(schwieriges) Verhältnis zwischen Kindern und Eltern

17.04.11 13:24 #1
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Meine Kinder melden sich nicht

Renan ist offline
Beiträge: 227
Seit: 05.10.08
Ich habe auch so einen Sohn, der sich nicht meldet. Ich weiß z. Zt. überhaupt nicht was er macht. Mit meiner Schwiegertochter in spe komme ich überhaupt nicht klar und mein Enkelkind habe ich vor 11/2 Jahren das erste- und letztemal gesehen.

Es tut schon weh, wenn sich der einzige Sohn nicht meldet, aber ich habe mich damit abgefunden. Er will nicht und ich kann ihm doch nicht immer hinterher laufen. Wenn er aber Geldnöte hat, dann weiß er plötzlich wieder das er noch Eltern hat.

Ich gebe ihm aber kein Geld mehr, denn Liebe kann man nicht kaufen. Es ist schwer, aber man kommt damit klar, wenn man sich damit auseinander gesetzt hat.

Renan

Meine Kinder melden sich nicht

Veronika Lederer ist offline
Beiträge: 74
Seit: 02.04.11
Hallo Renan!

Es tut mir leid, dass du keinen "Draht" zu deinem Sohn hast.

Mein Sohn "kann" mit seinem Vater auch nicht. Leider hatte mein Mann wenig Zeit für ihn, da wir gleich nach der Heirat zu bauen begonnen haben und mein Mann jede freie Minute am Bau verbrachte, und das über viele Jahre.
War mein Sohn zum Training zu bringen - keine Zeit. Über viele Jahre ist er dann vom Vater immer wieder zurück gesetzt worden und das tat weh.
Darum verstehe ich meinen Sohn, dass sie nicht mehr viel zu besprechen haben. Außerdem fühlte sich mein Mann nicht für die Kinder verantwortlich - das war Frauensache.

Ich denke, ein wenig legt man den Kindern schon alles auch "in die Wiege", dazu kommt dann das Umfeld und die Erlebnisse, die dann den Charakter prägen. Viele brauchen einfach keinen um sich, wollen selbst klar kommen. Haben sie dann ein Umfeld um sich, dass sie ausfüllt und zeitlich genug beansprucht, dann "vergißt" man oft einfach auf Menschen und wie sehr die darunter leiden.

Wie schön war früher die Zeit bei uns am Land, wo gemeinsam gearbeitet und gegessen bzw. gefeiert wurde!!! Man teilte Sorgen und Freuden und es gab einen Zusammenhalt zwischen Generationen und Mitmenschen.
Das geht durch die Arbeitswelt, die Medien und "die kleine Welt" verloren.

Leider!!!

Aber es gibt immer jemand, den man um sich haben kann: Partner, Freunde, Mitmenschen, Nachbarn, Kranke, Alte, Bedürftige, Tiere ......

Schöne Grüße
Vroni

Meine Kinder melden sich nicht

Renan ist offline
Beiträge: 227
Seit: 05.10.08
Hallo Vroni,

danke für deine lieben Zeilen.

Mein Sohn war immer ein wenig schwierig, aber wir kamen damit klar. Mich stört nur, dass gar nichts mehr kommt. Er weiß ganz genau, das ich schon lange krank bin und das tut schon weh, wenn noch nicht mal ein Anruf kommt.

Ich habe mich aber damit arrangiert und komme langsam damit klar. Es ist sein Leben und das hat er sich so ausgesucht.

Renan

Meine Kinder melden sich nicht

Veronika Lederer ist offline
Beiträge: 74
Seit: 02.04.11
Hallo Renan!

Vielleicht versuchst du es über höfliches Interesse. Ich würde einmal eine Geburtstags- oder andere Anlasskarte schreiben, einfach spüren lassen, dass ich an ihn bzw. an den Enkel denke. Vielleicht kommt dann doch indirekt ein Denkprozess in Gang.
Oft ist es eine Frage der Resonanz - der Energie, die indirekt wirkt. Man muss nur einfach hoffen und glauben.

Hoffnung wirkt wunder!

Alles Gute und viele Grüße
Vroni

Meine Kinder melden sich nicht

Renan ist offline
Beiträge: 227
Seit: 05.10.08
Hallo Vroni,

kannst du Gedanken lesen. Ich hatte gerade den Gedanken rufe doch einfach mal an und das werde ich morgen auch mal tun. Ich denke, es ist auch viel Gedankenlosigkeit und nicht immer böse Absicht von ihm. Außerdem wohnt er in Berlin und ich in der Nähe von Düsseldorf.

