchen, das zu ändern. Es geht darum, dass du für dich die Wahrheit entdeckst. Der Rest kommt von allein. Nur darum geht es.

Du überlegst, ob du diesen Thread aufgibst. Mein Rat ist, dass du dir einfach mehr Zeit lässt. Du schreibst, wann immer du das Bedürfnis dazu hast, wenn nicht, dann lässt du es. Auch in einem Jahr kannst du hier weiterschreiben, es ist kein Zwang da!

Sieh es einfach als etwas, das dir zur Verfügung steht, wann immer dir danach ist.

Vielleicht musst du im Moment einfach zu viel verarbeiten von dem, was hier geschrieben wurde. Lass es langsam angehen!

Fühl dich ganz herzlich umarmt!

Liebe Grüße
Sonora

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Manuela ist offline
Beiträge: 1.510
Seit: 31.03.08
Hallo Inchiostra,

setze Dich mit dem Thread hier nicht unter Druck. Sieh es wie mit einem Buch. Wenn Du möchtest, dann schlage Deinen Thread auf und lies darin. Wenn Dir nicht danach ist, lasse es verschlossen. Und: In diesem Buch darfst Du Dir Notizen machen, musst Du aber nicht. Du musst auch nicht auf jedes posting antworten, darüber ist sicherlich niemand böse hier. Du bestimmst Deine Art und Weise mit diesem "Buch" umzugehen. Es gibt Bücher, die stehen bei manchen Menschen jahrelang im Regal und werden irgendwann, wenn schon zig mal Staub darauf entfernt wurde, zum ersten Mal aufgeschlagen So kannst Du das mit Deinem Thread hier auch handhaben.

Unsere Tipps oder Anregungen kann man als Fußnoten bezeichnen oder noch besser als Glossar Mehr nicht

Liebe Grüße Manuela

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo Senora,

vielen lieben Dank für deine Umarmung. Ich weiß, ich gebe wieder auf. Das erinnert mich daran, was du geschrieben hast. Ich könnte mich wegen der Umstände nicht auf mich konzentrieren.
Dann wird mir immer alles zuviel, weil ich mich verliere. Bin nicht mehr vorhanden, weil ich nur für die anderen da bin.

Soeben fiel mir ein Satz ein meiner Therapeutin, so beim Zähneputzen. Dachte dann gleich, der gehört hier rein.
Weil ich ja schon länger Angst vor dem Sterben habe, womit ich mich ja ständig darauf vorbereite, sagte sie: Man hat Angst vor dem Sterben, weil man noch nicht richtig gelebt hat. Das fand ich sehr gut.

Das habe ich ja auch nicht.Gelebt meine ich. Ein halbes Jahrhundert war ich, wie soll ich sagen, gefangen.

Jetzt will ich frei sein, und weiß eben (noch) nicht wie.

Dann habe ich noch etwas gelesen heute.
Die Entstehung psychosomatischer Reaktionen im Verdauungssystem kann so aussehen, daß wir unsere kindlichen Bedürfnisse, die ja auch noch als Erwachsene vorhanden sind, nicht anerkennen. Wenn äußere Notwendigkeiten unseren Einsatz verlangen, gestehen wir uns oft nicht ein, daß wir uns eigentlich wie ein Kind hilfesuchend zurückziehen wollen.
Wir geben diesem Bedürfnis keinen Ausdruck, weil wir vielleicht glauben, es gäbe keine Möglichkeit dafür und wir müßten alles alleine schaffen.
Oder wir lehnen uns selbst ab in diesem Bedürfnis nach Ruhe und versorgt-sein-wollen.
Schmerzen und Störungen im Magen-Darm-Leber Bereich können Ausdruck seelischen Schmerzes oder emotionaler Fehlentwicklungen sein. Als solche sind sie Wegweiser zu einem tieferen Verständnis unserer selbst.

Dazu fiel mir ein. Ich habe aus Angst (vor Strafe?) alles geschluckt.

Das waren meine Morgengedanken nach einer etwas besseren Nacht.Eigentlich müßte ich ja kochen, weiß aber mal wieder nicht WAS?

