Allergie nach Amoxycillin

25.02.15 20:23 #1
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susewind47 ist offline
Beiträge: 66
Seit: 06.04.05
Hallo,
mein Mann hatte vor ca 2 Wolche eine heftige Allergie nach 9 Tagen Amoxycillin (Schüttelfrost Fieber, Ausschlag am ganzen Körper). Er sollte es eigentlich 10 Tage nehmen wegen seinem Reizhusten der nicht wegging.Vorher hatte er nie eine Arzneimittelallergie. Er bekam dann vom Arzt ein Anitiallergikum, das er 2 Tage nahm, weil die Nebenwirkungen auch nicht ohne waren, die im Beipackzettel standen (Ebastin Aristo).
Er ist seitdem total verändert. Ziemlich gleichgültig, manchmal steht er nur unschlüssig herum. Er war vorher aktiv und hatte fast immer etwas zu tun. Mein Mann ist Rentner,71 Jahre alt und eigentlich noch fit für sein Alter. Er geht normalerweise 3 x in der Woche joggen. Er friert tagsüber auch leicht und hat fast immer kalte Hände und Füße.
Außerdem hat er auch Empfindingsstörungen in der Stirn, wie Schmerzen beim Drüberstreichen. Gleichzeitig hat er auch Probleme mit der Halswirbelsäule. Inwieweit die Sache mit der Stirn damit zusammenhängen kann, weiß ich nicht. Vor 2 Tagen war er beim Orthopäden, der ihm ein Schmerzmittel in die Akupunkturpunkte im Nacken spritzte. Ich glaube Diclofenac. Da hat er jetzt noch 9 Termine.
Ich bin total besorgt, ob das Schmerzmittel vielleicht zusätzlich schadet.
Oder ob evtl. ein Neurologe für dieses komische Gefühl in der Stirn und am Kopf zuständig wäre.
Es gibt eine Heilpraktikerin etwas weiter weg von uns, die Arzneimittelnebenwirkungen homöopathisch behandeln kann. Ich fand sie bei Google, kenne sie leider nicht.
Oder kann der Körper allein damit fertig werden und das Gift nach und nach ausscheiden ? Ich weiß im Moment nicht weiter.

L.g.
Susewind
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Geändert von susewind47 (25.02.15 um 20:30 Uhr)

AW: Allergie nach Amoxycillin

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo susewind,

leider sind ja diese Reaktionen auf u.a. Amoxycillin bekannt.

...
Amoxicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Es wird häufig in einer Fixkombination mit Clavulansäure verabreicht, um Resistenzen der Bakterien gegenüber dem Antibiotikum aufzuheben. Ideal ist die Einnahme zu Beginn einer Mahlzeit, weil dadurch die Absorption und die Verträglichkeit optimiert werden. Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören unter anderem Durchfall, Candidainfektionen, Übelkeit und Erbrechen, Hautausschläge mit oder ohne Juckreiz und Überempfindlichkeitsreaktionen.
...
Kontraindikationen

Amoxicillin ist bei Überempfindlichkeit gegen Penicilline und Cephalosporine und bei Patienten, die unter einer früheren Therapie einen Ikterus oder Leberstörungen entwickelten, kontraindiziert. Die vollständigen Angaben zu Vorsichtsmassnahmen und Interaktionen finden sich in der Arzneimittel-Fachinformation.
...
Hautausschläge unter Amoxicillin sind häufig und in seltenen Fällen gefährlich. Aus diesem Grund sollte sich der Patient / die Patientin vorsichtshalber mit dem Arzt / der Ärztin in Verbindung setzen, wenn ein Hautausschlag auftritt. Bei einer Überempfindlichkeitsreaktion muss die Behandlung abgebrochen werden. Nicht alle Hautausschläge sind allergisch vermittelt und die Behandlung muss aufgrund eines Hautausschlags nicht zwangsläufig eingestellt werden.
....
PharmaWiki - Amoxicillin

Ist wenigstens der Reizhusten weg gegangen? Ist Dein Mann evtl. allergisch gegen Frühblüher? Ist in der Wohnung irgendetwas Neues dazu bekommen?

Prinzipiell sollte vor der Einnahme eines Penicillins bzw. Antibiotikums ein Antibiogramm gemacht werden um festzustellen, welche Antibiotika auf die (vorher) festgestellten Keime reagieren. Ärzte machen das oft nicht, so daß der Patient dann ausbaden darf, wenn das AB eben nicht passt: er hat die Nebenwirkungen des AB und er hat evtl. keinen Erfolg mit der Behandlung mit AB.

Die Nebenwirkungen von Amoxycillin sind ja heftig. Vielleicht leidet Dein Mann jetzt z.B. unter Candida? Das würde seine Müdigkeit erklären.

