Ich möchte nicht mehr...

13.08.12 12:12 #1
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dixi ist offline
Beiträge: 12
Seit: 04.06.12
Heute ist der erste Tag nach dem Urlaub und ich sitze im Büro, kann mich nicht konzentrieren, bin genervt, gestresst (mein Herz klopft), sehe nicht durch und würde am liebsten alles hinschmeissen und einfach nach Hause ins Bett gehen.

Kurz zu mir:
Ich bin bald 22, arbeite als Kauffrau mit einem Arbeitsweg von 100 km pro Tag (bin zum Partner gezogen). Ich hatte eigentlich eine schöne Kindheit, jedenfalls bevor die Schule begann. Ich denke zwar heute, dass ich wahnsinnig viel verpasst habe und viel zu brav war. Oft wurde ich wegen meines Übergewichts gehänselt (vor Kurzem Normalgewichtig geworden, weitere Abnahem folgt), aber ich konzentrierte mich auf die Schule, meine Noten und verbrachte meine Freizeit mit meinen Haustieren. So war es einiermassen auszuhalten. Ich hatte engen Kontakt mit meiner Patin, die sich irgendwann zurückgezogen hat und vor zwei Jahren ums Leben kam. Meine Eltern hatten eine tolle Beziehung, bis sich dieses Blatt vor rund 4 Jahren gewendet hat. Mein Vater hatte eine Affäre... Sie sind noch zusammen, aber naja... Auch meine Berufslehre habe ich mit Topnoten abgeschlossen und die anschliessende berufsbegleitende Berufsmaturität war ebenfalls Okay für meinen Einsatz (mir fiel es immer leicht und ich musste nie wahnsinnig viel lernen). Doch trotzdem bin ich unzufrieden mit meinem Leben. Würde gerne daraus ausbrechen, etwas verändern. Nicht bis zur Pensionierung an meinen Arbeitstisch hocken und sinnloses Zeugs erledigen... Mein Traumberuf als Kind war immer Tierärztin. In der Oberstufe wollte ich aber Geld verdienen und habe mich für eine Lehre entschieden. Heute kann ich es mir finanziell nicht mehr leisten zu studieren (Wohnung, Auto etc). Allgemein sieht's finanziell im Moment schwierig aus, weil mein Freund mitten in einer Zweitausbildung steckt.

Auch in den letzten drei Wochen, ich hatte Urlaub, kam ich oft an meine Grenzen. Kleine Alltagsprobleme überforderten mich, mein Freund (wirklich meine grosse Liebe) musste einige Male unter meinen Stimmungsschwankungen/Verlustängsten/depressive Stimmung leiden und ich habe Angst, dass es irgendwann zu viel wird. AUch an den Wochenenden (vor allem Sonntags) falle ich oft in ein Tief.

In den letzten paar Monaten konnte ich bei mir oft eine Antriebslosigkeit feststellen. An Dingen, die mir früher Freude bereitet haben, kann ich mich schon länger nicht mehr erfreuen. Auch meine Vereinstätigkeiten- und aufgaben werden immer mehr zur Last als zur Freude.

Oft war ich die drei letzten Jahre krank (3 x Bronchitis mit Antibiotikagabe, 2 x Angina mit anschliessender Stomatitis, dauernd erkältet und oft Halsweh, Reizdarm bzw. Unverträglichkeiten, vermehrter Haarausfall, Rücken bzw. Nackenschmerzen, immer am frieren, oft Kopfschmerzen und ständig Müde... um nur einiges zu erwähnen) und mein Arzt meinte immer, dass dies an der Mehrfachbelastung liegt, der ich von 2009-2011 ausgesetzt war (direkt nach der Lehre). In dieser Zeit absolvierte ich eine berufsbegleitende Weiterbildung, zusätzlich kam der Verein etc. dazu und ein Job, der nicht wirklich meine Interessen beinhaltete. Erholungsphasen gabs keine. Er versicherte mir, dass alles ab Sommer 2011 besser wird.
Ich begann einen neuen Job. Ich habe immer etwas Mühe mit neuen Situationen, aber ich bekam tolle Feedbacks meines Vorgesetzten und auch das Team war nicht übel. Im Herbst/Winter/Frühling war es wahnsinnig streng, 11 Stunden Arbeitstage waren nicht selten, nebenbei noch die privaten Verpflichtungen. Oft zog ich mich ins Lager zurück, um meinen Gefühlen kurz freien Lauf zu lassen. Auftritte mit dem Verein, Wochenenden allgemein konnte ich nicht mehr geniessen. Ich hatte immer schlechte Laune, konnte mich nicht mehr freuen... Ich litt sehr darunter, da auch hier mein Freund wieder der leidtragende war. Kurz gesagt: nah am Wasser gebaut, leicht reizbar, unmotiviert..

