Familienaufstellung

13.03.10 11:31 #1
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Familienaufstellung

Oregano ist offline
Beiträge: 63.694
Seit: 10.01.04
In der Durchführung von Systemischen Aufstellungen gibt es Unterschiede; das scheint klar zu sein. Dazu kommen noch die Unterschiede in der Ausbildung, Erfahrung und Charakter der Aufsteller.
Diese Faktoren und sicherlich noch mehr entscheiden über die Folgen einer Aufstellung.

„Systemaufstellungen“ wirken, davon waren die Praktiker schon immer überzeugt. Wissenschaftler hingegen waren eher skeptisch, auch wenn szenische Darstellungen und Aufstellungen in der Familientherapie und der systemischen Therapie eine lange Tradition haben.
Besonders umstritten ist „Familienaufstellen nach Hellinger“.
Am Institut für Medizinische Psychologie des Universitätsklinikums Heidelberg sind „Aufstellungen“ erstmals in einer randomisiert-kontrollierten Studie untersucht worden. Die ersten, jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Studie zeigen positive Auswirkungen von Systemaufstellungen auf die psychische Gesundheit.
...
An dem Projekt teilgenommen haben 208 Erwachsene. Die Wirksamkeit von dreitägigen Aufstellungsseminaren wurde nach zwei Wochen und nochmals vier Monate nach dem Seminar mit etablierten Messinstrumenten der Psychotherapieforschung eingeschätzt und verglichen mit einer Wartekontrollgruppe, deren Aufstellungsseminare vier Monate später waren. Die Auswertungen zeigen, dass bei aktiven Teilnehmern an den Seminaren (diejenigen, die ein eigenes Anliegen „aufstellen“) psychische Belastungen nach zwei Wochen signifikant vermindert sind und dass dieser Effekt auch nach vier Monaten stabil bleibt. Diese positiven Auswirkungen gelten zumindest bei erfahrenen Seminarleitern (bei der Studie waren es die Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Dr. Diana Drexler sowie der Arzt für Psychiatrie-Psychotherapie Dr. Gunthard Weber) und einer vorwiegend akademisch gebildeten, mit Aufstellungsarbeit vorerfahrenen und klinisch nicht überdurchschnittlich belasteten Stichprobe.

Theorie und Methodik der Familienaufstellung gehen zurück auf die Mehrgenerationen-Perspektive der Familientherapie, auf Methoden der „Familienrekonstruktion“ und „Familienskulpturen“. In der Aufstellung werden teilnehmende Personen stellvertretend für Familien- oder Systemmitglieder räumlich zueinander „aufgestellt“.
...
Systemaufstellungen wirken
UniversitätsKlinikum Heidelberg: Projekt Systemaufstellungen
Praxis der Organisationsaufstellungen. Grundlagen, Prinzipien, Anwendungsbereiche: Amazon.de: Gunthard Weber: Bücher Praxis der Organisationsaufstellungen. Grundlagen, Prinzipien, Anwendungsbereiche: Amazon.de: Gunthard Weber: Bücher

Leider werden keine Angaben darüber gemacht, um welche Art von "psychischen Belastungen" es sich handelte, ob es noch andere Behandlungen gab usw..

Grüsse,
Oregano
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They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Geändert von Oregano (09.02.13 um 18:11 Uhr)

Familienaufstellung, wer hat das schon mal mitgemacht ?

Karde ist offline
Beiträge: 5.057
Seit: 23.05.12
Ich habe 2 x meine Herkunftsfamilie aufgestellt und das war sehr eindrücklich und positiv. Dann einmal einen Konflikt mit meinem Ex-Freund und dessen Sohn, da wurde mir gezeigt wie ich nicht in etwas eingreifen kann, wenn es nicht mehr "meins" ist. Fand diese Erfahrung sehr gut, und bekam dadurch auch noch mehr Respekt vor dieser Therapieart, da sie mir auch klare Grenzen meiner Möglichkeit zeigte.

Auch meine Erfahrung wenn ich als "Darsteller" gewisser Personen bei der Aufstellung von anderen gewählt wurde, fand ich enorm, denn da spürt man wirklich etwas das nicht mit dem Verstand zu erklären ist.

Ich möchte es wieder mal machen, man kann ja, so wie ich mich erinnere auch Teile von sich aufstellen wenn man krank ist. zb. Die Müdigkeit oder die Schlaflosigkeit etc. das wäre mal interessant, wie diese und andere zueinander stehen-für was sie da sind, was diese Teile von mir brauchen.
Etwas umständlich geschrieben-bin wohl noch nicht ganz wach, drum hör ich auf.

