Symptom-Wirrwarr

01.05.10 14:35 #1
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cosmonaut ist offline
Beiträge: 7
Seit: 05.04.10
Hallo,
nach langem Mitlesen und Berg- und Talfahrten bezogen auf die Symptomatik schreibe ich jetzt einfach mal hier rein.
Ich bin 22 und soweit ich mich entsinnen kann hat alles vor gut anderthalb Jahren seinen Lauf genommen. Angefangen hat alles mit immer wiederkehrenden Schüben eines Quincke Ödems an der Oberlippe. Meistens morgens nach dem Aufstehen, häufig auch in der Nacht oder im Laufe des Vormittags.

Das ganze hat sich dann so bis zum Abi vor nem Jahr hingezogen, zwischenzeitlich mit Besuchen beim Arzt mit dem Rat dass ich doch mal auf bestimmte Nahrungsmittel aufpassen soll weil ggf. eine Intoleranz herrscht. Ich hab dann vieles ausprobiert bin jedoch zu keinem Ergebnis gekommen denn die Schübe kamen eher "zufällig".

Dann hab ichs Abi geschrieben und ich muss sagen dass es mir schon in der darauffolgenden Woche (man muss sagen dass ich auch in der Folgewoche meinen Zivildienst angetreten habe) richtig mies ging.
Totale Erschöpfung in der früh, Abgeschlagenheit, Schwindel (ging soweit dass ich mir zweimal überlegen musste ob ich morgens ins Auto steig), Konzentrationsschwäche, extreme Müdigkeit.
Weiter gings noch mit argen, juckenden und brennenden Ausschlägen über die Nasenflügel zur Wange (vermutlich Rosazea), Nesselsucht und Herzpoltern.
In den darauffolgenden Wochen und Monaten war ich ständig beim Arzt, mein damaliger Hausarzt hat mich wohl eher als "fauler Zivi" abgestempelt mir hier und da ein paar Globuli verschrieben, das wars.

Wegen dem Herzpoltern war ich damals dann beim Internisten, der aber nur völlig normale Werte diagnostiziert hat. Dann war ich wegen dem Quincke Ödem und der Nesselsucht bei 2 Hautärzten. Der eine hat mir nur Xuxal verschrieben und meinte ich solle das mal probieren, klar vorzeitig eingenommen bei einem Allergieschub mag es helfen. Der andere hat sich richtig Zeit für mich genommen und Blut und Stuhl untersucht. Einen Allergietest auf der Haut konnte er damals wegen meiner Nesselsucht nicht machen weil die Ergebnisse nicht erkennbar waren.
Ansonsten kam auch nichts raus.

Zu der Zeit hatte ich dann plötzlich auch noch mit einer Nebenhodenentzündung zu kämpfen. Der Urologe bei dem ich dann war hat mir daraufhin ein Antibiotikum (Doxy) verschrieben, Zeitraum 10 Tage. Es stellte sich Besserung ein aber ich hatte dann einen Rückfall und es folgte eine erneute Therapie mit Doxy. Diesmal mit Erfolg.
Der Arzt meinte der Grund sei eine Immunschwäche, das gleiche hab ich auch vom Hautarzt also Ursache für den Ausschlag an der Nase (Rosazea) gehört.
Vermutlich wegen der AB BEhandlung stellten sich weiter noch Verdauungsprobleme (Verstopfung etc.) ein.
Aufgrund der mangelnden Interesse an mir hab ich dann den Hausarzt gewechselt und der neue hat um Welten mehr Engagement gezeigt. Unter anderem hat er eine leichte Leber- und Milzvergrößerung festgestellt. Auch wurde per Bioresonanz festgestellt dass ich wohl aufgrund eines nicht ganz ausgeheilten Infekts Sulfur D12 brauche.

Parallel hab ich mich damals auf Rat von Bekannten in die Untersuchung ins BCA (BorrelioseZentrumAugsburg) begeben (ich hoffe ich daf den NAmen hier ausschreiben? ). Die Symptome sprachen ja doch irgendwie dafür und zwei Zeckenbisse in den letzten Jahren waren wir auch in Erinnerung, zwar ohne Rötung aber soweit ich das verstanden habe kann man ja auch ohne roten Hof infiziert sein.
Nach 2 Besuchen dort und ärztlichen Checks war die Diagnose eine wahrscheinliche chronische Borreliose.
Genauer Laborbefund: Borrelien lgM ElA und Immunoblot grenzwertig, lgG ElA und Immunoblot neg., Borrelien Elisplot LTT im Graubereich, CD57 NK-ZEllen mäßig erniedrigt, C3 und C4 jeweils im unteren Normbereich.
Therapiemethode war eine 2 monatige Antibiotikakur (Azithromycin) Die 2 Monate sind jetzt schon vorüber und ich muss nächste Woche neue Blutproben zur Nachkontrolle einschicken um festzustellen ob die AB Therapie erfolgreich war.

