Nahrungsmittelunverträglichkeit und Gelenkschmerzen

23.06.09 10:05 #1
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Nahrungsmittelunverträglichkeit und Gelenkschmerzen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Sonora,

Mal völlig dahingestellt, woher eine Schilddrüsenfehlfunktion kommt – darüber zu streiten ist müßig
Das ist aber sehr wichtig, denn ohne das zu wissen, ist eine Heilung unmöglich.

ist es definitiv so, dass wenn der Schaden erst einmal eingetreten ist, die Sache anders läuft, als du es hier schreibst. Bei vielen, wirklich sehr vielen Leuten gehen die Unverträglichkeiten wieder weg, wenn die Schilddrüse richtig eingestellt ist. Und wenn wieder einmal "nachgebessert" werden muss, dann kommen die Unverträglichkeiten wieder.
Es ist ganz wichtig, daß man zwischen einer ursächlichen Heilbehandlung und einer symptomatischen Linderungsbehandlung unterscheidet. Die Fehlfunktion fällt nicht vom Himmel und hat eine ganz bestimmte Ursache - sei es nun die Ernährung oder die belastenden Lebenssituationen oder Schadstoffe. Diese Ursache muß man finden und abstellen, wenn es jemals zu einer Heilung kommen soll. Macht man das, kann die SD wieder ordungsgemäß funktionieren und die Krankheit verschwindet. Das ist eine ursächliche Heilbehandlung.

Im Gegensatz dazu steht die symptomatische Linderungsbehandlung, die du beschreibst. Sie bedeutete nicht die Krankheit zu heilen, sondern mit der Krankheit zu leben. Die Ursachen bleiben bestehen, die Schilddrüse bleibt weiter funktionell gestört, die Krankheit bleibt. Da die SD nicht mehr funktioniert, muß man die Stoffe, die sie nicht mehr produziert, künstlich ersetzen. Dadurch relativiert man zwar die Folgen der Fehlfunktion - die Intoleranzen - aber an der Krankheit ändert sich dadurch nichts. Stattdessen muß die Krankheit akzeptiert werden und man ist lebenslang tablettenabhängig.

[quote]Das, was du beschreibst, ist meiner Meinung nach hilfreich, so lange der Schaden noch nicht eingetreten ist. Aber wenn es passiert ist, dann kommt man nur weiter, indem die Schilddrüse behandelt wird.[quote]

Das Abstellen der eigentlichen Krankheitsursachen ist zwingende Voraussetzung für eine Heilung, auch und gerade wenn der Schaden bereits eingetreten ist. Solange sich die Schäden im Bereich funktioneller Störungen bewegen, wird das Organ durch Abstellen der tatsächlichen Krankheitsursachen wieder ordnungsgemäß funktionieren. Nur dann, wenn die Schäden in den Bereich morphologischer Veränderungen kommen, die der Organismus nicht mehr reparieren kann, wie bspw. beim Diabetes, müssen die so entstandenen Mängel natürlich durch entsprechende Ersatztherapien kompensiert werden.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Nahrungsmittelunverträglichkeit und Gelenkschmerzen

Sonora ist offline
Beiträge: 2.950
Seit: 10.09.08
Hallo Joachim!

Ich verstehe, worauf du hinaus willst. Ich kann auch mit einem entschiedenen Jein darauf antworten. Prinzipiell hast du schon irgendwo Recht. Aber nicht alles hängt immer mit Mangelernährung und falscher Ernährung zusammen. Da ist eine genetische Komponente, die wir nicht im Griff haben, dazu kommen psychische Belastungen, denen man im Leben nun mal nicht entrinnen kann, usw. usw. Jeder Körper hat eine Schwachstelle und wenn die erst mal geknackt ist, dann ist es sehr schwer.

Dazu kommt, dass bei Hashimoto die Schilddrüse Schaden nimmt. Und dieser Schaden ist da, ganz egal, was ich von diesem Zeitpunkt an tue. Sicher kann man die Krankheit verlangsamen, manches auch ab diesem Punkt aufhalten (wenn man viel Glück hat), aber es wäre schlimm, wenn jemand den Rat bekäme, auf wichtige Medikamente zu verzichten.