HERZENSGRUESSE
KARDE
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Alles was ich anschaue --- schaut zurück

Geändert von Malve (10.02.13 um 09:48 Uhr)

Familienaufstellung

Abendschein ist offline
Beiträge: 419
Seit: 11.01.13

Ich habe Zweimal meine Familie Aufstellen lassen und war mehr als
beeindruckt. Vieles hat sich gelöst in mir und ich weiß jetzt
manches mehr. Einmal war ich zu Gast bei einer Aufstellung.
Es lohnt sich wirklich und ist durchaus noch sehr Interessant.
Kann ich nur jedem empfehlen, in sich und in den Anderen
hineinzuversetzen.
Mir hat es sehr geholfen.
Zu spüren, zu lauschen, zu empfinden.

Liebe Grüße der Abendschein

Familienaufstellung

Juppy ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.494
Seit: 07.11.09
Wenn man sowas einmal miterlebt hat,
weis man, dass wir alle im Geist miteinander verbunden sind.
Es ist ein fantastische Möglichkeit viele Probleme innerhalb der Familie lösen zu können.

Leider nutzen es viel zu wenige in der heutigen Zeit, wo kaum noch die Familie zählt und nur noch Probleme uns über TV eingehämmert werden.
Problemfilme sind an der Tagesordnung, sodas die heranwachsende Kinder sich kaum noch ein vernüftiges Familienleben vorstellen können.

Nur eine intakte Familie stellt das Rückgrad für die kommende Generation bereit, was heute immer mehr im Hintergrund verschwindet.

Und das Ergebnis sieht man schon heute, Einsamkeit, Singelhaushalte,
Seelische Probleme usw.

Die Seelenklemmpner haben Hochkonjunktur, zurückzuführen auf die heutige Zeit, wo nur noch Geld und Spass das Mass aller Dinge sind.

Dazu kommt, dass so eine Familienaufstellung viele Probleme lösen können, was aber von vielen nicht gewollt ist.
Medikamente sind dann die Problemlöser unserer Zeit.
Und Verbohrte die sich damit nicht auseinander setzten können, weil sie schon von den Medien programmiert worden sind um in die heutige Zeit reinzupassen.
Eine Freude immer wieder, Menschen zu begegnen, die frei im Geiste sind und noch ihren Verstand benutzen können.

Gruss
Juppy

Familienaufstellung

Juppy ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.494
Seit: 07.11.09
Danke Abendschein,

was ich in einer Aufstellung erlebt habe kann man nicht beschreiben.
Ich denke viele können mir zustimmen.

Es besteht eine geistige Verbindung mit Verstorbenen und auch lebenden Familienmitglieder.

Wenn man das begreift und auch selber erfahren hat, ist es eine Möglichkeit viele Probleme lösen zu können.

Was da zu Tage kommt ,ist für mich, aus dem Morphischem Feld ,wo alle Gedanken, Emotionen gespeichert sind.

Kommt eine Resonanz zustande, kann man diesen Speicher anzapfen, was bei einer Familienaufstellung geschied.

Gruss
Juppy

Familienaufstellung

paule ist offline
Beiträge: 1.060
Seit: 01.02.10
Zitat von Juppy Beitrag anzeigen
Wenn man sowas einmal miterlebt hat,
weis man, dass wir alle im Geist miteinander verbunden sind.
Zitat von Juppy Beitrag anzeigen
Was da zu Tage kommt ,ist für mich, aus dem Morphischem Feld ,wo alle Gedanken, Emotionen gespeichert sind.
man weiss dann, dass es funktioniert, aber nicht warum.
einen Grossteil der Effekte kann man auch mit bekannten Effekten erklären - wenn auch nicht alle.
ich halte es für kontraproduktiv, sich in Hypothesen wie morphogenetischen Feldern etc. zu verrennen. Wenn man so etwas für sich als Denkmodell benutzt, sollte man sich immer bewusst sein, dass es nur ein Modell ist, und keine Realität.

Warum brauchen die Menschen immer eine rationale Erklärung statt Effekte zu akzeptieren wie sie sind? Da lenkt nur ab und behindert die effektive Arbeit und das eigene Denkvermögen.

Familienaufstellung
Männlich Windpferd
"Der Schoß ist fruchtbar noch
aus dem das kroch."
(Bert Brecht)

Hallo Zitrone,

zu Deiner Frage nach meinen "Erfahrungen" mit Familienaufstellungen kann ich Dir gern was erzählen. (Diesen langen Thread zu lesen, hab ich freilich weder Lust noch Zeit.)

