Autismus?

29.10.09 00:03 #1
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Autismus?

MB3 ist offline
Männlich MB3
Themenstarter Beiträge: 10
Seit: 26.10.09
Zitat von Cherry Beitrag anzeigen
Was genau bringt dir die Diagnose? Erhoffst du die davon, dass die Mitmenschen dich lieber mögen?
Ich würde es an deiner Stelle nicht offiziell verfolgen (ich habe es auch nicht getan ) Grund ist, dass wenn du eine offizielle Diagnose hast, auch offiziell als Behinderter giltst. Das mag gut und schön sein, wenn man dadurch irgendwelche Vorteile hat. Die würden aber bei dir gleich Null sein. Nachteile sehe ich da mehr. Du kannst zum Beispiel deswegen von einer Berufsunfähigkeitsversicherung abgelehnt werden, nur aus diesem Grund. Die anderen Menschen werden auch nicht unbedingt verständiger mit dieser Diagnose. Du musst damit rechnen, dass sie dich als Psychofall abstempeln.
Also, es ist so.. Ich frage mich seit Jahren, wieso ich so bin wie ich bin, wieso, dass ich nicht einfach "normal" bin und keine "normalen" Erlebnisse habe. Ich frage mich, wieso ich mir so viele Gedanken mache, wieso dass ich mich vor anderen Leuten so gefangen fühle.
Ich möchte wissen, woran das liegt. Ich bin wirklich verzweifelt. Vor über einem Monat hat mich meine Ex-Freundin verlassen, weil ich ihr nicht das bieten könnte, was sie möchte. Und das macht mich fertig, ich kann deswegen nicht weinen, aber ich kann Nachts schlecht einschlafen, durch die Woche schlafe ich höchstens 5 Stunden pro Tag... Mich zieht das runter.. ich weiss nicht, wieso ich retorisch-gesehen beim Schwimmen untergehe.. aber wenn ich wüsste, dass ich ein Fisch bin, dann würde ich die Welt auch anders sehen könnnen.
Es ist nicht wegen meiner Ex, wieso ich so denke, dies war auch schon vorher so, ich war, bevor ich mit meiner Ex zusamenkam, 3 Jahre single und etwa so lange war ich isoliert und kam nach der Schule direkt nachhhause, auch wenn ich nicht wirklich unbeliebt war, machte ich mich selber zum Aussenseiter.

Ich möchte einfach nur wissen, wieso ich so bin, wie ich bin, und meine Eltern kennen mein Verhalten und mein Chef ist ein guter Bekannter meiner Eltern und ich denke, dass ich von ihm auch einen Rat bekommen würde.

Aber ich kann mir gerade im Moment wieder schlecht vorstellen, dass ich überhaupt ein Autist sein könnte... auch wenn es sich dumm anhört.. Ich wäre glücklich, wenn ich wüsste, dass ich ein Autist bin, denn es ist wirklich etwas Besonderes und ich will damit niemanden verletzen oder beleidigen, aber mir würde dies viel bedeuten..

Auch meiner Ex-Freundin, vor welcher ich eigentlich nur noch Verachtung empfinde, würde ich diese Prognose gerne sagen wollen, damit wenigstens jemand mit einem reinen Gewissen weiterleben könnte..

Was auch noch schwierig für mich ist, ist, dass ich mich nie einer Gruppe anschliessen konnte, ich war weder jemals Schweizer noch jemand von meinem Herkunftsland... (Ost-Europa)
Ich fühlte mich wie Abschaum und auch jetzt fühle ich mich, als wäre ich ein Lügner, der einfach etwas besonderes sein möchte... Ich weiss es nicht.. Aber ich will mir darüber Gewissheit verschaffen.


werde mich noch melden

Zitat von darleen Beitrag anzeigen
hallo Cherry

für sie ist es aber wichtig zu wissen ob es Asperger sein könnte..das braucht sie um sich einen Reim darauf zu machen...

Vorteile in den genannten Gründen hat sie nicht, aber die Gewisskeit..für sich..


liebe grüße darleen
Ich bin ein "er"

Autismus?
darleen
Hallo MB3


Sorry das ich aus dir ein Mädel gemacht habe..tut mir leid..bin manchmal zu schnell beim lesen..

Asche auf mein Haupt


jedenfalls wirst du mit einer Diagnose...ob sie nun Vorteile mit sich bringt, oder nicht, Gewissheit haben...

