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Alt 03.07.2009, 21:03
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Zur Geschichte der Medizin
Extrem fleissiges Mitglied Männlich
 
Benutzerbild von Stengel
 
Registriert seit: 07.04.2009
Beiträge: 1.443
Zitat von Tobi09 Beitrag anzeigen
Schulmedizin = Notfallmedizin. Sonst erfüllt sie keinen Zweck für den Patienten.
Ist die Schulmedizin nicht aus der Chirurgie entstanden?
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Alt 03.07.2009, 22:53
  #2 Nach oben
AW: Schulmedizin?
Extrem fleissiges Mitglied Männlich
 
Benutzerbild von Rudi Ratlos
 
Registriert seit: 01.02.2008
Ort: An der Grenze von Ordnung und Chaos
Beiträge: 1.759
Zitat von Stengel Beitrag anzeigen
Ist die Schulmedizin nicht aus der Chirurgie entstanden?
Genau genommen aus der Feldchirurgie.

Gruß
Rudi

Medizinisches Dummi ich, gebe keinen Rat, schreibe allein von eigenem Elend.
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Alt 04.07.2009, 10:58
  #3 Nach oben
AW: Schulmedizin?
Extrem fleissiges Mitglied Männlich
 
Registriert seit: 19.03.2006
Beiträge: 10.117
Hallo, ein Gruß an Alle;

zu sagen, dass die heutige Medizin - oder Schulmedizin, aus der Chirurgie entstanden sei, ist meines Erachtens kulturgeschichtlich so nicht ganz treffend. Aus dem (ursprünglichen) Eid des Hippokrates kann man die deutliche Trennung von "Medizin" und Chirurgie gut entnehmen. Ein Teil des medizinischen Vorgehens entstand aus der "Naturmedizin", also dem Umgang mit medizinisch anwendbaren Stoffen, wie zum Beispiel Heilpflanzen aber auch anderen "Hausmitteln" Grossmutters Hausmittel . Dies führte dann, unter Einbeziehung der damals hochentwickelten arabischen Medizin - unter anderem - zur "Klostermedizin" des Mittelalters. Ursprüngliche Naturheilkunde war reine Giftmeidung
Die Chirurgie nun, war in fast allen Kulturen strikt von der "Medizin" getrennt und als "Handwerk" (was es ja war und ist ) betrachtet worden.

Ein Zusammenfließen beider Stränge, in der heutigen Schulmedizin, ist erst sehr spät erfolgt!

Herzliche Grüße von
Leòn

Geändert von Leòn (04.07.2009 um 11:08 Uhr).

Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)
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Alt 07.07.2009, 21:21
  #4 Nach oben
AW: Zur Geschichte der Medizin
Extrem fleissiges Mitglied Männlich
 
Registriert seit: 19.03.2006
Beiträge: 10.117
Hallo, einen Gruß an Alle,

in einem anderen Thread habe ich schon ein wenig zum Thema geschrieben.
Da einiges davon hier her passt, zitiere ich mich mal selbst .

Herzliche Grüße von
Leòn

Ab der Neuzeit wurden die „ökologischen Zusammenhänge“ mehr gesehen. Zusammenhänge zwischen Hygiene und Krankheit wurden erkannt. Dies allerdings schon in der Folge der Pestzüge und anderer Seuchen (Englischer Schweiß, Pocken etc.), im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit. Zusammenhänge zwischen Hygiene und Krankheit kannten allerdings bereits die arabischen Ärzte im 11./ 13. Jahrhundert.

.... gab es bereits Ansätze in der Antike. Die wurden in bestimmten Kulturräumen (Mittelmeerraum, arabischer Kulturraum) weitergepflegt und kamen im Mittelalter wieder zurück nach Mitteleuropa.

Hier hat es allerdings auch schon Ansätze gegeben, die aber zum Teil in Vergessenheit geraten sind und bis heute zum Teil immer noch mühsam wiederentdeckt werden müssen.
Ich meine hiermit das naturheilkundliche Wissen der „keltischen“ und „germanischen“ slawischen Stämme usw.

