Ich möchte leben

19.05.06 04:40 #1
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Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
vollkommene fragen - vollkommene antworten.
gespräche zwischen his divine grace a.c. bhaktivedanta swami prabhupada und bob cohen, einem entwicklungshelfer in indien

["o sohn kuntis, verkünde kühn, dass mein geweihter niemals vergeht." (bg. 9.31)]
bob: aber nehmen wir einmal an, wenn ich - in der stadt, in der ich lebe, nehme ich abgekochtes wasser, weil manches wasser krankheitserreger in sich birgt. warum sollte ich aber zum beispiel abgekochtes wasser trinken, wenn ich ein solch guter mensch bin, dass ich keine krankheit bekomme? dann kann ich irgendwelches wasser trinken. und wenn ich nicht richtig gehandelt habe, dann werde ich ohnehin krank werden.
srila prabhupada: solange du in der materiellen welt bist, kannst du die physikalischen gesetze nicht missachten. angenommen du gehst in den urwald, und da ist ein tiger. es ist bekannt, dass er dich angreifen wird, warum solltest du also freiwillig dort hingehen und dich angreifen lassen? es ist nicht so, dass ein gottgeweihter physische risiken eingehen soll, solange er einen physischen körper hat. wir fordern die physikalischen gesetze nicht heraus: "ich bin ein gottgeweihter geworden, ich fordere alles heraus." das ist torheit.
dem gottgeweihten wird geraten, die lebensnotwendigkeiten ohne anhaftung anzunehmen. er wird abgekochtes wasser nehmen, wenn welches da ist, aber wenn kein abgekochtes wasser erhältlich ist, bedeutet das dann, dass er kein wasser trinkt? wenn es nicht erhältlich ist, wird er gewöhnliches wasser trinken. wir essen zum beispiel nur krsna-prasada, aber auf reisen müssen wir manchmal in einem hotel essen. weil jemand ein gottgeweihter ist, soll er da denken "ich werde keinerlei speisen von dem hotel annehmen. ich werde hungern"? wenn ich hungere, werde ich schwach und werde nicht imstande sein zu predigen.

Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo,

wurden vor 150 jahren die leute unter chronischer quecksilberbelastung nicht so krank wie wir, weil sie keine andere möglichkeit hatten, als chronisch belastet zu sein?
warum konnten sie erst dann nicht mehr arbeiten und starben, wenn sie wirklich pures quecksilberwasser tranken?

werden in ein paar 100 jahren die körper der menschen so angepasst sein, dass ihnen die chemischen umweltgiftstoffe nichts mehr antun haben können werden?

wird sich unser bewusstsein so verändert haben, dass es uns nichts mehr macht?
war früher unser bewusstsein noch so, dass es uns nichts machte?

ist heute unser bewusstsein dem körper voraus?
gibt es deswegen so viele umweltbelastete leute?

vielfragende grüsse von shelley

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tiger ist offline
Beiträge: 91
Seit: 24.09.06
Hallo Shelley, ich hoffe es geht Dir und deinen Mitmenschen gut.
Ich ´konnte mir leider noch nicht die Zeit nehmen alle Seiten in diesem Thema durchzulesen, aber du hast eine interessante Geschichte. Ich würde gerne von dir hören, was du für eine Krankheit hast, warum du so traurig warst, wie alt du bist, wie du damit versuchst umzugehen und was du studierst? Sorry, für die vielen Fragen. Du musst sie ja nicht beantworten, wenn du nicht willst.
Vielleicht will ich dich ja auch mal irgendwann persönlichen kennenlernen, sodass wir beide voneinander lernen können.
Liebe Grüße
Tiger

Ich möchte leben

Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
Hallo Shelley,
vor 150 Jahren gab es außer einer möglichen Quecksilbervergiftung durch Beruf und Krankheit (Syphillis z.B.) noch viele andere Möglichkeiten, relativ jung sowieso zu sterben. Deshalb nehme ich an, daß das Theme "Vergiftung" nicht wirklich aktuell war sondern unter "Risiko des Lebens" lief.

