Hat Trazodon mein (Sex)leben zerstört?

14.03.18 11:23 #1
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Trazohell ist offline
Beiträge: 8
Seit: 14.03.18
Hallo zusammen,

ich habe das Gefühl, dass mein Leben innerhalb von 9 Tagen schlechten Urteils zerstört wurde. Ich werde versuchen, dies prägnant zu halten.

Seit 2012 habe ich bereits mit Angst- und Depressions-Episoden zu kämpfen, seit Mai 2017 kamen massive Schlafstörungen hinzu.

Unglücklicherweise entschied ich mich in einer Klinik am 18. Dezember 2017 dafür, Trazodon Neuraxpharm einzunehmen, was man mir nahe legte, um bei den Ängsten und Schlafstörungen zu helfen, denen ich gegenüber stand.

Die Depressionen heilten sich zu der Zeit in Grenzen, ich hatte bereits am 2. Tag in der Klinik den Antrieb für einen 4 stündigen Spaziergang bei Schnee in die umliegenden Wälder.

Da ich bereits Fluoxetin und Fluvoxamin (was ich im März 2017 abgesetzt habe) gut vertragen hatte, und Trazodon als "leichtes" Antidepressivum mit "prosexuellen" Eigenschaften gepriesen wurde, dachte ich mir "Was kann schon schief gehen?".

Ich war insgesamt nur 9 Tage auf Trazodon (7*100 mg und 2*200 mg= 11 Pillen).

Ich erinnere mich noch daran, wie meine vorher gut ausgeprägte Libido und ständige Sehnsucht nach einer Freundin innerhalb der ersten Tage einfach so verschwanden. Müdigkeit am Tag, aber nachts wegen unruhiger Beine (Restless-Legs-Syndrom) nicht in der Lage zu schlafen. Irgendwann hatte ich das Gefühl nur noch ein ferngesteuerter Zombie zu sein, es fühlte sich an, als würde sich Säure durch mein ganzes Nervensystem von Hirn bis in die Wirbelsäule fressen.

Ich dachte immer ich solle dem Trazodon eine Chance geben, damit sich mein Nervensystem anpassen kann. Fatal, wie sich herausstellen sollte:

Leider, über zwei Monat später (am 26. Dezember habe ich aufgehört), habe ich immer noch die folgenden Symptome:

* "chemische Kastration" - im Wesentlichen keine Libido, Schmerzen in den Hoden, Taubheit im Penis, keine Wirkung von visuellen Erregung. Ich bin ein junger Mann und das alles hat perfekt funktioniert, bevor ich das Gift genommen habe. Ich hoffe, das ist nicht PSSD (Post-SSRI sexual dysfunction)

* starke Veränderung der emotionalen Reichweite - es fühlt sich nicht an, als könnte ich nicht mehr weinen oder lachen, meine gesamte Persönlichkeit wurde "gelöscht". Ich war eine sehr emotional verbundene und liebevolle Person.

* Gleichgültigkeit / Anhedonie - Ich habe keinerlei (sexuelles) Verlangen mehr. Ich war vorher ein absoluter Partymensch mit ständigen Gedanken an Frauen und Sex. Ich habe Musik geliebt, jetzt ist es einfach nur noch Musik.

* Müdigkeit / Gedächtnisprobleme / konsistent niedrige Energie

* Brain Zaps / Brennen im Kopf

Ich weiß nicht, wie lange ich noch so leben kann. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben zu Ende ist, weil ich in die dunkle Unterwelt dieser Drogen gesprungen bin.

Ich war immer der sauberste Kerl, habe nie mehr getan, als Alkohol zu trinken, und jetzt, hier bin ich, vielleicht wegen eines angeblichen "sicheren" verschreibungspflichtigen Medikaments fürs Leben kaputt. Hätte ich gewusst, wie viel Schaden das verursachen könnte, wäre ich eine Million Meilen entfernt geblieben.

Ich frage mich nur, bin ich zerstört? Ist der normale Zeitrahmen für die Beseitigung von Symptomen ungefähr 2-3 Monate, selbst für eine kurze Exposition? Ich war doch nur für nicht einmal zwei Wochen auf diesen Pillen.

