Ursachen für eine Gelenkabnutzung

13.08.08 11:56 #1
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kunigunde ist offline
Beiträge: 9
Seit: 13.08.08
Hallo Euch,

als ich mich mehrfach über vermehrte wandernde Knochenschmerzen beschwerte, veranlaßte meine Ärztin eine Knochenszintigrafie, bei der folgender Verdacht ausgesprochen wurde:
  • verstärkter Knochenstoffwechsel beider Daumenendgelenke, vereinbar mit einer Daumenendgelenkarthrose
  • Zeichen einer Heberden-Arthrose D II rechts
  • diskrete Bouchard-Arthrose D III und D IV rechts und angedeutet D II und D III links
  • kein Hinweis auf entzündliche Aktivierung
  • die mäßig vermehrte Knochenumbaurate beider Akromioklavikulargelenke ist vereinbar mit einer Akromioklavikulargelenkarthrose
  • Da ich in den Wechseljahren bin habe ich noch zusätzlich ein Ostea-CT durchführen lassen mit folgendem Ergebnis: Kalksaltzgehalt +38% oberhalb der Norm. Dies kann vielleicht auf meine von der Ärztin nahe gelegten Vitamin D3 Kur zurückzuführen sein?

Da ich jedoch im Unterschenkel, in den Knien, in den Füßen Schmerzen und "Knirschen und Knacken" habe, bin ich überzeugt, daß ich nicht nur mit meinen Händen und Schulter Probleme habe. Täglich jedoch kommen neben diesen üblichen Anlaufschmerzen auch in Ruhestellung brennende Schmerzen, die noch ohne Medikamente ertragbar sind.

Weitere Schmerzen sind Schmerzen auf der unteren Brustkorbhälfte meistens im Rücken bzw. in der Seite. Dies führe ich auf Bandscheibenprobleme zurück. Seit Kindheit hatte ich mit Hexenschüssen zu tuen und habe dann vor 20 Jahren einen Bandscheibenvorfall überstanden, der an meinem Fuß Teilbereiche mit weniger Gefühl hinterlassen hat.

Ich werde jedoch den Eindruck nicht los, als würde sich alles im Zeitraffer verschlechtern. Das Telefon kann ich zwischenzeitlich keine drei Minuten mehr halten, vor einem halben Jahr ging es noch.

Weiterhin habe ich seit Jugend an immer wieder mit Wasser im Körper zu kämpfen und nie ist etwas diagnostiziert worden. Auf der anderen Seite habe ich nunmehr seit über 15 Jahren eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.

Zwar hat schon beim letzten Gespräch meine Ärztin mal wieder versucht, meine Beschwerden zum Teil auf psychische Probleme zurückzuführen, aber sie ist bereit, mir zu helfen und das ist in dieser Zeit sehr viel wert.

Ich habe das Gefühl, daß meine Gelenkprobleme eventuell mit irgendeiner Autoimmunreaktion zu tuen haben könnten. Bevor ich wieder beginne von Pontius nach Pilatus zu gehen und unnötige Kosten zu verursachen, was wäre als nächster Schritt sinnvoll? Eventuelle das Aufsuchen eines Orthopäden, eines Rheumatologen oder Endrikonologen?

Danke Kunigunde

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

Anne S. ist offline
Beiträge: 4.240
Seit: 28.03.05
Hallo Kunigunde,

ich hatte zu spät gesehen, dass Du hier inzwischen schon einen Beitrag geschrieben hast.

Um es nicht nochmals zu schreiben, hier:

http://www.symptome.ch/vbboard/willk...kunigunde.html

Liebe Grüße
Anne S.

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

pita ist offline
Beiträge: 2.883
Seit: 08.04.07
Hallo Kunigunde

Willkommen im Forum .

Aus rheumatologischer Sicht rechtfertigen prinzipiell alle Arthralgien, die sich diagnostisch nur schwer zuordnen lassen, die Verdachtsdiagnose einer HH bzw. HCA. Die Bestimmung von Transferinsättigung, Serrumferritin und bei weiteren Verdachtsmomenten die Durchführung des genetischen Tests.

www.desferal.nl/hh/7.pdf
HH = Hereditäre (angeborene) Hämochromatose
HCA = Hämochromatose-Arthropathie

Hier im Forum findest du viele Infos: www.symptome.ch/vbboard/h-mochromatose/

Wurden die im Zitat genannten Werte schon mal bestimmt?