Ich denke oft über die Sinnlosigkeit des Lebens nach, fühle mich einsam, bin gleichzeitig aber froh, wenn ich allen aus dem Weg gehen kann, kann mich kaum noch aufraffen arbeiten zu gehen, habe oft Alpträume.

Im Job verberge ich meine Gefühle, was mir zunehmend schwerer fällt, aber meine Arbeitsleistung nimmt ab. Für Aufgaben, für die man eigentlich 5 Minuten bräuchte benötige ich 1 Stunde, in einer schlechten Phase, wenn ich alleine bin und mich nicht zusammenreissen muss. Bis jetzt wurde aber davon noch nichts bemerkt. Ich bin zwar weiterhin wissensbegierig, sauge Infos zu Themen die mich interessieren regelrecht auf... aber seit Monaten dominieren die schwarzen Gedanken... immer wieder holt mich alles ein.
Niemand nimmt mich ernst. Mein Freund merkt zwar immer, wenn's mir nicht gut geht, weiss aber auch nicht was machen und schiebt es auf meinen Job und meine Mutter fängt ebenfalls an zu klagen, sobald ich etwas loswerden will. Andere Personen habe ich nicht, mit denen ich über Gefühle sprechen kann bzw. möchte.

Es ist lang geworden und ich könnte wohl noch viel mehr schreiben. Danke fürs Lesen... vielleicht habt ihr mir ja den einen oder anderen Tipp...

Geändert von dixi (13.08.12 um 12:55 Uhr)

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Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Hallo dixi
Du hast schwierige Zeiten hinter Dir, und evtl. hat Deine Seele einfach genug, und an Deinem Körper hast Du etwas Raubbau getrieben, und er kann mit all den Belastungen einfach nicht mehr umgehen.
So wie es scheint, hast Du Dir auch nie eine richtige Auszeit genommen nach Deinen Erkrankungen mit Antibiotika, und Dein Körper kam zunehmend in Stress-das kann in Multisystemerkrankungen enden so wie zb. CFS/ME
Nur Du kannst Stop sagen, Dich zurücknehmen, und anfangen gut zu Dir zu schauen. Habe den Mut dazu-Du bist noch sehr jung. Lies Dich mal ins Thema CFS Startseite ein, und evtl. kannst Du ja auch einen Spezialisten aufsuchen.
Hoffe sehr, dass sich Deine Situation bald klärt. Wünsche Dir viel Geduld und
Alles Liebe
KARDE

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dixi ist offline
Themenstarter Beiträge: 12
Seit: 04.06.12
Zitat von Karde Beitrag anzeigen
Hallo dixi
Du hast schwierige Zeiten hinter Dir, und evtl. hat Deine Seele einfach genug, und an Deinem Körper hast Du etwas Raubbau getrieben, und er kann mit all den Belastungen einfach nicht mehr umgehen.
So wie es scheint, hast Du Dir auch nie eine richtige Auszeit genommen nach Deinen Erkrankungen mit Antibiotika, und Dein Körper kam zunehmend in Stress-das kann in Multisystemerkrankungen enden so wie zb. CFS/ME
Nur Du kannst Stop sagen, Dich zurücknehmen, und anfangen gut zu Dir zu schauen. Habe den Mut dazu-Du bist noch sehr jung. Lies Dich mal ins Thema CFS Startseite ein, und evtl. kannst Du ja auch einen Spezialisten aufsuchen.
Hoffe sehr, dass sich Deine Situation bald klärt. Wünsche Dir viel Geduld und
Hallo Karde, vielen Dank für die rasche Antwort. Ich werde mich dort mal einlesen... obwohl ich besser arbeiten würde