Also: ich schlug Hellingers "Ordnungen der Liebe" irgendwo auf (wie ich es bei neuen Büchern oft mache). Da wurde von einer Adoption berichtet, mit der es irgendwelche Schwierigkeiten gab. Nach eineinhalb Seiten (einer gefühlten Viertelstunde in der Greuppe) dekretierte Hellinger wörtlich: "Ihr müßt die Adoption rückgängig machen!" Ohne Begründung, ohne weitere Besprechung.

Nun - meine Frau und ich hatten selber einen Jungen adoptiert, gut 20 Jahre zuvor, einen Vollblut-Inselgriechen, vermutlich Produkt einer Vergewaltigung, Mutter 15, unselbständig, wollte das Kind nicht, die Großeltern auch nicht. Ja, der Junge war wirklich schwierig. Und die Zeit mit ihm gehörte - immer wieder - zu den glücklichsten Zeiten, die ich erlebt habe. (Erst heut morgen hab ich ihm wieder geschrieben,)

Dann las ich mich ein in die Literatur von diesem und über diesen abtrünnigen Mönch. (Gehörte zu meinem Job, am Rand.)

Wieder Jahre später: eine gute Bekannte stellte auf. Ich kannte sie als human und vernünftig, dachte: vielleicht hab ich ja ein Vorurteil, das ich korrigieren kann? Außerdem reizte es mich wie immer, Schauspiel zu praktizieren (mich selber in einer unbekannten Rolle zu entdecken - und die Rolle in mir). Gut, ich wurde aufgestellt - es freute mich, meinen Impulsen, Empfindungen folgen zu können, in Verbindung mit den anderen. Die Leiterin gab - ganz anders als ihr Meister - sehr viel Raum; meine Freiheit war nie eingeschränkt durch die typisch Hellinger'schen Kommandos.

Als nächstes hatte eine Gruppenteilnehmerin ein Problem, und zwar mit ihrem Ehemann und mit mir. Sie und ich hatten zehn Jahre früher eine sehr nahe Beziehung gehabt; sie hatte einen anderen geheiratet. Mit dem hatte ich Freundschaft geschlossen, arbeitete intersiv beruflich mit ihm zusammen (freiwillig), und lebte selbst mittlerweile in einer neuen Verbindung. Also: ihr Problem war, daß sie sich sowohl zu ihrem Mann als auch zu mir hingezogen fühlte; das quälte sie. (Mir war das völlig neu.) Also, das Dreieck wurde aufgestellt. Die Frau, die Vertreterin meiner Ex-Gefährtin, stand wie angewurzelt und neigte sehr langsam mal "ihrem Mann", mal "mir" zu. So extrem, daß ich fürchtete, sie würde stürzen; es mußte für sie sehr anstrengend, auch schmerzhaft sein. -- Ich erlebte heftigen Zorn: Jene Ex-Gefährtin hatte ich die Tage vorher (ich war beruflich in USA, wo sie lebte) ein paarmal zum Kaffee getroffen - nicht die leisteste Andeutung ihres "Problems". Dann aber vor allem: Wie kann hier ein anderer auf der Bühne über MEIN Handeln entscheiden? Mich vertreten - wo ich doch als Individuum einfach unvertretbar ICH bin? Und wie kann ich IDIOT überhaupt so etwas zulassen? (Ich hätte genau gewußt, was ich auf der Bühne getan hätte, klar.) Schnell wurde mein Zorn noch wesentlich schwärzer (die Magie der Bühne wirkte): "Ein Leben, in der ich Ursache für solchen Schmerz bin, will ich nicht führen!" Ich stand auf, verneigte mich und ging. (Die Leiterin versuchte vergeblich, mich aufzuhalten.) Später hörte ich, die Ex-Gefährtin sei mir gefolgt aus Furcht, ich könne suizidal sein. Das war ich gar nicht - ich ging einen hübschen Nebenweg, um mich zu entspannen - und flog am nächsten Morgen nachhaus. Ich verschwand aus dem Leben jener Frau und ihres Mannes vollständig. (Das hätte ich auf der Bühne auch getan, nur freundlich, traurig, ehrerbietig. Menschlicher eben.)

Später eine Lady, die mit allen New-Age-Duftwässerchen gewaschen war. Sie bereitete mit einer ganzen Crew eine Riesenaufstellung auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg vor (zwecks Versöhnung zwischen Nazis und Juden) unter Leitung eines amerikanischer Superaufstellers. Von dem redete sie wie vom Heiland und Weltenretter persönlich; es kotzte mich an.