Zu den anderen Fragen kann ich nichts sagen. Das werde ich mir dann einstens von Wolke Nr. 7 aus anschauen

Liebe Grüsse,
Uta
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
lieber tiger,

herzlichen dank, dass du mir schreibst! ich würde dich gerne persönlich kennen lernen.

zu deinen fragen; die antworten sind nicht einfach in einem satz zu schreiben. sie ergeben sich aus meiner geschichte. doch ich möchte dich nicht unverrichteter dinge wieder ziehen lassen, so will ich deinen fragen eine antwort geben. manche fragen habe ich sogar schon konkret beantwortet. vielleicht fällt die antwort jetzt ein wenig anders oder anderst formuliert aus, weil sich die situation wieder geändert hat, und weil ich mich wieder geändert habe. so ist der lauf der dinge. vieles ändert sich immer wieder auch wenn es im grossen und ganzen gleich bleibt.

was ich für eine krankheit habe: das kommt ganz auf den arzt darauf an.



spass bei seite. ich habe fast so viele fehldiagnosen, wie diagnosen.
nö. anders: gewisse dinge wissen die ärzte sicher, andere nicht so sicher. manche sagen, da wären halt noch dinge bei mir, von denen sie (noch) nicht wissen, was es ist. dann schauen sie mich so an, als wissen sie es doch, aber wollten es mir nicht sagen. oder sie schauen mich einfach fragend an. je nachdem.
oder nochmals anders formuliert: ich habe, was hier fast jeder hat.
ich kam hierher wegen kpu ursprünglich. aber ich hatte auch mal quecksilber. habe es weg gemacht. ich soll mal cfs gehabt haben. mal ging es um post-polio-syndrom. und mcs hätte ich. histaminintoleranz, immunschwäche, gewisse nährstoffe fehlen mir, muskelschwäche, hirnstamminsuffizienz, dies und das. skoliose, post-scheuermann-syndrom, kleines schädelhirntrauma, hirndurchblutungsstörung, apnoen und so. ja dinge, welche halt alle weniger oder mehr haben.
fehldiagnosen gehen von spezieller epilepsie, spezieller narkolepsie über ms, bis als, myasthenia gravis und so weiter.
aber eigentlich soll es von meiner grundkrankheit kommen, über die sich die ärzte auch nicht einig sind. mit voller sicherheit habe ich eine leberkrankheit, doch ein arzt behauptet, sie käme von dem, der andere sagt von jenem und der spezialist sagt, man wisse nicht, woher es kommt.
letztes jahr hatte ich noch ein trauma, weil ich vor einem jahr im sterben lag. das hat mich ein ganzes jahr ziemlich hingehauen. dann kamen viele schlimme dinge aus dem umfeld auf mich zu, so dass ich in eine reaktive depression fiel. oder wie das heisst. aber die ist jetzt seit dem krankenhaus wieder völlig weg. völlig? ich denke, es ist normal, wenn man manchmal ein wenig depression hat, wenn man chronisch krank ist.
genügt es so für's erste?

warum ich so traurig war?
welche meiner trauern meinst du?
ich bin zum beispiel traurig, wenn ich mir andere dinge wünsche als die, welche ich habe, statt dass ich mich an dem freue, was ich habe. weil dann werde ich es erst schätzen, wenn ich es nicht mehr habe und sehr traurig sein. wenn ich also merke, dass ich jetzt nicht schätze, was ich habe, dann macht mich das schon sehr traurig. dann bin ich also traurig, weil ich zu undankbar bin.
undankbarkeit macht mich traurig.
wenn ich undankbar bin, dann schaue ich um mich und freue mich an dem, was ich habe. dann bin ich dankbar und nicht mehr traurig. oder es kommt dann so eine sehnsüchtige traurigkeit.
ich habe oft sehnsucht.