Bitte sagt mir, dass es mir wieder gut gehen wird :(

Vielen Dank,

TH


Hat Trazodon mein (Sex)leben zerstört?

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Hallo Trazohell,

Dein Bericht macht traurig, und ich drücke Dir sämtliche Daumen, daß es bei Dir hoffentlich bald wieder aufwärts geht.

Daß Trazodon diesen jetzigen Zustand von Dir mitverursacht haben könnte: möglich oder auch nicht.
Ich denke, es wäre gut, vom Jetzt auszugehen und zu versuchen, wieder "auf die Füsse zu kommen".

Seit 2012 habe ich bereits mit Angst- und Depressions-Episoden zu kämpfen, seit Mai 2017 kamen massive Schlafstörungen hinzu.
Hast Du eine Ahnung, was um 2012 und davor Angst- und Depressionsepisoden verursacht haben könnten?
Hast Du damals Medikamente genommen? Welche? Wie hast Du sie vertragen?
Hast Du gleichzeitig eine Psychotherapie/Traumatherapie oder ähnliches gemacht?

Was waren die äußeren Umstände um 2012 herum? Gab es z.B. einen Umzug, Berufswechsel, Arbeitsplatzwechsel, Krankheit, Impfung, Medikamente...?

Gab es damals auffällige Blutwerte? Besondere Symptome, abgesehen von Angst und Depression? (Es gibt ja auch körperliche Ursachen für solche Phasen).

Bist Du jetzt bei einem Arzt in Behandlung?

Grüsse,
Oregano
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Trazohell ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 14.03.18
Hallo,

danke man, ich hoffe auch.
Ich hatte 2012 eigentlich keinen Grund depressiv zu werden. Ich hatte meine erste große Liebe kennen gelernt, noch keine beruflichen und finanziellen Sorgen...

Es hat definitiv das Trazodon verursacht, vorher hat alles perfekt funktioniert trotz Depressionen.
Ich war der geilste Typ, so gut wie nie sexuell lustlos.
Bei Musik habe ich Gänsehaut bekommen, hatte Tagträume, alles sehr emotional...
Mit Psychopharmaka habe ich erst im Sommer 2015 angefangen.
Ich nahm sie etwa 2 Jahre und hörte auf, weil sie nach einem Jahr an Wirkung verloren.
Aus heutiger Sicht haben sie mich benommen, gleichgültig und chaotisch gemacht, wie Drogen halt.
Meinen ersten Suizidversuch und Unfall habe ich auf diesen Drogen gebaut, ebenso einen Mordversuch (ohne Witz man, ich war nicht mehr ich selbst, ich bin ein guter Mensch).
Ich hätte nie mit diesem Scheiß anfangen sollen, ich war gerade von Fluvoxamin erholt und dann Boom, alles zurückgeworfen wegen 11 blöder Pillen die ich eigentlich nicht brauchte.
Ich denke Trazodon hat meinem Körper den Rest gegeben.

Geändert von Trazohell (14.03.18 um 20:57 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Hallo Trazohell,

war eigentlich das Trazodon das einzige Mittel, das Du eingenommen hast oder hast Du mehrere Mittel auf einmal eingenommen? Haben evtl. andere Mittel wegen einer langen Halbwwertzeit noch gewirkt, als Du das Tradozon eingenommen hast?
Was nimmst Du heute ein?