Im Moment weiss ich einfach nicht, was ich machen soll. An einem anderen Ort bewerben? Dann habe ich Angst, dass ich nach spätestens 6 Monaten wieder am gleichen Ort bin, mich langweile an der Arbeit, obwohl ich gleichzeitig mit allem überfordert bin, wieder das Gefühl habe älter zu werden und Chancen zu verpassen etc.
Zum Hausarzt gehen (Hausarztmodell) wie schon so oft? Ich bringe es nicht fertig Klartext zu reden. Symptombehandlung betreiben wir schon seit Jahren... die Ursachen dafür scheinen aber egal zu sein. Aber ich bin ja auch selber schuld. Jahrelanges Training lässt mit immer ein Lächeln aufsetzen, obwohl ich innerlich zereisse. Sobald ich wieder im Auto hocke nach dem Arzt, weine ich. Mir ist es peinlich mit ihm über meine seelischen Probleme zu sprechen. Aber was muss passieren?...

Ich möchte nicht mehr...

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Zitat von dixi Beitrag anzeigen
die Ursachen dafür scheinen aber egal zu sein. Aber ich bin ja auch selber schuld. Jahrelanges Training lässt mit immer ein Lächeln aufsetzen, obwohl ich innerlich zereisse. Sobald ich wieder im Auto hocke nach dem Arzt, weine ich. Mir ist es peinlich mit ihm über meine seelischen Probleme zu sprechen. Aber was muss passieren?...
Liebe dixi
das ist oft ein Problem, dass man sich sehr lange zusammenreisst, obwohl man eigentlich ja schon nicht mehr richtig kann.
Aber es ist ja nicht mehr nur Seelisch--Dein Körper leidet auch sehr, und da ist es nötig ein Weg zu finden, wo Du Dich nicht mehr übergehst, sondern Dich auch wieder richtig erholen kannst.
Was ist bei Dir mit Amalgam, Candida etc ? Evtl. suchst Du einen Arzt der auch mit Komplementärmedizin arbeitet, da findet man zb. mit Kinesiologie, Bioresonanz etc auch gestörte Bereiche, die man im normalen Blutbild nicht findet.
Gib acht auf Dich, das Leben ist sehr kostbar
KARDE

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stern73 ist offline
Beiträge: 1
Seit: 09.10.12
Liebe Dixi

Die von Dir geschilderten Situation(en) kenne ich aus eigener Erfahrung, leider. Aus diesem Grund schreibe ich Dir, bin sonst auch nicht der grosse Ratgeber...

Du musst Dich nach den Ursachen fragen. Kann es sein, dass Du immer auf die anderen / oder für andere was gemacht hast (für die Eltern brav gewesen, gute Noten um evt. den Mitschüler zu imponieren, für den Freund 100km Arbeitsweg...)? Friss nicht alles in Dich rein. Du musst lernen Dich abzugrenzen.

Du bist erst 22 aber hast Deine Träume schon (fast) aufgegeben, warum? Du hast die Resourcen (Inteligenz u. v. m.) um den Traum vom der Tierärztin zu erreichen, wenn Du willst, kannst Du es!!!! Wenn Du Deine Wünsche nicht erfüllst, oder bewusst zurück steckst, wirst Du das ganze Leben das Gefühl haben, ein Opfer zu sein. Denk mal darüber nach, das ganze Leben liegt vor Dir. Schau nicht zu fest auf die (finanziellen) Probleme (Du bist keine Träumerin, das sieht man, aber sei auch keine die nur die Probleme sieht, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg). Dein Freund macht eine Ausbildung, warum Du nicht (auch)?

Steh zu Dir, steh zu Deinen Gefühlen, steh zu Deinen Wünschen, bist Du es geht um Dich! Kann es sein, dass Du zu fest auf das Äussere schaust, so wie es die Eltern getan haben so nach dem Mott... "nach Aussen muss alles stimmen..." im Inneren sieht aber alles anders aus, es kommt aber wesentlich auf das Innere an, wenn das Innere stimmt, stimmt auch das Äussere!

Mach Dir auch nicht zu viele Gedanken wegen dem Freund, in erster Linie geht es um Dich, wenn es Dir schlecht geht, geht es auch dem Freund schlecht, wenn es Dir gut geht, geht es auch dem Freund gut.

