Vergiftung oder Entgiftung bei Sanierung ?

23.09.08 10:25 #1
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steinmi ist offline
Beiträge: 131
Seit: 04.11.07
Hallo an alle,
brauche mal wieder Eure Hilfe.

Vor 6 Tagen hatte ich meine 4. Teil-OP zur Kiefersanierung. Alle OPs zuvor waren bislang problemlos und ich hatte anschließend deutliche Verbesserungen gespürt.
Nun wurden im Bereich 11 und 12 (Leerstelle) alte Wurzelfüllungsreste entfernt, die Leerstelle 46 ausgefräst und 48 extrahiert und ausgefräst. 47 habe ich nach mehrfacher Überlegung stehen lassen, da er mit 45 als Brückenpfeiler dient und ein sehr aktive kaubereich für mich ist. Allerdings sind 45 und 47 stark beschliffen und die Substanz geschädigt, so daß meine Zahnärztin sagte, es sei besser wenn zumindest 47 mittelfristig gezogen würde.
Wie dem auch sei: Drei Tage nach der OP entzündete sich die Extraktionswunde, eventuell durch Bakterien, die durch Essensreste in die Wunde gelangten, eventuell aber auch aus anderen Gründen. Scheinbar ist das Problem im Bereich 48 und 47. Durch Sauberhalten der Wunde (Wasserstoffperoxid oder Hexoralspray) habe ich das Problem nicht verbessern können. Die Schmerzen wurden mehr, der Eitergeschmack auch.

Gestern wurde bei meinem Zahnarzt die Extraktionswunde geöffnet, mit einem scharfen Löffel gesäubert und ein Gazestreifen mit einem Medikament eingelegt. Auf ein Antibiotikum wurde vorerst verzichtet, da es eine ganzheitlich orientierte Praxis ist und man erst andere Wege gehen wollte. Die Bakterien wurden getestet, Tetracyclin würde ansprechen, falls es sich noch um die selben handelt, die direkt nach Extraktion vorhanden waren.

Nun kommt es: 4-5 Stunden nach dem Einlegen des Streifens bekam ich Kopfschmerzen wie noch nie. Die Schmerzen an der Wunde wurden weniger, aber ich dachte mein Kopf platzt. Die Nacht habe ich nur mit Ibuprofen 400mg überstanden. Die Wirkung der Tablette läßt langsam nach und die Kopfschmerzen scheinen sich wieder einzustellen. Nach Rückfrage beim Zahnarzt ist das Medikament im Streifen: Walkhoffs CHKM Lösung Dental (71,2% Campher, racemischer, 1,7% Levomenthol und 27,1 % 4-Chlorphenol) vermischt mit dem Lokalanaestetikum Anaesthesin N Puder (6% Benzocain + Talkum + Magnesiumstearat).

Ich bin mir sehr sicher, daß die Kopfschmerzen mit der Behandlung zusammenhängen, da ansonsten nichts wesentliches passiert ist. Allerdings habe ich anschließend noch eine Ozonbehandlung mit Magnesium und Vitamin C bekommen. Nur das habe ich zuvor auch nach OPs gemacht und es hat nie Probleme gegeben.

Hat jemand eine Vermutung woher die Kopfschmerzen kommen ? Ich hatte schon vermutet, daß eines der Inhaltstoffe eine ähnlich aufwirbelnde Wirkung für Schwermetalle hat wie Koriander oder andere Engiftungsmittel.

Da die örtlichen Schmerzen auch wieder etwas zunehmen überlege ich, den Zahn doch noch ziehen zu lassen. Dann könnte ich auch das Medikament entfernen. Oder doch Tetracyclin ?

Jede Hilfe wäre sehr willkommen.
Danke
steinmi

Vergiftung oder Entgiftung bei Sanierung ?

toxdog ist offline
Beiträge: 1.021
Seit: 06.05.07
Hallo,

CHKM ist ein Desinfektionsmittel bei der Wurzelkanalbehandlung. Die lokalen Schmerzen werden weniger duch das Lokalanasthetikum (logisch oder). Die Reizwirkung von CHKM etc. kannst Du leicht belegen indem Du Dir einen Tropfen davon auf den Handrücken geben läßt und daran riechst.

Ich halte Deinen Verdacht für plausibel und behaupte ein AB-Streifen mehrfach gewechselt wäre harmloser gewesen, auch wenn die Behandlung arbeitsaufwendiger gewesen wäre.

CHKM ist für mich genauso ganzheitlich wie Domestos (ein vielbeworbener Rohrreiniger). Hilfsstoffe dieser Art gab es schon vor der Entdeckung von AB's. Man kann es als traditionell bezeichnen aber ganzheitlich? Ja, so ganzheitlich wie ein Faustkeil aus Feuerstein!


entschuldigt den zynischen Unterton, gute Besserung von Thomas

achja: Campher http://de.wikipedia.org/wiki/Campher und auf den Titel bezogen stimme ich für Vergiftung!

Geändert von toxdog (23.09.08 um 12:30 Uhr)

Vergiftung oder Entgiftung bei Sanierung ?

Angie ist offline
Beiträge: 3.390
Seit: 18.04.08
Hallo steinmi,

ich habe das Mittel nach Zahnextraktion auch in die Wunde reinbekommen.

Mir gings hinterher hundeelend, hatte Herzrasen, Sehstörungen u. Kopfschmerzen.(hab den Streifen dann selber rausgeholt).