Vielleicht waren und sind das auch wieder Fluchtgefühle, wovon ich ja schon geschrieben habe. Immer abgehauen. Das will ich ja eigentlich nicht mehr. Soll ja endlich mal irgendwo ankommen. Meine Insel finden.
Ich möchte lernen, mit mir etwas anzufangen. Soeben brachte ich einige Sachen meiner Tochter nach oben ins Dachzimmer. Da sehe ich immer wieder meine Malsachen, die ich schon aufgebaut habe, aber nicht male. Denke dann (seit 4-5 Jahren) du fängst jetzt an.
Auch die Puppenstube, die ich angefangen habe, steht unfertig da.
Da möchte ich hinkommen.

Ich glaube, ich finde es sehr schön, mit anderen , also mit euch allen, zu reden. Aber da geht es über MICH., und dass bin ich nicht gewohnt.
Ich kann mich noch erinnern, als mich jemand , ich glaube sogar du Senora, gefragt hat, warum ich keine Geschenke annehmen könnte. Da hatte ich solche Herzklopfen bekommen. Das war so ziemlich das erste Mal (kam mir so vor) das jemand mich ansprach WARUM. Und nicht immer mit Vorwürfen du HAST.
Da sind wir aber immer wieder von abgekommen glaube ich. Es kam immer mehr dazu, was ja auch OK ist. Doch das habe ich immer, auch in jeder Therapie bemerkt, das man nicht eine Sache zu Ende bringt. Kam mir jedenfalls so vor.

Ich will doch wissen, warum ich keine Geschenke annehmen kann.
Ich kann mich nicht gleichzeitig damit befassen zu überlegen wo meine Rolle in meiner Familie ist z.B. Bitte das nicht als Kritik auffassen! Aber ich bemerkte schon beim schreiben, dass mich das echt alles überfordert. Ich will alles gleichzeitig schaffen. Schon als Kind bin ich immer bis über meine Grenzen gegangen. Hatte ja auch keinen der mich mal aufhielt bzw. auffing. Das sieht man auch da dran, dass ich draußen mit Fieber Zeitungen austeile.
Diese Situationen beobachte ich schon sehr lange auch beim Arztbesuch oder auch Lehrern. Man geht hin fragt was, dann kommt was anderes dazwischen und ich habe Angst nachzufragen. Das traue ich mich dann nicht.
Also ich möchte , wenn, dann nur rauskriegen warum ich denn nun keine Geschenke annehmen kann, bzw. will.

Traumsteinchen, natürlich kannst du hier mitlesen so wie es jeder kann hier im Forum. Ich freue mich darüber.

Ich hoffe, dass ich jetzt keinen beleidigt habe, weil ich doch soviele liebe Anteilnahme erhalten habe.

Liebe Grüße
inchiostra

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo Manuela,

habe eben bemerkt, dass du auch geschrieben hast. Ich weiß, dass ich nicht auf jedes posting antworten MUß. Doch es beschäftigt mich trotzdem und bin alleine damit und möchte dann eben jemanden fragen. Suche dann nach Antworten, was mich dann überfordert, weil ich keine finde.
Das geht mir hauptsächlich mit dem Buch was ich gerade noch einmal lese Angst vor Nähe.
Wenn ich dann nicht antworte, empfinde ich das als unhöflich. So bin ich eben.
Vielen Dank dir und liebe Grüße
inchiostra

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Warum kann jemand keine Geschenke annehmen?

Ein Grund könnte sein, daß man glaubt, sich damit abhängig zu machen, auf einmal aus lauter Dankbarkeit entgegenkommend sein zu müssen, obwohl man das nicht bringen mag.
Es könnte sein, daß man in einer schlechten Beziehung Geschenke als eine Art "simpler Wiedergutmachung " ansieht und genau deshalb erst recht nicht beschenkt werden will. Denn man will Rache, echte "Umkehr", volles Verständnis für die eigene Situation usw. usw.

Gruss,
Uta

Gruss,
Uta

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
liebe inchiostra,

Also ich möchte , wenn, dann nur rauskriegen warum ich denn nun keine Geschenke annehmen kann, bzw. will.
okay, dein Thread, dein Wunsch sei uns Befehl.

Hast du dazu schon irgendeine Idee?
Was denkst du, warum kannst und willst du es nicht?
War das schon immer so?
Fällt es dir bei allen Menschen schwer Geschenke anzunehmen?
Oder gibt es da Unterschiede?
Es gibt ja auch liebevolle Worte, sind ja auch ein Geschenk. Kannst du die besser annehmen als Materielles?