Bestenfalls sehe ich es so, dass man BEIDES tut: Schadstoffe weg, gute Ernährung her UND die Schilddrüse adäquat behandeln. Mit einem anderen Rat kann man viel Schaden anrichten, davon bin ich überzeugt!

Viele liebe Grüße
Sonora

Nahrungsmittelunverträglichkeit und Gelenkschmerzen

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Sonora,

Aber nicht alles hängt immer mit Mangelernährung und falscher Ernährung zusammen.
Nein, natürlich nicht alles, aber dann doch wesentlich mehr, als die meisten denken. Die meisten Menschen machen sich überhaupt keine Gedanken um die eigentlichen Krankheitsursachen - zum einen weil unser Medizinsystem nicht so arbeitet, zum anderen, weil es unangenehm ist, die Ursachen in der eigenen Lebensführung zu suchen. Dabei ist es eigentlich relativ einfach einzusehen, denn die Funktionsfähigkeit unseres Organismus basiert auf der Funktion der Stoffwechselvorgänge, die zu jeder Sekunde Milliardenfach in allen Zellen ablaufen. Diese Stoffwechselvorgänge verarbeiten die aus der Nahrung herausgelösten Stoffe und wenn die nicht vorhanden sind oder ein ständiger Mangel besteht, dann kommt es eben zu Krankheiten. So wie ein Auto nunmal ruckelt, wenn man minderwertiges Benzin einfüllt. Die Nahrung bestimmt in so entscheidendem Maße die Gesundheit unseres Organismus mit, daß tatsächlich etwa 80%(!) der heute üblichen Krankheiten ernährungsbedingt sind. Ich kenne ausbildungs und erfahrungsbedingt die Grenzen recht gut und schreibe das daher auch nur dann, wenn ich sicher sagen kann, daß die Ernährung bei der jeweiligen Krankheit eine wesentliche Rolle spielt.

Da ist eine genetische Komponente, die wir nicht im Griff haben, dazu kommen psychische Belastungen, denen man im Leben nun mal nicht entrinnen kann, usw. usw.
Mit genetischer Komponente wird in der Regel gemeint, daß die Krankheit in den Genen liegt (wie kommt sie da hin?) und daß man an der Krankheit nichts ändern kann. Beides ist meist falsch.

Natürlich gibt es genetisch definierte Krankheiten - Genschäden durch bspw. radioaktive Strahlung - und diese Krankheiten sind tatsächlich irreparabel, da die Genschäden vererbt werden. Das trifft aber nur auf vergleichsweise wenige Krankheiten zu, wie bspw. auf die Trisomie 21.

Bei den meisten chronischen Krankheiten spielt zwar die Genetik eine Rolle, aber wir haben es nicht mit Genschäden zu tun und die Gene sind auch nicht die URSACHE der Krankheiten. Die DNA unseres Organismus wird nicht eins zu eins umgesetzt. Beim Ablesen der DNA bestimmten besondere Proteine, ob, wann und wie die einzelnen DNA Sequenzen aktiviert werden. Das Verhalten dieser Proteine richtet sich dabei letztendlich nach den Lebensumständen und die jeweilige "Ablesemethode" ist das, was vererbt wird. Wir kennen das unter dem Begriff "Konstitution" oder "Veranlagung" und erst in jüngster Zeit kommt die Wissenschaft langsam dahinter, wie das funktioniert (Stichwort Epigenetik).