Warum bist Du einsam? Warum kannst Du nicht mit dem Freund reden? Ist es der richtige Freund? Was erwartest Du von einer Beziehung? Du brauchst eine Vertrauensperson! Auf Dich allein gestellt, läufst Du auf! Wahrscheinlich hast Du ein kleines Selbstwertgefühl und hast Angst ihn zu verlieren, wegen dem tolerierst Du vieles und "opferst" Dich - bewusst, oder unbewusst- auf.

Du suchst den Sinn des Lebens. Bete doch einmal. Du bist wertvoll!!!!

Kommet alle zu mir die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch Ruhe geben. Matthäus 11.28

Ich hoffe Dir mit den Zeilen geholfen zu haben und grüsse Dich !

Liebe Grüsse

stern73

Ich möchte nicht mehr...
LieberTee
Liebe dixi,

ich habe gerade (da schlaflos) Deine Zeilen gelesen und habe zurückdenken müssen an die Zeit, als ich 22 Jahre jung war.

Im Wesentlichen schließe ich mich den Worten von Stern73 an. Denke an Dich selbst. Du bist die wichtigste Person in Deinem Leben.

Deine eigene Einschätzung, dass Dir Dein jetziger Beruf nicht gefällt, Dir keine positiven Herausforderungen bietet und Dich nicht mit Freude erfüllt, ist ganz sicher ein wichtiges Indiz dafür, dass Du noch einmal etwas ändern wirst. Denn Dein ganzes Berufsleben liegt noch vor Dir und die Freude an einer Tätigkeit und der Sinn, den Du darin siehst, für Dich etwas zu verwirklichen, wird nicht nur Dein Berufsleben prägen, sondern auch Dein Privatleben, ja Deine ganze Lebenseinstellung.

So wie Du schreibst, bist auf dem Weg in eine heftige Krise und Depression hineinzuschliddern. Da streikt dann eben auch Dein Körper. Er bekommt Deine Unzufriedenheit mit und zeigt Dir ja deutlich, wie Du schon schreibst: ich möchte nicht mehr.... Finde dringend heraus, was Du nicht mehr möchtest und vor allem, was Deine sehnsüchtigsten Wünsche im Leben sind.

Zum Anfang zurück, mein Erinnertwerden an die Zeit, als ich in Deinem Alter war. Ich muss lächeln, denn auch ich dachte in Deinem Alter, dass all meine Wünsche sich erledigt hätten, ich sei zu ALT zum studieren, kein Geld.....und so weiter. Ich habe dann ein Kind bekommen (wie es sich gehört zwar, aber auch ein Wunschkind), aber die Ehe zerbrach an meinen eigenen unterdrückten Bedürfnissen und an der heftigen Depression, die ich u.a. auch daraus entwickelte. An meinen Wünschen, die ich nicht wahr- und wichtighaben wollte. Erst viele Jahre später wachte ich auf und holte das Studium nach, was mit Kind und alleine ziemlich schwierig war, aber es war möglich, obwohl die alle Gründe, die mit 22 dagegen sprachen, sich ja nun potenziert hatten. Und doch war es möglich!

Höre auf Deine Wünsche und Träume und stelle sie nicht für andere zurück. Wenn Du glücklich und zufrieden bist, kannst Du auch mit Partner glücklich und zufrieden sein. Und wenn Du etwas wirklich willst und ersehnst, dann schaffst Du es, alle Hürden zu überwinden.

Wenn Du bei Deinen aktuellen Problemen kurzfristige Untestützung benötigst, und dafür solltest Du Dich auf gar keinen Fall schämen, dann versuche es einmal mit der Logotherapie oder Logoberatung.

Ich habe mal nach einem Schweizer Link gesucht und diesen gefunden.

"Schweizer Institut für Logotherapie und Existenzanalyse: Beratungs- und Therapieangebot

suche logotherapie - Webliste Schweiz

Mehr Hintergründe zur Logomedizin findest Du vielleicht auf Dieser deutschen Seite.
Logoberatung - Logomedizin

Körper, Geist und Seele sind untrennbar und man kann sie nicht einzelnd sehen, daher kommst Du mit der herkömmlichen Schulmedizin wahrscheinlich nicht weiter. Scheue und schäme Dich nicht, Dich um Deine Weiterentwicklung zu kümmern. Und wenn sich das dann Psychotherapie oder -beratung nennt, schäme Dich nicht dafür. Du bist in Deinem Leben der wichtigste Mensch, denn Dein Leben lebt keiner für Dich!