Für deine Gedankengänge...


mir ist bei der späten "Diagnose" mit 40 jahren auch so manches Licht aufgegangen....

und nicht zu verwechseln mit Autismus...

Asperger gibt es wie schon gesagt in vielen Facetten...Einer gleicht nicht dem Anderen...auch wenn die Fachwelt sich so ausdrückt..

das ist meine persöhnliche Erfahrung in Zusammenkünften mit Aspergern...

liebe grüße darleen

Autismus?

MB3 ist offline
Männlich MB3
Themenstarter Beiträge: 10
Seit: 26.10.09
Zitat von darleen Beitrag anzeigen
Hallo MB3


Sorry das ich aus dir ein Mädel gemacht habe..tut mir leid..bin manchmal zu schnell beim lesen..

Asche auf mein Haupt


jedenfalls wirst du mit einer Diagnose...ob sie nun Vorteile mit sich bringt, oder nicht, Gewissheit haben...

Für deine Gedankengänge...


mir ist bei der späten "Diagnose" mit 40 jahren auch so manches Licht aufgegangen....

und nicht zu verwechseln mit Autismus...

Asperger gibt es wie schon gesagt in vielen Facetten...Einer gleicht nicht dem Anderen...auch wenn die Fachwelt sich so ausdrückt..

das ist meine persöhnliche Erfahrung in Zusammenkünften mit Aspergern...

liebe grüße darleen

hehe, kein Problem.

Ich denke, wenn bei diesem Test rauskäme, dass ich "normal" bin, dann hätte ich die selbe Ungewissheit wie vor dem Test, wenn nicht sogar stärker.
Aber die Chance wäre da, dass ich mein Geheimnis lüften könnte.

Also bisher bekam ich eine Mail von einer Informationsstelle für Autismus, die sandten mir einige Adressen von Kontaktpersonen und jetzt habe ich dieses eine Zentrum, welches sich in der Nähe befindet angeschrieben und warte noch auf die Antwort inklusive einigen Informationen.

Autismus?
darleen
Ja eine Chance ist es allemal....

wünsch dir viel Glück...

liebe grüße darleen

Autismus?

Cherry ist offline
Beiträge: 682
Seit: 09.01.08
Zitat von MB3 Beitrag anzeigen
Auch meiner Ex-Freundin, vor welcher ich eigentlich nur noch Verachtung empfinde, würde ich diese Prognose gerne sagen wollen, damit wenigstens jemand mit einem reinen Gewissen weiterleben könnte..
Warum schliesst du nicht damit ab? Du empfindest nur noch Verachtung für sie, warum willst du dich dann vor ihr rechtfertigen?
Paare trennen sich andauernd, warum nimmst du es so persönlich? Versteh mich nicht falsch, ich weiss, dass es wahnsinnig schmerzhaft ist. Du scheinst mir sehr davon betroffen, dass sie DICH als Trennungsgrund angibt. Selbst als Autist wirst du aber trotzdem noch der Trennungsgrund sein, wer will schon mit einem Autisten zusammenleben? Ausser vielleicht ein anderer Autist.

Mir kommt so ein bißchen der Eindruck, du möchtest einen vorhandenen Autismus als Ausrede für alles mögliche benutzen. Damit du deine Eigenverantwortung ablegen kannst und eine Entschuldigung hast.


Ich kann deinen Gedankengang teilweise nachvollziehen. Die 'Diagnose' erklärt sehr vieles in meinem Verhalten und meinen Vorlieben. Es erklärt es MIR, die anderen sind nicht von Belang. Ich muss mich vor niemandem rechtfertigen und du solltest das auch nicht tun (schon garnicht vor einer Ex-Freundin, die du verachtest).
Bei mir weiss es nur mein Mann und die beste Freundin. Meiner Mutter habe ich es mal gesagt, ich vermute aber, sie hat es eh schon wieder vergessen.

Ich möchte dir die Links von DMPS123 gerne nahe ans Herz legen. Es stimmt alles und eine Entgiftung kann dir helfen 'normaler' zu werden. So wie sie mir und vielen anderen geholfen hat.


Ich kann mich nur wiederholen: Denke über die Folgen nach! Du scheinst mir noch sehr jung zu sein, das heisst du wirst dann noch ein paar Jährchen damit umzugehen haben. Und es wird nicht jeder auf der Welt verständig sein für deine Probleme.