...
Behandlungsoptionen für SSRI-induzierte Sexuelle Dysfunktionen

- 6 Wochen warten, ob die Nebenwirkung nicht nachlässt.
- Dosisverminderung.
- Veränderung der Einnahmezeit.
- Versuch ein bis 2 Tage auszusetzen.
- Versuch mit Zusatzmedikation. (Siehe Tabelle)
- Versuch mit einem anderen An3x täglepressivum z.B. Nefazodon. (??)
...
Bei mehr als 70% der Patienten mit einer Depression lässt die sexuelle Lust nach. Dies um so mehr je schlimmer die Depression ist; dies in Studien ohne Medikamente. Oft wird das Nachlassen der sexuelle Lust als eines der gravierendsten Symptome der Depression empfunden. (...) Unabhängig von der Ursache bessert sich die Stimmung, wenn sich die sexuelle Lust bessert und umgekehrt. Eine Vielzahl von Medikamenten kann einen Negativen Einfluss auf die Libido haben . Am bekanntesten sind hier Betablocker, die Magenmittel Cimetidin (Tagamet), (im Gegensatz zu Ranitidin (Zantic), auch Östrogene können obwohl sie das Wohlbefinden bei Gabe in den Wechseljahren verbessern die sexuelle Lust vermindern. Von den Alltagsdrogen Alkohol und Zigaretten ist ein solcher Effekt ebenfalls gut dokumentiert. Nach Studien treten bei einen Teil (ca 30%) der Patienten die bestimmte Antidepressiva einnehmen, durch diese Medikamente sexuelle Funktionsstörungen auf. Wenn darüber geklagt wird, muss immer auch nach anderen Ursachen, wie andere Drogen oder Medikamenten und nach Partnerschaftskonflikten gefragt werden. Lässt sich keine andere Ursache finden und ist ein Zusammenhang zum Antidepressivum wahrscheinlich, muss ggf. umgestellt werden auf ein Substanz, die solche Funktionsstörungen seltener oder gar nicht auslöst. ...
Neurologisch Psychiatrische Praxis in Heidelberg,

Grüsse,
Oregano
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Trazohell ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 14.03.18
Ja, Trazodon war das einzige Mittel, es sei denn die Klinik hat mir etwas ins Essen gemischt, unwahrscheinlich...

Ich nehme derzeit Maca, Kurkuma, Chlorella, grünen Tee und mache Sport. Ich scheine langsame Fortschritte zu machen.
Mit Johanniskraut und Ginkgo hatte ich ein paar emotionale Fenster, inklusive Libido, es machte aber die Taubheit schlimmer, also hörte ich nach 6 Wochen auf.
Die niedrige Libido stört mich fast nicht, aber ich will meinen Penis und Hodensack wieder fühlen und die Haut ist schrumpelig und der Sack hängt mehr als gewöhnlich.
Ernsthaft, was ist das??

Hat Trazodon mein (Sex)leben zerstört?

Tilian ist offline
Beiträge: 98
Seit: 25.06.12
Zitat von Trazohell Beitrag anzeigen
Hallo zusammen,

ich habe das Gefühl, dass mein Leben innerhalb von 9 Tagen schlechten Urteils zerstört wurde. Ich werde versuchen, dies prägnant zu halten.

Seit 2012 habe ich bereits mit Angst- und Depressions-Episoden zu kämpfen, seit Mai 2017 kamen massive Schlafstörungen hinzu.

Unglücklicherweise entschied ich mich in einer Klinik am 18. Dezember 2017 dafür, Trazodon Neuraxpharm einzunehmen, was man mir nahe legte, um bei den Ängsten und Schlafstörungen zu helfen, denen ich gegenüber stand.

Die Depressionen heilten sich zu der Zeit in Grenzen, ich hatte bereits am 2. Tag in der Klinik den Antrieb für einen 4 stündigen Spaziergang bei Schnee in die umliegenden Wälder.

Da ich bereits Fluoxetin und Fluvoxamin (was ich im März 2017 abgesetzt habe) gut vertragen hatte, und Trazodon als "leichtes" Antidepressivum mit "prosexuellen" Eigenschaften gepriesen wurde, dachte ich mir "Was kann schon schief gehen?".

Ich war insgesamt nur 9 Tage auf Trazodon (7*100 mg und 2*200 mg= 11 Pillen).

Ich erinnere mich noch daran, wie meine vorher gut ausgeprägte Libido und ständige Sehnsucht nach einer Freundin innerhalb der ersten Tage einfach so verschwanden. Müdigkeit am Tag, aber nachts wegen unruhiger Beine (Restless-Legs-Syndrom) nicht in der Lage zu schlafen. Irgendwann hatte ich das Gefühl nur noch ein ferngesteuerter Zombie zu sein, es fühlte sich an, als würde sich Säure durch mein ganzes Nervensystem von Hirn bis in die Wirbelsäule fressen.