Im Mittelalter kam neue Bewegung in die naturheilkundliche Medizin des Abendlandes.
Zunächst mit den Klöstern nach der Regel des Heiligen Benediktes, so etwa ab dem 5. Jahrhundert, in denen bereits Kräuterheilkunde und Blutegelgebrauch. Wie erwähnt gab es in den christlich missionierten Regionen bereits Ansätze, die vermutlich in die Klostermedizin einflossen. Die Regel des Heiligen Benedikts beinhaltet bereits Vorschriften für die Krankenpflege.

Im zwölften Jahrhundert leistete Hildegard von Bingen so etwas wie frühe Systematisierungsversuche und Verschriftlichung verschiedener damals gebräuchlicher naturheilkundlicher Verfahren.

Im zwölften und dreizehnten Jahrhundert entstanden neue Orden, wie die Ritterorden (Hopitaliter), Bettelorden und Beginengemeinschaften, durch die die Krankenpflege über enge Klostermauern hinweg in breitere Kreise, wie zum Beispiel in die Städte getragen wurde.

Die Kreuzzüge, u.a. auch die Ritterorden, hatten einen weiteren Effekt: Sie stellten eine neue, intensive Brücke zwischen morgenländischer und europäischer Kultur und somit auch der Medizin dar. Alte antike Schriften, die verloren gegangen waren, kamen so in die Klöster und die wenigen, ab dem dreizehnten Jahrhundert entstehenden Universitäten.

Im späten Mittelalter, also ab dem 14. Jahrhundert kamen neue, städtische Ärztetypen hinzu. Man denke nur an Paracelsus usw. Das naturheilkundliche Mittel des Aderlasses wurde immer häufiger, zeitweise als Allheilmittel, eingesetzt.
Bereits ab dem dreizehnten Jahrhundert wurden starke Wirkstoffmischungen verab reicht, die z.B. unter dem Namen Theriak bekannt sind. .....


Ursprüngliche Naturheilkunde war reine Giftmeidung

Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)
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Alt 08.07.2009, 11:18
  #5 Nach oben
AW: Zur Geschichte der Medizin
Extrem fleissiges Mitglied Männlich
 
Registriert seit: 19.03.2006
Beiträge: 10.117
Hallo, einen Gruß an Alle,


Unsere heutige Medizin – sowohl die Naturheilkunde, wie auch die Schulmedizin – gründet auf den Lehren der Antike. Eine entscheidende Wende, bzw. Aufspaltung zwischen Naturheilkunde / Volksmedizin und die Entwicklung hin zur „Schulmedizin“ passierte, meiner Ansicht nach, mit der Entstehung des neuen, abendländischen Ärztestandes, ab dem 13./ 14. Jahrhundert. Wie ich weiter oben schrieb, entstand mit dem Fortschreiten der städtischen Kultur im späten Mittelalter, ein neuer Arzttypus, dem zum Beispiel auch Paracelsus angehörte.

Grundlegende Lehren der Antike:

Oft wird vergessen, dass jede Kultur eine eigene Medizin hatte (oder hat), eigene Wege mit Krankheiten umzugehen und sich mit ihnen oder deren Folgen auseinanderzusetzen.

Die heutige Medizingeschichte beruft sich allerdings auf einige wenige „Gründungsväter“, beginnend mit Empedokles, der zwischen 495 und 435 vor unserer Zeitrechnung, in Griechenland lebte. Auf ihn wird die Lehre der „Vier Elemente“ zurückgeführt. Hiermit sind „Feuer, Wasser, Luft und Erde“ gemeint. Nach dem Denken der damaligen Zeit, bestimmte das Verhältnis der „Mischung“ oder der „Entmischung“ entscheidend die Lebensprozesse.

Die vier „Primärqualitäten“, Wärme, Feuchtigkeit, Kälte und Trockenheit entsprechen dem und gehen auf den griechischen Arzt Hippokrates (460 bis 433 vor unserer Zeitrechnung) zurück. In seiner „Humoralpathologie“ sind die Primärqualitäten ebenso wie die „Viersäftelehre“ enthalten. Die Mischung der vier Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle, bestimmten über Gesundheit und Krankheit.