wie ich damit umgehe (mit was genau meinst du? mit der krankheit?): das ist eine gute frage. ich weiss es selbst nicht so genau.



doch ich versuche, gut zu leben. trotz allem, gut leben.
früher freute ich mich ab jedem blümchen und so. heute versuche ich es anders. heute versuche ich, trotzdem jeden tag etwas zu tun. trotzdem aufzustehen. trotzdem einen ton durch mein instrument blasen. trotzdem dies und trotzdem jenes. es ist hart. oft sehr hart. manchmal geht es gut, manchmal gar nicht. doch ich denke, wenn ich es gar nicht mehr mache, wird es nie wieder gehen.
deswegen will ich auch nicht mit dem studium aufhören. weil sonst mache ich ja vielleicht gar nix mehr. auch wenn ich wieder ein freijahr mache, oder viele vorlesungen fehle schaue ich, dass ich noch in schlimmen zuständen hinkomme. ich bekam sogar extra ein bett ins vorlesungszimmer, weil ich so krank war und nicht mehr sitzen konnte. aber ich ging hin und fehlte sogar weniger vorlesungen als alle anderen. ich habe zwar nix mitgekriegt, doch ich habe es gemacht.
heute habe ich leider nicht mehr so viel kraft dazu, doch ich strenge mich sehr an, dass sie wieder kommt. ich bin daran, zu lernen, die kräfte einzuteilen. ich nehme auch hilfsmittel an, dass dinge wieder gehen. das ist nicht einfach psychisch zu überwinden. zum beispiel sitze ich mit einem korsett und einer speziellen rückenlehne im rolli. das ist besser, als gar nicht zu sitzen. es ist zwar hart, weil es schmerzen macht und so. aber wenn ich gar nicht sitze, dann kann ich nicht in die vorlesung, weil das neue zimmer keinen patz für das bett hat.
man versucht immer sein bestes zu geben.
immer wieder aufstehen, wenn man hinfällt und nicht liegen bleiben!

ich studiere musik und ich will mein diplom schaffen!!!!!!!!!
bitte, bitte, bitte!! ich will es schaffen!!!!
ich bin so überaus dankbar, dass mich die vielen lieben menschen an den hochschulen so weit durchgebracht haben!!!!

viele liebe grüsse von deiner shelley

Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
liebe uta,

aber heute sind ja auch schon junge leute so belastet. früher arbeiteten sie doch so hart und starben dann halt einfach schneller. wenn sie mal krank waren, waren sie schlimm krank, aber wurden dann wieder voll gesund. und heute ist das so eine halbpatzige sache. man ist nicht voll krank, aber auch nicht gesund.
was meinst du dazu; uta?

danke für den süssen smiley!

viele liebe grüsse von deiner shelley

Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
hallo sanne,

ich habe deine pn bekommen. ich würde gerne antworten, konnte aber die anderen noch nicht abspeichern und löschen. ich melde mich also dann.
die frage, was ich studiere, findest du hier beantwortet. gerade oben dran.
ich würde gerne mal mit dir über das unterrichten plaudern.

sorry, dass ich dir hier antworte. ich wusste sonst nicht, wie ich an dich ran komme.

ich danke dir vielmals für die guten gedanken und die kraft.
ich wünsche dir auch alles gute und viel kraft!

liebe grüsse von shelley

Ich möchte leben

mikado ist offline
Beiträge: 174
Seit: 11.10.06
hi shelley,wollte dir nur kurz sagen,dass mein rechner kaputt ist und du mich deswegen nicht erreichen kannst.musste mich neu anmelden hier,hatte password vergessen und meine alte e-mail geht nicht.du kannst mich unter bilballi@yahoo.com erreichen.ich schreibe auf einem geborgten labtop, der meine e-mail nicht annimmt.oder schreib hier oder pn.
gruess dich
deine wunderblume