Ich dachte immer ich solle dem Trazodon eine Chance geben, damit sich mein Nervensystem anpassen kann. Fatal, wie sich herausstellen sollte:

Leider, über zwei Monat später (am 26. Dezember habe ich aufgehört), habe ich immer noch die folgenden Symptome:

* "chemische Kastration" - im Wesentlichen keine Libido, Schmerzen in den Hoden, Taubheit im Penis, keine Wirkung von visuellen Erregung. Ich bin ein junger Mann und das alles hat perfekt funktioniert, bevor ich das Gift genommen habe. Ich hoffe, das ist nicht PSSD (Post-SSRI sexual dysfunction)

* starke Veränderung der emotionalen Reichweite - es fühlt sich nicht an, als könnte ich nicht mehr weinen oder lachen, meine gesamte Persönlichkeit wurde "gelöscht". Ich war eine sehr emotional verbundene und liebevolle Person.

* Gleichgültigkeit / Anhedonie - Ich habe keinerlei (sexuelles) Verlangen mehr. Ich war vorher ein absoluter Partymensch mit ständigen Gedanken an Frauen und Sex. Ich habe Musik geliebt, jetzt ist es einfach nur noch Musik.

* Müdigkeit / Gedächtnisprobleme / konsistent niedrige Energie

* Brain Zaps / Brennen im Kopf

Ich weiß nicht, wie lange ich noch so leben kann. Ich habe das Gefühl, dass mein Leben zu Ende ist, weil ich in die dunkle Unterwelt dieser Drogen gesprungen bin.

Ich war immer der sauberste Kerl, habe nie mehr getan, als Alkohol zu trinken, und jetzt, hier bin ich, vielleicht wegen eines angeblichen "sicheren" verschreibungspflichtigen Medikaments fürs Leben kaputt. Hätte ich gewusst, wie viel Schaden das verursachen könnte, wäre ich eine Million Meilen entfernt geblieben.

Ich frage mich nur, bin ich zerstört? Ist der normale Zeitrahmen für die Beseitigung von Symptomen ungefähr 2-3 Monate, selbst für eine kurze Exposition? Ich war doch nur für nicht einmal zwei Wochen auf diesen Pillen.

Bitte sagt mir, dass es mir wieder gut gehen wird :(

Vielen Dank,

TH
Hallo Trazohell

Ich nehme jetzt seit 22 Jahren Antidepressiva, SSRI-Hemmer, zur Zeit schon länger Paroxetin und war auch des öfteren schon damit in klinischer Behandlung, wo man mich auch zusätzlich noch mit Neuroleptika behandelte, die ich aber überhaupt nicht vertrug und zu den Depressionen noch Panikattacken verursachten.
Gegen Anraten meines Arztes setzte ich diese wieder ab, dadurch verschwanden zumindest die Panikattacken wieder.
Alles zu erzählen würde zu weiter führen, daher versuche ich mich hier auf das Wesentliche zu beschränken.

Ich habe häufig versucht die Antidepressiva abzusetzen oder zu reduzieren, weil sie mit der Zeit nicht mehr wirklich halfen, sondern eigentlich nur noch die Absetzsymptome verhinderten und weil ich mich auch nach einem langen Prozess nicht einfach mit dieser Symptombehandlung abfinden wollte.

Heute wünschte ich man hätte sie mir nie verschrieben oder wenn, dann nur für kurze Zeit und hätte sich mehr Mühe mit der Ursache gegeben, anstatt die Symptome zu unterdrücken.

Bei mir sind die Ursache (was man bis heute abstreitet) meine Schilddrüse und meine Ernährung.
Die Ernährung ist das Wesentliche, was ich im letzten Jahr ganz massiv feststellen konnte, als ich sie für 5 Monate völlig umstellte.
Das weglies, was ich nicht vertrug oder auch nur den Verdacht habe, dass es mir (und nicht nur mir) schadet, wie Gluten z.B.