Viele Grüße

Angie

Vergiftung oder Entgiftung bei Sanierung ?

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.242
Seit: 28.03.05
Hallo steinmi,

ich vermute auch, dass dieses Desinfektionsmittel nicht verträgst.

Wahrscheinlich wirst Du Zahn 5 und 7 auf Dauer nicht erhalten können, wenn diese auch Amalgamgefüllt waren.
Meist entwickeln sich die Nebenherde zu Hauptherden, wenn die Hauptherde entfernt sind. Das hängt natürlich von einigen Faktoren ab, ob das so sein wird.

Liebe Grüße
Anne S.

Vergiftung oder Entgiftung bei Sanierung ?
oli
Hi Steinmi,

besteht eventuell die Möglichkeit, dass der ZA die Wunde steril ausspült, Du ein AB nimmst und eine Ozoninfusion, und die Sache dann vernäht wird ?

Bei meiner OP im 2er Quadranten entzündete sich die Wunde kurz nach der OP noch im Zahnarztstuhl. Klar, das geht eigentlich nicht, aber es schmeckte und roch immernoch stark danach. Das Sekret kam aus der Wunde und lief den Rachen hinunter. Ich reklamierte das und bekam zu hören, das sei kein Problem. Ich nahm kurz darauf ein AB ein und sofort nach der Einnahme war das Phänomen verschwunden.

Seitdem ist es bis auf leichte Probleme ruhig dort oben. Kann sein, dass immernoch eine chronische Entzündung dort ist, diese ist dann aber wesentlich kleiner, als die ursprüngliche - das merke ich.

Ich empfände es als Nachteil, wenn die Wunde offen ausheilen würde (Keime usw).

Meine Rangfolge der Massnahmen ist:

Zunähen wie oben > Ab-Streifen > Campherstreifen (ist eigentlich keine Option)

Viel Glück, gute Besserung und alles Gute !

Vergiftung oder Entgiftung bei Sanierung ?

steinmi ist offline
Themenstarter Beiträge: 131
Seit: 04.11.07
Vielen Dank für Eure Hilfe,

vor 7 Sunden hat mir meine ZÄ die Wunde gespült und einen Tetrazyklinstreifen eingelegt. (Ohne Betäubung. Ich wollte mal MANN spielen in der Überzeugung, eine Betäubung würde bei einem entzündeten Kiefer sowieso nicht viel helfen. => ich bin an die Decke gegangen wie ein HB-Männchen )

und nun ... Ruhe is... keine Schmerzen, kein Klopfen, kein explodierender Kopf ... AB sind manchmal ein Segen.

Nur zur Erläuterung. Alle bislang 4 OPs habe ich bei Dr. O machen lassen. Sie arbeitet sehr sorgfältig und sauber und näht zu ohne AB. Alle OP Wunden, teilweise sehr umfangreich, sind tadellos abgeheilt. Trotzdem haben wir jedesmal alle Bakterien in den Extraktionswunden analysiert. (Bis auf einmal waren alle Bakterien auf Tetrazylin empfindlich). Die operierten Bereiche wurden auch letzten Mittwoch zugenäht. Lediglich die Extraktionswunde des 48er wurde offengelassen. Dies ist wohl auch üblich. Der Blutpfropf, der sich in der Wunde bildet, verschließt die Wunde normalerweise. Allerdings kann der durch Essen, Reinigung oder Spielen mit der Zunge entfernt werden. Wenn es dann noch im UK ist, dann können schnell Essensreste oder Bakterien reinkommen, die nicht leicht zu entfernen sind. Möglicherweise war das bei mir der Fall. Der Blutpfropf war jedenfalls schon am ersten Tag nicht mehr vorhanden. Deshalb mein Ausspülen.

Meine Zahnärztin in Krefeld erklärte mir heute, daß es jetzt eben keine primäre Heilung (Blutpfropf) geben würde, sondern eine Sekundäre Heilung mit AB Streifenwechsel und Zuwachsen von innen heraus. Das dauert jetzt eben etwas länger. Sie hat mich gefragt, ob ich die Streifen alleine wechseln möchte und mir direkt Material mitgegeben.


Nun über meine Ärztinnen kann ich mich wirklich nicht beklagen.
Aber um noch mal auf das Anfangsthema zurückzukommen.
KAMPHER kommt mir nicht mehr in den Kiefer

Wikipedia: Sicherheitshinweise
Es wirkt auf das Zentrale Nervensystem und die Niere, in höheren Dosen auch auf das Atemzentrum. Campher ist durchblutungsfördernd und schleimlösend. Es führt aber auch zu Übelkeit, Angst, Atemnot und Aufgeregtheit. In Überdosis oral eingenommen kommt es zu Verwirrtheits- und Dämmerzuständen, Depersonalisation, extremen Déjà-vu-Erlebnissen, Panik und akuten tiefgreifenden Störungen des Kurzzeitgedächtnisses bis hin zu Amnesie und epileptischen Anfällen. Die tödliche Dosis für einen Erwachsenen liegt bei circa 20 g. Der Metabolismus geht zunächst über vom Campher abgeleiteten Alkoholen wie dem 2- beziehungsweise 3-Borneol, welche in der Leber weiter zu Glukuroniden der Borneole verstoffwechselt werden. Alle Metaboliten werden schließlich über den Harn ausgeschieden.



Gruß steinmi

Geändert von oli (24.09.08 um 16:29 Uhr) Grund: Schriftgröße 6 verkleinert


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