Alles Gute und Liebe

LieberTee

P.S. Und bitte ruhig Gott, Dir zu helfen! Das ist ein guter Weg auf Deinem Weg. Ich wünsche Dir so sehr, dass es ein glücklicher Weg wird. Du bist noch so jung. Sperre Dich nicht ein in Deine Ängste und Zweifel!

Ich möchte nicht mehr...

dixi ist offline
Themenstarter Beiträge: 12
Seit: 04.06.12
@stern73 & LieberTee Danke euch vielmals! Ihr spricht mir aus der Seele. Ich habe das Gefühl, dass du genau verstanden hast, wie ich mich fühle. Beten tue ich nicht, ich denke überhaupt nicht an Gott und würde mich als Atheist bezeichnen.

Ich denke schon, dass mein Freund der richtige Partner für mich ist. Wir können über praktisch alles reden, können lachen. Er unterstützt mich in jeder Hinsicht.

Mittlerweile hatte ich ein Gespräch mit meinem Hausarzt. Meine Mutter hat ihn auf meine Veränderungen angesprochen, nachdem ich mit ihr geredet habe. Er verschrieb mir vor einigen Wochen Antidepressvia (Cipralex) und überwies mich an eine Psychologin. Dort hatte ich bereits drei Therapiestunden. Es tut wirklich gut mit ihr zu reden. Manchmal ist man traurig, manchmal ist es auch rätselhaft, aber es tut einfach gut. Mittlerweile hatte ich selten noch ein richtiges Tief, war selten komplett am Boden zerstört. Ich bin zwar dauernd müde, konnte aber die letzten 10 Tage wieder etwas mehr schlafen und etwas erholen. Dafür träume ich nun wieder komplett seltsames Zeug. Auf der Arbeit kann ich mich zurzeit überhaupt nicht motivieren. Ich kämpfe mich täglich durch, lebe von Wochenende zu Wochenende. Doch wieso? Auch die Wochenenden sind ja nichts Besonderes....

Bezüglich Studium bin ich viel am überlegen. Ich weiss nicht, ob es der richtige Weg für mich wäre oder nur wieder eine Spinnerei. Ich liebe Tiere, aber ob ich mich genug für das Medizinische interessiere weiss ich nicht. Ich müsste die gymnasiale Matura nachholen und wer weiss, ob ich den Numerus Clausus überstehen werde, der danach noch folgen würde. Es gibt auch andere Berufe, die interessant zu sein scheinen, aber immer ist die Angst vorhanden, dass ich es nicht schaffe, irgendwann nicht mehr kann und aufgeben muss. Auch der Tierpflegeberuf reizt mich, aber die absolut miesen Lohnaussichten machen mir Angst. Ich möchte gerne irgendwann noch reisen gehen, vielleicht sogar eine Familie gründen... ich will kein Leben an der Grenze zum Existenzminimum. Meine Eltern haben gemeint, dass sie mich finanziell unterstützen würden, wenn ich studieren möchte. Das ist sehr schön. Trotzdem merke ich ein innerliches Sträuben in mir.

Gedanken, Gedanken, Gedanken...

Ich möchte nicht mehr...

Runaway ist offline
Beiträge: 516
Seit: 28.11.08
Gerade wenn Ihnen überhaupt nicht nach Fröhlichkeit zumute ist, sollten Sie laufen. Ihr Gehirn benötigt in diesem Moment dringend Katecholamine, die beim Laufen freigesetzt werden. Das sind Noradrenalin und Dopamin - zwei Hormone, die nichts anderes tun, als Glücksgefühle in Ihrem Körper auszulösen. Noradrenalin ist auch das Hormon, das bei positivem Stress ausgeschüttet wird. Es regt Ihren Körper zu Höchstleistungen an. Sie werden kreativ, haben Gedankenblitze und sind optimistisch.