Dafür einen extrem hohen Anteil an Rohkost, vor allem in Form von Gemüse, da vor allem grünes Gemüse und grünes Blattgemüse.
In der warmen Jahreszeit sammle ich Wildkräuter und püriere sie zusammen mit Obst zu Smoothies.
Dazu kommt frisch gepresster Weizengrassaft.
Wenig Gekochtes und Gegartes.
Alles so frisch wie möglich.
Kein Zucker (Zuckerersatz aus pürierten Trockenfrüchten, in Maßen), wenig Salz, aber viele Kräuter, wenn möglich frisch.
Keine Milchprodukte, überhaupt keine tierischen Produkte mehr, stattdessen Nussmilch etc.

Außerdem Vitamin D, eine Woche lang 100.000 i.E., danach täglich 20.000 i.E. (20.000 I-E. sind das, was man an einem sonnigen Tag tankt, wenn man sich ausreichend lang, mit nackter Haut, in der Mittagsonne aufhält).
Aufgrund der hohen Dosis nehme ich zusätzlich Vitamin K2 (einfach weil mir das sicherer ist, damit das Calcium an die richtigen Stellen transportiert wird, nicht in die Venen)
Und wichtig Magnesium, gerade wenn man viel Vitamin D aufnimmt, damit es nicht zu Kopfschmerzen, Krämpfen usw. kommt. Ich habe immer Magnesiummangel und bei einer erhöhten Vitamin D Zufuhr hat der Körper einen noch höheren Bedarf daran

Nachdem ich die letzten 15 Jahre jeden Tag 40 mg Paroxetin nehmen musste und keinen Versuch schaffte es zu reduzieren, konnte ich die Dosis im letzten Jahr auf 10mg herabsetzen, ohne Symptome zu bekommen.
Im Gegenteil, es ging mir wesentlich besser, ich hatte gute Laune, mehr Kraft, mehr Energie.
Auch meine körperlichen Symptome verringerten sich, ich hatte zum Beispiel kaum noch Kopfnebel, der mir immer sehr zu schaffen macht, die völlige Überforderung, bei Trubel, Lärm, vielen Menschen usw.
Und auch andere Symptome, wie meine Fibromyalgie und unzählig andere Sachen verringerten sich, wenn auch alles in winzig kleinen Schritten, so, dass ich es Anfangs kaum wahrnehmen konnte, dafür aber stetig.

Dafür bekam ich erst einmal eine ziemlich schlechte Haut-, mehr Kopf- und noch mehr Rückenschmerzen, eine langwierige Achillessehnenentzündung und einen Muskelfaserriss.
Während die ersten beiden Sachen nach einiger Zeit verschwanden, waren die weiteren ein Zeichen von wesentlich mehr Aktivität, nach extrem langer Nichtaktivität, das braucht alles einfach seine Zeit, um sich zu regnerieren, nach den vielen Jahren.

Was ich damit sagen will, bevor man den Weg in die psychische Schiene einschlägt, sollte man wirklich genaustens abklären, dass körperlich alles im Lot ist.
Nicht nur oberflächlich, wie es die Ärzte machen, die sich eigentlich ausschließlich der Symptombehandlung widmen.

Was dabei ganz wichtig ist, ist die Ernährung.
Das meiste, was wir zu essen gelernt ist überhaupt nicht geeignet uns und unsere Zellen zu ernähren.
Es enthält viel zu wenig der extrem wichtigen Vitalstoffe, die wir brauchen.

Deswegen werde soviele Menschen krank, ihre Zellen haben dem einfach nichts entgegen zu setzen, weil ihre Nahrung kaum Vitalstoffe enthält, wie z.B frische Vitamine aus lebendiger Nahrung, sekundäre Pflanzenstoffe, Chlorophyll (All das, was unsere Vorfahren jeden Tag ganz selbstverständlich in Massen aufgenommen haben), sie laufen nur noch auf einem Notprogramm, bis auch das nicht mehr geht.

Ich würde an deiner Stelle genau unter die Lupe nehmen, was du zu dir nimmst, die Ernährung radikal umstellen, vor allem auf lebendige Nahrung und das weglassen, was deinem Körper nichts bringt oder dir nicht gut tut.