Liebe Grüsse
pita

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

kunigunde ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 13.08.08
So ihr Lieben, zuerst einmal einen lieben Dank an Eure Anteilnahme - das tut gut.

@pita, meine Allgemeinsymptome:
starke Müdigkeit: ja
Reizbarkeit: ja
depressive Verstimmung: ja
Infektanfälligkeit: nein
Haut graubraune Färbung: nein, war zwar früher weißer, werde jetzt besser braun und meine Sonnenallergie ist verschwunden
vermehrt Bildung roter Flecken: Altersblutschwämme seitdem ich 30 bin, rote ganz feine Äderchen auf der Nase und an der linken Wange
unregelmäßige Pigmentierung: nein
im Spätstadium Bronzetönung: nein
Haarausfall: habe dies immer auf die Schilddrüse zurückgeführt
frühzeitiges Ergrauen der Haare: mit 16 Jahren beginnend
Krämpfe im Oberbauch: ja
besonders auf der rechten Seite Schmerzen in der Brust: nein
Kurzatmigkeit: seit einem Jahr
unregelmäßige Herzschläge: Herzstolpern
Gelenkschmerzen (besonders Knie, Hüfte, Finger): ja

Wenn ich dann noch den gemessenen Eisengehalt bzw. das Ferritin im Blut betrachte, der 2005, 2006 im untersten Normbereich war, so dürfte es nicht Hämochromatose sein, wobei ich in meinen Schwangerschaften immer sogenannte Eisen-Wunschwerte hatte.

Den von Dir zitierten desferal-Artikel habe ich fast gar nicht verstanden, ist es nicht so, daß die Bestimmung der Eisenwerte ausreicht?


@Anne S., läge die Ursache in meiner Hashimoto oder in einem Hyperparathyreoidismus so wäre der Kalksalzgehalt meiner Knochen nicht oberhalb der Norm. Oder könnte meine Vitamin D3 Kur die Messung verfälscht haben?

Kunigunde

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Nur noch dazu gefragt: ist abgeklärt, ob es einen Zeckenbiß gab und möglicherweise Borreliose?

Gruss,
Uta

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

kunigunde ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 13.08.08
An einen Zeckenstich kann ich mich nicht erinnern und bisher ist kein Test auf Borreliose gemacht worden. Da die Borreliose viele unterschiedlichen Symptome hat, könnten einige davon passen.

Wie ich jetzt gerade bei zecken.de nachgelesen habe wird die Borreliose durch Bakterien verursacht. Und bedingen Bakterien nicht auch Fieber? Ich habe jahrzehntelang kein Fieber mehr gehabt. Was aber auch vielleicht nichts zu bedeuten hat. Vielleicht sind es ja mehrere Baustellen, ach ich weiß nicht.

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

Joachim ist offline
Beiträge: 1.944
Seit: 14.04.08
Hallo Kunigunde,

Zitat von kunigunde Beitrag anzeigen
als ich mich mehrfach über vermehrte wandernde Knochenschmerzen beschwerte, veranlaßte meine Ärztin eine Knochenszintigrafie, bei der folgender Verdacht ausgesprochen wurde:
Eigentlich sollen Ärzte Diagnosen stellen und keine Verdächtigungen...

Täglich jedoch kommen neben diesen üblichen Anlaufschmerzen auch in Ruhestellung brennende Schmerzen, die noch ohne Medikamente ertragbar sind.
Bewegungsschwierigkeiten und Schmerzen, die sich durch Bewegung bessern sind typische Anzeichen einer Arthritis. Aber es ist letztendlich egal, wie man das, was du hast nun genau nennt - es ist offensichtlich ein rheumatische Erkrankung und diese Erkrankungen sind typische ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten.

Weitere Schmerzen sind Schmerzen auf der unteren Brustkorbhälfte meistens im Rücken bzw. in der Seite. Dies führe ich auf Bandscheibenprobleme zurück.
Dito.

Ich werde jedoch den Eindruck nicht los, als würde sich alles im Zeitraffer verschlechtern. Das Telefon kann ich zwischenzeitlich keine drei Minuten mehr halten, vor einem halben Jahr ging es noch.
Das ist leider eine häufige Folge. Du mußt berücksichtigen, daß die Ursachen, die zu diesen Beschwerden führen, schon Jahrzehnte vorlagen, in denen dein Organismus das alles noch ausgleichen konnte. Irgendwann geht das nicht mehr und dann häufen sich die Symptome meist recht schnell.