Noch später (noch gar nicht so lang): PK (Psychokinesiologie) nach Klinghardt bei einer - m.E. mit Recht - angesehenen Klinghardt-Schülerin. Es kam, eher beiläufig, eine zurückliegende, in meiner Gegenwart längst nicht mehr aktuelle Situation zur Sprache, in der mir nicht klar gewesen war, ob ich mich richtig entschieden hatte. Auch während der PK-Sitzung war es mir nicht klar. Völlig klar war es freilich jener Psychokinesiologin; sie sprach eines der bekannten Hellinger-Dogmen aus als allgemeingültige Wahrheit - gültig natürlich auch für mich. Als selbständig denkendes, für mich selber verantwortliches Subjekt war ich nicht mehr gefragt. Ich kannte diesen Mief und wandte, etwas schwächlich, ein: das sei ja so ziemlich Hellinger. "Ja, das IST Hellinger!" Wissend, daß ich dagegen allergisch bin. Auch später nur noch "Darüber diskutiere ich nicht!" Auch in einem späteren Mail in diesem Punkt nur noch Abbruch der Kommunikation. (Während sie sonst als Therapeutin durchaus gesprächsbereit war.) Auch dies hat mich weitergebracht: Nie wieder PK.

Nun allgemein:

1) Es gibt durchaus eine sinnvolle Weise des Aufstellens von Systemen (u.a. Familien): nämlich so, daß die Beteiligten selbst auf der Bühne stehen, d.h. modellhaft Lösungen entwickeln, erproben. Eher Kammermusik - ohne Dirigenten.

2) Es gibt keinerlei Nachweise für die Existenz von Hellingers "wissendem Feld" (ebensowenig wie für Prigogines "morphogenetisches" Feld). Es handelt sich um die typische New-Age-Masche, Vokabeln aus der Theoretischen Physik zu klauen - Quanten, Photonen, Skalarwellen, Relativität, Tachyonen usw. usw. - mit denen man potentielle Kunden einschüchtern kann; niemand merkt, daß man sie selber nicht verstanden hat. (Was auch zuviel verlangt wäre; man belese sich bloß mal bei Wikipedia über Feldtheorie oder Quantenmechanik.) Eine verhängnisvolle Fähigkeit von Sprache, Wörter zu bilden, denen keine Realität entspricht. (Begriffe, die nichts begreifen.)

3) Es gibt keinerlei Befunde über Veränderungen von Gesundheit, sozialem Verhalten usw. als Wirkungen von Aufstellungen. Derartige Untersuchungen - an sich durchaus möglich - werden von Hellinger ausdrücklich abgelehnt.

4) Nirgendwo wird - soweit ich weiß - die ungeheuere Gewalt reflektiert, die Schauspiel (ja das bloße Auf-der-Bühne-Stehen) hat. Eine Art Magie der Bühne - aber das Wort erklärt nicht genug. Ich kenne eine sehr gute Schauspielerin, die ihre Karriere abrupt abbrach, weil, so sagte sie, "ich mich selber verliere." Daß man auf der Bühne "tiefe", merkwürdige, überwältigende, "mystische" Erfahrungen macht, ist überhaupt nicht ungewöhnlich - und beweist garnix.

5) Es gibt in Hellingers Gruppen keinerlei Raum für Zweifel, Hinterfragen, Bedenken, Wiederspruch. "Wenn er das nochmal macht, fliegt er raus. Das stört die Energie." (Originalton) Durchaus ähnlich meiner PK-Sitzung. Niemand scheint zu reflektieren, was da eigentlich mit Menschen gemacht wird - und was sie mit sich machen lassen. Vergleiche mit Sekten und Gehirnwäsche liegen durchaus nahe.

6) Es gibt keinerlei Nachsorge, keinerlei follow-up. Entgegen allen guten Gebräuchen.

7) Hellinger (und seine Schülerinnen) wissen wirklich, wo's langgeht. Ungefähr wie Moses mit seinen 10 Gesetzestafeln - bloß mit gefühlten 200 "Taferln". (In der Philosophie hat man versucht, eine allgemeine, allgemeingültige Ethik zu entwickeln. Das geht nicht, weil Menschen sich grundlegend unterscheiden hinsichtlich ihrer letzten Werte.) Und bei Hellinger geht's dann um völlig abstruse Dogmen wie um jene bezüglich sexueller Gewalt ("Mama, für dich habe ich es gern getan") - schon verblüffend, daß die Mehrzahl der Hellinger-Gläubigen weiblichen Geschlechts sind -, bezüglich Juden / Nichtjuden, Adoption (s.o.), des Vorrangs biologischer Abstammung gegenüber anderen Weisen der Vebundenheit usw.