Der Philosoph Aristoteles (viertes Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) brachte die beschriebenen „Vierermodelle“ in Beziehung zueinander und beeinflusste damit den griechisch – römischen Arzt Galenos (129 – 199 nach Beginn unserer Zeitrechnung). Seine Lehre beeinflusst sowohl die abendländische wie auch die arabische Heilkunde bis in das hohe Mittelalter hinein.

Galenos greift auf die hippokratische „Viersäftelehre“ zurück: Die aus dem Gleichgewicht geratene Mischung sämtlicher Körpersäfte wird als Ursache der Krankheiten gesehen. Die Gesundheit definierte er als harmonische Mischung der Körpersäfte.
Die Harnschau galt dabei als wichtigste diagnostische Methode. Zur Heilung wurden Verfahren wie Abführen, Aderlass, Schröpfen und Erbrechen verordnet.
Auf Galenos geht eine Diättlehre, als ein weiteres Heilmittel zurück.
Zur Diagnose und Heilung bezog Galenos die gesamte Lebensführung des Patienten mit ein. Die ganzheitliche Medizin hat hier einen Ursprung. Er folgte damit dem Grundsatz der Ausgewogenheit in der Lebensführung und betrachtete bereits äußere Umweltfaktoren als einflussreich auf Gesundheit oder Krankheit der Menschen.
Galenos - oder wie er später bei uns genannt wurde: Galen


Ursprüngliche Naturheilkunde war reine Giftmeidung

Herzliche Grüße von
Leòn

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Alt 08.07.2009, 11:30
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AW: Zur Geschichte der Medizin
Extrem fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von Sine
 
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Beiträge: 3.296
Hallo Leòn.
Natürlich gibt es Krankheiten seit Menschengedenken und Geburtsgebrechen sowie Unfälle kamen noch dazu.
Ein Beispiel für eine Krankheit, welche die Menschheit seit jeher begleitet, ist die Epilepsie.
Ich hatte schon einmal kurz darüber geschrieben:
Zitat:
Ein kleiner Ausflug in die Geschichte der Epilepsie:
Die Epilepsie begleitet den Menschen schon seit jeher und ist eine der bestdokumentieren Krankheiten in der Medizin.
Jeder Organismus der ein Gehirn besitzt, kann Epilepsie haben, also nicht nur wir Menschen.
Göttliche oder dämonische Mächte schienen im Spiel zu sein, entsprechend wurde die Krankheit von Priestern behandelt. Gebete, Räucherungen, oder Austreibungen der unschönen Art waren oft angewandte Mittel. Aber auch Krokodilkot soll bei den Ägyptern als Medizin verwendet worden sein.
Klistiere, Brech- und Abführmittel wurden eingesetzt, später das allseits beliebte " zur Ader lassen ".
Schon bald hat man bemerkt, dass der Auslöser der Epilepsie im Kopf sitzen muss und es wurden abenteuerliche Kopf / Gehirnoperationen durchgeführt.
Liebe Grüsse, Sine
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Alt 08.07.2009, 13:16
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AW: Zur Geschichte der Medizin
Sehr fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von Margot
 
Registriert seit: 22.07.2008
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Beiträge: 492
Zitat von Leòn Beitrag anzeigen
Hallo, einen Gruß an Alle,


Unsere heutige Medizin – sowohl die Naturheilkunde, wie auch die Schulmedizin – gründet auf den Lehren der Antike. Eine entscheidende Wende, bzw. Aufspaltung zwischen Naturheilkunde / Volksmedizin und die Entwicklung hin zur „Schulmedizin“ passierte, meiner Ansicht nach, mit der Entstehung des neuen, abendländischen Ärztestandes, ab dem 13./ 14. Jahrhundert. Wie ich weiter oben schrieb, entstand mit dem Fortschreiten der städtischen Kultur im späten Mittelalter, ein neuer Arzttypus, dem zum Beispiel auch Paracelsus angehörte.

Grundlegende Lehren der Antike:

Oft wird vergessen, dass jede Kultur eine eigene Medizin hatte (oder hat), eigene Wege mit Krankheiten umzugehen und sich mit ihnen oder deren Folgen auseinanderzusetzen.