Die Behandlung des Orthopäden mit dem Anspritzen von Akupunkturpunkten finde ich an und für sich gut.
Allerdings würde ich das Diclofenac nicht haben wollen. Dann eher Traumeel oder ein Mittel aus der Naturheilkunde + einem Lymphmittel. Das macht aber eher ein HeilpraktikerIN.

Grüsse,
Oregano
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Allergie nach Amoxycillin

susewind47 ist offline
Themenstarter Beiträge: 66
Seit: 06.04.05
Zitat von Oregano Beitrag anzeigen
Hallo susewind,

leider sind ja diese Reaktionen auf u.a. Amoxycillin bekannt.

PharmaWiki - Amoxicillin

Ist wenigstens der Reizhusten weg gegangen? Ist Dein Mann evtl. allergisch gegen Frühblüher? Ist in der Wohnung irgendetwas Neues dazu bekommen?

Prinzipiell sollte vor der Einnahme eines Penicillins bzw. Antibiotikums ein Antibiogramm gemacht werden um festzustellen, welche Antibiotika auf die (vorher) festgestellten Keime reagieren. Ärzte machen das oft nicht, so daß der Patient dann ausbaden darf, wenn das AB eben nicht passt: er hat die Nebenwirkungen des AB und er hat evtl. keinen Erfolg mit der Behandlung mit AB.

Die Nebenwirkungen von Amoxycillin sind ja heftig. Vielleicht leidet Dein Mann jetzt z.B. unter Candida? Das würde seine Müdigkeit erklären.

Die Behandlung des Orthopäden mit dem Anspritzen von Akupunkturpunkten finde ich an und für sich gut.
Allerdings würde ich das Diclofenac nicht haben wollen. Dann eher Traumeel oder ein Mittel aus der Naturheilkunde + einem Lymphmittel. Das macht aber eher ein HeilpraktikerIN.

Grüsse,
Oregano
Hallo Oregano,
danke für Deine Nachricht. Ja das ist Amoxycillin schon ein schlimmes Mittel.
Ich würde mir wegen dem Nacken auch lieber Traumeel spritzen lassen. Ab morgen bekommt er auch Physiotherapie (Osteochondrie).
Ich weiß schon warum ich so selten mal zu einem Arzt gehe. Der Reizhusten ist aber trotzdem nicht weg bei ihm, aber etwas weniger geworden. Ich hoffe das sich alles langsam wieder normalisiert. In der Wohnung kam nichts Neues dazu. Wegen den Frühblühern könnte er höchstens leichten Schnupfen mit Niesen bekommen. Aber er hatte noch nie eine Allergie wie jetzt nach dem Amoxycillin.

Liebe Grüße
Susewind
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AW: Allergie nach Amoxycillin

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
!

Hat Dein Mann eigentlich einen Allergieausweis, um im Zweifelsfall schwarz-auf-weiß zeigen zu können, daß er mit Amoxycillin Probleme hat?
Evtl. wäre ein Allergietest auf andere Penicilline bzw. Antibiotika sinnvoll, wobei das - soviel ich weiß - in der Klinik gemacht wird und nicht ambulant.

Grüsse,
Oregano
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Allergie nach Amoxycillin

susewind47 ist offline
Themenstarter Beiträge: 66
Seit: 06.04.05
Danke :-) Nein er hat noch keinen Allergieausweis. Ich übrigens auch nicht, obwohl ich schon seit vielen Jahren eine Penicillinallergie habe. Wenn ich mal zu einem Arzt gehe, dann fragen die meistens auch nach Allergien. Sollte man vielleicht mal endlich ins Auge fassen.



Grüße von Susewind
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Allergie nach Amoxycillin

Flummi ist offline
Beiträge: 369
Seit: 29.07.09
Eigentlich sind das keine Allergie-Folgen des Amoxicillins wenn das schon so lange abgesetzt ist. Eine allergische Reaktion auf das Zeug geht nämlich schnell vorbei wenn das Zeug nicht mehr genommen wird.

Geändert von Flummi (27.02.15 um 14:18 Uhr)

AW: Allergie nach Amoxycillin

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo susewind,

...
Eine Medikamentenüberempfindlichkeit kann sich prinzipiell an allen Organen abspielen und beispielsweise an der Leber schwere Schäden hervorrufen. Besonders häufig reagiert jedoch die Haut auf ein Arzneimittel – meist mit einem Ausschlag, kleinfleckig wie bei Röteln oder großfleckig wie bei Masern. Mitunter bilden sich auch Quaddeln, und die Hautreaktionen weiten sich von Armen und Beinen auf den Rumpf aus. Das als makulös oder makulopapulös bezeichnete Arzneimittel*exanthem ist mit rund 40 Prozent die häufigste Variante allergischer Arzneimittelreaktionen.