8) Wenig bekannt ist, wie sehr H. sich mit dem Faschismus identifiziert. Er hat zeitweilig in der "Kleinen Reichskanzlei" gewohnt - eindrucksvolles Gebäude in traumhafter Gegend (im Internet zu besichtigen) unterhalb vom Obersalzberg, und zwar in Hitlers Arbeitszimmer (Erker) an dessen rundem Arbeitstisch. Und es gibt eine Art Anrufung des "Bruders" Adolf Hitler von ihm.

9) Und Klinghardt hat diesen Verführer getroffen, das kann man nachlesen, und die Beiden haben einander "gut verstanden", Wwertgeschätzt". Tja, Älterwerden heißt auch, sich von Illusionen zu verabschieden. Ich hatte bisher von Klinghardt - als Autor, als Vortragendem, als Behandler - den Eindruck großer Integrität (mit einigen Zweifeln im Detail, eher nebenher). Auch eine der Illusionen? (Es gibt von ihm umfangreiches Material, v.a. Seminarskripten, über PK; vermutlich zugänglich. Aber mir ist die Lust vergangen.) Na ja, durch besondere politische Sensibilität hat sich ja K. sonst auch nicht ausgezeichnet.

Zusammenfassend:

"Nur die allerdümmsten Kälber
wählen ihre Metzger selber".


Fazit: Es gibt noch viel Lohnendes, Lohnenderes auf dieser Welt.

Herzlich
Windpferd


PS: Noch eine Begebenheit. Hellinger erzählte von einem Denkmal in Jugoslawien für einen Deutschen, der einem Erschießungskommando angehörte, aber dann, vor der Erschießung, sich auf die Seite der Opfer (jugoslawischer Zivilisten) stellte - und dort miterschossen wurde. Hellingers Kommentar: "Wissen Sie, was der gemacht hat? Der hat sich seinem Schicksal nicht gestellt. Sein Schicksal war es, Deutscher zu sein. Er ist vor seinem Schicksal davongelaufen."

Geändert von Malve (05.10.17 um 10:59 Uhr)

Familienaufstellung

Juppy ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.494
Seit: 07.11.09
Zitat von paule Beitrag anzeigen
man weiss dann, dass es funktioniert, aber nicht warum.

Warum brauchen die Menschen immer eine rationale Erklärung statt Effekte zu akzeptieren wie sie sind? Da lenkt nur ab und behindert die effektive Arbeit und das eigene Denkvermögen.
Das dass behindert kann ich nicht sagen.
Ist es nicht so, dass es nicht nur in diesem Fall, eine Erklärung eher hilfreich sein kann?
So ist doch das ganze Leben erklärungsbedürftig.
Also für mich ist das schon hilfreich, ob es so ist kann keiner sagen oder beweisen, dass ist aber auch in vielen anderen Dingen in unserem Leben und sogar in der Physik.

Gruss
Juppy

Familienaufstellung

Oregano ist offline
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Seit: 10.01.04
Hallo Windpferd,

jetzt weiß ich also, dass Du von Hellinger'schen Aufstellungen und Hellinger nicht viel hältst. Das verstehe ich sehr gut; - ich auch nicht. Ich denke, seine Faszination kommt genau da her: er scheint zu wissen, was ist und was nicht ist, und er nimmt Entscheidungen gleich vollständig ab, egal, was das bedeuten kann.

Ich habe Aufstellungen erlebt, die ich sehr einleuchtend und hilfreich fand, wobei wirklich ganz wichtig ist, daß dem Theater-Drama kein Raum gelassen wird und daß der Aufsteller eingreift, wenn das ganze zu entgleisen droht.

Grüsse,
Oregano
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Familienaufstellung

Juppy ist offline
in memoriam
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Seit: 07.11.09
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen

Ich habe Aufstellungen erlebt, die ich sehr einleuchtend und hilfreich fand, wobei wirklich ganz wichtig ist, daß dem Theater-Drama kein Raum gelassen wird und daß der Aufsteller eingreift, wenn das ganze zu entgleisen droht.

Grüsse,
Oregano
Ist das denn nicht mit Allem so.
Ob es ein schlechter Arzt, Hp oder Therapeut ist, der seine Heilmethoden nicht beherrscht.
Hier geht es nicht um die Person, sondern um den Inhalt einer Aufstellung, scheint aber nur die Wenigsten begriffen zu haben.
Hier geht es nicht um die Personen sondern um diese Heilmethoden und nichts anderes.
Da zieht man sich drann hoch und hat von dem Ganzen nichts verstanden.

Juppy

Geändert von Malve (05.10.17 um 10:59 Uhr)


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