Die heutige Medizingeschichte beruft sich allerdings auf einige wenige „Gründungsväter“, beginnend mit Empedokles, der zwischen 495 und 435 vor unserer Zeitrechnung, in Griechenland lebte. Auf ihn wird die Lehre der „Vier Elemente“ zurückgeführt. Hiermit sind „Feuer, Wasser, Luft und Erde“ gemeint. Nach dem Denken der damaligen Zeit, bestimmte das Verhältnis der „Mischung“ oder der „Entmischung“ entscheidend die Lebensprozesse.

Die vier „Primärqualitäten“, Wärme, Feuchtigkeit, Kälte und Trockenheit entsprechen dem und gehen auf den griechischen Arzt Hippokrates (460 bis 433 vor unserer Zeitrechnung) zurück. In seiner „Humoralpathologie“ sind die Primärqualitäten ebenso wie die „Viersäftelehre“ enthalten. Die Mischung der vier Körpersäfte Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle, bestimmten über Gesundheit und Krankheit.

Der Philosoph Aristoteles (viertes Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung) brachte die beschriebenen „Vierermodelle“ in Beziehung zueinander und beeinflusste damit den griechisch – römischen Arzt Galenos (129 – 199 nach Beginn unserer Zeitrechnung). Seine Lehre beeinflusst sowohl die abendländische wie auch die arabische Heilkunde bis in das hohe Mittelalter hinein.

Galenos greift auf die hippokratische „Viersäftelehre“ zurück: Die aus dem Gleichgewicht geratene Mischung sämtlicher Körpersäfte wird als Ursache der Krankheiten gesehen. Die Gesundheit definierte er als harmonische Mischung der Körpersäfte.
Die Harnschau galt dabei als wichtigste diagnostische Methode. Zur Heilung wurden Verfahren wie Abführen, Aderlass, Schröpfen und Erbrechen verordnet.
Auf Galenos geht eine Diättlehre, als ein weiteres Heilmittel zurück.
Zur Diagnose und Heilung bezog Galenos die gesamte Lebensführung des Patienten mit ein. Die ganzheitliche Medizin hat hier einen Ursprung. Er folgte damit dem Grundsatz der Ausgewogenheit in der Lebensführung und betrachtete bereits äußere Umweltfaktoren als einflussreich auf Gesundheit oder Krankheit der Menschen.
Galenos - oder wie er später bei uns genannt wurde: Galen


Ursprüngliche Naturheilkunde war reine Giftmeidung

Herzliche Grüße von
Leòn

Hallo Leon,

Meine tiefe Verbeugung vor dem was Du hier alles aufgeführt hast.

Darf ich noch an die Bücher des Medizinhistorikers Prof. Heinrich Schipperges erinnern?

Er liest sich ausgezeichnet und ist ein Schmuck im Büchergestell von Menschen die sich ehrlich für die Zusammenhänge in der Heilkunde interessieren.

Bis bald

Wahrnehmerin
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Alt 13.07.2009, 07:59
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AW: Zur Geschichte der Medizin
Extrem fleissiges Mitglied Männlich
 
Registriert seit: 19.03.2006
Beiträge: 10.117
Hallo Sine, hallo Wahrnehmerin,

ich danke Euch sehr für Eure Anregungen. Hier als Ergänzung zu Sines Beitrag ein Link zum deutschen Epilepsiemuseum: Epilepsie: Geschichte und Namen, Bedeutung der Epilspsienamen. Deutsches Epilepsiemuseum Kork.

Und hier findet man ein wenig zu dem von Wahrnehmerin angeführten Heinrich Schipperges: Heinrich Schipperges ? Wikipedia

Herzliche Grüße von
Leòn


Heilmittel in der Antike

Nahrungsmittel als Heilmittel

Wie bereits erwähnt, kannte schon die antike Heilkunde diätische Vorschriften und die Wirkung von Lebensweise und Umwelt auf die Gesundheit des Menschen.

Hierzu gehört auch die Ernährung. Eine besondere Bedeutung als Nahrungs- und Heilmittel kam dem SILPHION zu: Silphion wurde vermutlich ab dem 7. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung aus dem heutigen Lybien nach Europa importiert.