Du wohnst ja im wunderschönen Kärnten, da habe ich früher oft Urlaub gemacht. In Greifenburg, Nähe Villach. Nach Südtirol und Italien ist es ja von euch auch nicht weit.

Du scheinst eine sehr warmherzige Frau zu sein und ich danke dir für deine lieben Gedankenanstösse.

Renan

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han ist offline
han
Beiträge: 274
Seit: 06.11.09
Hallo,
hab mir den thread mal durchgelesen. Hab auch solche Probleme mit meinen Kindern.

Mir fällt auf, dass ständig wiederholt wird als Mutter muß man loslassen. was versteht ihr denn darunter.
Die Personen, die hier traurig sind keinen oder nur sehr geringen Kontakt zu ihren Kindern zu haben bedrängen ihre Kinder ja nun nicht um diesen Kontakt.
Im Gegenteil so wie ich es sehe warten sie - sogar sehnsüchtig - dass Ihre Kinder doch von sich aus den Kontakt aufnehmen. Die Enttäuschung wenn dies nicht geschieht ist doch nachvollziehbar.

Ich finde es traurig, wenn hier Meinungen zum Ausdruck kommen, die in die Richtung gehen es sollte einer Mutter egal sein wenn die Kinder (nun erwachsen) sich keinen Deut um das Wohlergehen der Eltern kümmern. Was sind dies denn dann für Persönlichkeiten?

Wie gesagt, auch ich habe ähnliche Probleme und habe viel darüber nachgedacht wieso gerade meine Kinder, die nun wirklich jeden Wunsch (wenn möglich) von den Augen abgelesen bekommen hatten - deren Eltern sich gekümmert hatten - sich als Erwachsene nun in eine solche Richtung entwickeln konnten.
Ich bin zu dem Ergebnis gekommen. Sie hatten es zu gut. Wir als Eltern haben nie Ansprüche an sie gestellt und ich denke gerade das war nicht so optimal.
Wenn ich andere mir bekannte Familien betrachte wo die Eltern beide berufstätig waren und der Kontakt zu den Kindern nur begrenzt. Diese Kinder hatten viele Pflichten im Haushalt und wenig Muße. Wenn die Eltern müde waren, so hatten sie zu kuschen. Sie standen in der Familie nicht im Mittelpunkt. Erziehung und Kinder liefen am Rande.
Gerade diese Kinder halten nun jedoch den Kontakt zu ihren Eltern.

Nachdem nun schon alles gelaufen ist bereue ich es heute, dass ich zu viel auf meine Kinder eingegangen bin, mich immer zu Schluß gesetzt habe. Heute mache ich dies zwar nicht mehr aber bis vor Kurzem lief dies noch. Meine Tochter brauchte jemand für ihre Kinder da sie krank waren und sie berufstätig. Oma war zur Stelle! Finanziell ist´s knapp bei meinem Sohn. Mama hilft (obwohl ich selbst nichts habe). Die Schwiegertochter meines anderen Sohn spricht nicht mit mir (warum weiß ich nicht - ist nicht abzuklären) und erlaubt das gemeinsame Kind keine Besuche. Mein Sohn erwartet dafür von mir Verständnis für seine Frau. Besuchen darf er mich auch nur noch heimlich oder wenn sie damit einverstanden ist.

Für all das habe ich kein Verständnis mehr. Insbesondere da ich gesehen habe was dann rüber kam als es mir gesundheitlich so schlecht ging, das ich Schwierigkeiten hatte meinen Haushalt aufrecht zu erhalten.
Meine Tochter sieht sich nicht dafür zuständig mal mit mir z.B. Einkaufen zu fahren - geschweige denn mal ein liebes, aufmunterndes Wort über ihre Lippen zu bringen. Alle drei Söhne waren nun der Meinung ich müße nach mir selbst schauen. Das würde ich schon packen.

Stimmt, ich habs gepackt und bin noch teilweise dabei. Es ist nun Schluß von meiner Seite her nur rüberzureichen und zu verstehen. Kommt nichts zurück dann ist Mama auch nicht mehr zuständig.