Autismus?
darleen
Aber es ist doch so für einen Asperger sind doch gesagte Worte...und Verhaltensweisen Einem gegeüber viel mehr gewichtigt..

der natürlich Filter fehlt doch einfach..

das nimmt doch viel mehr Raum ein..als der Tatsache was es eigentlich vom Sinn her bedeutet...

und genau das ist für junge Menschen mit Asperger die Schwierigkeit...


im Laufe der Jahre kann man damit besser umgehen...

deswegen kein Abschluss mit der Ex-Freundin...

das hat weniger mit Rechtfertigung zu tun....

meine persöhnlich Meinung...aus Eigenerfahrung...und im Umgang mit meinem Sohn...

liebe grüße darleen

Autismus?

Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo Cherry,

Zitat von Cherry Beitrag anzeigen
Warum schliesst du nicht damit ab? Du empfindest nur noch Verachtung für sie, warum willst du dich dann vor ihr rechtfertigen?
Paare trennen sich andauernd, warum nimmst du es so persönlich? Versteh mich nicht falsch, ich weiss, dass es wahnsinnig schmerzhaft ist. Du scheinst mir sehr davon betroffen, dass sie DICH als Trennungsgrund angibt. Selbst als Autist wirst du aber trotzdem noch der Trennungsgrund sein, wer will schon mit einem Autisten zusammenleben? Ausser vielleicht ein anderer Autist.

...

Ich kann mich nur wiederholen: Denke über die Folgen nach! Du scheinst mir noch sehr jung zu sein, das heisst du wirst dann noch ein paar Jährchen damit umzugehen haben. Und es wird nicht jeder auf der Welt verständig sein für deine Probleme.
das sind harte Worte die Du da benutzt! Sehr harte!

Ich bin etwas älter als MB3 - vielleicht doppelt so alt? Ich hab diverse Beziehungen - längere und kürzere - und auch eine Ehe hinter mir! Und wenn ich ehrlich bin - ehrlich zu mir selbst - dann hab ich wahrscheinlich mit keiner dieser Beziehungen richtig abgeschlossen! Warum nicht? - Weil ich es nicht konnte, nicht wollte - oder weil ich auch ein Autist bin...?

Seit kurzer Zeit beschäftige ich mich erst mit dem Asperperger, seit kurzem weiss ich erst dass es etwas gibt das mir meine Welt erläutern könnte!
Zeit meines Lebens hab ich mich für "anders" gehalten - hab mit diesem Wort "anders" kokettiert und mich in dieses Licht gestellt!

Von allen Menschen um mich herum bekam ich diese Bestätigung: Du bist anders! Von den Eltern, von den Mitschülern, von den Lehrern, von den Komilitonen, von den Freunden, von den Partnerinnen, von den Kollegen, von den Chefs und nun auch von meinen Mitarbeiten. Durchaus ist dieses "anders sein" von unterschiedlicher Beurteilung: von Bewunderung über Beachtung hin zum Herabsehen und bis zur Ausgrenzung!

Jemand wie ich - und wahrscheinlich auch MB3 - der sucht sein Leben lang nach der Begründung dafür, nach der Ursache. Es ist ein unbändiger Zwang dieses begründende Ziel zu finden...

Vor ca. 25 Jahren sagte ich zu einer damaligen "Ex": ich bin auf der Suche aber ich werde mein Ziel nie erreichen..." - Vorraussehung?

Ich für meinen Teil kann MB3 und sein Problem: das nicht abgeschlossen haben - das nicht wirklich abschliessen können - total verstehen!! Für mich ist das nichts ungewöhnliches - für mich ist das der Standard!! Für einen "Normalo" mag das völlig unverständlich sein! Darum grenze ich mich selbst aus, vielleicht tun das auch viele andere "gleichartige".

@MB3

ich bin noch nicht so weit Empfehlungen oder Wissen herüberreichen zu können, aber sei Dir versichert: aus meiner Sicht - wir sind besondere Menschen!

Viele Grüsse
Frank
__________________
** Ich probier´s erst einmal, bevor ich sage das geht nicht... **

Autismus?
darleen
ich für meien Teil bin froh die Diagnose für meinen Sohn zu haben die des Asperger..um auch anderen Menschen im Umgang zu erläutern warum Jenes und Dieses anders aufgefasst..gehändelt wird..

bringt für mich nur Vorteile...

ob man nun in die Gaga-Schiene geschoben wird..oder Nachteile davon hat vermag ich nicht zu sagen..ist mir auch noch nicht untergekommen...

habe eher gegenteilige Erfahrungen gemacht...

liebe grüße darleen

Geändert von darleen (01.11.09 um 13:22 Uhr) Grund: m

Autismus?