Die Blätter der Pflanzen wurden als Kochgemüse verwendet, junge Blütensprossen und Schäfte wurden zu Salaten verarbeitet und die zerriebene Wurzel diente als Gewürz. Der eingedickte, harzige Milchsaft der Pflanze galt als „Allheilmittel“. Verordnet wurde Silphion, von römischen wie von griechischen Ärzten, bei Nervenleiden; Hals und Brusterkrankungen, bei Husten, Heiserkeit, bei Seitenstechen, Appetitlosigkeit und bei Verdauungsbeschwerden.
Es wurde in Wasser oder Wein gelöst eingenommen oder als Paste/ Salbe zur Heilung von Wunden und Geschwüren äußerlich auf. Silphion galt auch als Mittel gegen Schlangenbisse.

Silphion gilt heute als ausgerottet. Der Name wurde später auf Asant (Ferula assa-foetida L.)
angewendet, dem ähnliche Eigenschaften zugeschrieben werden.



Als weitere pflanzliche Heilmittel waren u. a. Knoblauch, Minze, Liebstöckel, Sellerie, Lorbeer, Kreuzkümmel und schwarzer Pfeffer bekannt.

Eine weitere Bedeutung – sowohl als Nahrung, als auch als Heilmittel, kam dem HONIG zu.
„Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gesund!“ findet sich als Zitat von König Slomo (990 – 925 vor unserer Zeitrechnung) im Buch der Sprüche. In Ägypten wurde Honig früh für die Herstellung von Salben gegen Augenleiden, Hautentzündungen und zur Wundbehandlung.

Auch in der griechischen und der römischen Antike wurde der Honig vielfältig genutzt. Die römischen Ärzte empfahlen Honig zum Beispiel zum Abführen von Kindspech als Beruhigungs- und Schlafmittel.

Hippokrates verfügte über eine lange Liste von Honigrezepten, die bis zu Hildegard von Bingen und Paracelsus überliefert wurde.

Hippokrates empfahl WEIN, vermischt mit Wasser gegen Kopfschmerzen, Wassersucht und Schlaflosigkeit. Unvermischt verordnete er Wein gegen Ischiasbeschwerden.

Allgemein wurde Wein als Schmerzmittel, unter anderem auch in der Geburtshilfe, gegeben.
Galen (Galenos) hat Rotweinverbände zur Wundversorgung Schwerverletzter angeordnet.

Mit Kräutern versetzte Weine wurden als Heilmittel gegen organische Erkrankungen gegeben.

Weihrauch:

Bedeutsam als Heilmittel war auch der WEIHRAUCH, der ja unter anderem, als Gabe der orientalischen Könige im Neuen Testament auftaucht.
Neben der kultischen Verwendung und Nutzung zum Parfümieren und der Bartpflege, bei dem die antiseptische Wirkung ausgenutzt wurde, kam Weihrauch auch in Pillenform, als Emulsion, als Salbe und als Pflaster zum Einsatz. Auch Hippokrates empfahl Weihrauch zur Linderung von asthmatischen und katharrischen Beschwerden und gegen Durchfallerkrankungen.


Ursprüngliche Naturheilkunde war reine Giftmeidung

Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)
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Alt 13.07.2009, 08:38
  #9 Nach oben
AW: Zur Geschichte der Medizin
Moderatorin Weiblich
 
Benutzerbild von Oregano
 
Registriert seit: 10.01.2004
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Beiträge: 35.572
Ich greife hier eine Krankheit und ein "Medikament" heraus, das sich im Laufe der Zeit im Verständnis sehr verändert hat: Psoriasis und Quecksilber.

Die Psoriasis scheint es schon sehr früh gegeben zu haben, wobei auch andere Hauterkrankungen dazu gezählt wurden. Menschen mit Psoriasis wurden oft gemieden, weil sie u.a. als Lepra-Kranke angesehen wurden und Angst vor Ansteckung bestand, obwohl Psoriasis nicht ansteckend ist.