Inzwischen jedoch stehe ich dem ganzen etwas skeptisch gegenüber. JA es hat sich eine teilweise VErbesserung eingestellt, der Schwindel ist inzwischen weg, aber die ganzen Haut-/Allergiegeschichten und die Erschöpfung, Schwitzen etc. sind noch da und es beunruhigt mich weil im Juli ein Australientrip und im Oktober das Studium bevorsteht und ich mir das in meiner derzeitigen Verfassung nicht wirklich vorstellen kann.
Macht mich echt fertig das Ganze.

Die Symptome nochmal aufgereiht:
-Quincke Ödem
-Nesselsucht
-Kein Erholtsein nach dem Schlaf
-Müdigkeit
-Abgeschlagenheit
-nicht belastbar
-vergrößerte Leber/Milz
-Rosazea auf Nase Wange
-Schwitzen (immer nasse Achseln)

Ich hoffe jemand kann sich damit identifizieren oder weiß Rat um mich auf die richtige Spur zu bringen...

Geändert von cosmonaut (01.05.10 um 15:22 Uhr)

Symptom-Wirrwarr

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo cosmonaut,

danke für die ausführliche Schilderung - so traurig die ist.
Ich fände es interessant zu erfahren, ob die Werte nach der AB-Therapie wegen der Borreliose sich verändert haben.

Einen Allergietest auf der Haut konnte er damals wegen meiner Nesselsucht nicht machen weil die Ergebnisse nicht erkennbar waren.
Hast Du denn immer eine Nesselsucht? Wo? Oder kommt und geht die?

Eine mögliche Ursache dafür wäre noch die Histaminintoleranz, evtl. zusammen mit einer oder sogar mehreren Intoleranzen:
Inhaltsverzeichnis ? Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit
> Fruktose-, Gluten-, Histamin-, Laktose-Intoleranz

(Intoleranzen kann man über Allergie-Tests nicht finden.)

Grüsse,
Uta

Wenn es nicht eine Zecke war, die bei Dir alles mögliche durcheinander gebracht hat, muß es etwas anderes sein. Was war denn bei Dir an besonderen Ereignisse mit ungefähr 20 Jahren los? :
- Unfall, Zahnbehandlung (Amalgam?), Impfung, Krankheit, Medikamente, Umzug, neue Möbel/Teppiche/Farben/Lacke - also Wohngifte ... usw.
Wohngifte ? Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit

Auffallend finde ich, daß bei Dir alles oder vieles im Gesicht angefangen hat, was mich auf die Zähne als Ursache bringt. Wie sehen Deine Zähne insgesamt aus?

Das Thema "Quincke-Ödem" war schon einmal hier:
http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...ncke-odem.html

Vielleicht könnte Dir diese Tinktur ja helfen?:
http://www.symptome.ch/vbboard/aller...html#post72752

Symptom-Wirrwarr

Crizei ist offline
Beiträge: 368
Seit: 29.03.08
Hallo Cosmonaut,

könnte es sein, dass das Abi und der Zivi-Dienst nicht gerade die Erfüllung für dich waren/sind und du deine Australienreise mit allen Sinnen herbeisehnst?
Dann wäre, zumindest bei den Haut-Erscheinungen, ein sogen. Trennungskonflikt zu vermuten, d.h. dass du dich von deinen bisherigen Tätigkeiten schon jetzt abtrennen willst um in die weite Welt zu ziehen....

Für mein Dafürhalten wäre ein möglicher Lösungsansatz, dass du dich entscheidest zu akzeptierren, dass die Umstände es eben jetzt so erfordern, so sind wie sie sind und du ohnehin schon sehr bald das machen kannst, wonach du dich sehnst.

Ich kann mir gut vorstellen, dass du Sorge hast, dass du für die Reise nicht fit genug sein könntest, aber gerade diese könnte die Wende bringen.