Weiterhin habe ich seit Jugend an immer wieder mit Wasser im Körper zu kämpfen und nie ist etwas diagnostiziert worden. Auf der anderen Seite habe ich nunmehr seit über 15 Jahren eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.
Autoimmunkrankheiten haben Ursachen und die liegen ebenfalls in der Regel in der Ernährung.

Zwar hat schon beim letzten Gespräch meine Ärztin mal wieder versucht, meine Beschwerden zum Teil auf psychische Probleme zurückzuführen, aber sie ist bereit, mir zu helfen und das ist in dieser Zeit sehr viel wert.
Der Versuch der Ärztin ist letztendlich die Folge ihrer Unkenntnis. So traurig das ist, aber in der medizinischen Ausbildung spielen Krankheitsursachen praktisch keine Rolle. Deshalb gelten in der heutigen Medizin viele Krankheiten als unheilbar und chronisch, obwohl sie durch Abstellen der Krankheitsursachen durchaus heilbar sind (wenn noch keine bleibenden Schäden eingetreten sind).

Wichtig ist zu verstehen, daß alle Krankheiten Ursachen haben. Eine Arthrose oder Arthritis fällt nicht vom Himmel, sondern ist die Folge jahrzehntelanger Fehlernährung (auch der Vorfahren). Um eine Krankheit zu heilen muß man zwingend ihre eigentlichen Ursachen beseitigen. Das machen Ärzte heute leider nicht, sie behandeln nur die Krankheitsfolgen und unterdrücken Symptome.

Die ursächliche Behandlung einer rheumatischen Krankheit ist nur durch eine konsequente Ernährungsumstellung möglich. Ob gleichzeitig symptomatische Linderungen nötig sind, muß der Arzt entscheiden. Empfehlenswert sind neben der Ernährungsumstellung kneippsche Maßnahmen und Saunagänge.

Ich habe das Gefühl, daß meine Gelenkprobleme eventuell mit irgendeiner Autoimmunreaktion zu tuen haben könnten.
Selbst wenn es so wäre, bringt dich das nicht weiter, denn die Autoimmunkrankheit hat ja ebenfalls wieder Ursachen und dort müßtest du ansetzen.

Bevor ich wieder beginne von Pontius nach Pilatus zu gehen und unnötige Kosten zu verursachen, was wäre als nächster Schritt sinnvoll? Eventuelle das Aufsuchen eines Orthopäden, eines Rheumatologen oder Endrikonologen?
Dein Problem liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit in deiner Ernährung und keiner dieser Spezialisten wird dir das sagen. Sie werden eine Menge Untersuchungen machen, eine Menge Medikamente verschreiben um die Symptome zu lindern und das wars.

Nochmal, weil es so wichtig ist:

Das Abstellen der tatsächlichen Krankheitsursachen ist unabdingbare Voraussetzung für eine Heilung. Die tatsächlichen Krankheitsursachen liegen dabei nie innerhalb des Körpers, sondern immer außerhalb und in der Vergangenheit.

Wie sieht deine Ernährung aus, Kunigunde?
__________________
Liebe Grüße, Joachim. (Alles, was ich schreibe, ist meine persönliche Meinung.)

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

pita ist offline
Beiträge: 2.883
Seit: 08.04.07
Zitat von kunigunde Beitrag anzeigen
Wenn ich dann noch den gemessenen Eisengehalt bzw. das Ferritin im Blut betrachte, der 2005, 2006 im untersten Normbereich war, so dürfte es nicht Hämochromatose sein, wobei ich in meinen Schwangerschaften immer sogenannte Eisen-Wunschwerte hatte.

Den von Dir zitierten desferal-Artikel habe ich fast gar nicht verstanden, ist es nicht so, daß die Bestimmung der Eisenwerte ausreicht?
Hallo Kunigunde

Es gibt verschiedene Eisenwerte, verschiedene Normwerte, verschiedene Einheiten...

Frauen vor der Menopause haben oft völlig unauffällige Ferritinwerte, da die monatliche Menstruation immer ein kleiner Aderlass ist.
(Ferritin = Speichereisen / Aderlass = Therapie der Hämochromatose).

Oft ist aber die Transferrinsättigung bereits deutlich erhöht.