Durch die Ausschüttung von Dopamin werden Ihre Gedanken nur so sprudeln. Ich bezeichne es auch als "Hormon der kreativen Menschen". Zusammen haben beide Hormone eine wahrhaft stimmungsaufhellende Wirkung...
Laufen und Joggen: Wie Bewegung glücklich macht - Gesundheitswissen

Versuch es einfach und fang an zu laufen, egal wie langsam, wie lange und wieviel Gehpausen dazwischen sind, einfach machen...

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Tilian ist offline
Beiträge: 98
Seit: 25.06.12
Hallo Dixi

Ich möchte Dir ans Herz legen Dir Deinen Berufswunsch zu erfüllen.
Es gehört zum Allerwichtigsten einer Tätigkeit nachzugehen, die Dich erfüllt und glücklich macht, denn schließlich verbringst Du dort den größten Teil Deines Lebens.
Auch wenn Du vorerst und für eine längere Zeit finanzielle Entbehrungen dafür hinnehmen musst, wie eine kleine günstige Wohnung und eventuell auch kein Auto zu haben, (Studenten leben meist am Existenzminimum) wird Dir das sinnvoll erscheinen, denn Du weißt wofür Du es tust.

Ich habe eine Tätigkeit die man liebt immer viel viel höher eingeschätzt als das Materielle.
Bzw, man sollte in sich gehen und ganz objektiv befragen was einem wichtiger ist, es gibt durchaus Menschen für die das Materielle vor ihrer Selbstverwirklichung steht und da sollte man realistisch sein und sich nicht selbst betrügen, seiner eigenen Zufreidenheit zuliebe.
Aber bei einem solchen Beruf wie Dir vorschwebt, würde das sich geringe Einkommen ja auch nur um eine begrenzte Zeit handeln, ein TA kann ganz gut von seinen Einnahmen leben, denke ich.

Wenn Dir das Lernen immer leicht fiel, wirst Du auch sicher keine großen Schwierigkeiten haben, Dein Ziel zu erreichen, auch wenn Du diesmal wirklich etwas dafür tun müssen wirst und es ansterngend werden kann.
Aber auch da weißt Du wofür Du Dir den ganzen Stress antust, was Dir ganz sicher hilft durchzuhalten.
Dass Du Selbstzweifel hast ist ganz ormal, aber Du solltest Dir bewusst machen, dass Du durchaus die Fähigkeiten besitzt, wie Du aus Deiner Vergangenheit weißt.

Wenn es nicht der TA-Beruf sein soll, dann überlege, was sonst noch in Frage käme, aber mach es und verharre nicht da, wo Du jetzt stehst, denn damit wirst Du im besten Fall unzufrieden und im schlechtesten Fall todunglücklich.

Du bist jetzt 22 und bis auf Deinen Freund ungebunden, JETZT hast Du noch die Möglichkeit dazu es zu ändern, später wird es immer schwieriger, bis unmöglich.

Aber achte auch auf Deine Körper gehe dem auf den Grund, was Dir gesundheitliche Probleme macht und richte Dich danach, damit Du wieder wirst und die nötige Kraft und Energie hast, um den Stress durchzustehen.
Es kann gut sein, dass Deine Symptome nicht rein psychischer Natur sind, ich denke da zum Beispiel an Nahrungsmittelintoleranzen und/oder immer noch falsche Ernährungsgewohnheiten, trotz Deiner Gewichtsabnahme.

Beides ist wichtig, eine zufriedene Seele und ein gesunder Körper, um wirklich glücklich zu werden.
Ich spreche aus Erfahrung, leider habe ich beides nicht und ich wünschte mir so sehr, ich stünde noch einmal da, wo Du jetzt stehst, ich würde aus meiner heutigen Sicht, die Chance viel besser nutzen.

Alles Gute, für Dich und Dein Leben.
Tilian

22 Jahre JUNG

lupuscamp ist offline
Beiträge: 165
Seit: 21.08.12
Servus,
Du schreibst: „heute kann ich es mir finanziell nicht mehr leisten zu studieren“
Überlege Dir nochmals ob das wirklich so ist.
Du bist erst 22 Jahre, da ist es noch leichter einen anderen Weg einzuschlagen und etwas neues zu beginnen.

Alles Gute und viel Kraft!


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