Was ist mit den Angehörigen von Heroin-Süchtigen?

23.07.08 23:18 #1
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Was ist mit den Angehörigen von Heroin-Süchtigen?

melonto ist offline
Themenstarter Beiträge: 7
Seit: 23.07.08
Hallo Sine,

er hat eine klinik gefunden in istanbul. aber er kümmert sich nicht wirklich darum. und ich hab keine kraft mehr. heute hab ich gelesen dass Christiane F nach einigen jahren auch wieder rückfaellig geworden ist. somit hab ich die hoffnung nun entgültig aufgegeben und ihn mittlerweile auch. wir haben gar keinen kontakt mehr seit 2 wochen. denke es ist besser so. für mich.

Liebe grüsse
Katja

Was ist mit den Angehörigen von Heroin-Süchtigen?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Katja!
Ja, das ist sehr traurig.
Trotzdem triffst du die richtige Entscheidung. Solange ER nicht hunderprozentig von seiner Sucht loskommen will, kann sich die ganze Welt rundherum auf den Kopf stellen, es wird nicht helfen.
Du ziehst eine ganz klare Linie und das ist für ihn hilfreicher als alles andere, das du tun kannst.
Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft, damit umzugehen und freue mich auch in Zukunft darauf, von dir zu lesen!
Liebe Grüsse, Sine

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Sevta1 ist offline
Beiträge: 179
Seit: 18.07.08
Koks ist wirklich schlimm. Ich hatte mal eine Schulkollegin und die hat sich das Zeug voll reingepumpt. War kein nettes Bild. Es gibt doch sicher Hilfegruppen, wie es bei den Alkoholikern auch gibt. Also im Internet findet man reichlich www.imedo.de/group/overview/index/887-keinkonsum wo man mit anderen Süchtigen diskutieren und Erfahrungsberichte tauschen kann. Dann gibt es auch höchstwahrscheinlich reale Treffpunkte für solche Leute.

Was ist mit den Angehörigen von Heroin-Süchtigen?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Sevta.
Nur zur Richtigstellung: melontos Freund war Heroinsüchtig, Koks war nicht das Thema.
Ich wäre jedoch interessiert daran, mehr über deine Erfahrungen mit deiner kokainsüchtigen Schulkollegin zu lesen! Dieses Thema kam bis jetzt etwas zu kurz in der Suchtrubrik.
Das Problem war, dass scheinbar Entzugskliniken in der Türkei nicht so breit gestreut sind wie hier bei uns.

@ Katja: Ich würde mich freuen, wenn du hier wieder mal hereinschaust und uns erzählst, wie es deinem Freund ergangen ist und vor allem, wie es dir selber geht!

Liebe Grüsse, Sine

Was ist mit den Angehörigen von Heroin-Süchtigen?

Heather ist offline
Beiträge: 9.809
Seit: 25.09.07
Ich hatte seit ich zehn Jahre alt war eine gute Freundin, die dann bereits zwei Jahre später, mit zwölf, auf die schiefe Bahn, wie man das so schön formuliert, geriet. Ich kann heute nicht mehr sagen wie oder warum, sie ist einfach irgendwie in diese Szene reingerutscht.
Am Anfang fand sie es noch witzig sich irgend etwas einzuwerfen oder zu spritzen, war sie doch immer "gut drauf", jedoch als sie dreizehn war wurde die Sache richtig ernst, da von Spaß inzwischen keine Rede mehr sein konnte.

Ihre Eltern hatten inzwischen gemerkt, dass etwas nicht stimmte, jedoch hatten sie keine Ahnung was tun, "sie war halt schon immer ein schwieriges Kind..."! Die kleinere Schwester sei schon immer so brav, halt ganz anders gewesen.

Dann landete sie beim Heroin und es dauerte nicht lange bis sie zum ersten Mal, mit noch einer anderen Freundin (die ebenfalls irgendwie keinen Bezug zu ihren Eltern hatte, was mir damals immer irgendwie seltsam vorkam, sie war eigentlich eher das nette Mädchen von nebenan, eine Streberin), von zuhause abgehauen ist, nach Frankfurt/Main (üppige Drogenszene )! Die Beiden riefen mich von dort an und somit wusste ich halt wo sie waren. Nun, was sollte ich tun als ihre Mutter weinend bei mir zuhause anrief, ich habe halt gesagt was ich weiß. Sie wurden gefunden und heimgeholt.
Die Zwei machten mir aber keine Vorwürfe, das hätte mir damals das Herz gebrochen, ich wollte sie ja nicht verlieren...

So nach und nach gingen unsere Wege dann doch auseinander da wir nun in verschiedenen Schulklassen waren und ich mit der Drogenszene nichts zu tun haben wollte, hatte ich doch schon einen Bruder der in dieser Zeit diesbezüglich auch genug Probleme hatte.

Wieder eine Zeit später, wir waren inzwischen sogar auf verschiedenen Schulen, erfuhr ich sie sei in Paris. Ich ahnte nichts Gutes, jedoch was sollte ich tun, sie war für mich doch schon unerreichbar als ich noch ganz eng mit ihr befreundet war. So machte ich mir wieder Sorgen, "mit gebundenen Händen".

Als ich ca. 16 oder 17 J. war traf ich in ihrem Wohnort ganz zufällig noch ein letztes Mal auf ihre Familie. Gleich fragte ich sie wie es ihr denn gehe, hoffte ich doch zu hören, dass sie diese schreckliche Phase endlich überwunden hat. Ihre Eltern waren stumm, nur ihre Schwester sagte mir sie sei in Paris an Herzversagen gestorben!