Jemand hat hier in einem Beitrag erwähnt Eltern müßen ihre Kinder so annehmen wie sie sind und keine Erwartungshaltung haben. Das sehe ich bei erwachsenen Kindern anders.
Gerne gibt man den Kindern Hilfestellung, aber nicht wenn im Endergebnis dann eine einseitige Erwartungshaltung seitens der Kinder dadurch aufgebaut wird und sie der Meinung sind sie hätten wenn es den Eltern schlecht geht keine Verpflichtungen.

Jetzt hab ich so viel geschrieben! Ich glaub ich mußte das mal los werden.

Meine Kinder melden sich nicht

Renan ist offline
Beiträge: 227
Seit: 05.10.08
Hallo Han,

ich glaube heute, das war auch mein Fehler. Mein Sohn war Einzelkind und wir haben ihm alles abgenommen. Jeder Wunsch wurde erfüllt und als er arbeitete durfte er sein Geld behalten.

Mir ist es teilweise genau wie dir ergangen. Meine Schwiegertochter ist sehr eifersüchtig und bewacht ihn regelrecht. Ich kann noch nicht mal anrufen, da das Telefon abgeschaltet ist.

Mich schmerzt diese Gedankenlosigkeit von meinem Sohn und was soll ich da loslassen, er hat doch losgelassen. Ich bin seit 3 Jahren krank und mir ging es teilweise sehr schlecht. Kein Anruf oder Sonstigs, einfach nichts. Zuletzt haben wir ein paar mal gemailt, wenn er im Internet war. Damit ist auch Schluß und gestern ging auch sein Telefon nicht. Das war es dann wohl.

Im WDR war letztens eine Sendung über dies Thema und es geht vielen anderen auch so wie uns.

Renan

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han ist offline
han
Beiträge: 274
Seit: 06.11.09
Hallo Renan,
das sind eben späte Einsichten. Es ist wohl nun so, dass man das Beste aus der jetzigen Situation machen muß.

Auch wenn es meinen Kindern nicht passt: ich nehme kein Blatt vor dem Mund. Hast du ihm denn schon einmal gesagt wie das für dich ist wenn er sich nicht meldet und wie du dich dabei fühlst?
Ich tue genau das. Als Antwort wird mir dann zwar vorgehalten ich würde versuchen Schuldgefühle zu machen. Das sehe ich auch nicht so. Wenn da Schuldgefühle hochkommen dann sollen sie doch mal schauen weshalb diese Schuldgefühle kommen und ob sie gerechtfertigt sind. Wenn man sein Verhalten begründet findet, dann kommen keine Schuldgefühle. es ist ja dann auch möglich über dieses Verhalten (Rückzug) mal zu sprechen und die Ursache klar zum Ausdruck zu bringen.

Die Problematik bei meiner Schwiegertochter erkenne ich schon. Nur, ich bin nicht ihr Therapeut. Sie hat tatsächlich Störungen, die bearbeitet werden müßten. Als Schwiegermutter kann ich da noch nicht mal einen Hinweis geben. Es wird mir übel ausgelegt. Das brauche ich mir dann wieder nicht gefallen zu lassen. Es ist dann besser sich selbst zurückzunehmen.
Teilweise spielt, wie du sagst, bei ihrem Verhalten Eifersucht eine Rolle. Sie will ihn ganz für sich. Das wirkt sich ja nicht nur in der Beziehung zwischen meinen/deinen Sohn und mir/dir aus. Früher oder später wird er das schon selbst erkennen. Auf Dauer kann so ein gängeln niemand ertragen.
Ach, seh das doch nicht so endgültig wenn das Telefon gestern nicht ging. Du weißt doch gar nicht den Grund dafür. Sicherlich bist du nicht die Ursache für das abgeschaltete Telefon, da du ja sonst auch nicht regelmäßig anrufst.

Das letzte was ich unternommen habe, um mal meine Seite darzustellen, ist eine etwas ausführlicher Beschreibung meiner derzeitigen Situation und das Verhalten von den Menschen in meiner Umgebung mal per Schrift niederzulegen. Das hab ich ihm per mail geschickt, auch mit der Bitte dies mal mit Abstand zu betrachten und sich nicht angegriffen zu fühlen.

Bei mir kommt ja noch erschwerend dazu das ich nicht hören kann. Selbst Telefonate, die sehr wichtig und notwendig sind werden nicht gemacht, wenn ich nachfrage. Antwort: machs per mail oder geh hin oder frag jemand anderen.
Allerdings haben meine Geschwister bezüglich Unterstützung bei meiner Behinderung die gleiche Einstellung. Aus Mitleid werde ich ab und an mal eingeladen (wurde mir auch so offen gesagt). Aber: nur nicht über Probleme sprechen oder um etwas Unterstützung bitten. Tue ich dies trotzdem dann gibt es eine längere Kontaktsperre. Es ist für mich manchmal daher sehr schwierig nicht komplett down zu sein. Eben weil der soziale Rückhalt nicht vorhanden ist.