Cherry ist offline
Beiträge: 682
Seit: 09.01.08
Zitat von Planer Beitrag anzeigen
das sind harte Worte die Du da benutzt! Sehr harte!

Ich bin etwas älter als MB3 - vielleicht doppelt so alt? Ich hab diverse Beziehungen - längere und kürzere - und auch eine Ehe hinter mir! Und wenn ich ehrlich bin - ehrlich zu mir selbst - dann hab ich wahrscheinlich mit keiner dieser Beziehungen richtig abgeschlossen! Warum nicht? - Weil ich es nicht konnte, nicht wollte - oder weil ich auch ein Autist bin...?

Seit kurzer Zeit beschäftige ich mich erst mit dem Asperperger, seit kurzem weiss ich erst dass es etwas gibt das mir meine Welt erläutern könnte!
Zeit meines Lebens hab ich mich für "anders" gehalten - hab mit diesem Wort "anders" kokettiert und mich in dieses Licht gestellt!

Von allen Menschen um mich herum bekam ich diese Bestätigung: Du bist anders! Von den Eltern, von den Mitschülern, von den Lehrern, von den Komilitonen, von den Freunden, von den Partnerinnen, von den Kollegen, von den Chefs und nun auch von meinen Mitarbeiten. Durchaus ist dieses "anders sein" von unterschiedlicher Beurteilung: von Bewunderung über Beachtung hin zum Herabsehen und bis zur Ausgrenzung!

Jemand wie ich - und wahrscheinlich auch MB3 - der sucht sein Leben lang nach der Begründung dafür, nach der Ursache. Es ist ein unbändiger Zwang dieses begründende Ziel zu finden...

Vor ca. 25 Jahren sagte ich zu einer damaligen "Ex": ich bin auf der Suche aber ich werde mein Ziel nie erreichen..." - Vorraussehung?

Ich für meinen Teil kann MB3 und sein Problem: das nicht abgeschlossen haben - das nicht wirklich abschliessen können - total verstehen!! Für mich ist das nichts ungewöhnliches - für mich ist das der Standard!! Für einen "Normalo" mag das völlig unverständlich sein! Darum grenze ich mich selbst aus, vielleicht tun das auch viele andere "gleichartige".

@MB3

ich bin noch nicht so weit Empfehlungen oder Wissen herüberreichen zu können, aber sei Dir versichert: aus meiner Sicht - wir sind besondere Menschen!
Meine Worte sollen nicht hart sein, sondern einfach nur eine andere Sichtweise aufzeigen.
Ich finde es sehr schade, dass du dermassen selektiv zitierst.
Das was du schreibst ist für mich kein fremdes Terrain, da musste ich leider auch durch. Ich kann ihn verstehen. Jedenfalls den Teil wo die EIGENEN Fragen nach dem Anderssein beantwortet werden.
Für mich persönlich war das der Zeitpunkt wo ich mir erstmals die Asperger-Symptomliste angesehen habe und daraufhin den Selbsttest gemacht habe. Es hat mich fast vom Stuhl gehauen, so wie wahrscheinlich jeden.

Die Frage ist dann nur, wie gehe ich damit um. Mir haben diese Internet-Aussagen gereicht (waren aber auch recht eindeutig ), andere müssen das ganze noch von einem Weisskittel bestätigt wissen.
Ich würde nie im Leben erwarten, dass andere Menschen sich nach meiner 'Krankheit' richten, deshalb ist es den meisten Leuten gegenüber auch kein Thema. Bei extrem stark betroffenen Kindern wäre das natürlich etwas anderes.
Für mich ist es auch genug zu wissen, was ich dagegen tun kann (siehe DMPS123s Links), was irgendwelche Kliniktypen darüber denken ist mir wurscht. Von denen bekomme ich nicht die Antworten, die ich suche. Sie können mir nur das sagen, was ich eh schon weiss. Genauso ist es auch beim Thread-Ersteller. Er weiss es schon.

Das mit dem Alter war übrigens nicht auf fehlende Erfahrungen bezogen sondern auf die vielen Jahre, die noch VOR ihm liegen. Vielleicht möchte er ja mal die Arbeitsstelle wechseln, oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschliessen (wäre ganz nett, wenn da mal eine neue Frau und evtl. kleine Brüllwürfel in sein Leben treten ). Schon einige Bekannte haben dem Herrgott gedankt, dass sie eine hatten.


Jeder Mensch ist besonders, nicht nur Leute mit Asperger .

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