Der Organismus zieht aus der Nahrung auch Vitalstoffe um sie zu verarbeiten. Das bedeutet, wenn wir ihm leere Nahrungshülsen zuführen, wie z.B. Weismehl, Zucker, Kochnahrung, fehlen sie nicht nur für die körperlichen Vorgänge, sondern er braucht nochmal mehr, um auch den Müll, den wir ihm zugeführt haben zu verarbeiten und wieder loszuwerden.

Nachdem ich bei meiner Ernährungsumstellung einen längeren Einbruch hatte, der dafür sorgte, dass die gesundheitlichen Probleme alle wieder kamen und noch welche dazu, habe ich jetzt vor einiger Zeit wieder damit angefangen und hoffe, dass ich es diesmal schaffe ganz dabei zu bleiben.
Meine SSRI habe ich jetzt auf 5mg reduziert und ich bin guter Dinge, dass ich sie nach über 20 Jahren bald ganz schaffe abzusetzen, auch wenn es sehr, sehr langsam geht.

Dass man sich damit Zeit lässt, ist allerdings auch wichtig, zumindest bei mir hat es über ein Jahr gedauert von 40mg auf 5mg.
Möglicherweise wäre es schneller gegangen, wäre ich konsequent bei der Ernährung geblieben.

Nun noch etwas zu deinen Problemen.
SSRI sorgen z.B. dafür, dass die Rezeptoren, die für das Serotonin zuständig sind, verkümmern, so dass man quasi davon abhängig wird. Deswegen schaffen es die meisten nach einer längeren Zeit der Einnahme auch nicht mehr ohne, wenn sie es versuchen.
Die Regeneration dauert so lange und geht so langsam vonstatten, dass man das nicht aushalten kann.
Bei mir war das genauso.

Aber mit der Ernährungsumstellung und einem sehr, sehr hohen Rohkostanteil klappte es plötzlich. Mir ging es so gut, dass ich die Medikamente langsam verringern konnte und der Zustand blieb trotzdem stabil.

Ich bin davon überzaugt, dass sich auch deine Probleme wieder verringern und völlig verschwinden werden, wenn du deinen Körper mit einer Ernährung unterstützt, die seine Bedürfnisse erfüllt.
Momentan hat er dafür einfach zu wenig Ressourcen, die er braucht, um sich zu regenerieren.

Darüberhinaus würde ich an deiner Stelle auch noch die Schilddrüse gründlich untersuchen lassen, bei einem Arzt, der diesbezüglich auf dem neuesten Stand ist, schon allein wegen deiner Depressionen und Angststörung, die sehr häufig ein Symptom für eine nicht vernünftig funktionierende SD ist.

Es wird wieder, ganz sicher.
Du bist noch jung, dein Körper schafft das!
Gib ihm Zeit sich zu erholen und untstütze ihn dabei so gut du kannst, ohne noch mehr Gift.
Nimm auch Vitamin D und geh in die Sonne, solange du sie verträgst, vor allem, in den Sommermonaten.
Und vergib mir, dass ich so ausschweifend geschrieben habe, aber ich fand das wichtig.

Geändert von Tilian (27.03.18 um 19:23 Uhr)

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Tilian ist offline
Beiträge: 98
Seit: 25.06.12
Zitat von Trazohell Beitrag anzeigen
Ja, Trazodon war das einzige Mittel, es sei denn die Klinik hat mir etwas ins Essen gemischt, unwahrscheinlich...

Ich nehme derzeit Maca, Kurkuma, Chlorella, grünen Tee und mache Sport. Ich scheine langsame Fortschritte zu machen.
Mit Johanniskraut und Ginkgo hatte ich ein paar emotionale Fenster, inklusive Libido, es machte aber die Taubheit schlimmer, also hörte ich nach 6 Wochen auf.
Die niedrige Libido stört mich fast nicht, aber ich will meinen Penis und Hodensack wieder fühlen und die Haut ist schrumpelig und der Sack hängt mehr als gewöhnlich.
Ernsthaft, was ist das??
Ich weiß nicht, was es ist, aber es sieht wirklich so aus, als hätte das Psychopharmaka das ausgelöst.
Doch schon allein, dass du schreibst, dass du langsam Fortschritte machst, im Zusammenhang mit einigen Nahrungsergänzungsmitteln weist für mich daraufhin, dass dein Körper das alles braucht.
Nimm dir Zeit dich zu erholen und unterstütze es so gut wie es nur geht.