Ich möchte leben

Shelley ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.451
Seit: 28.09.05
liebe wunderblume mikado,

ich habe mir schon sorgen gemacht um dich und wollte dich heute abend anrufen.
ich habe dir einen brief mit der salbe darinnen geschickt. ich hoffe, dass der zoll das nicht konfisziert. mein vati wusste nicht, was drinnen ist und schrieb also einfach "geschenk" darauf. dummerweise habe ich es aber nicht in geschenkpapier gewickelt.

ich freue mich sehr, dass du dich gemeldet hast!

mir geht es wieder von tag zu tag besser. das ist superspitze toll!



nur eines ist dumm daran: je klarer ich im kopf bin, desto mehr mache ich mir sorgen, dass ich das alles nicht packe.
wenn es mir voll krass schlecht geht, habe ich keine gedanken an die sorge. weil dann möchte ich nur erlöst werden.

ich habe vor, ab dem 25. oktober die pädagogikvorlesung zu besuchen und nie mehr dort zu fehlen! ich habe angst, dass ich es nicht schaffen werde. und ich habe angst vor dem gruppenreferat nächstes jahr. und ich habe angst vor der prüfung im juni. warum bin ich so ein angsthase?
ich möchte auch wieder mit meinem unterricht beginnen. eigentlich wollte ich eines nach dem anderen anfangen. doch wahrscheinlich ist es wieder so, dass ich noch ein, zwei wochen ruhe vor dem sturm habe, weil mein lehrer nimmt sein telephon nicht ab. davor habe ich angst. vor dem sturm.
ich wollte auch wieder fachdidaktik machen. ich wollte mal mit den hospitationen anfangen. und irgendwann muss ich ja einen schüler haben.

ehrlich gesagt; irgendwie ist das alles zu viel. ich kann mich ja nicht mal selbst versorgen. nehme ich mir zu viel vor?
werde ich es schaffen, wenn mich meine eltern und meine sozialhelferin und so, weiter so gut unterstützen?
kann man das machen, sich beim duschen helfen lassen, aber dann in einer vorlesung sitzen? ist das nicht sehr ungewöhnlich?

ich möchte lernen, meine kräfte einzuteilen. das ist gar nicht so einfach. besonders nicht, wenn ich angst habe, mein studium zu verlieren und dies sehr viel kraft braucht, die ich nicht habe.

ich kann jetzt überigens schon seit mehreren tagen jede nacht schlafen.
das tut so gut!!!!



schön, dass es dich noch gibt!

viele liebe grüsse auch an einstein von deiner shelley

Ich möchte leben

blockflöte ist offline
Beiträge: 547
Seit: 09.09.06
liebe shelley,

huete habe ich auch endlich mal wieder zeit, dir ein kl. grüßle zu senden und las gerade von deinen plänen.

ich freue mich sehr, dass du vor allem wieder schalfen kannst, denn das ist ja sooo wichtig, wie ich von mir selbst weiß, man hat einfach mehr spannkraft.

dass du wieder mti vorlesungen anfangen möchtest ist doch nur verständlich und dir aber so weit wie möglich helfen lässt, damit du diene kräfte einteilen kannst. das werden deine eltern sicher genau so sehen.

denk nicht so viel an die zukunft, sonden imemr nur frü den vor dir liegenden tag. ängste lähmen und verbruahcen kraft!

bonhoeffer formulierte so gut:

ich glaube, dass uns gott in jeder notlage so viel widerstandkraft geben will, wie wir brauchen. aber er gibt sie nicht im voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. in solchem glauben müsste alle angst vor der zukunft überwunden sein.

aus "gegen die angst"

hast du schon mal deine versagensängste in bilder umgesetzt? diese therapie hilft, wie ich an einer mitpatientin in der reha erlebte, der man dort nicht helfen konnte.

viel kraft und freude für deine vorhaben

deien blockflöten-monika
__________________
die wichtigste stunde ist immer die gegenwart, der bedeutendste mensch immer der, der dir gerade gegenüber steht.
aus dänemark


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