Eine Diabetes bspw. wird "vererbt" und man macht in Unkenntnis der Ursachen natürlich die Gene dafür verantwortlich. Der Diabetes ist aber keine Genkrankheit, sondern tatsächlich eine ernährungsbedingte Zivilisationskrankheit, die nachweislich durch den langjährigen Verzehr raffinierter Kohlenhydrate verursacht wird - das ist seit 1929 bekannt. Die Krankheit bzw. ihre Ursache wirken sich auf das Ablesen der DNA aus, so daß sich die Konstitution ändert - die nachfolgende Generation kommt mit einer Vorbelastung zur Welt und wird den Diabetes früher entwickelt. Das setzt sich mit jeder Generation fort (und heute haben schon Kleinkinder Diabetes). Der Diabetes ist nun nicht heilbar, denn die einmal zerstörten Zellen der Bauchspeicheldrüse können sich nicht regenerieren. Aber die Veranlagung zur Krankheit, das Ableseverhalten, kann verändert werden. Wenn ein Diabetiker konsequent die Ursachen seiner Krankheit abstellt, ändert sich auch die Konstitution und die nachfolgende Generation hat wieder ein geringeres Risiko, Diabetes zu bekommen. Untersuchungen ergaben, daß es etwa doppelt so lange dauert, die Krankheiten auf diese Art und Weise wieder aus der Konstitution zu entfernen, wie es dauerte, sie hineinzubekommen. Es gibt dabei leider auch eine Grenze, aber der die Umkehr nicht mehr möglich ist, aber die haben wir noch nicht erreicht. Noch könnten wir also den Diabetes vollständig eliminieren - wenn wir nur wollten. Wir sind derzeit die fünfte fehlernährte Generation, es würde also bei konsequentem Ausschalten der Krankheitsursache zehn Generationen dauern, bis die Krankheit nicht mehr vorkommt.

Dieser Mechanismus existiert bei allen ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten: Zahnerkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates (rheumatische Erkrankungen), Stoffwechselkrankheiten, die meisten Magen-Darm Erkrankungen, Gefäßerkrankungen, erhöhte Infektanfälligkeit, Allergien, manche Erkrankungen des Nervensystems (MS bspw.) und teilweise auch Krebs.

Jeder Körper hat eine Schwachstelle und wenn die erst mal geknackt ist, dann ist es sehr schwer.
Richtig. Diese Schwachstelle ist durch die Konstiution definiert und bestimmt dann die Krankheit, die zuerst in Erscheinung tritt. Im Lauf der Zeit kommen dann immer mehr Krankheiten dazu, weil sich die Stoffwechselstörungen natürlich im gesamten Organismus auswirken.

Dazu kommt, dass bei Hashimoto die Schilddrüse Schaden nimmt. Und dieser Schaden ist da, ganz egal, was ich von diesem Zeitpunkt an tue.
Richtig. Wobei die Grenze zwischen reversibler funktioneller Störung und irreversiblen Formveränderungen fließend ist. Umso wichtiger ist es möglichst schnell die Ursachen der Krankheit zu finden und abzustellen. Da die Ursachen nur in drei Bereichen liegen können - Ernährung, belastende Lebenssituationen, toxische Gesamtsituation - ist das gar nicht mal so schwer.

Sicher kann man die Krankheit verlangsamen, manches auch ab diesem Punkt aufhalten (wenn man viel Glück hat), aber es wäre schlimm, wenn jemand den Rat bekäme, auf wichtige Medikamente zu verzichten.
Da stimme ich dir absolut zu. Natürlich ist bei irreparablen Schäden der SD eine entsprechende medikamentöse Therapie, meist eine HRT, notwendig - das ist eine Sache der Ärzte, in die ich mich als Gesundheitsberater auch nicht einmischen darf. Auch das Absetzen der Medikamente ist Sache der Ärzte. Wichtig ist aber in jedem Fall, die Krankheit durch konsequentes Abstellen der tatsächlichen Krankheitsursachen ursächlich zu behandeln - zusätzlich zu einer eventuell nötigen medikamentösen Therapie. Macht man das nicht, wird sich die Krankheit zwangsläufig immer weiter verschlimmern.

Bestenfalls sehe ich es so, dass man BEIDES tut: Schadstoffe weg, gute Ernährung her UND die Schilddrüse adäquat behandeln. Mit einem anderen Rat kann man viel Schaden anrichten, davon bin ich überzeugt!
Gar keine Frage und absolut meine Meinung.
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Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)


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