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Trazohell ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 14.03.18
Hey,
danke erstmal für die ausführliche Antwort. Aber ich glaube nicht, das es an der Ernährung liegt.
Natürlich hilft diese dem Körper zu genesen, aber es hat ja auch vorher alles perfekt funktioniert und ich denke das ich mich gesünder ernähre als der Durchschnitt:
Ich esse so gut wie kein Fastfood oder trinke kaum Alkohol, kein Rauchen, mache fast täglich Sport, esse jeden Tag Obst und Gemüse, ernähre mich glutenfrei, wenig Milchprodukte, überwiegend gesunde Öle und Fette (Omega 3).
Vitamin D nehme ich jeden Winter über, 5000 IE täglich mit Vitamin K2.
Jedes Frühjahr mache ich eine Entgiftungskur aus den schon genannten Mittelchen mit Chlorella etc., ein Ritual sozusagen.
Ich habe meinen Körper mit einer hässlichen Chemie vergiftet und schäme mich dafür.

Der Umweltarzt Dr. Klinghardt erwähnte mal das Forskolin die Rezeptoren entgiftet, vielleicht wäre das ja was?
Ich probiere als nächstes Inositol, Zink und Magnesium aus. Weiterhin auch B-Vitamine.
Ich hoffe es gibt einen Ausweg aus dieser Hölle...

Geändert von Trazohell (27.03.18 um 23:08 Uhr)

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Tilian ist offline
Beiträge: 98
Seit: 25.06.12
Ja, bei mir hat auch vorher alles einwandfrei funktioniert, bis ich krank wurde.
Aber so meinte ich es gar nicht, zumindest nicht vollständig.

Erst einmal deine Depressionen und Angstzustände kommen/kamen ja irgendwoher, also hat nicht alles richtig funktioniert.
Und wenn du dich vergiftet hast, braucht dein Organismus jede Hilfe, die er brauchen kann, um sich wieder entgiften zu können. Du machst schon einiges, aber ich würde noch mehr tun und eine basische Ernährung, mit sehr viel Rohkost ist dafür ideal.

Zusätzlich kann man natürlich noch überlegen, welche NEMs man einnimmt, um den Vorgang noch weiter zu fördern.

Ich möchte dir nochmal frischen Weizen- oder Gerstengrassaft ans Herz legen.
Darin sind bis auf zwei, alle organischen Elemente in hoher Konzentration enthalten, die unser Körper braucht.
Es ist um ein Vielfaches günstiger und wesentlich effektiver als fast alles, was du an Vitaminen usw. kaufen kannst. Ein ideales organisches Multivitamin und jedem künstlichen bei weitem überlegen.

Gut dass du VitD einnimmst, ich finde die Dosis aber zu gering.
Im Winter würde ich höher dosieren, wenigstens auf 10.00 iE und gegebenenfalls im Sommer dann runterdosieren, wenn du oft, vor allem Mittags, in der Sonne bist.

Geändert von Malve (28.03.18 um 18:09 Uhr) Grund: Vollzitat entfernt

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Trazohell ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 14.03.18
Gerstengraspulver habe ich auch noch hier liegen, vielleicht kann ich mich dazu bekommen dieses "Spinatwasser" wieder regelmäßig zu trinken
Ich weiß nicht was da noch von alleine regenerieren soll, ich habe die Sexualität und den Hodensack eines 100-Jährigen und will so nicht leben.
Aber bevor ich aufgebe werd ich jede Substanz auf diesem Planeten ausprobieren, die das Potenzial hat diesen Mist zu beheben.
Zum Spezialisten werd ich wohl auch nochmal gehen, auch wenn mein Urologe der eigentlich recht kompetent ist nichts finden konnte.


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