Hast du denn in deinem nachbarschaftlichen Umfeld zumindest gute Kontakte? Ich weiß, das ist was anderes als der Kontakt zum eigenen Kind doch wenn es gerade so schlecht läuft zwischen Eltern und Kind dann stehst du nicht so ganz alleine. Wenn ich nicht behindert wäre dann hätte ich mal eine Anzeige geschaltet: Nette Oma sucht Familienanschluß o.Ä.

Manche Menschen mußten ohne Eltern aufwachsen - Grund egal - und wünschen sich nichts sehnlicher als eben eine Oma für ihre Kinder und ein bischen Mutterersatz.
Wäre das vielleicht was für dich?

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Renan ist offline
Beiträge: 227
Seit: 05.10.08
Guten Morgen Han,

ich weiß auch nicht mehr was ich noch denken soll. Aber mein Sohn hat wohl selber große Probleme über die er nicht spricht. Irgendwann haben wir beide den Kontakt verloren und ich interpretiere da auch wohl zu viel rein. Aber ich habe keine Lust mehr immer nur die Gebende und Fragende zu sein. Es muß auch was von ihm kommen.

Im Moment hat er mal wieder keine Arbeit. Er hatte eine gut bezahlte Stelle im Webdesign und meinte seinen AG verklagen zu müssen. Es ging wohl um Geld und das lässt sich kein AG gefallen. ER war dann schneller raus als er gucken konnte. Jetzt geht die Klagerei von beiden Seiten los.

Mein Sohn ist nicht verheiratet, aber sie leben zusammen, mal zieht er aus, mal geht sie weg. Ich halte mich daraus, denn da lassen sie sich beide nichts sagen. Mir tut nur meine Enkelin leid, aber was soll ich von hier aus machen. Ich kann seit 3 Jahren nicht mehr richtig Laufen und so kann ich auch nicht nach Berlin fahren. Das nimmt er mir auch übel, er meint, wenn man will kann man alles.

Mein Mann macht es sich da viel leichter und hat damit nicht so große Probleme wie ich. Ich bin halt die Mutter und denke darüber anders.

Ich habe hier sehr junge Nachbarn, wir sprechen zwar alle zusammen, aber das war es dann auch. Viel ist mir seit meiner Krankheit nicht mehr geblieben und da ich jetzt nicht mehr arbeite, ist der Kontakt auch weggebrochen.

Aber ich denke, irgendwann kommen andere Menschen in mein Leben, denn ich habe mich sehr verändert. Ich habe durch meine Krankheit viel gelernt und bin dabei immer noch weiter zu lernen.

Renan

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han ist offline
han
Beiträge: 274
Seit: 06.11.09
Hallo Renan,
darf ich fragen was du für eine Krankheit hast?

Hast du schon mal überlegt, ob dein Sohn dir nicht so viel aus seinem Leben erzählt, weil er dich nicht belasten möchte? Dies verhält sich so bei den meinen. Sie wollen mir nicht noch mehr aufladen, so zu sagen.
Wenn er selbst auch Probleme hat ist es doch evtl. auch so dass er momentan nicht so belastbar ist.
Bei euch scheint mir eher so Unausgesprochenes zwischen zu stehen. Weiß er denn wie gerne du es hättest wenn er sich auch mal meldet und nicht nur du die Initiative ergreifen mußt?

Schon gut wenn du dich aus seinen Beziehungsproblemen raushälst. Das scheint ja auch nicht gerade so optimal mit den beiden zu funktionieren. Hängt man sich in so was rein, dann ist man am Ende der Sündenbock. Das ist dann für die Betroffenen auch sehr einfach ihren Anteil an der Angelegenheit sozusagen abzuladen.

Das kenn ich allerdings auch: wenn man will geht alles. Grundsätzlich denke ich halt auch viele geht - manches aber nicht.
Geht es denn gar nicht mal deinen Sohn zu besuchen? Abgeneigt scheint er doch nicht zu sein. Einfacher wäre es wohl wenn er kommen würde. Das könnte sich doch aber dann ergeben.


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