Ich war sprachlos, war mir doch sofort klar warum bzw. von was sie gestorben ist. Seitdem habe ich nie wieder etwas davon gehört.
Noch heute denke ich oft an sie und es tut mir sehr leid sie verloren zu haben.


Liebe Grüße.

Heather
__________________
Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

(Albert Einstein)

Was ist mit den Angehörigen von Heroin-Süchtigen?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Liebe Heather.
Ich danke dir für deine Schilderung!
Es ist für Familie und Freunde eines süchtigen Menschen immens schwer, damit umzugehen.
Heroin hat für mich dahingehend sogar noch eine Sonderstellung, dass sich die Süchtigen sehr weit von ihrem " Ich " entfernen.
Gewalt, Prostitution, Diebstahl, Dealen, all das wird oft Realität in dieser Szene.
Die Angehörigen haben oft keine Möglichkeit, darüber zu reden, weil das Verständnis dafür von Nichtbetroffenen kaum aufzubringen ist.
In der Schweiz kann man sich auch als Angehörige an eine Drogenberatungsstelle wenden.
Dort weiss man um die Sorgen und wird verstanden.
Liebe Grüsse, Sine

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Smoki ist offline
Beiträge: 19
Seit: 08.08.10
Hallo ! Ich weiß garnich wie ich Anfangen soll . oki
Mein Freund ist leider auch seit meheren Jahren HH.abhängig & wir sind jetzt fast 2 Jahre zusammen. Natürlich habt ihr alle recht wenn ihr sagt so jemand kann man nicht helfen nur er sich selbst. Doch soll ich meinen Freund deshalb verlassen , er hat ja auch sehr liebenswerte Seiten an sich ? !
Nur mein Problem ist das ich manchmal nicht weiß wie ich mit ihn reden soll , da er es meißt als Verltzend & nicht respektvoll empfindet. Dabei mein ich es nicht böse & er verstehst falsch. Weiß daruf jemand einen Rat ?

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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Sine Beitrag anzeigen
Heroin hat für mich dahingehend sogar noch eine Sonderstellung, dass sich die Süchtigen sehr weit von ihrem " Ich " entfernen.
Gewalt, Prostitution, Diebstahl, Dealen, all das wird oft Realität in dieser Szene.

Liebe Grüsse, Sine
Auch Alkoholiker entfernen sich weit von ihrem Ich. Aber bei Junkies ist das nochmal viel extremer. Der Mensch verändert sich total und nichts ausser Heroin ist ihm mehr wirklich wichtig.
Durch die Schwierigkeiten der Beschaffung und das Finanzierungsproblem, was es bei Alkohol durch die leichte Verfügbarkeit und den geringen Preis so erstmal nicht gibt, werden oft ganz schnell kriminelle Mittel angewandt. Da gibt es bei den Meisten nach relativ kurzer Zeit den Punkt, wo man sich das nicht mehr nebenbei finanzieren kann und auch nicht mehr davor zurück geschreckt wird, seine Anghörigen zu beklauen.
Da kann man man einem Junkie nicht mehr glauben, weil er lügt, was das Zeug hält und sein ganzes Denken sich nur noch um den Konsum dreht.
Ich denke das kein anderer derart zum Sklaven seiner Sucht wird wie ein Heroinabhängiger.

@Smoki
dein Freund versteht da gar nix falsch. Er versteht es genau richtig.
Er will konsumieren und Du willst ihn daran hindern. Also wird er tunlichst versuchen entsprechende Diskussionen zu vermeiden. Aus seiner Sicht vollkommen logisch.

Süchtige haben immer Gründe warum sie konsumieren müssen oder wollen und ihren Konsum mit Händen und Füssen verteidigen.
Bis sie möglicherweise an den Punkt kommen an dem sie erkennen, dass sie süchtig sind und dies der falsche Weg ist.
Bis dahin muss idR. viel passieren und viele Menschen müssen leider erst ganz unten gewesen sein, bis sie an diesen Punkt kommen.

Die einzige Frage, die für den Grad der Abhängigkeit mMn. von Belang ist: Ist er bereits an der Nadel oder schnupft er noch?
__________________
Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Es interessiert mich auch wie er abhängig ist.

LG, Difi
__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt! -- Einstein --

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Sunnybo ist offline
Beiträge: 56
Seit: 28.09.09
Ich habe zwar schon in einer anderen Ecke geschrieben, möchte aber gerne hier auch nochmal schreiben.

Eine Freundin von mir hat jetzt 1,5 Jahre Heroin geraucht. Sie macht zur zeit eine Entgiftung in einer Klinik. Für mich ist es das erste mal so etwas mitzuerleben. Ich besuche sie jeden Tag und Telefoniere zwischendurch mit ihr.
Es ist sehr schwer zu verstehen was gerade mit ihr los ist, wie sie spricht, reagiert usw.

Jeden Abend sagt sie mir am Telefon das sie nicht mehr kann und abbrechen wird. Und morgens ist sie wieder ganz motiviert.

Heute habe ich einen Termin bei Ihrer behandelnden Ärztin um Sie mal meine Fragen zu klären.

Ich hoffe für Sie das sie es durchsteht und endlich die Kraft hat ihr Leben in den Griff zu bekommen.

Alles Gute an alle hier!!!!
Gruß, Sunny


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