Nur antworten wenn du wirklich magst. Okay?

liebe Grüße von hexe

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Liebe Hexe,

ich möchte gerne antworten, weil ich es wirklich wissen will.
Ihr braucht mich jetzt aber nicht wie ein rohes Ei behandeln. Ich mußte mir hier nur selber Stop sagen. Wie ich schon geschrieben habe, sollte man nur auf eine Sache schauen und nicht die vielen Baustellen. Das vergesse ich wohl immer.
Habe aber scheinbar selber mal dran gedacht. Wäre ja auch schon mal ein Erfolg.

Habe heute auch gemerkt, das es nicht nur hier am Tread liegt.
Hier zuhause habe ich auch das Chaos, was mir dann zuviel wird. Also mehrere Baustellen.
Ich kriege den Haushalt einfach nicht organisiert. Habe heute Abend wieder ein gutes Essen gemacht, aber, ein Löffel geschmolzen an der Pfanne, Brotstücke verbrannt und die Küche ein Schlachtfeld. Dann sehe ich das Schlachtfeld und bin enttäuscht von mir und wütend. So sehe ich das hier im Tread. Das ist auch ein Schlachtfeld. Sovieles, was ich nicht hinbekomme. Dann schäme ich mich dafür, weil ich so bin.

Na ja, jetzt konzentriere ich mich auf das Thema Geschenke, denn das hat mich am meißten berührt.
Ich denke eine halbe Stunde darüber nach, dann mache ich Schluß. Habe ich mir so vorgenommen. So kann ich mich nicht überfordern.
Mein Mann hat letztens erst gesagt, dass ich mich vor 20 Jahren nicht über sein Geschenk gefreut hätte. Da stand ich ja sofort auf und ging weg. Konnte nicht anders reagieren. Eigentlich öfter, sagte er.
In der letzten Therapie vor einem halben Jahr konnte ich das Abschiedsgeschenk der Mitpatienten nicht annehmen. Erst 2 Tage später. Auch das Bergfest, welches mir gemacht wurde mit Tisch decken und so, war schlimm für mich.Ich selber aß nichts und saß nur stocksteif am Tisch.
Ich dachte eigentlich immer, dass meine Kinder sich nicht so freuen können. Jetzt sagen sie mir, ich könnte es nicht.

Ich sammel mal ein paar Gedanken, was mir so einfällt dazu:
Ich sehe mich, wie meine Mutter mir Kniestrümpfe kaufen will. War so ca. 10 Jahre alt. Lehnte sie ab. Wollte einfach nicht.
Mein Vater fragt ob ich die Blockflöte oder die Harmonika möchte. Ich reagierte da genau so und nahm das, was ich nicht wollte.
Mein Vater hat mir nie ein Geschenk überreicht. Wenn, dann hat er es hingeschmissen. Das macht komischerweise mein Sohn auch.
Meine Schwester sagte einmal, dass sie stolz war, dass mein Vater das wenigstens gemacht hat.

Als mein Vater starb vor 10 Jahren habe ich mir immer gesagt, dass ich nichts von ihm haben will. Ich kann nichts annehmen, ging immer durch meinen Kopf. Auf keinen Fall wollte ich seine Klarinette und sein Saxopfon. Ich bekam dann sogar richtige Panik und hätte heulen können.
Als mein Mann mir ein Auto schenkte, konnte ich es nicht abholen. Das erzählte er letztens der Therapeutin.

In der Klinik letztes Jahr , schenkte ich einer Patientin ein Buch zum Geburtstag. Dann brach ich heulend zusammen. Das fand ich schon schlimm.
Die Therapeuten bemerkten bei mir, dass ich jedesmal, wenn ich was gutes in der Ergo gemacht habe, gleich verschenkt habe.
Ich habe auch zweimal die Geschenke meiner Eltern, an meine Kinder, wieder zurückgeschickt.
Meinem Therapeuten habe ich sehr viel geschenkt. Fast zuviel. Jedes Mal sagte ich, ich möchte nicht, dass er mir was schenkt. Bevor ich es ihm gab, war ich immer sehr aufgeregt.

So, die Zeit ist um. Einiges ist mir ja eingefallen.

Liebe Grüße
inchiostra


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