Fast ebenso oft tritt eine Urtikaria (Nesselsucht) auf, bei der sich an wechselnden Stellen immer wieder Quaddeln bilden. Dagegen entwickelt sich beim fixen Arzneimittelexanthem ein Ausschlag an derselben Hautstelle wieder, wenn das auslösende Arzneimittel erneut angewandt wird (1).

Allergische Reaktionen können innerhalb von Minuten nach Arzneimitteleinnahme oder -anwendung auftreten und schwere Allgemeinsymptome bis hin zum anaphylaktischen Schock hervorrufen. Die häufigeren Spätreaktionen setzen jedoch erst nach etwa fünf Tagen ein.

Intoleranz oder Allergie
Nicht immer ist es tatsächlich eine Allergie, die Rötung und Juckreiz, Papeln und Pusteln auf der Haut hervorruft. Auch eine Unverträglichkeit oder Intoleranz kann hinter den Symptomen stecken.

Allergie und Intoleranz sind zwei Antworten des Körpers auf ein Arzneimittel, denen unterschiedliche Mechanismen zugrunde liegen. Eine Allergie ist eine erworbene Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems, wobei man vier Varianten unterscheidet. Während Typ 2 und 3 vor allem bei Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen, reagiert der Körper auf exogene Substanzen meist mit einer als Typ 1 bezeichneten, B-Zell-vermittelten Sofortreaktion oder mit einer T-Zell-vermittelten, verzögerten Reaktion vom Typ 4. Bei der Typ-1-Reaktion bilden B-Zellen Immunglobuline der Klasse E (IgE), die eine Entzündungskaskade in Gang setzen, in deren Verlauf Mastzellen Botenstoffe wie Histamin freisetzen.
...
»Eine allergische Reaktionsbereitschaft des Körpers, eine Atopie, ist keine Voraussetzung für eine Hypersensitivitätsreaktion auf Arzneimittel«, betont Brockow. Im Gegensatz zu Nahrungsmittelallergien existiere allenfalls eine geringfügige Korrelation zwischen einer atopischen Veranlagung und einer allergischen Reaktion auf ein Arzneimittel.

Unter dem Begriff »Intoleranzen« werden pseudoallergische Reaktionen zusammengefasst, denen noch nicht vollständig geklärte Mechanismen zugrunde liegen. So ist eine direkte IgE-unabhängige Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen bei Antibiotika, Muskelrelaxanzien und Opioiden beschrieben. Nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAIDs) beeinflussen den Arachidonsäure-Metabolismus, indem sie das Enzym Cyclooxigenase hemmen. Dadurch wird die Synthese von Prostaglandinen und Leukotrienen in Richtung der Leukotriene verschoben, die eine Degeneration der Mastzellen stimulieren, sodass Histamin freigesetzt wird.
....
Pharmazeutische Zeitung online: Arzneimittel-Hypersensitivität: Gefährliche Attacke auf die Haut

Ob nun Allergie oder Intoleranz oder einfach "nur" eine Hautreaktion: ich denke schon, daß es wichtig ist, zu einem Arzt zu gehen, um das Thema "Reaktion auf Amoxycillin" zu besprechen. Es kann einmal einen Notfall geben, wo man nicht mehr sagen kann, daß man das nicht verträgt...

Der Dr. Brockow, der in dem obigen Artikel mitredet, ist am Klinikum R.d.Isar in München in der Dermatologie am Biederstein.

Grüsse,
Oregano
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Geändert von Oregano (27.02.15 um 20:05 Uhr)

Allergie nach Amoxycillin

Bianka1 ist offline
Beiträge: 145
Seit: 30.01.12
Hallo susewind47

Wurde bei deinen Mann den im Blut geschaut ob er wirklich eine Allergische Reaktion auf das Antibiotikum hatte, oder nur aufgrund des Ausschlag?

Mir kam sofort der Gedanke, das dein Mann vielleicht das Pfeiffersches Drüsenfieber hat, hatte.
Das würde die Reaktion auf das Amoxicillin erklären.

lg Bianka

AW: Allergie nach Amoxycillin

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Bianka,

Wurde bei deinen Mann den im Blut geschaut ob er wirklich eine Allergische Reaktion auf das Antibiotikum hatte, oder nur aufgrund des Ausschlag?
Wie kann man denn da im Blut nachschauen, ob es wirklich eine allerg. Reaktion war? Mit welchem Test und wer macht den?

Grüsse,
Oregano
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Allergie nach Amoxycillin

Bianka1 ist offline
Beiträge: 145
Seit: 30.01.12
Sorry für die späte Antwort,jetzt erst gelesen.

Bei mir wurde der IgE-Spiegel gemessen.
Ob der immer richtig anzeigt


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