Aber auch das umgekehrte wäre möglich: Dass du Angst hast, vertraute Gefiede zu verlassen, lieber zu Hause zu bleiben, als hinaus ins möglicherweise Ungewisse. Und dass dir das schon lange Sorge bereitet hat, dass du weg sollst.

So oder ähnlich wäre eine Möglichkeit, welche oder ob überhaupt eine passend für dich ist, kannst nur du wissen.

Alles Gute!

Geändert von Crizei (01.05.10 um 22:05 Uhr)

Symptom-Wirrwarr

cosmonaut ist offline
Themenstarter Beiträge: 7
Seit: 05.04.10
Vielen Dank erstmal für eure ausführlichen Antworten.

Ich bin auch sehr gespannt was die nächste Blutuntersuchung sagt und werds hier reinschreiben ob sich was verändert hat.

Also die wirkliche Reizung der Haut bei Nesselsucht hab ich häufig morgens an Armen und Beinen. Quaddeln eben.
Ansonsten reagiert die Haut eben auf jegliche Art von Reizung wie Kratzen oder Ähnliches.
Hab ich denn Nesselsucht nur wenn sich die Haut zu Quaddeln wölbt?

Dann werd ich mich wohl auch auf Intoleranzen testen lassen müssen. Wo geh ich da am Besten hin? Hautarzt?

Also meine Zahnqualität und Pflege qürde ich als gut bewerten. Ich geh auch regelmäßig zum Zahnarzt usw. Ich denke wenn es gröber fehlen würde hätte mich der Zahnarzt informiert. Ichm eine es ist noch nicht lang her da hat man beide Kiefer durchleuchtet, und es war alles in Ordnung.
Also ich weiß ziemlich sicher dass ich keine Amalgamfüllung habe.

Ich hatte vor etwa 3 Jahren einen Weisheitszahneingriff, aber sonst keinen größeren Eingriff bis auf eine kleine Wurzelbehandlung.

Zu Zivizeiten wurde mir eine Hepatitis-Kombiimpfung nahegelegt, die ich leider nichtwissend eingegangen bin. Nächtliche Schweissausbrüche und unruhiger Schlaf waren die Folge, das hat sich aber wieder gelegt. Naja wie gesagt, das war zu Zivizeiten und ich hatte die Symptome damals schon...

Auch ansonsten hat sich wenig verändert. Ich habe nichts verändert was einen großen Einfluss in Form von Giftstoffen haben könnte.
Ich wohn in einem recht gut belüfteten Holzhaus also müsste auch kein Schimmelpilzbefall da sein.

Also es war auch sonst nichts prägendes was mit ungefähr 20 Jahren war. Ich hab ganz normal gelebt, nichts aussergewöhnliches.

Super, ich probier die Tinktur mal aus.




Ja ich muss sagen die Abi und Zivizeit war nicht die pure Erfüllung aber für wen ist sie das schon?

JA ich sehne mich schon nach der Australienreise und dem Studiumsbeginn danach als Anfang eines neuen Lebensabschnitts. Weil dann eben endlich wieder was weitergeht.

Ich frage mich nur ob diese Gedanken wirklich Auslöser für solche Symptome sein können?

Wenn ja könnte das schon das Problem sein, denn ich bin mit den Gedanken schon weiter...

Vielen Dank für die Sichtweisen

Symptom-Wirrwarr

Crizei ist offline
Beiträge: 368
Seit: 29.03.08
Zitat von cosmonaut Beitrag anzeigen


Ich frage mich nur ob diese Gedanken wirklich Auslöser für solche Symptome sein können?

Wenn ja könnte das schon das Problem sein, denn ich bin mit den Gedanken schon weiter...
Wahrscheinlich bist du ein mental sehr starker.

Ich habe es auch nicht geglaubt, wie viele meiner Symtome ich mir durch Gedanken und falsche Glaubenssätze selbst zuschreiben kann ... wenn ich das früher gewußt hätte, stünde ich jetzt anders da und hätte nicht ein viertel Jahrhundert meines Lebens in Krankheit verbracht. Aber ich habe wenig Grund zu klagen, denn ich hab auch viel gelernt dabei. Und diese Infos haben sich erst in den letzten Jahren ihren Weg gebahnt... es geht mir durch diese Kenntnisse immer besser.

Aber du, als ganz junger Mensch, dir soll die Welt offen stehen - durch Umdenken ist dies möglich, ja wahrscheinlich.

Viel Glück und gute Reise in diesen interessanten Kontinent!

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