Für Menschen mit dieser genetischen Disposition gelten andere Normalwerte.
Sie speichern schon bei einem Ferritin über 50 µg/l Eisen im Körper.


Ich würde dir raten, bei nächster Gelegenheit die beiden Werte mitbestimmen zu lassen.
Hier zum nachlesen, wenn du möchtest:
Ferritin
Transferrin Sättigung

Liebe Grüsse
pita

Geändert von pita (13.08.08 um 18:24 Uhr)

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

Sine ist offline
Beiträge: 3.368
Seit: 15.10.06
Zitat von kunigunde Beitrag anzeigen

Wenn ich dann noch den gemessenen Eisengehalt bzw. das Ferritin im Blut betrachte, der 2005, 2006 im untersten Normbereich war, so dürfte es nicht Hämochromatose sein, wobei ich in meinen Schwangerschaften immer sogenannte Eisen-Wunschwerte hatte.
Liebe Kunigunde.
Wenn du eine starke Menstruation hast, kann genau dieses Phänomen entstehen:
Eisenspeicherkrankheit mit niedrigem Ferritin ( ich hatte mal einen Ferritinwert von 5 ), während der Schwangerschaft Traumwerte.
Leider schützt bei einer Hämochromatose der niedrige Ferritinwert nicht vor Gelenkbeschwerden, diese können auftauchen, bevor die Werte verdächtig werden!
Ich plage mich mit verschiedensten Gelenkbeschwerden und Diagnosen dazu herum - was hilfts?
Ausser Schmerzmitteln hat der Onkel Doktor keine Lösung anzubieten.
Eine Ernährungsumstellung hat bis jetzt bei mir den grössten Erfolg gebracht.
Meine Gelenke reagieren ganz empfindlich auf Zuckerkonsum, was für mich ein hartes Los ist
Liebe Grüsse, Sine

Ursachen für eine Gelenkabnutzung

kunigunde ist offline
Themenstarter Beiträge: 9
Seit: 13.08.08
@Joachim,

ich liebe Schokolade und trinke täglich drei Tassen Milchkaffee mit Zucker und alle drei Wochen so ich Lust habe trinke ich mal eine halbe Flasche Guiness Lammfleisch und Fisch kommt vielleicht 1x die Woche auf den Tisch. Geflügel essen wir fast gar nicht. Unser unmittelbarer Fettverbrauch ist im Monat für zwei Personen
1 spezielle cholesterinsenkende Margarine
1 Packung Butter
Maximal dreiviertel einer Flasche kaltgepressten Olivenöls

Als Brot-Aufschnitt (Roggenbrot mit Natursauerteig) kommt Frischkäse mit reduzierten Fettgehalt, Schaftskäse, Parmesankäse und ab und an mal türkische Knoblauchwurst. Yoghurt wird ca. 1 bis 1,5 kg die Woche verbraucht. Teilweise machen wir den Joghurt auch selber an mit Milch, die wir direkt vom Bauern holen. Dann ist natürlich der Fettgehalt höher.

Im Jahr essen wir vielleicht mal 5x Fritten, 5x Backfisch auswärts meistens in Holland. Zuhause gibt es im Jahr 2 bis 3 mal Frittiertes, meistens Auberginen, Paprika, Zucchini mit einer TomatenKnoblauchsoße und Kartoffeln, manchmal auch Backfisch. Wenn es mal etwas zu braten gibt, so reicht der Umluftherd. Bis auf den Reis, den ich ungesund = mit viel Butter zubereite, kochen wir unsere Speichen im Schnellkochtopf.

Aus der Dose benutzen wir passierte Tomaten und ab und an mal Mais. Obst essen wir saisonal unterschiedlich. Da wir ein beschränktes Budget haben, kaufen wir unser Gemüse sehr oft vom Türken bzw. vom Wochenmarkt, da wir uns die Preise von echtem Biogemüse und -obst fast nie leisten können.

@pita, ich werde meine Ärztin bitten, diese Werte auch zu bestimmen und wenn ich es privat zahle. Du hast schon recht, so kann ich dies ausschließen.

@sine, habe keine Gebärmutter mehr, diese wurde vor zig Jahren entfernt.

Lieben Gruß Kunigunde

Geändert von kunigunde (13.08.08 um 18:55 Uhr) Grund: sines Antwort leider zu spät bemerkt


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