In der Behandlung der Psoriasis gab es wunderliche und schädliche Versuche, und es ist im Zeitalter der Mondflüge und Raumstationen erstaunlich, daß letztlich weiter nicht klar ist, was da getan werden kann:

Zitat:
Auch mit den modernsten Therapien und Medikamenten, Kortison, Immunsuppressiva, TNF-alpha-Antagonisten und den neuesten Bade- und Lichttherapien ist letztlich nur eine Linderung der Erkrankung, aber keine Heilung möglich. Jedoch, eine gewisse Weiterentwicklung ist sehr wohl seit dem Mittelalter mit seinen oft obskuren pflanzlichen, tierischen und mineralischen Arzneimitteln und Rezepturen – wie etwa Brennnessel, Geierfett, Frösche, Krebse, Mäusekot, Schlangen, Seepferdchen, Kupfer, Meerschaum, Schwefel – und den im 19. und 20. Jahrhundert en vogue quecksilber- und arsenhaltigen Medikamenten, Salizylsäure-, Harnstoff-, Steinkohlenteersalben und „künstlichen Sonnen“ zu beobachten ....
Springer Professional Media, Bereich Medizin - Medizingeschichte

Eine andere Krankheit, bei der die Behandlung mit Quecksilber fatale Folgen hatte: Syphilis:

Zitat:
Seit 60 Jahren kann Syphilis mit Penicillin behandelt und sogar geheilt werden. Früher gab es rabiatere Behandlungsmethoden, weswegen ich mich überhaupt damit beschäftige. Denn bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die Patienten am ganzen Körper mit Quecksilber eingerieben. Die Folge dieser Behandlung führte wahrscheinlich zu deutlich schnellerem Verfall als die Syphilis selber. Die Haare fielen aus, dann die Zähne, bis schließlich das Nervensystem und alle Körperfunktionen aussetzten. Nicht wenige Patienten dürften von ihren Ärzten umgebracht worden sein, bevor die Krankheit sie dahin raffte.
Syphilis Quecksilber? Nein Danke!

Noch eine andere, immer noch praktizierte Anwendung von Quecksilber schadet:

Zitat:
In China soll die Haut „PiFu“ sein, „weiß wie Schnee“. So wird gebleicht, was die Tiegel hergeben, jede zweite Frau in Hongkong hellt ihre Haut, 2002 füllten sich die Kliniken, weil das giftige Quecksilber besonders gut bleicht und viele Hersteller zu viel in die Tiegel warfen. Darüber kann man doch nur den Kopf schütteln! Man weiß ja spätestens seit „Alice im Wunderland“, dass Quecksilber gefährlich ist: „Mad Hatter“, der Hutmacher, ist, wie viele andere seiner Zunft, vom Quecksilber verrückt geworden!

Derartige Giftcremes, mit bis zu 5 Prozent Quecksilber, gelangen auch auf den europäischen Markt. Die wenigsten werden bei Kontrollen gefunden und aus dem Verkehr gezogen
Kosmetik Quecksilber? Nein Danke!

Das ist aber Gegenwart und nicht Vergangenheit...

Gruss,
Uta

Hinweis: Moderatoren sorgen für die Rahmenorganisation im Board. Beteiligen sie sich inhaltlich,
sollte aus ihrer Moderatorenfunktion keine spezielle fachliche Kompetenz abgeleitet werden.
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Alt 13.07.2009, 10:27
  #10 Nach oben
AW: Zur Geschichte der Medizin
Sehr fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von Margot
 
Registriert seit: 22.07.2008
Ort: München
Beiträge: 492
Hallo Uta,

Mein Mann hat Psoriasis, die er nach einigen Jahren auch ohne den Hautarzt wegbekommen hat.

Er hat konsequent auf Industrie-Zucker und Schweinefleisch verzichtet.

Achtet er einmal einige Zeit nicht darauf und läßt seinen Gelüsten wieder freien Lauf, beginnt die Krankheit erneut. Immer am Ellenbogen mit einem schmerzlosen Geschwür.
Schöne Grüße

Wahrnehmerin

Geändert von Margot (13.07.2009 um 10:29 Uhr). Grund: Ergänzung
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